Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Motor, Motorelektrik, Gasumbau

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rainer lhd
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Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon rainer lhd » 26.05.2020 - 09:59

Hallo zusammen!
Ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Rainer und ich wohne zwischen Wiesbaden und Koblenz.Ich besitze seit 30 Jahren einen Pajero L040 Baujahr 1989. Es handelt sich um die Langversion mit dem 6G72 Motor, also 3Liter V6 mit 141PS und 287TS km Laufleistung.In den letzten Jahren wurde er nur noch als Hobby und zur Erhaltung bewegt.
Momentan macht er mir etwas Kummer, weil er einen Schaden an der Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres hat. Hier im Forum habe ich gelesen, dass man wohl den Zylinderkopf planen kann, aber ich habe nichts darüber gefunden wieviel und welche Zylinderkopfdichtung danach zu verwenden ist und wer die verkauft.
Es wäre schön, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.
Vielen Dank und freundliche Grüße
Rainer
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Re: Vorstellung

Beitragvon Beda » 26.05.2020 - 14:22

Hallo und willkommen Rainer,
diese Antwort ist rein theoretisch. Ich habe noch nie an diesem Motor gearbeitet.
Als Urlauber habe ich gerade auch keinen Zugriff auf meine Unterlagen.

Vermutlich ist laut Mitsubishi ein Nacharbeiten nicht zulässig. Es kann trotzdem möglich sein.
Verschiedene Kopfdichtungen kann ich auf die Schnelle nicht finden; immer 1,3mm.
Ein spezielles Problem gibt es bei V-Motoren.
Würde man einen Kopf planen, würden anschließend die Dichtflächen des Ansaugkrümmer nicht auf der gleichen Höhe liegen.
Also, wenn, dann beide.
Zusätzlich verringert sich gleichzeitig der Abstand zwischen diesen Dichtflächen. Das müßte irgendwie kompensiert werden.

Ich hoffe, es hat jemand praktische Erfahrung. Ich kann mich aber an nichts dergleichen erinnern.
Auch meine Suche läuft nahezu ins Leere.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Vorstellung

Beitragvon Borsty » 26.05.2020 - 18:00

Hallo Rainer
Willkommen im Forum. Mit der Suche wirst Du wirklich fast nicht fündig, aber ich weiss das ich über sowas in dieser Richtung schon mal vor langer Zeit schrieb.
Wie Beda erwähnt hat wenn man den Kopf planen will muss man die Ansaugspinne wie auch am Besten den anderen Kopf auch bearbeiten. Die Spinne wie man der sagt kann man weglassen, muss aber eventuell die Dichtungen und die Befestigungslöcher etwas anpassen. Ich selber habe das amselben Motortyp jedoch im V20 gemacht. Ich habe an beiden Köpfen über 1mm wegmachen lassen. Andere Kopfdichtung ist dabei nicht nötig. Verdichtungsverhältnis wird etwas höher und mehr nicht. Sofern Du Originalteile willst würde ich bei Partsouq bestellen. Wenn es alternativ günstiger sein soll bei Milner Offroad oder sogar in den USA. Da kannst Du auch unter Chrysler z.B LeBaron 3,0 mit Deinem Jahrgang suchen.Montero Dichtungen Glaube aber bis auf die Spinne das die Dichtungen passen. Wasserpumpe würde ich auf alle Fälle sowie Zahnriemen, Umlenkrollen usw gleich mit ersetzen.
Ich hatte mal einen Wasserpumpenschaden die blockierte und später dann Zylinderkopfschaden. Ziemlich sicher dann Folgeschaden wegen der kurzzeitigen Überhitzung.
In meinem Falle habe ich es so gemacht um ein Quentchen mehr Leistung rauszuholen. Hiess aber eben sehr viel mehr Arbeit wegen der Spinne.
In Deinem Falle nur gerade soviel planen wie nötig und das eben bei beiden Köpfen. Viel mehr Arbeit ist es nicht da Du eh praktisch Alles demontieren musst wegen einem Kopf. Spinne würde ich erst sein lassen und gucken wie sie nachher aufliegt. Meist hat es sehr viel an Spiel damit es auch ohne Bearbeitung der Spinne wieder passt. Die Brennräume sind in den Köpfen. Die Ventile müssen zum planen nicht demontiert werden. Ich würde aber je nach Kilometerstand die Ventilschaftdichtungen mittauschen.
Ich hoffe Dir ein bisschen damit geholfen zu haben.
Gruss Uwe
BORSTY
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Re: Vorstellung

Beitragvon Beda » 26.05.2020 - 18:14

Hallo Rainer,
ich habe das Thema dupliziert und einmal verschoben.
Hier geht es um dein technisches Problem
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon rainer lhd » 26.05.2020 - 19:21

Hallo Beda und Uwe!
Vielen Dank für die schnellen Antworten.Ich wollte dem Motor das ölen abgewöhnen und habe mir deshalb einen kopletten Dichtsatz zum einbauen bestellt.Als ich dann die Ventildeckel demontierte war die Enttäuschung groß. Viel weisslicher Ölschlamm,also Wasser im Öl.Weteres nachforschen ergab: aus dem Kerzenloch des mittleren Zylinders der rechten Bank kommt ein feiner Wassersprühnebel beim durchdrehen mit dem Anlasser und bei der anderen Bank hat der mittlere Zylinder 20% weniger Kompression.
Also müssen beide Köpfe runter und dann muss man schauen was Sache ist. Der Hinweis, dass beim V-Motor dann beide Köpfe geplant werden müssen, war mir nicht so bewusst,weil ich diese Arbeit nur an einem 6er Reihenmotor gemacht habe.
Zusatz für Beda: ich kann Deinen Link nicht anklicken und kann nicht erkennen wohin der verschoben wurde.
Viele Grüße
Rainer
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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon Beda » 26.05.2020 - 20:13

Hallo Rainer,
völlig unwichtig.
Ist nur ein Link zu unserer Suchfunktion, die in deinem Fall leider nichts sinnvolles geliefert hat:
Die Suche ergab 7 Treffer: zylinderkopfdichtung 6g72

Vorhin 3 Ergebnisse; jetzt schon 7.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon Borsty » 27.05.2020 - 08:23

Hallo Rainer
Bedeutet ziemlich sicher das die Kopfdichtung hin ist. Spuren kann man Dan meist auch an der Dichtung ablesen. Zur Sicherheit sollten beide Köpfe auch abgedrückt werden. So ist auszuschliessen das sich Haarrisse zwischen Brennräumen und Wasserkanälen befinden.
Sei besonders vorsichtig mit den Stehbolzen der Abgaskrümmer. Wenn Dir davon einer abbricht ist bei der Reparatur mit ausbohren äusserste Vorsicht und Anfertigung einer Bohrführung angebracht. Die Stehbolzen sitzen sehr nach seitlich wie in der Tiefe zu Wasser-und Ölkanälen.
Von der Laufleistung her macht es sicher Sinn soweit es nur geht Dichtungen zu ersetzen. Sogar an Lagerschalen usw. würde ich da denken. Kommt einfach darauf an wie gut der Allgemeinzustand des Pajero ist.
Gruss Uwe
BORSTY
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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon rainer lhd » 06.06.2020 - 19:21

Nachdem ich die Zylinderköpfe ausgebaut habe, musste ich leider feststellen, dass beide gerissen sind. Es ist jeweils der mittlere Zylinder betroffen und der Riss ist zwischen den Ventilen. Da ich den Pajero nicht verschrotten will, stellt sich nun die Frage, was man damit macht. Von Mitsubishi gibt es noch Zylinderköpfe, aber für 1600EURO pro Stück. Es gibt auch Angebote hauptsächlich aus China oder überholte Köpfe aus den USA. Beides finde ich nicht so optimal, so dass ich nun auf der Suche nach einem Motoreninstandsetzer bin, der schon viel Erfahrung mit dem Schweissen von Alu-Zylinderköpfen hat.Mal sehen, was sich ergibt und dann schauen wir mal. Auf jeden Fall ist das Projekt Motor neu abdichten viel umfänglicher als erwartet geworden. Es bleibt spannend.
Viele Grüße
Rainer
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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon Borsty » 08.06.2020 - 07:47

Hallo Rainer
Schade. Das hatte ich ein wenig befürchtet. Dann tritt bei den Rissen in diesem Fall Wasser ein?
Denn bei mir mit dem abdrücken gingen die Risse nicht bis zu den Kanälen. Dann geht das mit Schweissen. Alternativ wenn sie durch sind ist Wasserglas. Damit hat man auch immer Erfolgreich Kleinstrisse repariert.
Wenn geschweisst wird müssen eh die Ventilsitze raus.
Köpfe aus den USA sind nicht schlecht. Oft bei V8ern gemacht aber diese dann nochmals zerlegt und gereinigt. Bei 50% war immer Sandstrahlgut vorhanden. Keine Ahnung wieso die das oft machen. Ginge ja mit entsprechenden Mittel anders. Eine Adresse in D habe ich noch?VEGE-Motoren
Dort gab es immer Motorenteile.
Wünsche Dir trotz Allem das Du den Spass daran behältst.
Gruss Uwe
BORSTY
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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon Beda » 08.06.2020 - 15:50

Hallo Rainer,
vermutlich sind deine Köpfe identisch mit diesem:

Bild
https://de.aliexpress.com/item/32917201 ... 49d3l6Mn41
Bei dem Preis würde ich das Abenteuer riskieren.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon rainer lhd » 10.06.2020 - 11:36

Hallo Uwe und Beda!
Zwei neue Zylinderköpfe für ca 500Euro aus China ist schon sehr verlockend, aber meine Befürchtung, dass es sich um fabrikneuen Schrott handelt ist doch sehr gross.Kann das sein, dass die Köpfe gut sind, obwohl sie noch nicht mal 20% des Mitsubishi Preises kosten?
Ich werde mal im Netz nach Erfahrungen forschen. Wenn gar nichts anderes geht, wäre das meine letzte Möglichkeit.
Überholte Köpfe aus USA ist eine Option, aber die wollen meistens die alten Köpfe retour, was ich auch nicht so toll finde.
Also versuche ich erstmal die Option mit schweissen. Die erste Firma (readhead) hat 3 Monate Wartezeit. Die zweite Firma (Ljaschko in Waiblingen) machen keinerlei Montage, also benötigen den Kopf völlig blank, d.h. ich muss noch die Ventile ausbauen.
Habe jetzt noch die von Uwe empfohlene Firma vede bei Würzburg angemailt, weil zur Zeit kein telefonischer Kontakt möglich ist , eventuell ein Indiz für ebenfalls lange Wartezeit.
Habt ihr Erfahrung, wie haltbar eine Schweissreparatur bei einem Alu-Kopf ist?
Wenn das nichts taugt, muss ich es erst gar nicht versuchen.
Viele Grüße Rainer
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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon Beda » 10.06.2020 - 11:57

Hallo Rainer,
hier im Forum haben schon einige Leute von HVD-Japanparts.com einer holländischen Firma Köpfe verbaut.
Alle bei Dieselmotoren, alle ohne Probleme. Diese Fa. existiert leider nicht mehr oder unter einem anderen Namen.
Die gelieferten Teile kamen vermutlich aus China oder Thailand.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon rainer lhd » 11.08.2020 - 18:17

Schlussbericht: ich habe mich nicht getraut, Zylinderköpfe aus China zu kaufen oder überholte aus USA. Also habe ich beide Köpfe schweissen lassen bei der Firma , die auf Zylinderkopfinstandsetzung und Aluschweissen spezialisiert ist. Es gab auch hier eine Wartezeit von 4Wochen, aber das war akzeptabel. In der Zwischenzeit habe ich die Einspritzventile zum Reinigen und Überholen geschickt und noch Teile besorgt. Dann begann das Zusammenbauen, angefangen mit Ventile einschleifen und Einlass-und Auslasskanäle säubern.Es gab neue Hydrostössel, Dichtungen,Antriebsriemen, Zündkerzen und Lenkservopumpe, weil die alte undicht war und für die suche ich jetzt noch einen neuen Dichtungssatz. Die Wasserpumpe habe ich nicht ersetzt, weil die erst 80TS km gelaufen ist und kein Spiel hat.
Der linke Auspuffkrümmer hat einen feinen Riss, aber man kann nichts hören, wenn der Motor läuft. ich bin noch am überlegen, ob der geschweisst werden sollte oder nicht.
Heute dann der mit Spannung erwartete Startversuch: schon beim Ersten sprang der Motor ohne Probleme an, kein Klappern oder Scheppern und kein Qalm aus dem Auspuff.
Als der Motor dann warm wurde, qaimte es ordentlich bei den Auslasskrümmern, aber das war nur Öl welches beim Ausbau der Köpfe auf die Krümmer gelaufen war.
Es war wesentlich mehr Arbeit als erwartet (das Reinigen der Dichtflächen war langwierig) aber es hat sich doch rentiert weil der Motor sehr ruhig läuft und das leidige Tickern der Hydrostössel ist auch weg (einer hatte eine ordentliche Beschädigung zur Ventilseite hin).
Zum Schluss nochmal Danke für die Tips und Unterstützung an Beda, Borsty und unbemerkt.
Viele Grüsse
Rainer
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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon Beda » 11.08.2020 - 18:48

Hallo Rainer,
das freut mich.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: Zylinderkopfdichtung oder Schlimmeres? 6G72 im L040

Beitragvon Borsty » 21.08.2020 - 10:18

Hallo Rainer
Schön zu hören das er wieder läuft.
Gruss Uwe
BORSTY

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