L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Motor, Motorelektrik, Gasumbau

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Borsty
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Borsty » 19.08.2016 - 12:55

Hi Andreas
Oje, mein Beileid. Auch gerade erst gelesen.
Pleuellagerschaden lässt sich sehr einfach sofern du nach oben beim Kerzenloch Luft halst mit Schraubendreher.
Wenn Du den Motor durchdrehst sollte die Hubbewegung mehr oder weniger ohne längere Pause bei jedem Zylinder über den Schraubendreher verfolgbar sein. Bleibt es bei einem Zylinder etwas länger UT oder OT stehen, dann ist es 100% so. Bewegen sich Alle Kolben gleichmässig, dann wie Du es beschreibst mit dem Daumen ne einfache Kompressionskontrolle. Wenn Du auf einem der Zylinder nichts hast oder spürbar weniger, dann schütte ca. 1dl Motoröl durchs Kerzenlochwarte ein paar Sekunden und dreh wieder durch. Sollte sich die Kompression spürbar ändern, dann Zylinder oder Kolben defekt. Ändert sich nichts dann Ventile. Es sind einfach Dinge um wenigstens den Weg zu finden. Sei vorsichtig mit dem Schraubendreher wenn Du durchs Loch gehst. Ich weiss an dem Motor nicht ob die Ventile zur Kerze hin geneigt sind. Glaube aber beim einfach Motor eher senkrecht runter.
Denke so kannst Du ein wenig schon schauen ohne das Du Dich über das Endoskopkamerächen ärgern musst.
Viel Glück.
Gruss Uwe
BORSTY
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Beda » 22.08.2016 - 13:09

Hallo Andreas,
ich würde vermutlich mit der Ölwanne anfangen. Laut Anleitung sollte das einfach funktionieren.
Motoröl unbedingt auffangen und untersuchen auf Metallabrieb! Sensor ausbauen!
Die Ölwanne hat keine Dichtung sondern ist verklebt. Da braucht es List,Tücke und gezielte Gewaltanwendung. Nicht verbiegen!
Ölwanne auf Ablagerungen untersuchen!
Jetzt kannst Du Kurbelwelle und Pleuel sehen und anfassen.
Ist ein Pleuellager defekt, hat es spürbar Spiel.
Du kannst auch ungestraft ein Pleuelauge öffnen und das Unterteil abnehmen. Richtung Markieren!
Jetzt kannst Du die Lagerfläche der Kurbelwelle sehen.

Bild

Bild

Ist die Kurbelwelle unbeschädigt, hätte ich keine Bedenken versuchsweise neue Lagerschalen zu montieren. Pleuellager sind nicht teuer.
Super sauber und sorgfältig arbeiten; Eins nach dem Anderen; Jedesmal Motordurchdrehen, ob es klemmt; Keine Kratzer hinterlassen (Werkzeug sorgfältig wählen!)
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon motorang » 22.08.2016 - 14:15

Hallo Beda, der Wagen steht im Freien auf trocken-erdigem Untergrund - ein Windstoß und das "supersauber" ist Geschichte.
Den Wagen in eine klinische Umgebung zu verbringen ist mangels Beweglichkeit nicht einfach.
In meiner Werkstatt ist eigentlich kein Platz für den Wagen. "Eigentlich" heißt: es müssen einige Dinge umziehen, und auch dann ist es super eng - und alles ist blockiert so lange der Wagen drinsteht.

Daher fang ich mal im Freien (Wetter vorausgesetzt) auf der für mich einfacheren Seite an. Sitze weg, Ventilatorabdeckung und Lüfter weg, damit ich zur Kurbelwellenmutter komme. Dann im Leerlauf mal durchdrehen und durchs Kerzenloch lugen.

Wenn der Wagen in der Werkstatt steht, kann ich beispielsweise kaum mehr die Sitze ausbauen, weil ich nur noch von einer Seite an den Wagen komme. Und auch dort hab ich nur 50-60 cm Platz ... muss wahrscheinlich eine Tür ausbauen um überhaupt bei offener Tür vernünftig arbeiten zu können. Motorkran kann ich mir dann aufmalen, dazu muss der Wagen wieder ins Freie.

Erwähnte ich schon, dass ich eigentlich nur an Motorrädern schraube ??

Ich glaub auch nicht wirklich an einen Lagerschaden - dazu kam der Schaden zu schnell (auf 100 m Strecke) und der Öldruck ging nicht flöten.

Gryße!
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Beda » 22.08.2016 - 14:37

Hi,
kannst Du die Geräusche beschreiben?
Ist die Leistung verändert?
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon motorang » 22.08.2016 - 14:50

Servus
ja aus dem Gedächtnis (4 Wochen her):
Ein dumpfes hartes Klopfen mit der Kurbelwellendrehzahl, dabei klingt der Motor als ob er auf 3 Zylindern laufen würde und schüttelt sich. Verzögerte Gasannahme als ob der Motor viel zu fett liefe, langsames Hochtouren auch im Leerlauf, Leerlauf fällt auf wenige hundert U/min ab, Leistung: zwei Gänge runterschalten dann geht's. Dahinzuckeln im Dritten war in der Ebene möglich, schon eine leichte Steigung verlangt zweiten Gang und gut Gas.

Das ganze trat innerhalb von etwas 100 m Wegstrecke auf und blieb dann auf den dann noch gefahrenen 3-4 km so. Kein Knall oder Krachen oder sowas.
Steckengebliebenes Ventil/Jetventil und folgende Kollision mit dem Kolben samt Kompressionsverlust klänge plausibel. Bei einem vollen Kolbentreffer würde ich mir mehr Geräusche und eine Zündkerze mit ein paar Einschlägen erwarten. Beim Mitsubishi meinten halt zwei Mechaniker es wären mechanische Geräusche vom "bottom end" und haben einen (erhofften) lediglichen Injektordefekt ausgeschlossen.

Gryße!
Andreas, der motorang

der überlegt wie er die Werkstatt leer kriegt, und was vorher noch an den Motorrädern dringend gemacht werden müsste. Die depperte Endoskopkamera hat einen 14-mm-Kopf - etwa 2 mm zu viel für's Kerzenloch
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Beda » 22.08.2016 - 15:09

Hi,
ein einfacher Pleuellagerschaden hat keine Auswirkung auf die Motorleistung.
Typisch wären Geräusche aus der Abteilung Klopfen, Rasseln und Klimpern, die beim Spielen mit dem Gaspedal während der Fahrt auch mal komplett verschwinden.
So gravierende Leistungseinbrüche kommen meistens vom Kopf: Ventile, Zündung etc.
Oder von ganz großen Schäden: Pleuelabriss etc.

Da kommt mir noch etwas ganz anderes in den Sinn: Kollabierter Kat verschließt den Auspuff.
Du könntest mal versuchsweise den Auspuff vor dem Kat auftrennen.
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon motorang » 22.08.2016 - 15:21

Servus,
die Geräusche waren eindeutig ein hartes Klopfen aus dem Motorblock, und Schütteln und Geräusch deuten stark auf Ausfall mindestens eines Zylinders - warum sollte ein verstopfter Kat zum Ausfall eines Zylinders führen? Die Kommunikation mit den Bologneser Mechanikern war schwierig, aber Pleuelabriss war eine der Möglichkeiten glaub ich. Dann wäre noch Öldruck da ...

Bis zum Aufmachen ist eh alles Raterei, und das Aufmachen dauert halt leider noch.

Gryße!
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Hirvi » 22.08.2016 - 16:04

Hallo Andreas!

Was mir noch in den Sinn kommt: Ich weiß ja nicht was der Vorbesitzer so gebastelt hat, aber wenn die Verschraubung der Lagerschalen am Pleuel nicht mit der richtigen Sorgfalt oder sogar nur nach Gefühl gemacht wurde, könnte eventuell ein abgerissener Bolzen hier noch ein Ansatz für einen plötzlichen Defekt sein. Das das Pleuel selber bei der Motorleistung in die Knie geht halte ich nur bei einem Wasserschlag für möglich. Das die Sauberkeit beim arbeiten anbelangt, ist auch nur dann der Bereich kritisch wenn die Lager offen sind. Das ist dann im Bereich nach dem Filter, solange die zu sind, ist bist du im Bereich vor Filter, dass ist nicht ganz so dramatisch. Hatte ich glaube ich aber am Telefon erwähnt, hoffe ich zumindest. Sobald Du die Lager öffnest ist höchste Sauberkeit angesagt. Das würde ich mir aber auch in deiner Umgebung zutrauen, weil hier geht es nur darum das die Teile wirklich sauber beim zusammensetzten sind und dies sollte zu machen sein. Gutes Werkzeug ist aber wie vom Beda schon erwähnt sehr wichtig. Ich habe ein Pleuel zweimal gemacht weil mir die Nuß abgerutscht ist beim anziehen. Die bringt man erst auf Drehmoment und dann bekommen die noch eine Viertel Umdrehung drauf. (besser nachlesen)
Wenn aber ein Bolzen abgerissen ist, siehst Du das ja eigentlich sofort. Das wäre auch für mich der einzige erklärbare Sofort-Total-Kaputt-Schaden am Lager. Wandernder Bolzen kann ich mir auch nicht denken, denn die sind mit dem Pleuelauge fest verpresst und nicht über die Kurbelwelle geführt.
Wenn Du die Ölwanne wieder montierst, ist es etwas einfacher die Dichtmasse nicht auf die Wanne wie im Handbuch beschrieben anzugeben, sondern auf den Block selber. Die Ölwanne lässt sich dann deutlich leichter positionieren und man versaut den Dichtstoff nicht so schnell.
Ich bin echt gespannt was da hinter dem Problem steckt.

Mit besten Grüßen

Volker
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Beda » 22.08.2016 - 16:30

Hallo Volker,
wäre das die Lösung, wäre der Öldruck zusammengebrochen.
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Hirvi » 22.08.2016 - 16:46

Hallo Beda!

Stimmt. :hammerschlag:

Beste Grüße sagt

Volker
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon motorang » 22.08.2016 - 21:45

Hallo
Kann man den Öldruckschalter eigentlich ausgebaut mit Hausmittelchen prüfen? Nicht dass der schon bei 0,2 bar sein OK gibt ...

Gryße!
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon motorang » 26.12.2017 - 18:12

Hallo zusammen,
ein kleiner Schritt in die richtige Richtung: Ich konnte heute den Wagen in einer privaten Halle unterstellen, unweit von meinem Haus. Dort kann ich eine Motoröffnung wettergeschützt und stressfrei angehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Gryße!
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon MF » 30.12.2017 - 10:27

Moin

Super :super:

Dann hast du jetzt wieder Lust und Zeit dich zu widmen?

Alternative Gedanken sind erstmal vom Tisch?

Gruß Mario
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Beda » 30.12.2017 - 11:34

Hallo Andreas,
auch ich bin gespannt.
Zu deiner Frage aus dem August:
Klar kann man einen Öldruckschalter prüfen.
Du müßtest Dir etwas basteln, um Druck darauf geben zu können, ein Manometer dazu und ein Multimeter oder Prüflampe.
Am einfachsten umsetzbar vielleicht mit einer Luftpumpe. Typischer Schaltdrücke wären 0,2 -0,5bar.
In der Realität habe ich das noch nie geprüft, sondern verdächtige Schalter ersetzt.
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Re: L300 mit 2.4 Liter Benzinmotor: Motorschaden

Beitragvon Beda » 30.12.2017 - 11:56

Hallo Andreas,
ich habe mir gerade noch einmal alles durchgelesen.
Ich würde mit einer klassischen Kompressionsprüfung starten.
Ist überall Kompression vorhanden, würde ich wie oben beschrieben mit der Ölwanne weitermachen.
Hat einer keine Kompression, würde ich den Ventildeckel abnehmen.
Dann den betroffenen Zylinder so stellen, daß die Ventile geschlossen sind. Mit 5.Gg. und Feststellbremse blockieren.*
Jetzt einen Druckverlusttest improvisieren. Dazu Druckluft über das Kerzenloch auf den Zylinder geben und lauschen, wo sie wieder austritt.
Am Auspuff bzw. Ansaugkrümmer hieße Ventilschaden. Aus dem Motorblock selbst hieße Kolben/Pleuel oder so ähnlich.

* Wenn es einfacher ist, kann man auch alle Kipphebel entfernen. Dann kann man sich das Positionieren und Blockieren sparen.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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