Seite 1 von 1

Heimatkunde mit Uda & Belrike unter Corona-auflagen

Verfasst: 25.05.2020 - 18:23
von Beda
Hallo zusammen,
da hat man Urlaubstage, kann aber nicht in Urlaub fahren. Da bleibt Uda & Belrike nur, die nähere Umgebung zu erkunden.
Zum Erkunden braucht man als erstes ein Ziel, das man noch nicht kennt. Bei mir ist das die Pfalz.

Bild
Bedingt durch einen Familienumzug habe ich in Heimatkunde die Pfalz nie und den Hunsrück zweimal durchgenommen.

Bild
Als nächstes mußten U&B feststellen, daß das analoge Kartenmaterial eher dürftig ist. Das Wandern im digitalen Tunnel verweigern wir bisher.

Ein paar Expeditionen von West nach Ost:
1) Baumholder

Ohne die US-Truppen und den Truppenübungsplatz würde die Stadt vermutlich aussterben. Ca. 4.000 Einwohner/ bis zu 15.000 Militärs
Der Truppenübungsplatz wurde in den 1930er Jahren entwickelt auf den Flächen von 14 verlassenen und noch nicht verlassenen Ortschaften.
Um von uns (oben rechts auf obiger Karte) dort hin zu kommen, muß man entweder nördlich die Nahe entlang oder südlich über die B420 um den Truppenübungsplatz herum fahren.
Auf der B420 durchquert man Orte wie z.B. Obermoschel, die kleinste Kommune mit Stadtrecht in der Pfalz.
Auf ihr folgen wir dem Glan unter anderem durch Lauterecken. Sowohl gemessen an der Einwohnerzahl als auch an der Gemarkungsfläche zählt Lauterecken zu den kleinsten Städten Deutschlands.
Hat das zufällig mit Kaiserslautern eine Verbindung? Aber sicher! Nahe des Betzenbergs entspringt die (Wald-) Lauter, die in Lauterecken in den Glan mündet.
Würden wir einfach weiter fahren, kämen wir nach Kusel. Mit 5405 Einwohnern ist Kusel die zweitkleinste Kreisstadt Deutschlands.
Schöne und gut markierte Rundwanderungen heißen in dieser Region Traumschleifen. Unser Testkandidat war Nummer 76: der Bärenbachpfad.
Der Bärenbachpfad bietet einen wunderbaren Rundumblick über die Region bis hin in den Hunsrück und die Pfalz sowie die Stadt Baumholder in ihrer ganzen Vielfalt. Einzigartig, sind vor allem die Einblicke auf den noch aktiven Truppenübungsplatz Baumholder, der teils als Biotop und Rückzugsgebiet fungiert, aber auch militärisch genutzt wird.

Die Stille des Waldes und die Ruhe der Natur laden an vielen Stellen des Weges zum Verweilen und Genießen ein, aber auch Rastmöglichkeiten zum Grillen sind an der Strecke vorhanden.

Der Aufstieg zur Höhle am Wildfrauenloch ist nur mit gutem Schuhwerk möglich und nur für trittsichere Wanderer geeignet!

U&B, die sich eigentlich ins Hochgebirge wünschen, finden: Einzelne Rundumblicke möglich; verdammt viel Wald.

2) Bärenbach Vitaltour Bärenroute

Da gab es gestern ein kleines Missverständnis zwischen U&B.
Im Naheland heißen die netten Rundwanderungen Vitaltouren.
Der Bärenbach fließt zwischen Kirn und Idar-Oberstein in die Nahe.
Anfang und Ende der Runde liegen im Steilhang über der B41. Toll angelegt; eine Verständigung ist kaum möglich.
Sobald man die Steilwände bezwungen hat, wird es aber leise.

Bild
Wenn man gewöhnt ist, daß Rundwanderungen in eine Richtung führen und in einem Bogen zurück, ist es irritierend so im ZickZack geführt zu werden.
Davon abgesehen wirklich gut angelegt, abwechslungsreich und stellenweise herausfordernd. Manche Stelle möchte ich nicht bei feuchter Witterung begehen.
Ansonsten: Siehe oben.

Anmerkung:
Bei 3 auf der Karte verläuft der Weg auf einer Römerstraße. Das kommt öfter vor:

Bild

Im, am, auf dem Hunsrück z.B. der Ausonius- und der Sirona-weg:

Bild

3) 7 Höfe Tour

Bild
Typisch für das Nordpfälzer Bergland sind die weit verstreuten Höfe. Mal liegen sie direkt am Ortseingang, mal nahezu alleine auf der Höhe. Mit Kühen, Pferden, Schafen, Hühnern – oder auch nur noch den Spuren eines früheren Bauernhofes. Aus diesen teilweise jahrhundertealten Höfen wurden durch Erbteilung über die Zeit oft kleine Dörfer mit restaurierten Sandsteinhäusern und schmucken Bauerngärten, Kunsthandwerk und Direktvermarktern. Bei der 7-Höfe-Wanderung auf dem Bergrücken zwischen Alsenz- und Appelbachtal erlebt man das unterschiedliche Flair. Dazwischen spaziert man durch hügelige Wiesen, Felder und kurze Waldflächen und genießt immer wieder Panoramablicke auf den Donnersberg.

https://www.vielpfalz.de/artikel/sonnta ... r-bergland
https://www.tourenplaner-rheinland-pfal ... 9794/#dm=1
Ganz anders diese Wanderung. Man wandert meistens im offenen Gelände und die Fernsicht wandert mit. Das bedeutet aber, überwiegend schattenlos. Nichts für den Hochsommer bzw. reichlich Wasser mitnehmen. Man wandert auf mal historischen aber meistens auf aktuellen Wirtschaftswegen.

4) alte Wanderwege z.B. Gutenbacher Hof - Forsthaus Philippenhaus - Schneebergerhof - Gutenbacher Hof

https://goo.gl/maps/iwQrhdVcPyZBbn8t6
Diese stammen aus der Zeit vor der Erfindung des Premiumwanderwegs. Die meisten verlaufen leider auf "Waldautobahnen". Das ist hart für die Füße und frustrierend für den Kopf. Dazu kommt, daß wie im Beispiel in Regionen, wo kein Mensch wandert, die meisten Alternativen mehr oder weniger zugewachsen sind. Da landet man auch mal in einer Sackgasse. Aber wer morsche Holzwegweiser, kleinere Offroadeinlagen und das anschließende Absammeln von Zecken nicht scheut, kann auch tolle Entdeckungen machen.

PS: Hinweis für Menschen aus Bayern und Baden-Württemberg:

Bild
Bei uns gibt es Windkraftanlagen und zwar reichlich. Davon darf man sich nicht schrecken lassen.

Re: Heimatkunde mit Uda & Belrike unter Corona-auflagen

Verfasst: 28.05.2020 - 17:23
von Beda
Hallo zusammen,
keine Anmerkungen? Kann ja noch werden.

Wem das zu waldig, zu kalt, zu steil und überhaupt zu abenteuerlich ist, der kann Rheinhessen bereisen.
Da hat man sich viel Mühe gemacht und die Hiwweltouren (wie Hügel) kreiert.

Bild

Es gibt natürlich nicht nur Rundwege sondern auch div. Fernwanderwege:
Rheinhessen, Pfalz, Hunsrück usw.

Re: Heimatkunde mit Uda & Belrike unter Corona-auflagen

Verfasst: 11.06.2020 - 12:07
von Beda
Hallo zusammen,
ganz frisch in "Der Zeit":

https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/ ... reisetipps

43. Sonne und Wein im größten Weinbaugebiet Deutschlands

Rheinhessen: Sanfte Hügel, nette Örtchen wie Alzey oder Oppenheim, malerische Wander- und Radwege, darunter die topfebenen 90 Kilometer am Rhein entlang von Bingen nach Worms. Ein paar Sehenswürdigkeiten. Nichts Spektakuläres, weder ein Neuschwanstein noch eine Zugspitze. Aber Rheinhessen ist das größte Weinbaugebiet Deutschlands, inzwischen auch eines der besten. Der Wein hat diese sonnige Gegend geprägt wie, sagen wir mal, die Kohle den Ruhrpott. Das ganze Leben ist also ein Weinfest, ständig gibt es irgendwo eines. Die Einheimischen haben fast immer gute Laune. Sie essen gut, zum Beispiel im Heidesheimer Sandhof oder im Flonheimer Goldenen Engel, trinken gut und reden dabei in einer Tour. In einer Tour? So spricht man hier, Frankreich ist nahe. Für Freunde der Askese muss der Rheinhessenurlaub eine Tortur sein.
Harald Martenstein, Redakteur des Tagesspiegels und Kolumnist des ZEITmagazins

Was erkennt ihr sofort? Ich bin kein echter Rheinhesse.

PS: Der Autor hat in Mainz das gleiche Gymnasium besucht wie ich.

Noch ein Tipp aber auf der ebsch Seit:
37. Sommerfrische mit Goethe

Der "Goetheblick" vom Rheingauer Johannisberg ist ein Ausguckpunkt der Extraklasse. Hier stand der Dichterfürst am 2. September 1814 und lobte, was das Zeug hielt. Der Blick geht über den Rhein, vorbei an Winkel und Eltville bis hinüber nach Mainz und in den Odenwald. Besonders lobenswert ist heute, dass neben den Picknicktischen ein Weinstand wartet mit den frisch-duftigen Johannisberger Rieslingen (geöffnet Freitag bis Sonntag). Vom Goetheblick wandert man weiter zum Schloss Vollrads, auch dort lockt eine Schänke, sogar ein Gutsrestaurant. Und hinunter nach Winkel, zum legendären Brentanohaus (derzeit noch geschlossen, das Restaurant ist geöffnet), wo der Sommerfrischler Goethe herumgeisterte und erwartete, sehr bewundert zu werden, was seiner Gastgeberin Antonie Brentano ziemlich auf die Nerven fiel.
Anna von Münchhausen, Autorin

Re: Heimatkunde mit Uda & Belrike unter Corona-auflagen

Verfasst: 12.06.2020 - 14:07
von OldMax
Moin moin,

bei der Karte auf dem ersten Bild springen mich uralte Erinnerungen an. Meine erste Freundin kam aus Odernheim (lokalsprachlich Ohrum). Das finde ich zwar auf der Karte nicht, aber die Örtchen Sobernheim (Soberum) und Waldböckelheim (Böckelum) sind mir auch bekannt. Dort habe ich mal 6 Wochen bei der Rivalit Hydraulik gearbeitet. Schönes Fleckchen Erde da, wenn auch für mich als Biertrinker etwas Weinlastig ;-) Am Anfang habe ich da niemanden so richtig verstanden aber so nach und nach haben sich die Ohren hingebogen. Alle Pälzer mögen mir verzeihen. Corona sei dank haben wir ja jetzt die Gelegenheit, mal wieder die lokalen Schönheiten (von mir aus auch die schönen Lokale) wieder / neu zu entdecken. Geht mir mit Brandenburg ebenso und im August werden wir das auf Nord- und Ostseeküste und Hinterland ausweiten.

Viele Spaß bei euren Entdeckungstouren wünscht euch Christoph

Re: Heimatkunde mit Uda & Belrike unter Corona-auflagen

Verfasst: 21.06.2020 - 16:02
von Beda
Hallo zusammen,
bei uns vor der Haustür und gerade eröffnet:

Bild
Eremitenpfad
Sehr schön angelegt. Mit anspruchsvollen Teilen und viel Fernsicht.
Genau jetzt perfekt. An der Strecke stehen jede Menge verwilderte Kirschbäume.

PS: Zum Logo fallen mir eher Druide und Rübezahl ein.

Bild

Bild