Westalpen oder: Was tun bei Gegenverkehr auf Bergstraße

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seppR
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Westalpen oder: Was tun bei Gegenverkehr auf Bergstraße

Beitragvon seppR » 24.10.2020 - 20:15

Hallo Reisefreaks

Vor zwei Wochen waren wir mit einem Bremach Wohnmobil in den Westalpen um einige der berühmten Militärstraßen zu fahren. Der Link zu meinem Reisebericht:
https://www.explorermagazin.de/italy/westalp20.htm

Wir hatten den Zeitpunkt optimal getroffen. Die Saison ist lange vorbei, die Woche zuvor hatte ein Sturmtief in Piemont gewaltige Überschwemmungen ausgelöst und vermutlich einige von einer Piemontreise abgehalten und dann haben wir auch noch das Wochenende gemieden. Wir hatten somit an 5 Fahrtagen fast keinen Gegenverkehr außer ein paar Motorradfahrer und 3-4 PKW, die aber zum Glück immer an geräumigen Ausweichen passiert werden konnten.

Aber eine ausgesetzte Stelle war so schmal, dass wir einen tiefen Kratzer im Aufbau bewusst hinnehmen mussten um nicht näher als 5cm an den Abgrund zu kommen. An bzw. nach dieser Stelle wäre es absolut unmöglich gewesen, die Passage im Rückwärtsgang zurück zu fahren. Wenn hier ein Gegenverkehr gekommen wäre, was dann?

Dieser Frage bin ich im Anhang am Ende meines Berichts nachgegangen und habe eine gewagte Lösung vorgeschlagen. Bin neugierig, was ihr dazu schreibt.

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Sepp
Zuletzt geändert von seppR am 24.10.2020 - 21:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Westalpen oder: Was tun bei Gegenverkehr auf Bergstraße

Beitragvon Crazy.max » 24.10.2020 - 21:06

Hallo Sepp,

seppR hat geschrieben:Dieser Frage bin ich im Anhang am Ende meines Berichts nachgegangen und habe eine gewagte Lösung vorgeschlagen. Bin neugierig, was ihr dazu schreibt.


auch ich habe 1987 eine Woche mit Feroza und Dachzelt auf der Ascietta und rund um das Susa Tal verbracht. Teilweise war mir schon mulmig da die Abbruchkanten am Hang mit Bohlen gesichert waren....aber wenn es nicht mehr Rückwärts geht muss es halt vorwärts gehen. Wir haben das so gelöst das an unübersichtlichenen Stellen erstaml einer vorgelaufen ist und dann mit Funk den Fahrer bis zur nächsten Möglichkeit zum nachkommen aufgefordert. So hatte man dann zumindest das Gefühl möglichen Gegenverkehr frühzeitig zu sehen, ggf. zum anhalten bewegen oder den Fahrer dort stehen zu lassen wo es denn eine Möglichkeit zu passieren gab.

Hilft natürlich alles nix wenn es diese Stellen nicht gibt. Rückwärts fahren konnten wir so bis auf wenige Male fast ganz vermeiden. Wobei immer er gelaufen ist wenn man nicht weiter als ein paar hundert Meter schauen konnte. Klar, nicht immer schön, aber dann doch nah an der Natur. Man bekommt dann ein Auge für Dinge die man sonst nei gesehen kätte.

Olaf - denkt aber das Deine Lösung besser ist als nichts...zumal man damit auch seinem Gegenüber klar macht das er es besser machen kann.
ich bin Olaf und ich mag Umarmungen
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Re: Westalpen oder: Was tun bei Gegenverkehr auf Bergstraße

Beitragvon Borsty » 26.10.2020 - 11:37

Hallo Sepp
Der Ansatz ist sicher nicht schlecht. Ich hatte in England auf einer engen Schotterstrasse den Hügel hoch Gegenverkehr(zum Glück ein kurzer LR). Rückwärts ging bei mir auch nicht und beim anderen leider auch nicht mehr. Rückwärts konnte er keinen Grip mehr aufbauen und bei mir war hinter mir mehr oder weniger auch nur noch Matsch. Links war ne Böschung und rechts ging es runter wobei zum Glück der Weg eine ziemliche Furt hatte. Ich bin dann mit der Front soweit hoch wie nur möglich auf die Böschung gefahren und mit einem Spanngurt erstmal gesichert an einem Baum gesichert. Er konnte dann knapp am Heck vorbei. Dann hat er mir geholfen dort wieder runterzukommen. Statt Rückwärts runterzurollen mit Reifen voller Matsch habe ich mit Links-Rechts Steuerbewegungen die Front so von der Böschung runtergerutscht. Habe ich oft in den Trials früher angewendet um irgendwie ins Tor zu kommen wenn es knapp war.
Bei solchen Passagen schaue ich irgendwie immer wo es Möglichkeiten geben könnte, aber das klappt natürlich nicht immer und der Gegenverkehr muss sein Fahrzug auch beherrschen können, sonst bringt Vieles gar nix. Mit Anhänger dazumals gabs Ähnliches mit eine Ausweichstelle wo gerade ein PKW Platz hatte, aber hat nebeneinander durch Schrittweise geklappt.
Denke ein guter Beifahrer wie auch eben ein Spanngurt oder sogar Handseilwinde helfen da oft sofern man Befestigungsmöglichkeiten hat. In Portugal hätte ich ohne Gegenverkehr nen Heli zum ausfliegen gebraucht. Gab kein zurück mehr, nur noch Vorwärts. Die Spuren sind Heute etwas kaschiert aber trotzdem sichtbar. Da war auch bei mir der Tag gelaufen. Wäre ich doch vorher den Weg durchs Bergdörfchen abgelaufen denke ich im Nachhinein.
Cirque de Jaffar habe ich mit Anhänger geschafft was ich Heute glaube ich auch nicht mehr tun würde. Nicht wegen der Breite, eher wegen den sehr starken Wenden wo öfter der Anhänger wie bei Dir mit dem Hilift zur Seite gedrückt wurde.
Gruss Uwe
BORSTY
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Re: Westalpen oder: Was tun bei Gegenverkehr auf Bergstraße

Beitragvon seppR » 26.10.2020 - 13:21

Hallo Uwe und Borsty
uns alle anderen natürlich

Die letzten zwei Tage haben wir in unserem Bremachforum einige Diskussionen über das Thema geführt, siehe hier, Seite 38 gegen Ende und weiter auf Seite 39: http://www.viermalvier.de/ubbthreads.ph ... 11&page=38

Dabei kommt im Prinzip heraus, dass man das so machen kann und ähnliches Vorgehen in der Bau- und Landwirtschaft durchaus üblich ist. Radlager und Achskörper halten das aus wenn man zwischen Wagenheber und Differentialkorb irgend eine weichere Zwischenlage legt.

Den Vorschlag von Wolfgang, den Wagenheber weniger schräg anzusetzen kann ich gut nachvollziehen und das geht auch einfacher, denn man braucht keinen 45-Grad Holzkeil und das Abrutschen am Boden ist auch ein kleineres Problem.

Schöne Grüße

Sepp

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