2 Wochen Westalpen

Berge, Flüsse, Tundra und Moskitos

Moderatoren: Matthias, Schlappohr

Duke775
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2 Wochen Westalpen

Beitragvon Duke775 » 18.10.2014 - 08:02

Nabend zusammen,

nachdem ich ja schon einen kleinen Bericht im Technikteil angekündigt hatte
hier mal ein paar Bilder...

Mitte September brechen wir auf Richtung Süden, der erste Stop schon nach 130km im Siegerland Freunde besuchen.
Es ist bereits Mittag als wir weiterfahren und es liegen noch viele Kilometer vor uns, das "Sorgenkind" läuft gut und brabbelt
den Rest des Tages mit knapp 120km/h Richtung Süden. Als es dunkel wird erreichen wir Weil am Rhein,
also schnell noch ein Hotel gesucht und den Abend ausklingen lassen.

Am nächsten morgen gehts weiter Richtung Wasen in der Schweiz, vorbei am Vierwaldstättersee verlassen wir die
Autobahn und nehmen die Straße hinauf zum Sustenpass in Angriff. Es ist Sonntag und was ich nicht bedacht hatte
bei meiner Planung, war das sich am Wochenende wohl jeder Schweizer der über ein Kfz verfügt auf den Pässen tummelt.
Schlimmer noch... jeder ist der Meinung "Werksfahrer" bei dem Verein zu sein dessen Produkt er den Berg hoch prügelt !

Wir lassen die "Gaskranken" ziehen und kraxeln mit einem kleinen Russfähnchen den Berg hinauf... :mrgreen:
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Weiter gehts über den Grimselpass Richtung Süden. Wir nehmen den Sankt Bernhard ins Visier da der Tag aber schon
sehr weit vorangeschritten ist nehmen wir den Tunnel. Wir steuern den kleinen Ort Etroubles an und finden dank
ADAC App gleich einen netten kleinen CP.

Am nächsten Tag gehts über Frankreich weiter Richtung Süden, wir fahren über Aosta Richtung Morgex.
In Morgex biegen wir ab von der Hauptstrasse und wollen über den Colle San Carlo Richtung Les Suches.
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Es geht über den kleinen Sankt Bernard und weiter Richtung Col de I'Iseran.
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Val d'Isère von oben
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Weiter gehts Richtung Lac du Mont Cenis wir wollen versuchen die Piste zum Lac de Roterel von oben zu befahren.
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hinter der nächsten Kurve war dann Schluss...

Also nächster Versuch ein Stück weiter unten, aber auch hier entweder fährt man über Privatbesitz, oder geht zu Fuss.
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Beim Waldstück ist dann auch Ende, und bis dahin sind 2 ordentliche Querrillen.
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Der Tag war eh gelaufen, also ab nach Susa und zum Feierabend gabs Pizza.
Am nächsten Tag haben wir dann von unten nochmal einen Versuch gestartet, aber auch von hier lies sich die Strecke nicht durchgehend befahren.
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Da der Tag war noch jung war gings weiter Richtung Westen. Bardonecchia stand auf dem Navi,
und auf der Suche nach dem Einstieg zum Sommeiller sind wir dann doch glatt in die Mautstelle zum Tunnel gefahren.
Die "nette" Dame wollte plötzlich 47,- Doppelmark von mir... nachdem ich ihr verklickert hatte wo wir hin wollen
sagte ihr Augenrollen eindeutig "immer diese Touristen".
Also wieder rückwärts raus aus dem Häuschen :oops: und ganz schnell die Piste gesucht.

Für die nächste Zeit gings erstmal Bergauf...
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mal abgesehen das wir den Sommeiller eher enttäuschend fanden hat es auch den rechten Schrank vom Ausbau ziemlich "zerrappelt".

Der Tag neigt sich dem Ende und auf der Suche nach einem CP entlang der SS23 Richtung Pinerolo laden wir in einem kleinen Dorfhotel bei "Mama Miracoli" .
Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben gehen wir wieder runter um noch etwas zu Essen.
"Mama" spricht etwas Englisch aber eine Karte gibt es nicht, ich bin ziemlich fertig habe ordentlich Hunger und will eigentlich nur noch ins Bett.
Wir machen ihr klar das Sie uns überraschen soll und wir alles Essen was Sie bereits auf dem Herd stehen hat. Sie tischt selbst gemachte Gnocchi mit einer Fleischsoße auf,
hmm lecker... nachdem ich den Teller samt dem Baguette dazu verputzt habe bin ich eigentlich ziemlich satt.
Ich muss wohl sehr Hungrig gewirkt haben, denn das war erst die Vorspeise :shock:
Jetzt tischt Sie ein Stück "gegrilltes" mit ordentlich Gemüse dazu auf. "Mama" lacht als ich mich ans Werk mache...
Mittlerweile Kugelrund ahne ich das mir noch ein Nachtisch bevorsteht... so ist es dann auch und es gibt Panna cotta mit Karamellsoße,
und es ist einfach zu lecker um es stehen zu lassen. Den Rest könnt ihr euch denken...

Nach einem hervorragenden Kaffee am Morgen überlegen wir wie wir "weitermachen" !?
Die letzten Tage wollte sich keine wirkliche Erholung einstellen, die ganzen Tage sind wir durch die Gegend
geflitzt als wenn uns jemand im Nacken sitzt. Runterkommen war erstmal angesagt, und somit Plan B.
Ausserdem möchte Frauchen ein bisschen "bummeln" und so beschliessen wir Richtung Meer zu fahren und
die Städte auf dem Weg uns etwas anzuschauen. Wir besuchen Pinerolo, Saluzzo und Cuneo die Städte sind schnell
abgeklappert und es regnet hin und wieder. Also weiter Richtung Süden, über Land fahren wir bis Savona um uns an
der Küste einen CP zu suchen.
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Nach dieser Nacht wird mir dann klar das ich so in dem Dachzelt einfach nicht anständig schlafen kann.
Die Matratze ist mir viel zu dünn und schon nach kurzer Zeit tun mir die Knochen weh.
Mittlerweile schon ein wenig gerädert will ich mich die nächsten Tage nicht mehr mit diesem Problem auseinandersetzen
müssen. Wir steuern einen Burger King (Wlan) an und suchen uns mit der Trivago App ein Hotel für die nächsten Tage.
Bingo 4 Sterne für 60,- € die Nacht, die Bilder sind sehr vielversprechend und wir buchen direkt.
Wir brauchen gute 2 Stunden bis wir da sind, immer an der Küste entlang.

Ich stell die dreckige Karre direkt vor die Tür, und beim einchecken mustert man uns schon etwas bis Frauchen die
Kreditkarte auf den Tisch legt. Wir schleppen unsere Klamotten rein um die nächsten 3 Tage abzuschalten.
Als ich die Kühlbox quer durchs Foyer schleppe ernte ich wieder komische Blicke... :finger:

Die nächsten 3 Tage machen wir die Küste unsicher, besuchen Genua und relaxen.
Das wirkt und wir kommen tatsächlich zur Ruhe und Entspannung macht sich breit.

Als es anfängt langweilig zu werden ziehen wir weiter Richtung Nordwesten, Pigna und damit der südliche Einstieg
zur Ligurischen Kammstraße ist unser Ziel. Nur leider wieso oft ist eine Straße gesperrt und wir suchen einen anderen Einstieg.
Da hier auch Verbotsschilder stehen fahren wir einmal um den Berg herum und versuchen unser Glück erneut von der anderen Seite.
Es klappt und gegen Nachmittag fahren wir auf die Kammstraße. Es ist kühl und der Nebel zieht vor uns über die
Piste bergauf, eine mystische Stimmung macht sich breit. Nach einer 3/4std. klart es auf und wir bekommen etwas zu sehen.
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Nach kleineren Orientierungsschwierigkeiten stehen wir vor dem Schild "Route barre" ok... schaun wir mal wie weit wir kommen... es geht deutlich bergauf und die Fahrbahnoberfläche zeigt Ausbrüche von teilweise 30cm und mehr.
Ich bekomme ein Grinsen ins Gesicht und es fängt an Spaß zu machen als ein weiteres Hindernis in Sicht kommt.
In einer Kurve liegt ein ordentlicher Brocken im Weg, dass müsste passen... Frauchen muss aussteigen und "Mass" nehmen.
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Na also geht doch :mrgreen:

Schon in heller Vorfreude die "Barriere" passiert zu haben schieben wir uns an einem kleinen Erdrutsch vorbei,
aber ein paar Kurven später ist dann leider endgültig Schluss. Anfangs überlege ich ernsthaft am Hang entlang zu fahren.
Als ich einen Teil der Strecke ablaufe verwerfe ich diesen Gedanken allerdings sofort. Es ist einfach zu schmal und gefährlich !
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Etwas geknickt fahre ich rückwärts etwa 250m zurück um an einer etwas breiteren Stelle in gefühlten 462,8 Zügen zu wenden. Da es langsam beginnt dunkel zu werden machen wir Feierabend, auf einem netten Plätzchen das uns auf dem
Weg nach oben bereits ins Auge gefallen ist.
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Frauchen liegt schon in der Koje während ich bei ein paar Schnittchen & Tomaten den Rest des Sonnenuntergangs auf mich wirken lasse. Mitten in der Nacht macht mich meine Frau wach... ich glaube da draußen ist "irgendwas". Ok da draußen tut sich wirklich was, seltsame Geräusche... Wölfe, Bären... ?
Als ich mit der Lampe oben aus dem Seitenfenster leuchte, schaut uns ein Esel an als wenn es sagen wollte "Was macht ihr denn hier ? "
Beim "austreten" wurde er dann auch leicht zudringlich und forderte Streicheleinheiten, seid dem will meine Frau auch einen Esel...
Eigentlich hat Sie ja schon einen :huepfen:

Der morgen ist sehr schön und der Himmel wolkenlos, ich finde eine Umfahrung und nach dem Frühstück machen wir uns
auf den Weg. Die Piste ist leider sehr leicht zu befahren bietet aber grandiose Ausblicke.
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Als wir zum Wiedereinstieg der Kammstraße kommen stehen wir wieder vor Verbotsschildern,
ein paar Schweitzer Motorradfahrer die von dort kommen meinen die Strecke sei schwierig zu befahren und ich müsste
die Barrieren beiseite räumen wenn ich mit dem Wagen weiter will. Das kommt für mich nicht in Frage denke ich noch so
als in dem Moment die nächsten Enduros ohne Kennzeichen die gesperrte Piste in Angriff nehmen...
Verbote scheinen hier irgendwie kein Schwein zu interessieren... zumindest nicht die meisten Moppedfahrer !
Aber langsam schwillt mir auch etwas der Kamm, wir fahren wieder den Berg runter und wollen es etwas weiter im Norden nocheinmal
probieren wieder auf die Kammstraße zu kommen. Als auch das fehlschlägt bin ich für den Rest des Tages bedient, Pumpe
die Reifen wieder auf Straßendruck auf und wir schlagen Kurs Cuneo ein.

Am nächsten Tag wollen wir die Varaita Maira Kammstraße in Angriff nehmen deren Einstieg nicht weit von Cuneo entfernt liegt.
Der Einstieg ist schnell gefunden und die Strecke lässt sich leicht befahren, der herrliche Tag bietet uns sehr schöne Aussichten.
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Wir fahren über den Colle de Sampèyre wieder Richtung Nordwesten auf den Colle dell'Agnello zu.
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Als wir Frankreich Richtung Italien verlassen kommen wir wieder auf die SS23 auf der wir am Anfang unserer Reise schon unterwegs waren.
Es ist bereits Abend und wir überlegen nochmal bei "Mama Miracoli" einkehren, da das aber noch ein ganzen Stück zu fahren wäre
entscheiden wir uns dagegen und kehren in einem kleinen Hotel am Wegesrand ein.

Es ist Mittwochmorgen und wir wollen über die Assietta und den Colle delle Finestre nach Susa fahren.
Über Nacht ist es recht Kalt geworden, es regnet und ist über große Teile der Strecke immer wieder neblig.
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Aufgrund des Wetters bleiben uns leider schöne Ausblicke verwehrt, und auf dem weiteren Weg geben wir ein paar Schweitzer Moppedfahrern
noch Pannenhilfe bevor wir schon auf Susa schauen.
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Eigentlich hätten wir noch ein paar Tage Zeit, aber aufgrund des Wetters und des Ausblicks auf ein langes Wochenende
zu Hause entscheiden wir uns dafür schon heute Richtung Heimat zu fahren. Es ist kurz nach 15uhr und es sind gute 1000km bis nach Hause.
Wir fahren durch und mit 2 kleinen Stopps rollen wir gegen 2:30 am Donnerstagmorgen wieder auf den heimischen Hof.
Allerdings musste ich 1500m vor der Haustür nochmal den Allrad zuschalten da die Stadt irgendwie der Meinung war unsere Strasse wegen einer Baustelle sperren zu müssen.
Wie gut das das GPS jeden Feldweg kennt... :mrgreen:

Soweit so gut... im April gehts wohl Richtung Korsika
Ich hoffe ihr hattet Spaß
Gruß Marcus
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Re: 2 Wochen Westalpen

Beitragvon unbemerkt » 18.10.2014 - 09:48

Moin Marcus,

hab einen Dank für Deinen schönen Bericht und die Bilder.
Im ersten Moment würde ich sagen, ein Urlaub wie für mich und die Püppi gemacht.
Na gut, das Wetter war wohl nicht so toll und es gab deutlich zu viele Schilder und Sperren auf dem Weg.

Sehr gute Erfahrungen mit solchen Touren habe ich in den Bergen um den Gardasee gemacht. Dies ist aber auch schon einige Jahre her und wahrscheinlich wäre ich heute enttäuscht.

In Kalabrien (Stiefelsohle Italiens) habe ich übrigens vorletztes Jahr nicht ein einziges Schild in Richtung der Gipfel gefunden. Fahrspaß pur bei reichlich Neuschnee in den Bergen und milden 20 Grad Celsius an der Küste, zur Zeit der Mandarinenernte und zweiten Rosenblüte um den Jahreswechel. :super: :huepfen:

Fein, das Du nichts von Arbeiten am "Sorgenkind" schreiben musstest. :super: Geht doch.

Mit etwas neidischen Grüßen von Kay, welcher ja lieber in der Freizeit Werkstätten saniert..... :kopfgegenmauer:
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
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Re: 2 Wochen Westalpen

Beitragvon Matthias » 18.10.2014 - 09:50

Danke Marcus, hatten wir.

So ein V20 in der Landschaft ist schon ein herrlicher Anblick.

Grüße
Matti
TurboDaily 40.10 4x4 "Dormobil" 1999 181.000 km
ex oriente lux · cedant tenebræ soli
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Re: 2 Wochen Westalpen

Beitragvon Tinie » 22.10.2014 - 09:31

Hallo Marcus.

Schöner Reisebericht und wunderschöne Bilder! :super:

Danke dafür!

Lieben Gruß.
Ilka
Land Rover Discovery 1 200 Tdi ---> 259.000 km
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motorang
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Re: 2 Wochen Westalpen

Beitragvon motorang » 22.10.2014 - 12:46

Hallo,
ich habe derzeit nicht die Muße die gesamte Sache nochmal bildermäßig hier hochzuladen, aber wen die Sache aus der Zweiradperspektive interessiert der findet hier die Enduroversion von Ende September 2014:
http://forum.motorang.com/viewtopic.php ... t=seealpen

Gryße!
Andreas, der motorang
L300 4WD Technik-FAQ unter motorang.com/L300

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