Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

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motorang
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Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon motorang » 18.05.2015 - 12:30

Hallo zusammen,
hier also die neue Beschreibung/Kaufberatung für den Allradbus L300. Sie bezieht sich vornehmlich auf die in Mitteleuropa erhältlichen Varianten (Linkslenker).
Die Bilder sind direkt auf dem Forenserver, daher leider nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

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MODELLGESCHICHTE

L300 2WD
Seit 1968 gab es den Mitsubishi-Bus aus Japan, seit 1980 den L300 als 2WD-Bus in Deutschland, in direkter Konkurrenz zum damalig aktuellen VW T2. Der Bus mit 2 Schiebetüren und Mittelmotor war der Urvater der heutigen Allradmodelle.
Schon die ersten L300-Modelle hatten den Namen Delica ("Delicate goods Carrier" oder nach anderen Quellen "Delivery Car"), der Name ging später auf die Personenbusse über (auch auf den Nachfolger L400), wohingegen der Lieferwagen weiterhin nur L300 hieß.
In Australien heißt der L300 Lieferwagen "Express" und der Personenbus "Starwagon".
In USA/Canada heißt der L300 Lieferwagen "Wagon" und der Personenbus "Van"
Hier im Forum heißt der L300 übrigens traditionell "Elch", warum auch immer. Möglicherweise aus dem L ("el") entstanden?
Den 2WD-L300 gibt es auch als Pritsche, er war in den 80ern eine preiswerte Alternative zum Aufbau von kleinen Alkovenwohnmobilen. Da es die Allradversion hierzulande nie als Pritsche gab, gibt es auch keine serienmäßigen 4WD Wohnmobile dieser Bauart, sondern nur furchtbar überladene und untermotorisierte, dennoch tapfere Zweiradantriebler des Typs L030.
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L300 4WD Serie 1 (1983-1986)
Ab 1983 gab es den Bus mit einer aus dem Pajero L040 abgeleiteten Bodengruppe als echten Allradler. Der Rahmen ist im 4WD-Urmodell noch ein Leiterrahmen, die Karosse lediglich aufgesetzt und wieder abnehmbar. Reifen waren damals noch 14 Zoll.
Auch im Design mit den markanten Rundscheinwerfern ähneln sich L040 und L300.
Das Getriebe entspricht dem im Pajero verwendeten V5M21, einem modifizierten Vierganggetriebe dem ein fünfter Gang als Overdrive hinzugefügt wurde - der vierte Gang ist hier direkt übersetzt, der fünfte bereits untersetzt. Der Unterschied zum Pajero-Getriebe liegt in der Betätigung per Seilzug, so dass die Gehäuse unterschiedlich ausgeführt sind.
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L300 4WD Serie 2 (1986-1990)
Die zweite Generation wurde in Deutschland 1986 eingeführt.
Runde Scheinwerfer in schwarzen Blenden sind das Erkennungsmerkmal.
Grundlegender Unterschied zum Vorgänger ist die auf den Kastenrahmen aufgeschweißte selbstragende Karosserie.
Der Kastenrahmen besteht im wesentlichen aus oben offneen U-Profilen, die durch die aufgeschweißte Karosserie geschlossen werden.
Die Form der Karosse wurde gefälliger und das "Schuhschachteldesign" des Urtyps etwas keilförmiger.
Erstmals wurde bei dieser Baureihe neben 4 Zylinder Ottomotoren auch der im Pajero verwendete 4D56 Turbodiesel mit 87 PS eingesetzt.
Wattiefe laut Mitsubishi: 50 cm.
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L300 4WD Serie 3 (1991-1998)
Die dritte Generation ist durch die auffälligen Ellipsoid-Scheinwerfer leicht zu erkennen. Diese sind fernbedient höhenverstellbar.
Außerdem neu: höhenverstellbare Lenksäule, eingespritzte Katalysatormotoren.
Das 2WD Pendant wurde auch als Hyundai Grace oder Hyundai H-100 vermarktet, in Australien/UK als Mazda Bongo. Als hausinterne Konkurrenz kam 1994 der Allradvan L400 auf den Markt.
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Prospekte [hier]

KONZEPT
Schon immer war der L300 ein echter Frontlenker, man sitzt auf der Vorderachse, hat den Motor unter dem Hintern und betätigt das Getriebe über Seilzüge. Der Allradantrieb ist zuschaltbar, im 2WD-Modus wird die Hinterachse angetrieben.
Der Allrad ist fürs Gelände konzipiert und hat kein Mitteldifferential, dafür aber ein Untersetzungsgetriebe. Zu den 5 Normalgängen gesellen sich damit noch 5 Geländegänge, die mit etwa 50% untersetzt sind.
Die Bänke im GLX-Modell (7 Sitze + 1 Notsitz) lassen sich zu einer Liegefläche aufklappen (über die gesamte hintere Ladefläche). Schlafen darauf geht aber nur zur Not, da die Liegefläche ziemlich uneben ist.
Alle L300 haben eine nach oben aufgehende Heckklappe.
Hier ein nackiger L300 der ersten europäischen Baureihe:
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KAROSSERIEFORMEN UND CODES
Die häufigste Bauform dürfte der niedrige Fensterbus (Kombi) mit kurzem Radstand sein.
In andern Ländern (zB Schweiz, Niederlande) gibts aber auch den Mitsubishi L300 L 4x4, eine hohe Langchassis-Variante: 40 cm länger, 12,5 cm höher.
Ein Teil des Typcodes beginnt an der sechsten Stelle der VIN, der Fahrgestellnummer.
Der Typcode ist aber auch nochmal extra in den Papieren und am Fahrzeug aufgeführt.

Beispiel: P25W bedeutet letzte Baureihe, kurzer Radstand, Turbodiesel, Kleinbus (Kombi).
  • Erste Stelle: P ist die letzte Baureihe des L300.
  • Zweite Stelle: Radstand/Antrieb
    0=Standardradstand (kurz) 2WD (egal welches Dach)
    1=Langer Radstand 2WD (egal welches Dach)
    2=Standardradstand (kurz) 4WD
    3= Standardradstand (kurz) Hochdach, 4WD
    4=Langer Radstand 4WD (egal welches Dach)
  • Dritte Stelle ist der Motor.
    2=4G32 1600 ccm
    3=4G63, G63B 2000 ccm
    4=4G64, G64B 2400 ccm
    5=4D56 2500 ccm
  • Vierte Stelle=Karosse
    V=Transporter (also Lieferwagen)
    W=Kleinbus
  • Fünfte Stelle=Karosse (2)
    G= Kastenwagen Standarddach
    H Kleinbus/Kombi mit Hochdach
    J Kastenwagen, Hochdach
    Ohne Bezeichnung: Kleinbus/Kombi mit Standarddach
  • Sechste Stelle=Türen
    L=2 Schiebetüren, S= 1 Schiebetür.
  • Siebte Stelle=Getriebe
    N=Fünfgang, Knüppelschaltung
    R=Automatikgetriebe
  • Achte Stelle=Ausführung
    U=GL Europa oder XL generell
    X=GLX (auch Super Exceed Modellvarianten Chamonix und Jasper in UK)
    P=GLS (Europa) oder Exceed (Japan etc)
    G=Super Exceed (Japan etc)
    keiner= DX
  • Neunte Stelle=Abgas
    A = Abgasreduzierte Ausführung A10
    E = Abgasreduzierte Ausführung MPI (OHC, 16V)
    T = Turbolader
    keiner = ECE R15-4
  • Zehnte Stelle: rechts- oder linksgelenkt
    L=Linkslenker, R=Rechtslenker
  • Elfte Stelle: Exportversion
    6= Fahrzeug für den europäischen Markt
    8= Australien
    W= Golfländer
    1D= Hongkong
    keiner= genereller Export
    andere (z.B. 2): Japan
Mein Diesel hat den Typcode P25W LNXTL6
Letzte Serie L300, kurzer 4WD, Turbodiesel, 2 Schiebetüren, Fünfgang Knüppelschaltung, GLX-Ausführung, Turbolader, Linkslenker, Europa.
Mein Benziner hat den Typcode P24W LNXAL6. Anderer Motor, andere Abgasreduzierung.

AUSSTATTUNG
Der L300 4WD der letzten Serie P wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit GLX und GLS Ausstattung ausgeliefert. In anderen Ländern gab es außerdem die Ausstattung GL, oder keine Zusatzausstattung (DX)
  • GLX: 8 Sitzer. 5 Dreipunkt-Automatikgurte, 3 Beckengurte.
    Diese Version verfügt im Bereich der rechten Schiebetüre über einen Klappsitz um den Zugang zu Sitzreihe 3 zu ermöglichen.
  • GLS: 7 Sitzer.
    Diese Version verfügt über zwei aufwändige Drehsitze in der 2 Sizreihe.
    Zusätzlich sind diese sogenannten Captainchairs auf einer Länge von 700mm verschiebbar.
    Viele Rechtslenker in Großbritannien sind solche "Super Exceed" Varianten, mit Klimaanlage und getöntem Panoramadach.

Optional:
Klimaanlage
Elektrisches Glasschiebedach über der mittleren Sitzbank, Öffnung im Dachhimmel 69x72 cm
Airbags bei den ganz letzten Baujahren
Winterpaket inklusive doppelte Batterie
Differentialbremse
Anhängerkupplung (meist Brink)
Sitzheizung

MOTOREN
Serie 1:
1,8 Benzinmotor, 60 kW (82 PS), Vergaser (Serie 1).

Serie 2 und 3:
  • 2,5 Turbodiesel 4D56, 64 kW (87 PS), Drehmoment 200NM, Vorkammerdiesel mit vollmechanischer Einspritzpumpe (KIKIDIESEL = Boschlizenz), ohne Ladeluftkühlung, OHC.
  • 2,0 Benzinmotor 4G63, 66KW (90 PS), Drehmoment 145Nm, OHC, mit oder ohne Jetventile zur Schichtbeladung, kontaktlose Zündung mit mechanischer Verstellung.
    - ohne Katalysator: Aisan-Vergaser, Ventileinstellung von Hand.
    - bei Katalysator-Modellen: elektronisch geregelter FBC-Vergaser, Hydraulische Ventilspielnachstellung.
  • 2,4 Benzinmotor 4G64, 82KW (111 PS), Drehmoment 179Nm, mit geregeltem 3-Wege-Kat (G-Kat) und Multipoint-Einspritzanlage (MPI), OHC, mit oder ohne Jetventile zur Schichtbeladung, kontaktlose Zündung mit elektronischer Verstellung

ABGAS
Die Benziner mit Kat kriegen bei geregeltem Dreiwegekat in D eine grüne Plakette (Euro 1):
Diesel mit Auflastung können mit Oxikat-Nachrüstung eine gelbe Plakette bekommen, wenn sie aufgelastet wurden und als LKW zugelassen werden (da gelten andere Grenzwerte).

KUPPLUNG
Einscheiben-Trockenkupplung mit Tellerfeder.
Hydraulisch betätigt bei 2,4 und 2,5-Liter-Motoren.

FAHRWERK, GETRIEBE, DIFFERENTIAL
Alle L300 4WD haben vorne drehstabgefederte Doppelquerlenker, und hinten eine blattgefederte Starrachse.
Alle handgeschaltenen L300 Allradbusse haben die gleiche schwache Getriebetype V5M21 verbaut.
2,0 Liter Benziner haben ein Getriebe vom Typ KM146/V5M21
Turbodiesel und 2,4 Liter Benziner haben das gleiche Getriebe KM 147/V5M21.
Alle diese Getriebe haben die gleiche Übersetzung, die unterschiedliche Endübersetzung wird in den Differentialen erreicht.
- Das Diesel-Differential im P25 übersetzt mit 1:4.875.
- Das Benziner-Differential im P23 übersetzt mit 1:5,285
- Das Benziner-Differential im P24 übersetzt mit 1:4,625
Benzinerbusse gab es auch mit Viergang-Automatik (v.a. Großbritannien)
Die Dämpfung erfolgt stets über 4 Teleskopdämpfer konventioneller Bauart.

BREMSEN
Alle L300 4WD haben einen Bremskraftverstärker, vorne innenbelüftete Scheibenbremsen (am 4WD größer als am 2WD-Bus) und hinten Trommelbremsen. An der Hinterachse sitzt ein Bremskraftregler der die Verteilung der Bremslast an die Beladung anpasst. Die Bremsleistung ist angemessen aber nicht exzellent. Das kann auch daran liegen, dass der Bremskraftregler eine durchgesessene Hinterradfederung als schwere Beladung misinterpretiert und entsprechend mehr Bremskraft auf die Hinterachse legt, anstatt auf die leistungsfähigere Vorderbremse.

LENKUNG
Alle L300 4WD haben hydraulische Zahnstangen-Servolenkung, und eine über Keilrippenriemen angetriebene Servopumpe dafür. Die Hochdruckleitung leckt wenn sie genug gerostet hat. Vor einer Fernreise lieber ersetzen oder Ersatz mitnehmen.

ALLRAD
Der Allrad der manuellen Handschaltung hat folgende Stellungen:
  • 2H ist die Standardeinstellung für den Straßenbetrieb. Es wird nur die Hinterachse angetrieben, die vordere Kardanwelle ist abgekoppelt.
  • 4H ist die Einstellung für flottes Fahren auf losem Grund (Schotterpisten, Schneefahrbahn etc). Wegen des fehlenden Mitteldifferentials können sich Abrollunterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse lediglich über den Radschlupf abbauen. Wer den Allrad auf griffigem Untergrund einlegt riskiert schwerwiegende Schäden ("Diff wind-up").
  • 4L steht für 4WD low gear, hier wird zusätzlich die Untersetzung 1:1,925 aktiviert die im Verteilergetriebe als Kettengetriebe realisiert ist (vor Dezember 1988: 1,944). Für hohe Lasten in schwerem Gelände.

Damit der 4WD funktioniert, müssen die leer mitlaufenden Vorderräder an ihre Antriebswellen gekoppelt werden. Hier gibt es zwei Optionen:
  • Automatische Freilaufnaben: aktivieren sich wenn der Allradantrieb eingelegt und ein paar Meter gefahren wird. Deaktiviert sich dann automatisch wieder wenn man den Allrad deaktiviert und ein Stück rollt. Fehlfunktionen bei mangelnder Pflege kommen vor (Nabe geht ungewollt in Freilauf)
  • Manuelle Freilaufnaben: diese werden über einen mechanischen "Drehschalter" direkt an der Radnabe gesperrt, auf jeder Seite. Dieses System ist etwas umständlicher, aber robuster. Zudem kann man die Untersetzung auch OHNE Allrad verwenden, was beim Ziehen von schweren Anhängern oder beim Rangieren hilfreich ist.

Von 4H auf 4L kann man mit etwas Gefühl während der Fahrt schalten. Auf 2L schalten ist IMMER nur bei stillstehendem Fahrzeug möglich.

Serienmäßig gab es nie Differentialsperren für europäische L300, bei manchen Ausstattungsvarianten (Schweiz, GB) war aber eine Differentialbremse erhältlich (LSD - limited slip differential). HIER ist ein Technikbeitrag, wo man rausfinden kann, ob man ein LSD hat oder nicht, und welches Öl man dafür benötigt.
Das LSD ist nicht mit einer mechanischen Vollsperre zu vergleichen, kann aber bei sehr rutschigem Untergrund einseitig die Situation verbessern. Es führt im Normalbetrieb aber auch zu ungewohnten Geräuschen ...

TANK
Der Standard-Tank beim Handschalter fasst 60 Liter und ist mittig links neben dem Getriebe montiert, hinter der linken Schiebetür. Er neigt zum Durchrosten und ist bei Diesel- und Benzinmodell sehr ähnlich oder sogar gleich.
Automatikfahrzeuge haben zwei kleinere Tanks anstatt dem einen großen.
Der Einfüllstutzen sitzt hinter einer von innen entriegelbaren Klappe in der B-Säule hinter der Fahrertür, also links am Fahrzeug.

LICHTMASCHINE UND BATTERIE
  • Benziner haben eine Batterie Typ 65D23R-MF (60 Ah)
    Lichtmaschine MD108023 mit 40A bei 12V, Regelspannung 14,4-15,0 V bei 20°C
  • Diesel haben eine Batterie Typ 95D31R-MF (85 Ah) oder 2x 80D26R (68 Ah)
    Diverse Lichtmaschinen mit 50-65A bei 12V, Regelspannung 14,1-14,7 V bei 20°C
    Lichtmaschine hat 2 Keilriemen und eine aufgesattelte Unterdruckpumpe für den Bremskraftverstärker.

SICHERHEIT
Zitat:
1. Man sitzt ganz vorne
2. Kaum Knautschblech
3. Man sitzt sehr hoch, Sitzhöhe etwa in Kopfhöhe eines PKW-Fahrers
4. Der Rahmen ist vorne gegabelt, um höhere Steifigkeit im Falle eines Frontalzusammenstosses zu erreichen.
5. Hohes Fahrzeuggewicht
6. Man sieht weiter, fährt langsamer und vorausschauender als im PKW.
Ab 1987 wurde die passive Sicherheit durch eine geänderte Konstruktion des Vorderwagens verbessert (beworben: neues Sicherheitskonzept mit Y-Längsrahmen, B-Säule als Überrollbügel, zusätzliche seitliche Türversteifung)

SCHWACHSTELLEN
Man bedenke dass diese "Schwachstellen" oft erst bei hohen Laufleistungen auftreten, und dann nicht zwingend!
Es fahren durchaus noch L300 mit 300.000 und mehr km herum.
  • ROST
    Empfehlung für angehende L300-Piloten in Österreich, Bayern, Schweiz: achtet auf folgende Stellen, weil Streusalz mag der L300 gar nicht:
    1) Radläufe hinten - hier gibts Verschlussstopfen die man nutzen sollte um Hohlraumschutz einzufüllen - original ist nix drin! Es knuspert umso mehr je weiter unten, vor allem die Stehfälze und die freistehenden Bleche sind da kritisch (waren von Hand entnehmbar, werkzeuglos)
    2) Radläufe vorne am Anschluss Kotflügel zu Chassis (entlang der Naht, auswärts der Fahrgestellnummer rechts, und spiegelgleich links).
    3) Unten hinter der Schiebetür.
    4) Wenn der Fußraum nicht immer trocken war, rostet es massiv unter dem Teppich.
    5) Alle Schutzbleche unter Tank, Motor, über Auspuff etc
    6) die Abdeckbleche der Bremsen (vorne und hinten)
    7) Einstiegstritte vorne
    8) Scheibenrahmen vorne und hinten (Unterrostung), Heckscheibenwischer.
    9) Der Kraftstofftank hat einen umlaufenden Kragen auf dem gerne feuchter Dreck liegenbleibt und wo der Tank dann durchrostet. Es gibt bezahlbaren Ersatz im Nachbau.
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  • Kardanwelle: hat abschmierbare Gelenke, die aber auch abgeschmiert werden müssen!
  • Traggelenke sind öfter zu tauschen (vorne)
  • Getriebe ist je nach Belastung früher oder später fällig, am ehesten beim Diesel aufgrund niedriger Drehzahlen und hohem Drehmoment
  • Zylinderköpfe sind aus Leichtmetall und neigen zum Versagen wenn es in Richtung 200.000 km geht, sowohl beim Benziner (oft nur die Kopfdichtung) als auch beim Diesel (Risse in den Vorkammern oder zwischen den Ventilen)
  • Kühler sind original recht fein gestrickt und neigen zum Zuwachsen (Verkalkung). Ersatz gibt es preiswert im Zubehörhandel.
  • Aufgrund der Konstruktion des Kühlsystems bemerkt man Überhitzung/Kühlwasserverlust erst sehr spät, meist zu spät. Die versteckte Lage des Ausgleichsgefäßes unter/hinter dem Fahrersitz führt zu seltener Kontrolle.
  • Empfindliche Trommelbremse hinten, eine schlecht gewartet Feststellbremse hält den Wagen im Gelände nur mit Mühe. Hier sind die Handbremsumlenkhebel der Schwachpunkt, sie neigen zum Festrosten und sind nur unzureichend gegen Spritzwasser geschützt.
  • Relativ hoher Verbrauch an Bremsklötzen vorne (Einkolbenbremse), Bremssattel neigt zur Schwergängigkeit wenn ungepflegt. Frische Bremsflüssigkeit und zumindest zweijährliches Bremsenservice halten die Scheibenbremsanlage auf einem akzeptablen Stand - und das ist deutlich weniger aufwändig und teuer als überhitzt gewesene Bremsscheiben vorne zu tauschen! Der geübte L300-Fahrer hat für Notfälle übrigens eine Schraubzwinge im Auto um einen klemmenden Bremskolben zurückzustellen. Defekt kündigt sich durch Quitschen an. Nicht ordentlich zurückstellende Bremsbeläge nützen sich schnell ab, die originalen Bremsbeläge haben als Warner eine Blechfeder die dann ganz scheußlich zu kreischen anfängt wenn die Beläge fast runter sind. NACHSCHAUEN! Bei Mitsubishi gibt es bezahlbare Überholsätze zu kaufen um etwa 20 Euro pro Seite.
  • Während der Fahrt ist es sommers im Wagen reichlich warm, schließlich sitzt man auf dem Motor. Nicht dass man sich irgenwo die Füße verbrennen würde, aber bei 35° Außentemperatur hatte es im Wagen dann halt 40 oder mehr Grad, man fährt gerne mit offenen Fenstern und wünscht sich eine Klimaanlage (die manche Ausstattungen auch besitzen) oder ein Schiebedach (das manche Ausstattungen auch gesitzen). Die Lüftung tut immerhin was sie soll, und für den Fondpassagier muss ein Zusatzventilator etwas Fahrtwind simulieren.
  • Es ist relativ eng für größere Fahrer, sowohl die Fahrersitzbreite/Ellbogenfreiheit als auch die Kopffreiheit ist nichts für richtig große Menschen.

ABMESSUNGEN
Alle 4WD der letzten Generation:
  • Außen LxBXH 4365mmx1690x1975
  • Innenraum LxBXH 2300mmx1500x1200 (Länge bis zum Motorhöcker)
    (Lange Versionen sind 400 mm länger und 125 mm höher)
  • Radstand 2240mm
  • Spurweite 1430mm (vorn), 1415 (hinten)
  • Min. Bodenfreiheit 215 mm
  • Wendekreis 11,6m
  • Anhängelast
    - gebremst 2000Kg bei 12% Steigung
    - ungebremst 600 kg
  • Steigfähigkeit im 1. Gang: 35°

GEWICHT
Leergewichte je nach Ausstattung:
  • P25W 1735-1785 kg
  • P24W 1665-1715 kg
  • P24V 1560-1580 kg
  • P23W 1635-1685 kg
  • P23V 1550-1570 kg
Höchstzulässiges Gesamtgewicht: 2400 kg
Technisches höchstzulässiges Gesamtgewicht: 2810 kg (Achslasten, Felgen/Reifen entsprechender Tragfähigkeit vorausgesetzt!)

FAHRLEISTUNGEN
Höchstgeschwindigkeit nach Herstellerangabe
Turbodiesel 4D56 125Km/h gute Exemplare erreichen echte 140Km/h
Ottomotor 4G64 140Km/h
Ottomotor 4G63 130Km/h

VERBRAUCH
stark abhängig von Fahrweise, Beladung, Reifentyp, Wartungszustand
... daher nur gemittelte Erfahrungswerte aus dem Forum - es gibt Ausreißer in alle Richtungen.
  • Turbodiesel
    Standardbereifung ca. 9-11l/100 km
    Mit AT Bereifung 11 -12.5 L/100Km
    In 4WD oder bei HÖchstgeschwindigkeit wenig mehr
  • Ottomotor 4G64
    Standardbereifung 10-11 l/100Km
    Mit AT Bereifung 11-12 l/100Km
    In 4WD oder bei Höchstgeschwindigkeit deutlich mehr

BEREIFUNG
Serienbereifung 215R15 auf Stahlfelge 6-Öoch Größe 5.5J15 oder 6J15 ET+22
Umrüstung auf folgende Größen ist ohne Karosserieänderung bei hochgedrehten Drehstäben möglich:
  • Serienfelge Pajero V20 7J15 ET10
    31x10.5, 30x9.5, 235/75R15,
  • Serienfelge Pajero Sport, L200 7J16 ET10
    245/75R16, 255/70R16, (235/85R16 bedingt möglich)

GELÄNDETAUGLICHKEIT
Böschungswinkel vorn 29°
Böschungswinkel hinten 27°
Rampenwinkel 30°
seitliches Kippen bei 41°
Bauchfreiheit mit Serienbereifung ca. 280mm
geringste Bodenfreiheit am VA-Differential 215mm.

Der L300 4x4 kann aufgrund des Antiebsstranges im Gelände nahezu genauso genutzt werden wie dies mit herkömmlichen Geländewagen möglich ist. Der hintere Böschungswinkel ist hierbei im Serienzustand noch günstiger wie beim langen V20. Der vordere Böschunswinkel ist aufgrund der Frontlenkerbauart nur bei wirklich extremen Steilabfahrten hinderlich. Der Wert kann jedoch nach Wahl einer größeren Bereifung deutlich verbessert werden
Durch die hohe Sitzpostion und der Frontlenkerbauweise ist der Wagen für Fahrer herkömmlicher Geländewagen jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Umsteiger vom VW Bully dürften sich sofort heimisch fühlen. Bei Schräglagen verlässt den unerfahrenen Fahrer oder Umsteiger schneller der Mut. Der extrem kurze Radstand von 2250mm verschafft dem L300 nicht nur im Gelände eine ungeheure Wendigkeit die auf Kleinwagenniveau liegt.

ZUBEHÖR
Aufgrund der relativ geringen Verbreitung ist in Europa fast nur Originalzubehör im Handel erhältlich. Glücklicherweise können aufgrund der Verwandschaft zum Pajero zumindest Reifen und Felgen verwendet werden. Im Zubehörhandel sind jedoch bei intensiver Recherche auch Frontbügel, Unterfahrschutz, Sperren etc. erhältlich.

ERSATZTEILE
Standardersatzteile (Keilriemem, Filter, Bremsscheiben, Beläge etc. ) können über den Teilehandel beschafft werden.
Spezielle Teile wie Getriebe, Lenkgetriebe etc. hingegen sind nur neu bzw. über Mitsubsihi erhältlich. Gebrauchte Getriebe für den L300 sind als absolute Raritäten und werden selbst im defekten Zustand selten angeboten. Allerdings können Getriebekomponeten von anderen Mitsubishi 4x4 mit Teilkomponenten des L300 Getriebes kombiniert und umgebaut werden.
Diesel-Zylinderköpfe gibt es im Nachbau, da der 4D56 ein sehr lange gebauter und verbreiteter Motor war.

WARTUNG
Der L300 4x4 TD mit 4D56 Motor ist noch weitgehend elektronikfrei und damit für normal begabte Schrauber auch gut beherschbar. Wartung und Reparatur entspricht im Wesentlichen dem Pajero V20 und L200. Allgemein lässt sich sagen, wo an einem Auto mit Motorhaube von oben gearbeitet werden kann, muss man am Frontlenker manchmal von unten ran, oder innen den Beifahrersitz hochklappen (geht einfach und werkzeuglos, Schnappverschlüsse).

  • Ölwechsel alle 7500KM, Ölablasschraube an der Motorölwanne, der Ölfilter wird von unten angefasst (etwas eng, geht aber) mit einem Spannbandschlüssel oder Kettenschlüssel.
  • Dieselfilter: etwas eng (kommt selten vor). Die Entlüftungsöffnung zeigt zur Spritzwand so dass man schlecht rankommt und rausgepumpter Diesel ohne Schlauch nach unten rinnt. Das ist beim original kontruierten Rechtslenker wohl geschickter gelöst ...
  • Batteriewechsel: die Batterie (bzw. zwei Stück bei manchen Modellen) sitzt hinter dem Fahrersitz. Gut erreichbar aber blöd auszubauen weil dort auch noch das Kühlwasser-Ausgleichsgefäß und der Scheinwerferwaschtank ist. Sitz nach vorne, Batterie-Klappe losschrauben (Flügelschraube) und hochklappen.
  • Luftfilter: gut erreichbar von unten, hinter dem rechten Vorderrad.
  • Abschmieren: Fettpresse sollte man haben und im Antriebsstrang nutzen. Original haben sogar die Traggelenke Schmiernippel ...
  • Keilriemenspannung: Servopumpe ok, Lima+Wasserpumpe eng (geht mit Ringschlüssel).
  • Zahnriemenwechsel: beim Diesel unbedingt rechtzeitig wechseln (alle 90.000 Kilometer oder 6 Jahre), auch die Riemen der Ausgleichswellen da der Schaden sonst recht aufwändig werden kann. Riemen und Spanner gibt es im Zubehör, mit 3-4 Stunden Arbeitszeit kommt man hin. Gegenhalter fürs Schwungrad und Drehmomentschlüssel erforderlich.
  • Bremsbeläge: vorne und hinten absolut standardmäßig wechselbar.
  • Bremsscheiben vorne und Achsmanschetten: ein kleiner Horrortrip wofür die Traggelenke und Dämpfer demontiert werden müssen, die Freilaufnaben runter, der Achsschenkel gelöst ... nichts für den Schraubanfänger!
  • Einspritzpumpe: für einen guten Zugang muss man den Fahrersitz samt Unterplatte mit ~4 Schrauben lösen (kein Problem, aber Aufwand) was aber nur in Ausnahmefällen nötig ist. Der Leerlauf kann via Batterieklappe eingestellt werden.
    Es empfiehlt sich alle 100.000 km die Einspritzdüsen beim Turbodiesel auszubauen und prüfen zu lassen. Schlechtes Spritzbild kann zu lokaler Überhitzung und Motorschäden führen. Hitzeschäden am Zylinderkopf treten übrigens gerne am dritten Zylinder auf, der scheint thermisch am höchsten belastet zu sein.
  • Ölstand: Beim Diesel schlechter Zugang zum Messstab durch die Batterieklappe, mit Taschenlampe aber machbar (es gibt eine Ölstands-Warnlampe). Beim Benziner sehr einfach nach Anheben des Beifahrersitzes.
  • Kühler-Einfüllstutzen: ok nach Anheben des Beifahrersitzes.
  • Kühlwasser-Ausgleichbehälter: neben Batterie, Zugang ok, aber Einfüllen besser mit Trichter oder Schnabelkanne. Kontrolle am besten mit Taschenlampe und oft!
  • Wischwasser vorne: Rechts unten im Beifahrerfussraum, Befüllen im eingebauten Zustand nur mir Schnabelkanne oder mit Verschütten ;). Der Tank lässt sich aber gut nach hinten aus seiner Halterung ziehen zum Befüllen. Eigene Warnlampe wenn Stand zu niedrig.
  • Wischwasser hinten: gut zugänglicher kleiner Stützen der bei geöffneter Heckklappe zugänglich ist.
  • Getriebeöl (beide): ok, einfüllen mit Schnorchelflasche oder langem Schlauch mit Trichter, geht ganz gut wenn Öl erwärmt wird. Ölstandskontrolle mittels Kontrollschraube.
  • Differentialöl (beide): siehe Getriebeöl (vorne muss Schutzplatte abgeschraubt werden)
  • Auspuffanlage: die Anlage ist sehr lang und geht hinten über der Achse und ist am Reserverad vorbeigefädelt. Mit einer trickreichen Drehung kann man sie dort einführen, wenn man den Wagen etwas anhebt (ideal: Hebebühne) und eventuell das Reserverad ablässt das da mit seinem Drahtkorb im Weg ist. Wenn man den Auspuff nicht ideal verlegt liegt er gerne am Rahmen an und dröhnt im Leerlauf.
  • Lichter und Leuchten sind halbwegs vernünftig ausbaubar mit einem langen Kreuzschraubendreher und einer Taschenlampe sowie einem kleinen Ratschensatz.
  • Bremsflüssigkeit: im Innenraum links im Armaturenbrett (Abdeckung). Bei geöffneter Tür zwar gut erreichbar, aber ein saublöder Platz, wenn man was verschüttet. Kontrolle: Taschenlampe!
  • Servolenkungsöl: unter Beifahrersitz, gut erreichbar.
  • Ventilspiel-Kotrolle: Der 2,4 Liter Benziner hat Hydrostößel, selbstnachstellend. Beim Turbodiesel und beim 2-Liter-Benziner ist Handarbeit gefragt.
    Alle 20.000 km, Einstellerei ist Standard (Kipphebel mit Einstellschrauben) und in einer Stunde erledigt. Die Dichtung des Ventildeckels und speziell die Halbmonddichtung auf der Rückseite verträgt Säuberung und dann zusätzlich Motordichtmasse sonst verölt der Motor außen. Wenn man den 4ten oder 5ten Gang einlegt, kann man mittels Auto anschieben den Motor drehen

LITERATUR UND INFO
  • Für den L300 gibt es aus dem Bucheliverlag ein recht gutes Werkstatthandbuch.
  • Für den Pajero gibt es ein empfehlenswertes Schrauberbuch aus der Reihe "Jetzt helfe ich mir selbst", Band 132, wo viele Stellen auch für den L300 gelten
  • Inzwischen hat auch das Werkstattbuch von Mitsubishi in Hartkopie oder als PDF die Gemeinde erreicht
  • Die englischsprachigen Markenforen sind eine weitere Informationsquelle:
    Mitsubishi Delica Owners Club UK
    Delicaclub (.com) Australien und NZ
    Delica Canada | Mitsubishi Van Club

HIER zum Download findet Ihr mit dem Passwort "elch" einige Prospekte, Gutachten, Berichte, und die Betriebsanleitung.

REISEMOBILAUSBAU
Aufgrund der Karrosserieform bietet der L300 4x4 gute Voraussetzungen für den Ausbau zum Reisemobil für 2 Personen. Die Gesamtlänge des Innenraumes ab Ladekante Heckklappe bis zur ersten Sitzreihe beträgt 2287x 1500mm Innenraumhöhe 1100mm. Zu der Länge kommen noch ca. 300mm für den Motorraumhöcker hinzu. Auf dieser Fläche lassen sich mehrere Ausbauvarianten erstellen.
Unter der nach oben öffnenden Heckklappe herrscht Stehhöhe, der Platz wird gerne mit einem Heckzelt oder Duschzelt blickdicht gemacht und genützt.
Es gibt einige Befestigungspunkte (Gewinde) im Wagen, wo Sicherheitsgurte und Sitzbänke verschraubt sind. Da bietet sich ein herausnehmbarer Ausbau an, um den Wagen gegebenenfalls auch für andere Transporte nützen zu können:
Bild
Die Heckklappe hat eine Öffnung von ca. 115 cm Höhe und oben etwa 124 cm Breite. Zwischen den Radkästen ist 108 cm Platz und sie sind etwa 20 cm hoch.
Innenraumhöhe ist etwa 120 cm.

Hinweise:

  • Wolfs Variante mit seitlichem Küchenblock:
    Sitzreihe 3 wurde dabei entfernt und die Sitzbank gegen eine Schiebebank getauscht. Der Ausbau wird ausschließlich an den Originalpunkten der Sitze und Haltegriffe befestigt. Diese Variante bietet den Vorteil das der Laderaum auch für den Transport größerer Teile nach dem Umbau zur Verfügung steht. Soll ein kompletter WOMO-Ausbau wie dargestellt entstehen, so ist es jedoch erforderlich, die hintere Heizung unter Sitzreihe 2 zu entfernen.
    Die Sitzbank aus Reihe 2 läßt sich mit einem Auflageboden ergänzen der dann auf der zurückgeklappten Lehne von Fahrer und Beifahrersitz aufliegt. Es ergibt sich hierbei ein Bett mit den Maßen 1000x2000.
    Bild
  • Ausbauten mit Heckküche:
    Hier wird ein Doppel- oder Einzelbett vom Motorbuckel über die zweite Sitzreihe gebaut.
  • Ausbau mit Heckbett und Küche hinter dem Fahrer/Beifahrersitz
    Hier wird ein Doppelbett über die umgelegte zweite Sitzreihe nach hinten gebaut.
  • Ausbauten mit Hochdach:
    Passende Aufstelldächer gab es von REIMO und SCA. Alternativ bietet sich die Anschaffung eines Dachzeltes an. Falls der Bus das große Glasschiebedach hat kann hier ein Durchstieg ins Dachzelt realisiert werden.

    Bild

    Unterflur kann zur Unterbringung von Wasser noch ein Tank von ca. 35 Liter im Bereich unter der rechten Schiebetür angebracht werden.

MÖGLICHE UMBAUTEN
Vorderachse: Höherlegung durch Vorspannen der Drehstäbe um maximal 50mm,
Hinterachse : Höherlegung durch Austausch der Schäkel oder der Blattfedern (OME; Ironman) ergibt eine Höherlegung von ca. 60mm.
Einbau eines Zusatztanks mit ca. 112L an Stelle Ersatzrades.
Reifenumrüstung siehe oben
Trimmen des vorderen Stoßfängers zur weiteren Verbesserung des vorderen Böschungswinkels.
Der Bus ist vorne schon recht schwer, weshalb ein Reserveradhalter hinten angebracht werden sollte falls das Rad unter dem Wagen weg soll. Es gibt hier nichts fertiges, doch einige Eigenbauten mit seitlich wegklappbaren Reserveradträgern die entweder auf der Unterkonstruktion der Anhängerkupplung aufgebaut werden oder direkt mit der Karosserie verschraubt sind.
Dachgepäckträger: Alle L300 besitzen laaange Regenrinnen.

BEISPIELE
Nachfolgend ein paar Beispiele für Fahrzeugumbauten
Bild

Ich werde das Thema nach und nach noch aktualisieren.
In meiner Signatur ist ein Link auf eine L300 Technik-FAQ wo manche Themen noch etwas ausführlicher beschrieben sind - dies hier und auch meine FAQ ist ohne Gewähr und auf eigene Gefahr anzuwenden.

Über Korrekturen, Hinweise und Ergänzungen freue ich mich, direkt hier anschließend.

FRAGEN bitte besser in einem der Diskussionsthemen stellen, siehe nächster Beitrag.

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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon motorang » 18.05.2015 - 13:59

Hallo nochmal, ergänzend:

Für Fragen zum Thema Beschreibung / Kaufberatung seid Ihr hier richtig:

:super: Diskussion L300: viewtopic.php?f=23&t=4833
:super: L300 als Reisewagen? viewforum.php?f=35
:super: Antworten auf technische Fragen bitte in den passenden Unterforen suchen und erfragen: viewforum.php?f=41

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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon flo » 18.05.2015 - 15:38

Respekt lieber Andreas!
Nur, dass die Servopumpe ein extra Ding ist. Das Teil hinten an der Lichtmaschine macht den (Luft-)Unterdruck für den Bremskraftverstärker.
Unter "BEISPIELE Nachfolgend ein paar Beispiele für Fahrzeugumbauten" ist das erste Bild ein sehr wild umgebauter VW T3 syncro.
Vielen Dank und LG
vom flo
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon motorang » 18.05.2015 - 16:27

Hallo Flo,
da hast Du völlig recht.
Die Servopumpe ist extra, ja.
Auf der Lichtmaschine hinten sitzt hingegen die Unterdruckpumpe vom Bremskraftverstärker.
Danke, ich habe das korrigiert.

Das Bild ist noch eine Altlast von Wolfs Beratung, aber ich glaube mich zu erinnern dass da einer den L300 4WD mit einer T3-Frontschürze zurechtgebastelt hatte.

Edit: Hier steht's, ganz unten: http://www.gelaendewagen.at/leserarchiv.php
Arno Klenkhart, Mitsubishi L300
Arno Klenkhart mit seinem expeditionsmäßig ausgestatteten, völlig umgebauten Mitsubishi L300 in der Wüste Libyens. Am Auto findet sich nur mehr wenig, das an den L300 erinnert, wie er einst in den Schauräumen der Mitsubishi-Händler stand.


Ist aber schwer zu erkennen wenn man es nicht weiß.

Arno Klenkhart = Geocar

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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon 4x4tourer » 18.05.2015 - 19:53

Servus Andreas,

herzlichen Dank für dieses tollen Fred!!! :huepfen: :respekt: :super:

elchfreudige Grüße Dirk
L300....der bessere Bulli! ;-p
------------------------------------------------------------
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon Hirvi » 18.05.2015 - 20:28

Hallo Andreas!

:super: Danke, absolut klasse.

Es grüßt

Volker
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon flo » 18.05.2015 - 21:39

ja, wenn's vom Arno ist ... er ist wirklich der einzige, den ich kenne, der einem ein L für ein T vormachen kann!
Das dann aber genial.

Nochmal herzlichen Dank, Andreas!
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon motorang » 19.05.2015 - 07:10

Hi
Update im ersten Beitrag: Böschungswinkel nachgetragen (30° laut Fahrbericht).

Ich möchte Euch nochmal auf zwei Links aufmerksam machen im ersten Beitrag:

HIER ist eine liebevoll gemachte Seite über alte Kleinbusse, wo viele Prospekte vom L300 abgelegt sind, und die ich bis zur Recherche für diesen Bericht nicht kannte.

HIER zum Download findet Ihr mit dem Passwort "elch":
  • Gutachten (wer da noch was hat beispielsweise von einem REIMO-Dach - nur her damit).
  • Lesestoff: einen zeitgenössischen Fahrbericht
  • Planung: Zeichnungen zur Ausbauplanung inklusive AutoCad-Zeichnung
  • Die originale Betriebsanleitung für das letzte Modell
  • Die wichtigsten Prospekte als PDF
  • Eine Zubehörübersicht

Gryße!
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon motorang » 20.05.2015 - 07:57

Hallo,
ich habe noch ein Bild hinzugefügt und die nachgemessene Größe des Schiebedaches (69x72 cm).

Hier ein nackiger L300 der ersten europäischen Baureihe:

Bild

Man sieht gut was es mit dem Begriff "Frontlenker" auf sich hat.

Während das Prinzip bei LKW inzwischen üblich ist, gab es im Geländewagenbereich bereits in den 60ern bei Landrover einen Vorläufer, wo Frontlenker auf Basis von Serie-II-Fahrwerken gebaut wurden, Radstand 109 und 110 Zoll:
Den FWC (forward control)

Bilder: http://lmgtfy.com/?q=landrover+forward+control

Gryße!
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon bartmann » 18.06.2018 - 13:33

Hallo Profis von 4x4 travel.org,

ich habe mich gerade angemeldet und kann natürlich noch nichts dem Forum beitragen, sondern nur mit einer Frage zur Kaufberatung kommen.
Ich habe mir einen L300 2,5 TD 64 KW/ 2477HB, 4x4, Baujahr 1996 angelacht. Da ich in Berlin wohne, wäre eine Grüne Plakette eine schöne Sache. Gibt es momentan noch Mittel und Wege diese zubekommen? Ich konnte bis jetzt nur Einträge finden die mindestens 3 Jahre alt sind. Ich wäre über eine Einschätzung sehr dankbar. Vielen Dank. Ich plane das Fahrzeug nach Umbau als Wohnmobil oder LKW zuzulassen, was eben nötig ist für die 4 im grünen Kreis.
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon MF » 18.06.2018 - 13:47

Moin

DPF gibt's hier.

https://www.sk-handels-gmbh.de/shop/dpf ... l300/60208

Dem müßte noch ein OXIkat vorgeschaltet werden für Euro III.

Mehr wüßte ich auch nicht.

Gruß Mario
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon bartmann » 22.06.2018 - 21:52

Hey Mario,

dank für die Antwort und den Tipp.
Darauf bin ich auch schon gestoßen und bei weitere Suche auf das Thema Diesel-Blending.
Um in Berlin mit dem L300 2.5 TD zu fahren, müsste ich doch Euro 4 erreichen, oder? Das scheint nicht mehr möglich, so beschleicht mich der Verdacht. Oder gibt es andere besser Informationen/Tips dazu?

Vielen Dank!

Viele Grüße Robert_Berlin
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Re: Beschreibung L300 4WD - der Elch und seine Meriten

Beitragvon Beda » 23.06.2018 - 09:31

Hallo Robert,
wie Mitsubishi es geschafft hat, daß durch die Nachrüstung mit dem Oxi-Kat fast alle Dieselmodelle von nichts auf gelbe Plakette kommen, weiß ich auch nicht.
Aber das dürfte auf deinen auch zutreffen.
Dann steht auch dem Sprung nach "GRÜN" nichts im Wege.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda

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