Einspritzdüsen / Kolben 3.2 Di-D V60 lang, Diesel und Jahrgang 2002 und 285000Km

Motor, Motorelektrik, Gasumbau

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pajero08
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Einspritzdüsen / Kolben 3.2 Di-D V60 lang, Diesel und Jahrgang 2002 und 285000Km

Beitragvon pajero08 » 24.08.2017 - 17:02

Ein Hallo an die Spezialisten

Ich fahre ein Pajero 3.2 Di-D V60 lang, Diesel und Jahrgang 2002 und 285000Km.

Der leider wieder einmal beim Mechaniker steht.

Nach einer etwas härteren Karpaten-Tour, rüttelte es auf der Autobahn plötzlich und der Pajero lief nur noch im Notprogramm. Temp. ist auch etwas höher gestiegen.
Nun hat sich herausgestellt, dass vermutlich eine defekte Einspritzdüse einen Kolben zerstört hat!

Meine Frage ist: Wieso kann eine Einspritzdüse, ca. 3-4 jährig, kaputt gehen?

Vielleicht kann mir dies jemand erklären?

Bin sehr gespannt!

Grüsse
Marcel
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Re: Einspritzdüsen / Kolben

Beitragvon Borsty » 24.08.2017 - 17:21

Hi Marcel
Dafür gibt es zig Gründe wieso sowas passieren kann. Qualität des Treibstoffes. Filterfeinheiten, Wasser, Tankrostschutz innen usw.
Die Ursache ist immer meist ein tropfende Düse. Nur als Beispiel was ich meine wegen des Filters. Die mechanischen Toleranzen der Düsen sind bei 3-4 1000nstel. also 3-4 my. Normalofilter korriegiert wenn ich es falsch schreibe bei ca. 10my. Also können Partikel bis zur Düse welche grösser sind als das Spiel. Es kratzt übertrieben an den Stöcken und wird es mal etwas heisser als sonst kann es sein das diese festfressen oder mehr beschädigt werden. Dann tropft es unkontrolliert in den Brennraum was die Hitzeentwicklung erhöht und dies dazu führt das es Löcher gibt. Je Hochgezüchteter der Motor ist je eher kann es der Fall sein. Meine Einschätzung ist das es ein alter Vorkammerdiesel weniger über nimmt als Direkteinspritzer oder eben Common Rail.
Als ich darauf gearbeitet habe waren auch einige Ursachen dafür Biodiesel oder zu Hohe Anteile an Biodiesel.
Mann kann darüber recht lange und viel schreiben was zu den Schäden führen kann. Apropos sind Fahrzeuge bei denen Ad Blue dazu käme und dies umgangen wird auch Schäden durch Hitzeentwicklung entstehen jetzt langsam zur Diskussion anstehen.
Gruss Uwe
PS Schicke Dir dann meine Tracks aus den Pyrenäen.
BORSTY
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Re: Einspritzdüsen / Kolben

Beitragvon pajero08 » 24.08.2017 - 17:33

Hallo Uwe

Also dies heisst, dass ich nach einer Wasserdurchfahrt, steilen etwas härteren Aufstiegen und schlechtem Diesel im Ausland immer mit einem solchen Schaden rechnen muss?!? :?

Wenn dem so ist, dann muss ich wohl doch auf Jeep, Land Rover oder Toyota umsteigen!? :nichtgut:

Gibt es ein Mittel gegen inneren Tankrost?

Ja Uwe, bin schon sehr gespannt auf Deine Tracks.

Gruss
Marcel
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Re: Einspritzdüsen / Kolben 3.2 Di-D V60 lang, Diesel und Jahrgang 2002 und 285000Km

Beitragvon MF » 25.08.2017 - 08:52

Moin

Im Prinzip betrifft es ja alle Common rail Motoren.

Und auch bei den Toyo und Landy Foren hab ich schon von solchen Schäden gelesen.

Man könnte aber sicher recherchieren wen es am seltensten getroffen hat.

Gruß Mario
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Re: Einspritzdüsen / Kolben 3.2 Di-D V60 lang, Diesel und Jahrgang 2002 und 285000Km

Beitragvon Schlappohr » 25.08.2017 - 18:04

Hallo Marcel,
Du hast bestimmt die V60-Kaufberatung gelesen und die wiederholten Motorschäden wegen tropfenden Einspritzdüsen dort verlinkt gefunden? Das ist der Grund warum ich hier damals Mitglied wurde und einer der Gründe warum vor der Türe ein Benziner steht...

Mir fällt als Ingenieur nur ein passendes (untechnisches) Wort ein: überzüchtet.

Dazu kommt noch das psychologische Moment. V60 wie V80 sind vom Fahrverhalten näher am PKW als am Nutzfahrzeug und werden von vielen Besitzern auch so bewegt. Die Konsequenzen sind absehbar.

Gruß
Florian
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Re: Einspritzdüsen / Kolben 3.2 Di-D V60 lang, Diesel und Jahrgang 2002 und 285000Km

Beitragvon Borsty » 25.08.2017 - 18:27

Hi Marcel
Nicht der Rost ist das Problem, sondern das sich bei verzinkten Tanks die Beschichtungen lösen usw. Rost ist bei Diesel nie das Problem oder eher selten. Kommt zum Teil eben von Biodiesel die dann die Beschichtungen auflösen. Gibt hier auch nen netten Thread wegen sowas.
Diesel und Wasserdurchfahrten wie auch mit Hochdruck und laufendem Motor kann heikel werden wenn Wasser in den Ansaug gelangt.
Schäden mit tropfenden Düsen gibts bei Direkteinspritzern und eben Common Rail.
Florian schreibts richtig. Überzüchtet. Alle wollen mehr Leistung und die Abgase müssen trotzdem noch reinpassen, dann wird mit Harnstoff das ganze wieder runter gekühlt usw.
Mann könnte ein Buch darüber schreiben. Auch Modelle wie Meiner sind von tropfenden Düsen nicht verschont. Aber daher schreibt Toyota eigentlich vor die Düsen alle 150k Kilometer zu überprüfen und zu revidieren sowie auch Dieselleitungen zu tauschen. Ohne Grund denke ich nicht das sie es im Werkstatthandbuch beschreiben.
Ich habe oft genug Düsen revidiert die eben ziemlich viel an Laufleistung mitmachten und da ist der Stand mit laufendem Motor und Gelände mit Drehzahl aber kaum Laufleistung absolut nicht dabei. Da kann man sich denken wie oft die Nadeln auf und zu gehen und die bei dem schwefelfreien Sprit höherem Verschleiss unterliegen als früher. Ich selber mische 2-Takt dazu oder Bardahl-Zusatz wenn ich es zur Hand habe. Läuft ruhiger und die Düsen Dankens. Braucht nicht viel. Ich weiss aber nicht wie es sich mit DPF verhält usw. Ich habe nur so nen Pseudo Kat.
Gruss Uwe
BORSTY
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Re: Einspritzdüsen / Kolben 3.2 Di-D V60 lang, Diesel und Jahrgang 2002 und 285000Km

Beitragvon Joe » 26.08.2017 - 23:01

Moin,

Borsty hat geschrieben:Ich selber mische 2-Takt dazu oder Bardahl-Zusatz wenn ich es zur Hand habe. Läuft ruhiger und die Düsen Dankens. Braucht nicht viel. Ich weiss aber nicht wie es sich mit DPF verhält usw.


auch wir mischen schon ewig, bei jeder Tankfüllung, 1:200 2-Takt Öl bei unseren Dieseln hinzu, um damit bei allen Kraftstoff führenden Teilen immer eine ausreichende Schmierreserve zu haben. Hinzu kommt natürlich noch die reinigende Wirkung, gerade auch im Kurzstreckenbetrieb. Nun habe ich ja auch noch so ´nen neumodischen KIA Diesel, wollte aber auch hier auf keinen Fall auf diese Sicherheit und Schmierreserve verzichten. Auch der fährt, schon von der ersten Tankfüllung an, nie ohne diese Zusatzschmierung. Allerdings muss man hier, mit Rücksicht auf KAT und DPF schon ein wenig auf das richtige Öl achten (u.A. Schwefelgehalt). Erst hatte ich deshalb Addinol MZ406 verwendet, was bei dem kleinen 1,6er Dieselchen aber schnell zu Leistungsverlust führte, wenn man auch nur minimal zu hoch dosiert hatte. Bei den größeren Dieseln im Pajero dürfte dieses Problem aber wohl eher zu vernachlässigen sein und das Addinol MZ406 bekommt man günstig im 5 Ltr. Kanister. Das ist übrigens kein vollsynthetisches Öl, sondern teilsynthetisch und damit für den angedachten Verwendungszweck geeignet, auch wenn die Deklaration "synthetisches Hochleistungsöl" da etwas verwirrend sein könnte. Im KIA Venga fahre ich, seit inzwischen 5 Jahren, ausschließlich Monzol 5C, welches seinerzeit vom Gernod extra für die empfindlichere Abgasnachbehandlung in Euro 5 Dieseln entwickelt wurde und von vielen auch problemlos in Euro 6 Dieseln verwendet wird.

Gruß Rolf
Galloper 2,5 TCI Exceed kurz, Bj. 2001

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