Radbefestigungen: Theorie und Praxis

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4doggies
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Beitragvon 4doggies » 30.10.2008 - 17:36

Beda hat geschrieben:.......und haben Dir nicht sofort 24 neue Radmuttern verkauft? :haue:


Hallo Beda,

nee haben sie nicht, nur zwei Stück. Ich habe aber gerade eben mit denen gesprochen und gefragt wie sie das Problem gelöst haben:

sie haben Muttern auf den Konus geschweißt (Schutzgas) und dann mit dem Radkreuz vorsichtig den Rest gelöst. Ist natürlich auch ne Lösung, wobei ich gedacht habe, dass Die Muttern aus ner Alulegierung sind, aber offensichtlich wohl nicht. Ist ja immerhin noch eine weitere Lösung.

Viele Grüße
Hans-Jürgen
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Beitragvon Beda » 31.10.2008 - 15:20

Hallo Hans-Jürgen,
das bedeutet, daß die Konusflächen und nicht die Gewindegänge die Ursache waren.
Sehr exotisch 8)
Handelt es sich dabei um Leichtmetallräder?
Dann heißt das Zauberwort: Kontaktkorrosion
Wikipedia hat geschrieben:Kontaktkorrosion kann auftreten, wenn unterschiedlich edle Metalle in engem Kontakt sind. Beispiel: Schraube aus Kupfer in einem Aluminiumblech in feuchter Umgebung; Edelstahlblech mit Stahlblech verschraubt. Das edle Metall fördert dann die Korrosion im unedlen Metall durch Kontaktkorrosion, da die beiden Metalle als Anode und Kathode wirken und daher ein schwacher Strom fließt. Voraussetzung für diesen Prozess ist ein korrosives Medium zwischen den beiden Metallen, etwa Wasser oder Seewasser. Es kann aber schon die normale Luftfeuchtigkeit ausreichen. Bei kleinen Teilen (wie Schrauben) tritt das Phänomen kaum auf; es lässt sich durch isolierende Trennmittel * wie Fett weiter eingrenzen

* Wir verwenden seit vielen Jahren Hohlraumversiegelung oder Wachsunterbodenschutz.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Beitragvon lotte » 31.10.2008 - 21:56

Aloha,

Was ist mit dem "absoluten NoGo", Fett bzw. mittel wie NeverSeize o.Ä. auf den Gewinden zu verwenden?
Soweit ich weiß ist das doch nicht gerade fördernd für den Halt der Mutter in der Felge und dem Bolzen.

Grüße,
Alex
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Beitragvon Beda » 31.10.2008 - 23:34

Hallo Alex,
wer sagt das?
Bei einer trockenen Verschraubung, insbesondere wenn noch ein Konussitz im Spiel ist, hat die tatsächlich erzielte Vorspannung mit dem Anzugsdrehmoment nur zufällig etwas zu tun.
Ich kann mit einem Drehmomentschlüssel nur dann eine reproduzierbare Vorspannung erreichen, wenn die Kontaktflächen geschmiert sind.
Warum sollte das bei Radbefestigungen anders sein als z.B. bei Zylinderkopfschrauben?
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Beitragvon berny » 01.11.2008 - 13:53

Beda hat geschrieben:das bedeutet, daß die Konusflächen und nicht die Gewindegänge die Ursache waren.


Hallo Hans Jürgen,

ich weiß nicht, wie tief der Rest der Mutter in der Felge sitzt, aber wenn das oben stimmt gibt es grundsätzlich noch eine weitere Möglichkeit: Du kannst versuchen, die Mutter außen anzukörnen und dann mit dem Körner vorsichtig schräg in Öffnungsrichtung schlagen. Damit habe ich oft schon festsitzende Schrauben und Muttern gelöst, wenn der vorgesehene Antrieb aus irgendeinem Grund nicht mehr zu verwenden war.

Der Vorteil ist, dass diese Methode wenig Risiko für Gewindebolzen und Felge mit sich bringt, aber dazu brauchst Du ein wenig Platz um die Mutter herum.

Gruß
Ingo
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Es ist geschafft

Beitragvon 4doggies » 11.11.2008 - 19:58

Hallo an Alle die mir Tips gegeben haben,

heute hatte ich endlich einen Termin bei einem Karosseriebauer, der hat dann mit der Variante Restmutter planschleifen und Mutter aufschweißen das Problem gelöst. Kann noch nichts über die Kosten sagen da ich noch keine Rechnung habe; bin mal gespannt.

Aber wir -vielmehr er hat- haben die Ursache der Misere gefunden:
Ich habe diese Felgen (Borbet-CW, Design CV) vor einigen Jahren bei ebay ersteigert, inkl. Muttern. Als er heute die Felgen demontiert hatte, wollte er bei Borbet eine Radmutter bestellen und Borbet hat ihm mitgeteilt, dass es diese Mutter (17er SW) gar nicht gibt, nur 19 oder 21. Da hat er sich die Mutter genauer angeschaut und festgestellt, dass alle Mutter auf 17 heruntergefräst wurden und dabei auch das Material oberhalb des Konuses in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier hatte wohl jemand keine 19er Nuss??????

Dann hat er mir noch gesagt, dass sie -um Kontaktkorrossion zu vermeiden- eine Keramikpaste auf den Konus schmieren. Jemand schon davon gehört????

Nochmals vielen Dank für Eure Tips

Viele Grüße
Hans-Jürgen
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Beitragvon Beda » 11.11.2008 - 20:35

Hallo Hans-Jürgen,
klar kenn ich. Der Witz daran ist, daß sie metallfrei ist.
Gedacht ist sie eigentlich für Bremsanlagen. Sie funktioniert natürlich auch bei Radmuttern.
Sie ist sicher nicht notwendig und auch ziemlich teuer.

www.liqui-moly.de hat geschrieben:Keramik-Paste (Pinseldose)

Bild

Teilsynthetische, weiße Hochtemperatur-Paste. Verhindert Festbrennen, Kaltver- schweißen, Festrosten und Ruckgleiten. Metall frei. Sehr guter Verschleiß- und Korrosionsschutz. Einsatzbereich –40 °C bis 1.400 °C. Universell einsetzbar. Beständig gegen Heiß undKaltwasser sowie gegen Säuren und Laugen.
Artikelnummer: 3415
Gebinde Inhalt: 200 ml
Paletteninhalt: 864
VPE: 6 STK
Sprache: D - GB - I - E - P
Einsatzzweck
Zur Schmierung von hochbelasteten Gleitflächen aller Art. Besonders bei geringen Geschwindigkeiten und oszilierenden Bewegungen. Trennen von temperaturbeanspruchten Bauteilen. Korrosionsschutz an Schrauben, Stiften, Bolzen, Flanschen, Spindeln und Passungen.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Beitragvon Beda » 26.02.2009 - 09:00

Guten Morgen,
zu diesem Thema gehört natürlich auch diese Diskussion:
MF hat geschrieben:Hallo

Da ich mich hier bei uns auf'm Hof um den Wechsel
von Sommer/Winter bzw Winter/Sommer Reifen kümmer,
fehlen mir noch diverse Drehmomentangaben.

Gibt es irgentwo eine Liste wo man alle Autos in einer Tabelle hat?

Ich hab hier 3xGolf IV, 1xPolo, 1xV20, 1xVovo C30.

Alle , bis auf V20 fahren im Winter Stahl im Sommer Alufelgen.

Der V20 hat immer den selben Typ Alufelge drauf.

Gruß Mario
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda

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