RDKS Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

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RDKS Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Beda » 10.03.2016 - 08:14

Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen
Mit der Einführung des Labels und des Reifendruckkontrollsystems hat die EU versucht, den ökologischen „Fußabdruck“ des Reifens zu verkleinern. Doch was haben diese teuren Initiativen konkret gebracht? Dazu gibt es erstaunlich wenig Informationen.

11.02.16 | Redakteur: Jan Rosenow

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(Foto: Rosenow)

Wer erinnert sich noch an die gute alte Glühlampe? Seit 2009 wurden die sympathischen, aber ineffektiven Haushaltsleuchtmittel Schritt für Schritt verboten und sind heute aus dem Handel so gut wie verschwunden. Das Ziel der EU war es damals, bis 2020 den Energieverbrauch für Beleuchtungszwecke um 30 Prozent zu senken.

„Das ist soweit eingetreten – und wird auch noch weitergehen“, sagte Ines Oehme vom Umweltbundesamt im Januar dem Nachrichtenportal „Spiegel Online“. Von 2008 bis 2015 sei in Deutschland der Stromverbrauch bei der Haushaltsbeleuchtung um rund ein Viertel von 12,2 auf 9,3 Terawattstunden zurückgegangen.

Erfolg ist nicht belegbar

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Der Frage, wie der Lichtstrom in der Untersuchung aus dem gesamten Stromverbrauch herausgerechnet wurde, wollen wir an dieser Stelle nicht genauer nachgehen. Doch davon abgesehen ist eine umweltpolitische Maßnahme, deren Erfolg sich direkt belegen lässt, eine schöne Sache. Und führt zur Frage, ob das auch bei anderen Gesetzen funktioniert, beispielsweise der EU-Verordnung 661/2009 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen. In dieser ist vorgeschrieben, dass Neufahrzeuge mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein müssen, und zwar aus folgendem Grund: „Die Minderung der CO2-Emissionen sollte durch die Kombination von rollwiderstandsarmen Reifen und Reifendrucküberwachungssystemen erreicht werden.“

Neben den seit November 2014 für jedes Auto vorgeschriebenen RDKS gibt es noch das Reifenlabel, das in der EU-Verordnung 1222/2009 festgelegt ist und seit November 2012 jedem verkauften Reifen beiliegen muss. Die Kennzeichnung der Reifen nach Rollwiderstand hat ebenfalls zum Ziel, die CO2-Emissionen zu verringern.

Der Reifen ist keine Glühbirne

Seit Ende 2012 haben also die Verbraucher in der EU die Chance, sich beim Ersatzkauf für besonders rollwiderstandsarme und damit kraftstoffsparende Produkte zu entscheiden. Und zwei Jahre später trat die RDKS-Pflicht in Kraft, die für alle Neuwagen in der EU gilt. Seither sind also mehrere Hundert Millionen Reifen und rund 15 Millionen Autos unter diesen gesetzlichen Voraussetzungen verkauft worden.

Betrachtet man diese Zahlen, sollte man denken, dass sich die beiden EU-Maßnahmen spürbar auf die CO2-Bilanz des Kraftfahrzeugverkehrs auswirken. Allein einen Nachweis dafür gibt es nicht. Das heißt: Niemand weiß, ob sich die Effekte, die sich die EU von der Einführung des Reifenlabels und des RDKS versprochen hat, auch eingetreten sind oder jemals eintreten werden. Und das, obwohl man davon ausgehen kann, dass diese beiden Maßnahmen die Industrie, den Handel und vor allem die Verbraucher mehrere Milliarden Euro gekostet haben.

Eine Anfrage bei der Bundesregierung macht diesbezüglich jedenfalls wenig Hoffnung. Hier die Stellungnahme des Umweltbundesamts: „Die Berechnungen des Umweltbundesamts zum CO2-Ausstoß von Pkw reichen aktuell bis zum Jahr 2014. Vorläufige Daten für das Jahr 2015 werden frühestens im Frühjahr 2016 vorliegen. In diesen Zahlen wird sich dann unter anderem der Effekt der RDKS widerspiegeln.

Um seinen Effekt im Einzelnen zu quantifizieren, fehlen jedoch die notwendigen Datengrundlagen hinsichtlich des Nutzerverhaltens. Es ist weder bekannt, wie oft bei Pkw ohne RDKS der Luftdruck überprüft wird und wie darauf reagiert wird noch welche Reaktionen die Anzeigen des RDKS initiieren. Daher ist eine seriöse Berechnung der CO2-Einsparungen durch RDKS leider nicht möglich.“ Auch von den „Sturmgeschützen“ des Umweltaktivismus, der Deutschen Umwelthilfe und Greenpeace, ist nicht viel Substanzielleres zu hören.

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Die Schwierigkeiten bei der Bewertung sind aber auch erheblich. Schließlich reicht es hier nicht aus – wie bei der Betrachtung von Emissionen bei Neufahrzeugen –, nur die Katalogwerte heranzuziehen und dann hochzurechnen. Der Effekt des richtigen Reifendrucks oder von rollwiderstandsarmen Reifen macht sich schließlich nur im Realbetrieb bemerkbar und wird von vielerlei anderen Einflüssen überlagert.

Der EU ist die Evaluierung ihrer Gesetze und Verordnungen immerhin ein Anliegen. „Die Kommission arbeitet auf Ebene der Unece an einer Revision der Verordnung 661/2009“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage von »kfz-betrieb« mit. Diese Arbeiten sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein. Bereits im Frühjahr ist die Veröffentlichung der Evaluationsergebnisse zum Reifenlabel geplant. »kfz-betrieb« wird berichten.

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Ob das RDKS also wirklich den Kraftstoffverbrauch senkt, ist und bleibt unbekannt. Um es positiv zu formulieren, lässt sich sagen: Immerhin schafft es die Voraussetzungen dafür und hält die Fahrer dazu an, sich mit dem wichtigen Thema Reifenluftdruck zu beschäftigen.

Doch der Reifen hat ja nicht nur die Aufgabe, möglichst widerstandsarm durch die Gegend zu rollen – viel wichtiger ist es, dass er stets die richtige Haftung bereitstellt. Und auch das kann er nur mit dem richtigen Druck. Hat es das RDKS wenigstens geschafft, die Zahl der Reifenpannen signifikant zu verringern. indem es den Fahrer rechtzeitig vor gefährlichem Minderdruck warnt? Auch hier lassen sich Ursachen und Wirkungen gar nicht so leicht fassen, wie man denken könnte. Selbst der mächtige und mit Pannendaten gut versorgte ADAC tut sich schwer, weil er in seiner Pannenstatistik nur die Fahrzeuge ab einem Alter von drei Jahren erfasst, die von der RDKS-Pflicht noch nicht betroffen sind. Viele jüngere Autos werden im Pannenfall von den Assistenzprogrammen der Hersteller betreut.

Die andere große Neuheit im Reifengeschäft der letzten Jahre war das Label. Die Reifenhersteller trieben die technische Entwicklung in der Folge massiv voran, um auf dem Aufkleber gute Werte zeigen zu können. Es ist nicht auszuschließen, dass die Labelklassen in den nächsten Jahren modifiziert werden, um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten.

Um den Effekt der Kennzeichnungsrichtlinie zu bewerten, hat »kfz-betrieb« den Reifenherstellern folgende Fragen gestellt:

1. Was hat das EU-Reifenlabel konkret bewirkt?

2. Lässt sich der verbrauchssenkende Effekt tatsächlich nachweisen?

Folgende Unternehmen haben geantwortet:

Apollo Vredestein

1. Für den Verbraucher ist die Auszeichnung der Labelwerte unserer Auffassung nach ein immer wichtigeres Instrument, um die Reifenleistungen zu vergleichen. Der Endkunde kann den passenden Reifen gezielt nach seinen Leistungskriterien finden. Das ist gerade beim Onlinekauf durchaus verkaufsentscheidend.

2. Die Zahl der Käufer, die bei ihrem Einkauf die Labelwerte mit in ihren Entscheidungsprozess einfließen lassen, können wir nicht verifizieren. Doch wir gehen davon aus, und unsere Erfahrungen belegen dies, dass es von Jahr zu Jahr mehr werden.

Falken

1. Inzwischen hat das Label eine hohe Akzeptanz bei den Verbrauchern erreicht. Ein Reifen mit schlechten Labelwerten wirft schon Fragen auf. Vor dem Hintergrund, dass es für Lkw- und Transporterreifen kaum Reifentests gibt, fragt vor allem das Flottenmanagement explizit nach dem Label und nimmt die Angaben darauf ernst. Dabei geht es nicht nur um sicherheitsrelevante Aspekte eines Reifens, sondern auch um die Kraftstoffeinsparung.

2. Natürlich spielen viele Parameter beim Verbrauch eine Rolle. Aber ein rollwiderstandsoptimierter Reifen trägt einen wichtigen Teil dazu bei. Und ohne das Label hätte der Rollwiderstand nicht so viel Aufmerksamkeit seitens der Verbraucher bekommen.

Goodyear Dunlop

1. ln den letzten Jahren sind speziell durch die Einführung des EU-ReifenIabels erhebliche Fortschritte in Bezug auf den Kompromiss zwischen Rollwiderstand und Nassgriff gemacht worden – nicht zuletzt durch neue Materialien. Letztendlich kann man unsere zwölf A/A-Reifen sowie die schon in großen Volumen industrialisierten B/A-Reifen von Goodyear und Dunlop als einen Entwicklungssprung beschreiben. Was wir hier in einer Entwicklungszeit von nur wenigen Jahren erreicht haben, hätte sonst möglicherweise zehn Jahre gedauert.

2. Mit immer besser werdenden Reifenlabelwerten für den Rollwiderstand sind die Voraussetzungen geschaffen, dass Fahrzeuge weniger Kraftstoff verbrauchen. Aber auch ein rollwiderstandsoptimierter Reifen kann seine optimale Leistung nur unter optimalem Luftdruck erbringen. Deswegen sollte der Autofahrer den Luftdruck der Reifen regelmäßig kontrollieren. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass andere Parameter – wie der Fahrstil des Fahrers oder das Gewicht des Fahrzeugs – einen entscheidenden Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch haben.

Michelin

1. Die Umweltverträglichkeit und Sicherheit unserer Produkte liegt uns nicht erst seit Einführung des EU-Reifenlabels am Herzen. Michelin strebt in der Entwicklung von Reifen danach, möglichst alle Leistungskriterien gleichzeitig zu verbessern. Das EU-Reifenlabel hat aber die Performance von Reifen in drei wichtigen Kriterien für den Endverbraucher transparent und vergleichbar gemacht. Ein weiterer positiver Effekt betrifft eher das Segment der Budget-Reifen: Mit der Einführung des EU-Reifenlabels wurden erstmals in Europa Mindestanforderungen in puncto Sicherheit und Umweltverträglichkeit an Reifen gestellt. Jetzt müssen die Marktüberwachungsbehörden verlässliche Tests zur Überprüfung der Labelwerte folgen lassen. Somit wäre ein fairer Handel europaweit sichergestellt.

2. Der Nachweis ist nach einem so kurzen Zeitraum sicherlich schwer, es geht ja bei dem Thema CO2-Ausstoß um Langzeitauswirkungen der Mobilität auf das globale Klima. Entscheidend ist, dass der Kunde bei der Kraftstoffeffizienz Transparenz hat und somit eine Entscheidung treffen kann. Bei weltweit derzeit etwa 800 Millionen Fahrzeugen zählt jedes Gramm CO2.

Pirelli

1. Das EU-Reifenlabel hat seit seiner Einführung 2012 positive Impulse gesetzt. Denn Reifen gehören zu jenen Produkten, denen etliche Autofahrer ein vergleichsweise geringes Interesse entgegenbringen. Dabei handelt es sich bei Premiumreifen um hochwertige Hightech-Produkte, die wichtige Beiträge zu Verkehrssicherheit und Umweltschutz leisten. Darauf macht das Reifenlabel die Käufer aufmerksam. Vor allem die Nassgriffwerte finden allgemein größere Beachtung. Ein Aspekt, der wiederum positiv auf die Verkehrssicherheit einzahlt.

2. Als Hersteller stellen wir fest: Aus der Einführung des Labels und den Vorgaben zur Reduzierung der CO2-Emissionen von Fahrzeugen resultieren zwei positive Entwicklungen: Die Automobilhersteller fordern Erstausrüstungsreifen mit reduziertem Rollwiderstand. Und die Endkunden achten stärker auf Reifen mit guter Energieeffizienz. Daher trägt das Label sicherlich dazu bei, den Spritverbrauch kontinuierlich zu senken.

Fazit: Wenn ein Unternehmer eine Verkaufsaktion plant und durchführt, dann setzt er sich vorher Ziele und prüft danach, ob er sie erreicht hat. Bei Gesetzgebern sieht das nicht immer so aus. Ob das Reifendruckkontrollsystem und das Reifenlabel einen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten – und wie groß dieser ist –, wird sich wohl nie mit Bestimmtheit sagen lassen. Damit ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung dieser Maßnahmen schlichtweg unmöglich. Doch wenn es um die Umwelt geht, werden solch schnöden Analysen ja gern mal vergessen. Vor allem, wenn der Verbraucher die Rechnung bezahlt.


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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon unbemerkt » 10.03.2016 - 11:03

Moin Beda,

man bekommt fürwahr den Eindruck, wir sind inzwischen "des Wahnsinns fette Beute".

Aber immerhin bleiben die Reifen noch nicht nach Erreichen einer bestimmten Umdrehungsanzahl einfach stehen - wie bei modernen Druckern, bei welchen man die Tonerkartusche tauschen muß, wenn die Blattanzahl abgezählt wurde, egal ob noch Toner darinnen ist. :kopfgegenmauer:

So wird Autofahrern abgesprochen den Reifenluftdruck kontrollieren zu können und zehn Jahre nach Einführung des Systems wird auch kaum mehr ein Mensch Gedanken daran verschwenden - selbst wenn eine Felge am Boden anliegt.

Mein Neuwagenfahrerfreund richtet sich ja auch nur noch nach der Kühlmittelstandsanzeige im Armaturenbrett und käme nie auf die Idee die Motorhaube zu öffnen - dazu gibt es ja Werkstätten, welche man aber wegen allgemeinem Geiz gern auch einmal einspart, Wartungsintervallanzeigen sind ja auch nur nervige Geldschneiderei.

Eben jener Neuwagenfahrerfreund denkt jetzt darüber nach, sich einen preiswerten "alten Gebrauchten" zuzulegen....
Da wird er mit seiner nach Armaturenbrett-kontroll-fahrerei aber schön auf den Hintern fallen.

Öl- und Kühlmittelkontrollen sind aber nun wirklich auch nicht mehr zeitgemäß, wozu dann noch Reifendruck nachsehen..... :extremlached: :rofl:

mit verzweifelt reglementierten Grüßen von Kay
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Hirvi » 10.03.2016 - 11:19

Servus Kay!

Also ich spare mir Werkstätten auch gerne.
Letzte Erfahrung war: Aufgabe, Rückfahrkamera defekt, bitte Ursache finden.
Zwei Stunden später: 55€ bezahlt für die Diagnose, Rückfahrkammera defekt, Ursache nicht bekannt weil nicht in das Bordsystem eingepflegt. :hammerschlag: :respekt: :rofl:
Neuwagen gehen für mich garnicht mehr.
Drucküberwachung finde ich aber aus sicherheits relevanten Gründen gut.
Deutlich besser als Fahrerüberwachung, die ja jetzt große in Mode ist.

Es grüßt Volker
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Beda » 10.03.2016 - 12:13

Hallo Volker,

ich darf lachen?
Die Realität ist, daß niemand mehr den Reifendruck kontrolliert.
Systeme mit Sensoren warnen bei manchen Herstellern erst unter 1,5bar, von Messen und Vergleichen keine Spur.
Systeme ohne Sensoren reagieren auf Raddrehzahldifferenzen, bei gleichmäßigem Absinken also nie.
Besonders tückisch BMWs mit runflat-Reifen.
Typisch ist da, alle Reifen unter 1bar vorzufinden.
Es gab auch schon 3x 0,5-0,8 und 1x 0 bar ohne Warnung.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Hirvi » 10.03.2016 - 12:31

Hallo Beda!

Okay, dass entzog sich meiner Kenntnis. Das sowas dann aber verkauft werden darf finde ich nun noch bedenklicher.

Es grüßt

Volker
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Schlappohr » 10.03.2016 - 15:36

unbemerkt hat geschrieben:Mein Neuwagenfahrerfreund richtet sich ja auch nur noch nach der Kühlmittelstandsanzeige im Armaturenbrett und käme nie auf die Idee die Motorhaube zu öffnen


Hallo Kay

Ja und selbst wenn? Neugierig habe ich letztes Jahr bei meinem blauen Geschoss die Motorhaube aufgemacht und viel Plastik bestaunt. Dann habe ich leise die Haube wieder zugemacht und bin Kaffee trinken gegangen. Man kann bei einem A4 nicht mal mehr sehen wieviel Scheibenwischflüssigkeit noch im Behälter ist...Kühlflüssigkeit gibt es noch zu sehen, Ölmesstab gibt es nicht mehr :hammerschlag:

Übrigens - Anekdote am Rand: Ich fahre ja (zumindest bisher) CO2-Skandalfrei mit Adblue. Wer sich damit nicht auskennt - man bekommt wenn der Adblue Tank leer wird Restreichweitenmeldungen. Fährt man bis 0 km, lässt sich erst nach Wiederbefüllen wieder starten. Der Grund liegt in den strengen CO2-Vorgaben aus Brüssel, weil man ja nur mit der Adblue-Zugabe den Flottenverbrauch erreichen kann. Anderfalls würden abartige Strafzahlungen drohen. Also muss sichergestellt werden, dass niemand ohne Adblue fahren kann. Soweit so gut.
Falls man an seinem Audi A4 einen schwarzen Adblue Tankverschluss hat (und nicht einen blauen der ersten Generation) und Adblue selber auffüllt, wird das Fahrzeug irgendwann nicht mehr anspringen, da das Auffüllen zwar an das Steuergerät gemeldet wird, aber kein kompletter Reset erfolgt.

Reifendruckkontrolle habe ich natürlich auch - ist mir aber egal. Ich prüfe trotzdem jede zweite Tankfüllung selber nach, schon alleine um den Reifenzustand im Auge zu behalten und eventuelle Beschädigungen vielleicht rechtzeitig zu entdecken.

Herzlich
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Beda » 10.03.2016 - 16:52

Hallo Florian,
Fehler im AdBlue-system sind nicht löschbar.
Da braucht es bei der AU Werktätige, die wissen, was zu tun ist.
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon terriblue » 10.03.2016 - 17:03

Herzlichen Dank, lieber Beda,

denn, jetzt kenne ich die Bedeutung des Reifenlabels und weiss nun, dass meine MT's nur mit
o,15 Ltr am exorbitanten Verbrauch schuld sind. :coolman:

Gruß Arno
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon unbemerkt » 11.03.2016 - 12:31

Moin allerseits,

@ Florian, hab einen Dank für Deine Audi- und Ad-Blue-Ausführungen. Meine Überzeugung wächst, mir durch Anlegen einer geeigneten kleinen Pajerosammlung, die automobile Kaufunabhängigkeit für den Rest "zumindest diesen Lebens" zu sichern. Hoffentlich machen mir keine weiteren Umweltauflagen einen Strich durch die Rechnung. Die Dieselfahrzeuge sind ja nun schon, mit Blick auf vorhersehbare zukünftige Entwicklung, vollends gestorben.

terriblue hat geschrieben:...und weiss nun, dass meine MT's nur mit
o,15 Ltr am exorbitanten Verbrauch schuld sind.


@ Arno, darf ich Dich denn nach der Höhe Deines "exorbitanten" Verbrauches fragen? Antwort bei Scham auch gern per PN.... :extremlached: :wink:

mit lieben Grüßen von Kay, dessen Sohn viel zu oft nach den G´s zu schielen scheint.
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon terriblue » 11.03.2016 - 13:03

Hallo Kay ,

ich sach ma so , es ist ein Dreiliterauto :!:

Gruß Arno

... Zweikommaneunneunsechsliterauto um genau zu sein ....
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Schlappohr » 11.03.2016 - 13:30

unbemerkt hat geschrieben:die automobile Kaufunabhängigkeit für den Rest "zumindest diesen Lebens" zu sichern.


Hallo Kay,
träumen ist ja erlaubt, aber...
Realistisch betrachtet fährt gerade der größte deutsche Automobilhersteller mit Vollgas in die Krise. Also was wird es wohl relativ bald geben, um das Geschäft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu retten?
Übrigens steht gerade die AdBlue-Kiste gegenüber beim Händler, weil es heute Morgen plötzlich abartig nach vergammelten Eiern gestunken hat. Motorhaube ist noch offen... :?
Gruß
Florian
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon unbemerkt » 11.03.2016 - 15:38

Moin schon wieder,

@ Arno, ich betreibe selbst ein Zwokommaneunsiebenzwoliterauto, und zwar mit bis zu 34 Liter Verbrauch Superbenzin pro 100 km.. Also jetzt raus mit der Sprache, sonst kaufe ich nie wieder Schinkenspeck und Eier ein. :haue:

@ Florian,

Schlappohr hat geschrieben:Also was wird es wohl relativ bald geben, um das Geschäft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu retten?


Du wirst doch nicht schon näheres wissen? Anzunehmen ist eine erneute Abfrackprämie zur Verkaufsförderung fürwahr und diese könnte sich auch schnell gegen alle "Überzehnjährigen" richten.

Wenn unsere Oberen mich jedoch binnen der nächsten 10 Jahre noch einmal zu einem Fahrzeugwechsel zwingen, tausche ich vorher mein Grundstück gegen eine Hazienda am Berg mit Seeblick an der Schuhsohle eines südlicheren Stiefellandes und baue Pfeffer an. :mrgreen:

So könnte ich zukünftig eine Sonnengarantie für die Herrentagstreffen geben, wenngleich die Anfahrtwege etwas größer werden dürften... :mrgreen:

Schlappohr hat geschrieben:Übrigens steht gerade die AdBlue-Kiste gegenüber beim Händler, weil es heute Morgen plötzlich abartig nach vergammelten Eiern gestunken hat. Motorhaube ist noch offen...


Ärger Dich nicht, mein roher Fisch ist auch nicht fahrbereit, aber nur weil er noch das ganze nicht verbrauchte Bauholz auf dem Rücken und die Maschinenkisten und Leitern im Bauch hat, während Herrchen im Forum schreibt und den ersten baustellenfreien Tag seit sechs Wochen geniest.

mit lieben und eigentlich entspannten Grüßen von Kay, welcher jetzt doch einen Ansch... von der Püppi bekommen hat, da er doch die fette Abrechnung tippen muß. :motzen: :coolman:
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Re: Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Borsty » 13.03.2016 - 16:43

Hi Zusammen
OT: AdBlue= Flüssigharnstoff=Umwandlung in Stickstoff=Kühlen. Man bläst aber eben mehr Stickstoff raus und das wird ja nie gemessen. Man gibt ja dafür der Landwirtschaft die Schuld. Das Zeugs stinkt nicht nur nach faulen Eiern, sondern riecht auch wie ein nie gereinigtes Pissoir. :mrgreen: OT Off
Ich fragte mich schon bei den ersten System mit Reifendrucküberwachung, Tankdeckelüberwachung wegen Emissionsrückführung usw. wo das mal Enden wird. Aber es Endet eben nirgends. Ich finde es die Leute für Dumm verkauft als mal ehrlich dazustehen und zuzugeben das es das Ende der Fahnenstange ist und nur noch Blödsinn in meinen Augen verkauft wird um den Leuten das Gewissen zu beruhigen das sie etwas Gutes tun. Sorry aber das ist meine Meinung zu dem ganzen Zeugs was die Welt nicht braucht.
Was Beda auch schreibt hatte ich selber an einem Ersatzwagen. Aber irgendwie kam mir erstens das Motorengeräusch komisch vor und das Kurvenverhalten. Wenn ich von einem Geländewagen in einen PKW neueren Jahrgangs reinsitze erwarte ich da eher ruhiger Motorlauf und straffes Fahrgefühl und nicht klackender Lärm sowie schwammiges fahren. Ölmesstab Fehlanzeige, Luftdruck wie Beda es beschreibt alle unter 1 bar und da es noch so supertolle 50 Niederquerschnitt waren sah man es kaum :extremlached:
Mein Kollege hat dann sein schlaues Gerät angeschlossen und man staune. Ölstand unter minimum. Fehler am Fühler usw.
nene, da lobe ich mir einen Messtab und eine Druckkontrolle per Hand oder vielleicht Ausnahmsweise diese Ventildeckel wo man den Druck einstellen kann und wenn es unter den eingestellten Druck fällt guckt ein rotes Mützchen hervor.
Ich frage mich wo das hinführt mit der ganzen Technik die man nach und nach nicht mehr verstehen kann weil es so gebaut wird das man es eben nicht mehr kann oder kontrollieren kann.
Gruss Uwe
PS Das Fahrzeug war übrigens einer der neusten Opel Meriva mit allem drum und dran. 10'000km Laufleistung und eben so 18Zöller Paket usw.
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Re: RDKS Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Beda » 26.08.2016 - 08:19

Morgen zusammen,
gerade haben wir an einem 308CC alle Reifen ersetzen müssen.
1x kaputt gefahren, 3x grausiger Profilzustand.
1 Jahr alt, 15.000km gelaufen, 225/40R18, RDKS mit Sensoren ohne Druckanzeige.
Der Warnwert der Sensoren ist fix also nicht änderbar.
Vermutlich liegt er bei 1,3bar. :finger:
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Re: RDKS Reifen und Umwelt: Glauben statt wissen.

Beitragvon Borsty » 27.08.2016 - 10:05

Hi Beda
Es verlassen sich leider immer mehr Leute auf die Elektronikgimmicks obwohl sie zum Teil gar nicht funktionieren.
Was mich jetzt immer wie mehr nervt das die Geländewagenreifen eine POR oder PRO Bezeichnung kriegen. Copper hat es ja geschafft das es kaum mehr Q Reifen auf dem Markt gibt, sondern nur noch K. Das kriegt man nicht mal in der Schweiz durch den MFK.(TÜV)
Langsam spinnen sie überall mit dem Zeugs.
Gruss Uwe
BORSTY

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