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BeitragVerfasst: 11.02.2009 - 17:53 
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........und zurück über Astana.

Von Öskemen aus folgen wir dem Irtysch nach Norden.
Die nächsten beiden Städte sind weltberühmt: Semei (kasachisch Семей/Semeý; russisch Семипалатинск/Semipalatinsk) und Kurtschatow.

Bild

Hier war das sowjetische Atomwaffentestgelände
Noch ein Nachtlager am Irtysch dann biegen wir nach Westen ab.

Bild

Genau auf 52° nördl. Breite folgen wir dem Irtysch-Qaraghandy-Kanal einer weiteren ökologischen Altlast aus der Sowjetzeit.
Bis hierher mußten die Beifahrer ihren rechten Arm vor der Sonne schützen, jetzt sind die Fahrer dran.
Die nächste Station unserer Reise ist Astana. Seit 1997 ist Astana die Hauptstadt von Kasachstan. Sie wächst mit rasender Geschwindigkeit zu einem Gesamtkunstwerk heran. Die Kasachen sind jedenfalls mächtig stolz auf ihre Hauptstadt.

Bild
Zum Anklicken.

Nur ein paar Fahrstunden von Astana ist das UNESCO-Weltnaturerbe Tengiz-Korgalzhyn entfernt. Hier haben wir und besonders Matthias ein Date mit dem seltensten Vogel Kasachstans dem Steppenkiebitz. Es sollte mehrere Tage dauern, bis unsere Suche erfolgreich war. Er ist halt sehr dezent und zurückhaltend dieser Vogel.

Bild

Diesen Teil Kasachstans habe ich besonders in mein Herz geschlossen, auch wenn oder gerade weil er besonders karg und unzugänglich ist. Hier hätte ich gerne mehr Zeit gehabt.

Bild
Zum Anklicken.

Endspurt

M&M werden langsam unruhig, denn zuhause warten die Freundinnen.
Außerdem haben wir von dem Konflikt im Kaukasus erfahren.
Ursprünglich hatten wir den Rückweg über Astrachan und Odessa geplant.
Wir verlegen die Route und planen auch, möglichst bald und möglichst zügig den Transit durch Russland hinter uns zu bringen. Hetzen lassen wir uns aber nicht.
Wir brechen in Richtung Arqaliq auf und enden nach einem ganzen Tag in einer Sackgasse.
Das ist spannend, schön, interessant, aber nicht so gedacht. Bis wir uns auf einer richtigen Hauptverkehrsader befinden und richtig km machen können, werden noch 2 Tage vergehen. Wege, die in allen Karten verzeichnet sind, existieren nicht. Und überhaupt scheint hier der Hinterhof von Kasachstan zu sein. Er ist riesig. Er enthält sehr viel Steppe, viele kollabierte Kolchosen mit riesigen Schrottplätzen und sehr wenig Straßen und Menschen.
Den wenigen Menschen, die wir treffen ist Arqaliq unbekannt.

Bild
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Wir weichen bis über den 52° Breitengrad nach Norden aus. Jetzt sind wir auf der Straße nach Jekaterinburg unterwegs. Ein paar 100km vor der Grenze verlassen wir die große Straße, um uns nach Süden zu wenden. Wieder ist es spannend, schön, interessant, aber nicht so gedacht, daß wir fast 2 Tage brauchen bis wir auf die große Straße nach Süden stoßen. Grobe Fehler in den Karten und im GPS, ein riesiger Tagebau mitten im Weg.......
Dafür haben wir es jetzt mit einer nagelneuen Edelstraße zu tun, die weder Karten noch GPS kennen.
Es geht flott voran bis Aqtöbe. Jetzt sind wir natürlich verwöhnt und empfinden den weiteren Verlauf nach Oral auf asphaltiertem Wellblech als Zumutung. In Ozinki verlassen wir Kasachstan. Die Schlamperei des Zolls bei der Einreise macht die Ausreise mühselig. Ein Billig-Leatherman, eine Tafel Schokolade und ein Bier wechseln den Besitzer. Zügig geht es weiter über Saratov, Voronez und Kursk. Wir bleiben völlig unbehelligt und sehen weniger Polizisten etc. als auf der Hinfahrt. Bei der Einreise in die Ukraine verliebt sich ein Zöllner in mein Notsignalgerät und die Leuchtkugeln dazu. Ich hoffe, er probiert sie bei Mami in der guten Stube aus. Weiter geht es durch die Ukraine. Die Straßen werden schmaler und immer kurviger. Da muß man ja glatt den Reifendruck erhöhen. Die Flora leuchtet grellgrün. Daran muß ich mich erst wieder gewöhnen. Ab der Slovakei kommen noch riesige Reklametafeln rechts und links der Straße dazu. Die hohe Tatra steckt in feuchten Wolken. Hier wären wir gerne noch etwas gewandert. Die weiteren Grenzposten sind abgebaut. Sehr seltsam.
Und schwupps steht wir vor M&Ms Haus.

Bild
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Das war aber ein langer Endspurt.
Und jetzt die ganze Route auf einen Blick:

Bild
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Beda


Zuletzt geändert von Beda am 22.02.2009 - 22:13, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.02.2009 - 20:55 
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Hallo,

ich habe den Bericht nochmal am Stück durchgelesen, er ist richtig kurzweilig und interessant, besonders die Fotos von der Sonnenfinsternis gefallen mir. :super: Mit welcher Ausrüstung sind die denn entstanden?

Die Reise liegt ja nun auch schon ein paar Monate zurück. Was mich interessieren würde: Gibt es mit etwas Abstand betrachtet ein Highlight, also etwas, was sich besonders ins Gedächtnis gebrannt hat? Eine Gegend zB, so wie bei mir Queensland?
Ich liege wohl richtig wenn ich annehme, dass man für diese Tour gute russische Sprachkenntnisse haben sollte? Kommt man damit dann überall "durch"?

Gruß
Ingo

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BeitragVerfasst: 21.02.2009 - 22:15 
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Hi Ingo!

Es gab viele Höhepunkte und nur wenig Tiefpunkte. Wir haben so unterschiedliche Landschaften durchstreift, mit so unterschiedlichen Stimmungen, Vögeln, Schwierigkeiten. Eigentlich läßt sich da kaum "der" Höhepunkt bestimmen.
Wo ich aber unbedingt noch mal hin will, das ist der Altai. Und möglichst vor meinem 60sten. Da lag was in der Luft...

Russisch hilft, ja. Ohne wär's sicher komplizierter. Aber wohl nicht unmöglich.

Danke für Dein Interesse!
Matti

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BeitragVerfasst: 21.02.2009 - 23:02 
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Matthias hat geschrieben:
Hi Ingo!

Danke für Dein Interesse!
Matti


Hi,

gibts was Schöneres als einen Reisebericht zu lesen, wenn an einem Samstagabend das Fernweh mal wieder zuschlägt? Daher möchte ich mich dafür bedanken, dass ihr uns an der Reise teilhaben lasst!

Gruß
Ingo

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BeitragVerfasst: 22.02.2009 - 22:25 
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Hallo Gemeinde,
da habe ich doch glatt einen Teil meines Berichtes vergessen zu veröffentlichen.
Ich habe ihn an der richtigen Stelle eingesetzt.
Also alles nochmal von Anfang an lesen! :wink:

Lieber Matthias,
beim Schreiben habe ich festgestellt, daß mir die Heimat des Steppenkiebitz besonders ans Herz gewachsen ist.
Aber das liegt ja auf der Strecke.........
.......in den Altai. :fahren:

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Beda


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BeitragVerfasst: 22.02.2009 - 22:36 
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Ja, und ich werde, wenn ich mal wieder mehr Zeit habe, die Steppen und Vögel um den Tengiz-See sicher noch in Worte fassen.

Grüße: Matthias

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BeitragVerfasst: 23.02.2009 - 20:03 
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Hallo Beda.

Ein ganz toller sehr gut zu lesender Bericht mit schönen Panorama-Bildern. Klasse und herzlichen Dank dafür.



Gruß Stefan

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 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: 14.03.2009 - 11:12 
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berny hat geschrieben:
Hallo,
ich habe den Bericht nochmal am Stück durchgelesen, er ist richtig kurzweilig und interessant, besonders die Fotos von der Sonnenfinsternis gefallen mir. :super: Mit welcher Ausrüstung sind die denn entstanden?
Gruß
Ingo

Hallo Ingo,
keine besondere Ausrüstung.
Alle Bilder sind freihändig geschossen. Wo Wolken zu sehen sind, ohne Filter und die übrigen mit einer kleinen Kamera durch die Sofibrille.

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Beda


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 Betreff des Beitrags: Re: Zentralasien 2008 by BUMM: Reisebericht
BeitragVerfasst: 21.03.2009 - 14:06 
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Hi,

dafür finde ich die Aufnahmen sehr gut gelungen.

Gruß
Ingo

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 Betreff des Beitrags: Re: Zentralasien 2008 by BUMM: Reisebericht
BeitragVerfasst: 03.04.2009 - 01:56 
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Echt ein toller Bericht!
Haben ja änhnliches voriges Jahr gemacht, allerdings über den Süden (Iran etc.) in die Mongolei!
Und dann zurück über Russland, warn auch immerhin über 20 000km, u nd die beiden L049 haben echt gut gehalten!

Schöne Grüße, Gernot

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 Betreff des Beitrags: Re: Zentralasien 2008 by BUMM: Reisebericht
BeitragVerfasst: 03.04.2009 - 07:39 
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Guten Morgen und Danke Gernot,
jetzt hast Du dich verraten.
Wann kommt denn der Reisebericht von Dir?
Ich bin vermutlich nicht alleine mit meinem verschärften Interesse.

Hallo Gernot,
kannst Du dich noch an dein erstes Mal (hier im Forum) erinnern?
Da hast Du unsere Forumsregeln bestätigt, die z.B. um eine persönliche Vorstellung bitten.
Bitte nachholen!

Als Oberuntermod Beda

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 Betreff des Beitrags: Re: Zentralasien 2008 by BUMM: Reisebericht
BeitragVerfasst: 26.04.2009 - 14:35 
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Ulrike hat geschrieben:
Wir bekommen kein Diesel, weil wir keinen Talon besitzen. Das ist eine Art Gutschein. Wir können auch nicht erfahren, wo man so ein Ding bekommt.


Hallo,

zunächst mal Danke für den schönen Bericht. Wir planen dieses Jahr auch in die Richtung zu fahren. Wie ist denn das mit dem Talon gelaufen? Braucht man den und wo bekommt man den?

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 Betreff des Beitrags: Re: Zentralasien 2008 by BUMM: Reisebericht
BeitragVerfasst: 26.04.2009 - 16:40 
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Hallo Wolfgang,
wirklich geklärt haben wir das Rätsel nicht.
Im weiteren Verlauf der Reise gab es immer auch eine normale Tankstelle.
Letztlich war die Dieselversorgung viel besser als befürchtet.
Auf der Rückfahrt gab es noch diese Situation:
Zitat:
Wir brechen in Richtung Arqaliq auf und enden nach einem ganzen Tag in einer Sackgasse.
Das ist spannend, schön, interessant, aber nicht so gedacht. Bis wir uns auf einer richtigen Hauptverkehrsader befinden und richtig km machen können, werden noch 2 Tage vergehen. Wege, die in allen Karten verzeichnet sind, existieren nicht. Und überhaupt scheint hier der Hinterhof von Kasachstan zu sein. Er ist riesig. Er enthält sehr viel Steppe, viele kollabierte Kolchosen mit riesigen Schrottplätzen und sehr wenig Straßen und Menschen.
Den wenigen Menschen, die wir treffen ist Arqaliq unbekannt.

Diesmal standen wir vor der Zapfsäule einer Kolchose und man sah sich außerstande uns Diesel zu verkaufen. Aber mit etwas Rumfragen konnten wir bei diesem Privatmensch 200l kaufen.

Bild

Das war das erste und einzige Mal, daß unser Auto 10km weiter mit verstopftem Dieselfilter stehen geblieben ist.

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Beda


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 Betreff des Beitrags: Re: Zentralasien 2008 by BUMM: Reisebericht
BeitragVerfasst: 26.04.2009 - 20:13 
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@beda

ich wuerd im leben, ausser vielleicht mit meinen alten ax-army mit preline vorfilter, nicht auf die idee kommen, auf einer kolchose zu tanken.

respekt :super:


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 Betreff des Beitrags: Re: Zentralasien 2008 by BUMM: Reisebericht
BeitragVerfasst: 26.04.2009 - 23:58 
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Hallo Beda,

waren die Talon-Tankstellen dann vielleicht keine öffentlichen? Oder war das nur auf West-Kasachstan beschränkt? Muß man in Astrachan unbedingt nochmal randvoll tanken?

Ich hatte in St Moritz auch schonmal einen verstopften Filter. Wer weiß wo der Dreck herkam... :?

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