Namibia & Botswana 2014

ferne Meere, Länder und Völker

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Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Schlappohr » 27.12.2014 - 08:59

Guten Morgen,

wir hatten das Glück diesen Sommer drei Wochen durch Namibia und Botswana reisen zu können und ich wollte davon noch ein wenig berichten. Einige haben ja schon in meinem Blog mitgelesen, aber vielleicht hat ja der Eine oder Andere noch Spaß daran.
Da bei dieser Reise mein ausgesprochen Afrikaerfahrener Vater dabei war, handelt es sich um keine Hardcore 4x4-Reise, schliesslich geht der Herr stramm auf die 80 zu. :super:


Tag1
Draussen regnet es trostlos vor sich hin – das mit dem Rasenmähen wird wohl leider nichts mehr…

Namibia wird ja häufig noch immer als Deutsch-Südwest-Afrika bezeichnet, aber ich habe eigentlich keine Ahnung wie die dazugehörige Geschichte ist. Ich habe mich auch in den letzten Monaten konsequent geweigert irgendwas vorab im www anzusehen oder nachzulesen. Ich möchte Neues sehen und nichts schon vorab alles wissen.

Die Sache mit den Deutschen da unten interessiert mich jetzt aber doch und von Wikipedia erfahre ich mehr. Grob gesagt – ab 1884 war Namibia deutsche Kolonie. 1885 trafen die ersten Beamten ein und in der Folge haben sich Deutsche betrügerisch von den Einwohnern nach und nach die Ländereien angeeignet. Meist ging das über Verschuldung für irgendwelche dämlichen deutschen Luxusartikel.

Unruhen wurden von den Deutschen mit Härte niedergeprügelt, bis es zum Aufstandder Herero und Nama und schliesslich zum Krieg 1904 kam. Dabei wurden in der Schlacht am Wartenberg die Herero von 15.000 Soldaten unter deutschem Kommando geschlagen und anschliessend in die wasserlose Omaheke-Wüste getrieben, wo die meisten elendig verdursteten, da die Deutschen alle Zugänge abriegelten.

„Die Herero sind nicht mehr deutsche Untertanen. […] Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auch auf sie schießen.“
Generalleutnant Lothar von Trotha, 1904

Die wenigen Überlebenden wurden enteignet und in Konzentrationslager gesteckt, wo erneut die Hälfte starb.
Es folgte ein jahrelanger Guerilla-Krieg der Nama und schliesslich 1914 der Krieg gegen Südafrika der 1915 in einer Kapitulation der Deutschen endete.

Bis 1971 war Namibia Mandatsgebiet, war aber immer mit den Auseinandersetzungen mit den von Russland finanzierten Arbeiterorganisation SWAPO konfrontiert. Diese erhielt 1971 von der UN das Alleinvertretungsrecht. Die Angst Südafrikas vor einem möglichen kommunistischen Nachbarstaat führte zu einem jahrelangen Guerillakrieg, der erst nach dem Zusammenbruch des Ostblocks im März 1990 in der Unabhängigkeit Namibias endete.


Nach einem letzten Weissbier am Münchner Flughafen besteigen wir am späten Nachmittag den Flieger nach Johannesburg und quetschen uns in Sitze die eher für Grundschüler tauglich sind. Die vom Reisebüro reservierten Sitzplätze waren nicht mehr verfügbar und so fängt es halt etwas anders an als geplant.

Die beste Ehefrau die ich habe, macht auch gleich in der dämlichen Ziege vor sich das Feindbild für den Flug aus, da besagtes Weib erst mal den Sitz bis zum Maximalanschlag nach hinten donnert, statt die Höflichkeit zu besitzen und bis nach dem Essen zu warten.

In Johannesburg erwarten uns dann viele lange Schlangen und schliesslich der Anschlussflieger nach Windhoek.

Windhoek International kann man getrost als “übersichtlich” bezeichnen – für einen Amerika-Reisenden sehr charmant…

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Nachdem wir unseren Zettel abgegeben haben, in dem wir mit einem Kreuzelchen bestätigt haben, dass wir nicht im Ebola-Gebiet waren und auch keine Ebola-Symptome verspüren, wird noch rasch unsere Körpertemperatur gescannt.

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Von unseren vier Koffern kommen drei an (Nummer 4 wird ein paar Stunden später nachgeliefert) und unser Toyota Hilux von Europcar ist in Wirklichkeit ein Ford Ranger – macht nix, ist ja angeblich auch ein gutes Gefährt und das Lenkrad ist so oder so auf der falschen Seite.

Und so kämpfe ich mich mit dem Ferien-4×4 die 40 Kilometer bis in die Innenstadt von Windhoek, ziemlich mit der Schaltung kämpfend, aber dafür nur drei mal scheibenwischend statt blinkend (die Hebel sind auch gespiegelt)

In der Pension Steiner beziehen wir unser erstes Lager auf dieser Reise und geniessen die verdiente Dusche.

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Sonntagnachmittag ist auch in Windhouk nicht so wirklich viel los und wir begnügen uns mit einem kleinen Stadtbummel und dem Erwerb von Getränken.

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Tag zwei.
Man kann nicht wirklich behaupten dass wir geschlafen haben – komatöser Zustand beschreibt es schon eher und so stehen wir um 8 Uhr fit und munter vor dem Buffet im Frühstücksraum. Viele andere Deutsche trudeln nach und nach ein und sind durchaus an ihren muffeligen Gesichtern zu erkennen. Warum nur? Das ist Urlaub, die Sonne scheint und es ist warm! Warum fliege ich hier her um dann meine Scheisslaune quer durchs Land zu fahren?

Egal, nach reichhaltigem Frühstück und Gespräch mit den Hotelwäschefrauen geht es in die Stadt. Der riesige Pickup macht erstaunlich wenig Probleme, die Linksfahrerei geht langsam und nur die gegensätzlichen Richtungsansagen meiner Mitreisenden machen das Ganze kompliziert :mrgreen:

Wir nehmen uns die Zeit und streifen durch viele Läden, in denen afrikanische Handwerkskunst angeboten wird. Es gibt gruseliges, wunderschönes und billiges. Gekauft haben wir noch nichts, weil wir ja noch mal hier her kommen und es zunächst mal um ein Gefühl für das Preisgefüge ging. Klarer Vorteil dieser Läden – man kann in Ruhe schauen ohne von aufdringlichen Verkäufern bedrängt zu werden.

Zwischendrin eine Fruchtsaftpause auf der wunderbaren Terasse im ersten Stock des Namibianischen Handwerksmarkts. Es geht weiter durch noch mehr Läden bis zum Supermarkt in dem Kühlboxen (eine Große für die Ladefläche und eine Kleine für den Innenraum) Getränke und Knabbereien gekauft werden.

Danach einen Kaffee, eine Kleinigkeit zum Essen und Leute beobachten. Ich bin mir nicht im Klaren, was ich eigentlich exotischer finde – rot angemalte barbusige Himba-Frauen beim Einkaufen im Supermarkt, oder rabenschwarze Bedienungen in einem deutschen Cafe die fliessend deutsch sprechen?

Danach noch Malaria-Prophylaxe kaufen – zusammen 120€

Zu guter Letzt erwerben wir nach einigem Suchen mit dem Verkäufer ein passendes Kofferband um die kleine Kühlbox an der Chubby-Box zu fixieren.

Zurück im Hotel folgt ein Feierabendbier am Pool und das Studium der lokalen deutschsprachigen Zeitung. Besonders die Immobilienanzeigen sind spannend Eine Farm mit185 Hektar Schafherde, Gebirgszug, Schlachträumlichkeiten kostet ca. 300.000 €. Ausserdem erfahren wir das Oma Hilde gestorben ist. Traurig. Man merkt aber besonders an den Todesanzeigen wie stark der Zusammenhalt der deutschen Gemeinde hier unten ist.

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Tag drei.
Koffer packen. Frühstücken mit Muffelfressen. Auto beladen. Drei mal rechts abbiegen und schon sind wir auf dem Transkalahari Highway. Tadellos ausgebaut geht es auf dieser berühmten Strasse jetzt Richtung Swakopmund. Unterwegs fallen uns immer wieder die lustigen Rastplätze mit den blauen Überdachungen auf. Leider verpassen wir den Schönsten, der malerisch vor einem Baum aber schließlich halten wir irgendwann an einem anderen hübschen mit weißem Dach für ein hübsches Foto.

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Als das Foto im Kasten ist entdecke ich plötzlich in ein paar hundert Meter Entfernung die erste Giraffe der Reise und kurz danach weitere. Eine junge Giraffe ist so neugierig dass sie erstaunlich nah kommt.

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Am frühen Nachmittag erreichen wir Swakopmund und checken im Hotel Eberwein ein. Das Hotel Eberwein ist eine wunderschöne alte Villa. Swakopmund ist eine Art Kurstadt, direkt am Meer gelegen. Soviel zum Klappentext...in Wirklichkeit verlässt die beste Ehefrau und mich nie das Gefühl in einer Art Bad Wörrishofen am Meer gelandet zu sein - nur Deutsch und nur ältere Semester :?

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Es gibt viele Einkaufsmöglichkeiten und so erstehen wir für Sandra handgenähte Lederboots und ich bekomme einen Falt-Klapp-Lederhut. Allerdings ist es ein wenig frisch. Die Cafes und Lokale am Meer haben auch alle geschlossen, denn es weht ein eisiger Wind. Bevor wir abends zum Essen gehen, bewährt sich der Autor als Hotelaushilfs-Barkeeper, da die nette Dame an der Rezeption leider keinen G&T mixen kann. Als alte G&T-Trinker und nach einigem Suchen nach dem G mixen wir uns halt unsere Sundowner selber. Hinterher geht es ins Kükis zum Essen.

Anmerkung: das Getriebe vom Ford Ranger gibt sehr hässliche Töne von sich (7.000 km auf der Uhr)

Tag vier.
Für unsere Verhältnisse diesmal relativ früh starten wir nach Walvis Bay. Leider ist es immer noch sehr kühl und nebelig. In Walvis Bay besteigen wir den Katamaran von Mola-Mola. Sofort begleitet uns ein Pelikan, der wohl jeden Morgen einen Stammplatz im Boot einnimmt. In Decken eingewickelt können wir in einer knapp dreistündigen Fahrt Delfine, den Mola-Mola-Fisch (auch bekannt als Mondfisch) und Seehunde bestaunen. An Bord gibt es dann für die, die es mögen noch frisch geerntete Austern zu schlürfen. Der Höhepunkt ist, dass am Ende der Fahrt ein Seehund das Schiff entert und hautnah bei uns sitzt.

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Danach folgt ein Besuch bei Europcar Walvis Bay. Der ahnungslose Manager brabbelt nach einer kurzen Testfahrt meine Diagnose einfach nach und meint dass ich ihm zur Ford Werkstatt hinterherfahren solle. Dass ich eine Ford-Werkstatt nicht auf meinem Sight Seeing Plan habe begreift er dank "prägnanter Wortwahl" und meint, dass sich das noch ahnungslosere Mädel im Büro um ein Austauschauto bemühen soll. Das sagt sie uns auch zu. OK – mal sehen….

Anschließend geht es an den beeindruckenden Dünen entlang – wir verfahren uns mal kurzfristig – zur Mondlandschaft. Eine Landschaft, die so aussieht als wäre man auf dem Mond. Beeindruckend. Während der Fahrt dahin wechselt die Landschaft ständig. Die Farbenvielfalt ist beeindruckend. Hinterher suchen wir noch die Wellwetschia, eine seltsam hässliche, aber urururalte Pflanze, die hier wächst. Wir finden auch irgendwann eine (Spoiler: einen Tag später begegnet sie uns inflationär überall).

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Der Anruf am frühen Abend bei Europcar in Windhoek erbrachte die Erkenntnis, dass die (natürlich) von gar nichts wussten, uns aber bis zum nächsten Morgen ein Ersatzauto aus Windhoek anliefern würden. :?
Der Tag findet nach dem erneuten G&T vom Hotelaushilfsbarkeeper als Sundowner seine Vollendung mit einem Besuch im Restaurant Jetty, dass auf einem Steg ins Meer hinaus gebaut ist.
Vier mal Vorspeise, Vier mal Hauptspeise, vier Bier, zwei Flaschen Wein, Taxifahrt hin und zurück, Trinkgeld und trotzdem keine hundert Euro…

Tag fünf.
Wunderbares Frühstück, sieht man mal von den seltsamen Deutschen ab, die uns jeden Tag irgendwie begleiten. Alle natürlich in Luxus Outdoorkleidung, frisch vom Expeditionsladen ihres Vertrauens. Dazu ein Tisch mit sehr stämmigen Männern, wir denken es ist eine Jagdgesellschaft aus Südafrika. Zu unserer absoluten Überraschung steht schon vor neun Uhr das Ersatzauto vor der Türe. :shock:

Wir fahren los, verlassen Swakopmund und bewegen uns parallel zur Küste. Der grösste Abschnitt davon ist die Skelettküste. So genannt, weil es eine sehr trockene – spröde, sehr unfreundliche Landschaft ist. Hier wächst wirklich nichts. Es sollen mehrere Schiffswracks dort liegen. Man findet viele Knochen, sowohl von Tieren als auch von Menschen.

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Einzig halbwegs freundlicher Ort ist die mächtige Seelöwenkolonie bei Cape Cross. Seelöwen soweit das Auge reicht – auch im Wasser. Kleine Seelöwen, grosse Seelöwen, alte Seelöwen, dicke Seelöwen. Seelöwen überall und fast zum Streicheln nah. Ein wunderbarer Anblick.

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Irgendwann verlassen wir die Küste und fahren ins Landesinnere Richtung Twyfelfontain. Die Strassen werden sandiger und unebener und die Landschaft wieder spannender.

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Unterwegs begegnen uns die ersten Oryx und Strauße. Twyfelfontain ist der Ort, an dem man tausende Jahre alte Felsenmalerei bestaunen kann.

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Die Lodge, die wir wirklich ganz kurz vor Dunkelheit erreichen fügt sich fantastisch in das Landschaftsbild ein. Beim Abendessen, diesmal ein Buffet unterhält uns das Personal mit afrikanischen Gesängen. Klar, hinterher gehen sie rum und wollen einen kleinen Obulus aber den bezahlen wir aber gerne, denn die Afrikaner singen mit soviel Freunde und Leidenschaft, dass es ein Genuss ist ihnen zuzuhören.

Tag 6

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Die beste Ehefrau die ich habe hat Geburtstag. Die erste Überraschung ist ein Geburtstagsständchen von Sandra, sehr dunkel, sehr nett und ihren Kolleginnen, die ein afrikanisch interpretiertes Happy Birthday vortragen.

Während ich also also mit dem Besen die Ladefläche des Pickup vom Sand befreit steht eine fünfköpfige Gesangstruppe (Hauptamtlich eigentlich die Zimmermädchen) da und schmettert zwei Geburtstagslieder ins morgendliche Tal. Ein wirklich besonderer Moment, weil ihre Lebensfreude einfach nur fasziniert.

Nach dem Frühstück geht es zu den überaus beeindruckenden Felsmalereien, die ca. 3-5.000 Jahre alt sind. Manche von ihnen dienten als Fährtenausbildung für Jungjäger (sonst wird ganz schnell aus dem angestrebten Kudu-Braten eine Situation, in der man plötzlich selber auf der Speisekarte eines Löwen landet), andere sind Landkarten für Wasserlöcher.

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Achso: das Wetter hat sich inzwischen natürlich geändert – es ist heiß, sehr heiß. :super:

Nach der Besichtigung geht es weiter Richtung Ethosha Nationalpark. Wir fahren länger über sandige Strassen, sehen zwar viele Verkehrsschilder mit dem Hinweis: Achtung hier Elefant – aber die scheinen wohl gerade Mittagspause zu machen. Wir wollen in Korixas tanken – was irgendwie nicht möglich ist, da gerade der Tanklaster die Tanks neu befüllt. Wir sollten rund eine Stunde warten. Also fahren wir weiter. Kurz vor dem Ethosha Nationalpark finden wir eine funktionierende Tankstelle . Preisfrage: wie viel Afrikaner benötigt es, um ein Auto zu betanken? Also mindestens 5-7, einer zum einweisen, einer zum beobachten ob auch alles richtig läuft, einer zum betanken, einer zum Frontscheibenwischen, einer zum Heckscheibenwischen, einen der alles gesamt überwacht und einer der kassiert. :mrgreen:

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Kurz vor der Etosha Pfanne beziehen wir diesmal unser Quartier bei Adri und Hanel. Um ein Haupthaus reihen sich ein paar kleine Bungalows. Alles ist sehr familiär und überschaubar, aber mit viel Herzblut gebaut und eingerichtet. Die Zimmer sind gemütlich, einzig, dass das Badezimmer im Zimmer integriert ist, und Dusche und WC nur doch halbhohe Steinmauern abgetrennt sind, ist ein wenig gewöhnungsbedürftig.

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Die Campeigene "Gepardenfütterung" stellt sich dann als großes Raubkatzenevent raus, denn neben den Geparden gibt es auch noch zwei Leoparden, einen Luchs, eine Tüpfelhyäne und zwei Grauhyänen. Wir schauen alle ein wenig ungläubig als wir eingeladen werden, in das Hyänengehege zu gehen und sie zu streicheln. Was für ein Geburtstagsgeschenk. Wer kann schon von sich sagen, dass er eine Hyäne gestreichelt hat? Die wurden hier aufgezogen, sind entsprechend voll domestiziert und benehmen sich wirklich wie Hunde. Sie schmeißen sich auf den Rücken und lassen sich den Bauch kraulen. Man braucht aber schon ein wenig Mut beim Anblick der beeindruckenden Gebisse.

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Das war dann allerdings auch schon das letzte Mal, dass wir auf dieser Reise Tiere hinter Zäunen sehen sollten. Wie es weitergeht berichte ich bald im zweiten,dritten und vierten Teil.

Grüße
Florian
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Matthias » 27.12.2014 - 09:44

Sehr nett, Florian, danke!

Besonders beeindruckend finde ich, dass die braunen "Unterrichtungsschilder" (Reiterdenkmal usw.) genau das deutsche Design haben. Da scheint es immer noch irgendwelche unterirdischen Verbindungen zu geben.
"Vier Bier und so ..." – war denn der Musterschüler auch dabei? Und dass die Löwen früher, zur Steinzeichnungszeit, am Schwanzende auch noch eine Pfote hatten, war mir neu. Man lernt nie aus.

Gespannt aufs Kommende
Matti
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Jürgen » 27.12.2014 - 11:18

Servus Florian

Sehr schön :super:

Es ist immer wieder eine Freude für mich , Deine wunderbar kommentierten Bilder zu sehen :respekt:
Viele Grüße aus dem Allgäu,
Jürgen
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Beda » 27.12.2014 - 11:23

Hallo Florian,
danke für die Bilder und den Bericht.
Aber, auch wenn es den Hundefreund schmerzen mag, ihr habt keine Seehunde gesehen

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http://de.wikipedia.org/wiki/Seehund

sondern Seelöwen bzw. Südafrikanische Seebären (Arctocephalus pusillus)
Mit einer Länge von 250 cm (Männchen) bzw. 180 cm (Weibchen) ist dies die größte Art der Gattung; der lateinische Artname pusillus bedeutet unglücklicherweise wörtlich „der Kleinste“, so dass sich manchmal der angesichts der Größe widersinnige Name „Zwergseebär“ für diese Art eingebürgert hat.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Schlappohr » 27.12.2014 - 14:03

Mahlzeit,
Matti - Namibia versucht wohl gerade verzweifelt die deutschen Spuren zu tilgen indem man Deutsche Namen durch Einheimische Namen ersetzt (Strassen, Plätze etc.) aber dennoch sind die Ursprünge und noch immer bestehenden Beziehungen deutlich zu sehen. Es bleibt natürlich auch nicht aus, dass man bei offenem Auge in Antiquariaten auch Souvenirs aus der Zeit findet auf die wir nicht gerade stolz sind...
Der Junior war nicht dabei, sondern hat die Hütte und Hund gehütet - Nr. 4 war die Lebensgefährtin meines Vaters

Hallo Jürgen - Dankeschön, ich mache mich gleich ans nächste Werk :wink:

Beda - super! Danke fürs aufpassen - ntürlich Seelöwen. Allerdings wenn Du mal einen meiner G&T getrunken hast, kann es Dir auch passieren dass Du Hunde und Löwen verwechselst :mrgreen:

Herzlich
Florian
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Schlappohr » 27.12.2014 - 18:26

Wie versprochen geht es weiter mit Teil 2

Tag sieben.

OK, die Lodge von Adri und Henel ist wirklich toll – aber die Matratze hatte schon mal bessere Tage…

Egal – sensationelles Frühstück, wobei wir es schon es schon irgendwo seltsam finden dabei von ausgestopften Kudus, Antilopen, Löwen und Leoparden „beobachtet“ zu werden. Danach ab in den Ford Ranger der bisher sorgenfrei läuft und zum Etosha National Park. Und dann…
…na seht einfach selber:

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So klein, aber wirklich ein ganzer Kerl....

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Der Tierreichtum ist einfach atemberaubend – allerdings gibt es einen leicht faden Beigeschmack, denn es sind zwar viele 4x4s wie wir oder gleich mit Dachzelt unterwegs (und zwei Fernreisemobile und ein VW Käfer!!! :shock: ) aber eben auch Unmengen Safaritourfahrzeugen die sich an den Wasserlöchern aggressiv nach vorne drängeln und somit die Sicht versperren und mehre große vollklimatisierte Reisebusse die gleich die kompletten Wasserlochhaltestellen zumachen. :kopfgegenmauer:

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Wir empfinden das nur als entsetzlich, denn das hat nichts mehr mit Reisen und Afrika erleben zu tun. Am Ende kommen dann vermutlich zu Hause Berichte raus „Hach wir haben ja soooo viel erlebt und gesehen“ und dazu hunderte Fotos geschossen durch die Busfensterscheiben.

Am späten Nachmittag kehren wir in unsere Lodge zurück und geniessen bald darauf einen weiteren G&T, die Sonnenuntergangsstimmung und danach wunderbare Hausmannskost von unseren Gastgebern.

Tag acht.
Heute heisst es nach dem Frühstück Abschied nehmen von Adri und Hanel, was uns nicht ganz leicht fällt. Danach die erneute Einfahrt in den Etosha National Park.

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Während wir gestern hauptsächlich die Gegend westlich und östlich vom Anderson Gate durchfahren haben, geht es heute östlich durch den Park, bis wir schließlich am späten Nachmittag den Park verlassen und direkt hinter dem Gate in die Zufahrt zur Aoba Lodge einbiegen.

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sehr sehr sehr weit weg, aber immerhin: Die beste Ehefrau entdeckt ein Nashorn

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ebenfalls sehr sehr weit weg – ein Löwenrudel. Im Hintergrund die eigentliche Etosha-Pfanne

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„Zufahrt“ ist leicht missverständlich, denn die Fahrt auf dem Weg durch das Gelände der Lodge dauert tatsächlich 30 Minuten. Was uns hier erwartet ist allerdings schlicht und ergreifend umwerfend. Ein kleines Paradies. Es empfängt uns Elizabeth mit einem kleinen Fruchtdrink und erklärt uns alles was wir wissen müssen. Dann zeigt sie uns die Zimmer – also die kleinen Luxus-Bungalows. Mit “geringfügiger” Verspätung von 13 Jahren belegen die beste Ehefrau und ich die Honeymoon Suite ganz am Ende der Anlage. Wir haben zwar nur ein Zimmer mit Badezimmer, aber dafür eine Doppel-Hängematte vor der Türe und eine Außenbadewanne und Dusche. Tja…und ein Bett das dem Namen des Ganzen absolut entspricht. Bei der Größe ware es auch für Leute tauglich die mehrere Ehefrauen haben.

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Das Abendessen ist dann auch eine Wucht. Es gibt Filet vom Springbock und vom Kudu mit Kürbis und Kartoffeln. Das Springbockfilet ist so zart, dass es fast auf der Zunge zerfällt. Ein wahrer Genuss. Nelson, der Manager berät uns in Sachen Wein und der Rotwein ist ein Traum. (Anmerkung beste Ehefrau: ja und auch Nelson ist ein ganz smarter und gutaussehender toller Mann. Gut, dass ich so glücklich verheiratet bin…. )

(Anmerkung von mir: Nelson ist übrigens mit einer Schweizerin verheiratet, die auch sehr glücklich aussieht – ist doch schön wenn Frauen glücklich sind, oder?)

Fast schon eine Sensation ist, dass es in der Nacht regnet. Nicht viel, aber immerhin. Schon während des Abendessens blitzte und donnerte es die ganze Zeit und wir fragen uns, was eigentlich Giraffen bei Gewitter machen???

Ja, ich weiss...bescheuert, aber die Frage beschäftigt mich tatsächlich und ich habe bis heute noch keine Antwort gefunden.

Tag neun.
Es ist bedeckt aber sehr angenehm von den Temperaturen. Ich sehe frühmorgens als erstes Bushbabys direkt vor unserem Bungalow rumtanzen. Während des Freiluftduschens sitzt neben mir im Bäumchen ein dunkelblau schillernder Vogel der interessiert zusieht. Lustig…

Nach dem sehr leckeren Frühstück fahren wir wieder in den Park. Aber heute haben wir nur wenig Glück. Uns begegnen zwar viele Giraffen aber nicht ein Elefant. Irgendwie ist der Park wie leergefegt. Und so bleibt es dann auch den ganzen Tag. Bewölkt, sehr viele Giraffen, ein paar Antilopen, Kudus und Zebras und das war es dann auch. Später am Tag erfahren wir dann, dass bei stark bewölktem Himmel die meisten Tiere nicht rauskommen. Aha – was gelernt.

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Es folgt wieder ein umwerfendes Abendessen, bei dem wir an der Wasserstelle neben dem Essensbereich Kudus beobachten können. Wahnsinn…

Tag zehn.
Wir nehmen (ungern) Abschied von der Managerin Sarah (wir erinnern uns – die glückliche Ehefrau von Nelson…), räumen unser Gepäck in den Pickup und machen uns auf den über 450 Kilometer langen Weg zur nächsten Lodge. Seitdem ich weiss, dass man beim Pickup einfach die Seitenscheiben des Laderaums 1/3 auflassen muss, haben wir auch nicht mehr jeden Abend 20 Kilo Sand im Laderaum… :super:

Zunächst geht es Südwest nach Tsumeb, wo Geld vom Automaten gezogen wird und die blühenden Jacaranda – Bäume bestaunt werden.

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Auch andere Bäume haben schöne Blüten

Danach weiter Richtung Grootfontein – tanken und Eis für die Kühlbox kaufen.
Seit Rundu (nahe der Grenze zu Angola) sind wir auf einmal mitten in Afrika. Immer weniger Weiße zu sehen, keine deutschen Beschriftungen mehr und dafür klassische Schwarzensiedlungen – Lehmhütten mit Strohdach und Strohzäunen drumherum. Keine Giraffen und Antilopen mehr sondern Ziegen, Ziegen, Rinder, Esel und Ziegen – meist am Straßenrand und meist so nah am Rand, dass ich in der Mitte der Strasse fahre. Macht aber nichts, denn der Verkehr ist übersichtlich. Wenn uns auf der ganzen Strecke mehr als 200 Fahrzeuge entgegengekommen sind ist es viel. Dafür erleben wir immerhin eine Radarfalle! Ich fange an zu rechnen, wie viele Temposünder die wohl pro Tag erwischen und kommt auf geschätzte 3 – 5. Dafür den ganzen Tag hinterm Busch zu sitzen…naja, Afrika halt.

Wir fahren auch an sehr vielen Schulen vorbei und sehen Kindergruppen in ihren Schuluniformen auf dem Heimweg. Jedes der Gesichter strahlt unendlich viel Lebensfreude aus und uns wird heftig zugewunken. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass die Kinder hier vermutlich glücklicher sind als bei uns. Im Laufe der nächsten Stunden sieht man dann die Kinder in ihren Alltagsklamotten, spielend, in Bäume kletternd und immer lachend und so bestätigt sich der Eindruck einer glücklichen Kindheit.

Man sieht viele Kneipen, so genannten Sheebans und Nachtclubs (also so kleine zwei auf zwei Meter Hütten mit so fantasievollen Namen wie Paradies Place oder …..

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und der örtliche Metzger ist ein Tisch unter einem Baum an dessen Äste große Fleischstücke aufhängt an Seilen hängen. Und wir machen uns Gedanken über ein Mindesthaltbarkeitsdatum…

Wie immer, sieht man in Afrika die Kinder in den Schulen oder auf dem Schulweg, die Frauen mit Wäschekörben oder Wasserbehältern auf den Kopf, oder bei der Zubereitung von Essen oder anderen Arbeiten. Die Männer liegen derweil grundsätzlich unterm Baum im Schatten und machen Pause. Das wohl den ganzen Tag. Anstrengendes Leben…

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Strohdachfabrikation

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Wir erreichen dann am frühen Nachmittag unsere nächste Lodge – die Riverdance Lodge, direkt am Okawango, der hier die Grenze zu Angola markiert. Die Lodge selber ist gestalterisch ein weiterer architektonischer Traum mitten in Afrika. Die Zimmer sind zum Fluss hin gebaut mit einer großen Fensterfront. Vom Bett aus hat man einen fantastischen Blick über den Okawango. Das Badezimmer ist ausgelagert, ebenfalls mit einer großen Fensterfront, einer Designerbadwanne und einer Regendusche. In der Badewanne liegend hat man den selben sensationellen Blick wie aus dem Bett.


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Diese Lodge wurde von einem deutschen Ehepaar in vier Jahren hier mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung geplant und gebaut. Sie leben hier ihren afrikanischen Traum. Allerdings beeindrucken uns Service und Essen nicht wirklich…

Tag elf
Um vier Uhr “beenden” wir unseren Ruhetag und gehen auf eine kleine Bootstour. Joseph unser Bootsführer fährt mit uns ein Stück den Okawango rauf. Wir sehen kleine Krokodile, Seeadler, Nilpferde.

Da der Okawango hier ein Grenzfluß ist, ist auf der einen Flußseite Namibia, auf der andern Seite Angola. Beide Seiten betreiben hier einen regen Fluß-Grenz-Verkehr. Wir erfahren von Joseph, dass die Kinder aus Angola in Namibia zur Schule gehen. Sie setzen jeden Morgen mit einem kleinen Boot über, den in Namibia gibt es mehr Schulen. Auch arbeiten viele Leute aus Angola in Namibia. Und das alles ohne große Grenzformalitäten. Nur noch mal zur Erinnerung – Angola hatte 27 Jahre lang Bürgerkrieg und es gab einen brutalen Stellvertreterkrieg (Kuba, Russland, Angola gegen Südafrika, USA, Namibia mit der entscheidenden Schlacht 1988 in Quito Cuanavale in dessen Folge Kuba aus Angola abzog und Südafrika aus Namibia. Wie wunderbar, dass selbst Menschen in ihrer unendlichen Dummheit es nicht schaffen solch ein Paradies zu vernichten und irgendwann Vernunft einkehrt!

Kinder die in die Schule gehen, sind sicherlich der beste Weg in eine bessere Zukunft.

Wir sehen das Leben auf beiden Flußseiten. Frauen waschen Wäsche, Mit Ochsen wird Wasser vom Fluss geholt und auch die abendlichen Badriutale werden am Flussufer erledigt. Wir genießen unseren Sundowner und sehen zum Schluß auch noch Elefanten auf der Angolanischen Seite die sich mit schützendem Schlamm bespritzen.

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Suchbild mit Kroko

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Baobab tree

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Graufischer (Ceryle rudis) bei der Jagd.

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Eine wunderschöne ruhige Bootsfahrt und Afrika wie wir es uns vorgestellt und gewünscht haben.

Das Abendessen ist um Längen besser als gestern. Wir lernen auch am Lagerfeuer Dirk kennen, der seit 18 Jahren in Swakopmund lebt und von dort Individualreisen organisiert. Er fährt mit maximal 3 Personen mit seinem Nissan Patrol dort hin, wo eben keine Billigreisenbusse hinfahren. Von ihm erfahren wir auch dass Angola, Sambia und Simbabwe kein Problem sind – natürlich vorausgesetzt man kennt sich aus und verhält sich richtig. Wer mit Dirk reisen möchte kann mich gerne kontaktieren.

Und jetzt müssen wir auch ein wenig unsere Meinung revidieren: wir haben uns noch mal mit der Riverdance Lodge und dem Gedanken der dahintersteckt auseinandergesetzt. Tino und Karin haben die Lodge in vier Jahren mit Hilfe der Einheimischen aufgebaut. Und es sieht so aus, als ob Sie sich ganz bewusst aus dem Tagesgeschäft so weit als möglich raushalten. Für uns macht es nach längerem Überlegen den Eindruck, als ob die Beiden eben gerade nicht den Chef spielen wollen, sondern geben die Verantwortung an die Einheimischen ab. Dass dann nicht immer alles so gewohnt perfekt abläuft, mag man verstehen und dann auch einfach akzeptieren.

Schlafen können wir auf jeden Fall wunderbar. :super:

Nachtrag: zwei Tage später stellt die beste Ehefrau fest, dass Sie einen Beutel mit diversen persönlichen Dingen in der Riverdance Lodge vergessen hat. Es genügt eine Email und Karin von Riverdance sichert uns schnelle Hilfe zu. Sie veranlasst, dass bei unserer Rückkehr in Windhoek der Beutel dort im Hotel schon auf uns wartet. Das ganze kostenlos. DAS nenne ich einen tollen Service…

Teil drei folgt demnächst,
herzlich
Florian
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Ulrike » 27.12.2014 - 19:33

Hi Florian,

danke für den interessanten Bericht und die vielen schönen Bilder - ich hoffe den älteren Herrschaften hat die Reise auch gefallen.
Ich freue mich schon auf Teil 3.

Grüße aus dem verschneiten Lalo
Ulrike
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Schlappohr » 28.12.2014 - 09:14

Hallo Ulrike,
die "älteren Herrschaften" sind alle zwei Jahre für mehrere Wochen da unten :wink: - mein Vater war das erste Mal 1972 im Okavango Delta und ich das erste mal 1979 mit ihm im südlichen Afrika.
Grüße zurück aus dem verschneiten Allgäu
Florian
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Matthias » 28.12.2014 - 11:24

Lieber Florian,

das Laden des Beitrages dauert nun schon ganz schön lang, jedenfalls mit meinem Bauern-DSL. Müssen eigentlich erst alle Bilder in hoher Auflösung und über spaltenbreit geladen werden?

Grüße und danke für die vielen schönen Viecher!
Matti
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon unbemerkt » 28.12.2014 - 12:13

Moin Florian,

und noch einmal ein übergroßes Danke, Danke, Danke für die schönen Bilder und Deine herzerfrischenden Beschreibungen, auch wenn ich in Deinem wunderbaren Blog schon einmal "Mitreisender" sein durfte.

Ich würde mich unendlich freuen, wenn Du meine Süße, mich und vielleicht auch Freunde z.B. am 15. Mai mit einem Bildbericht endgültig davon überzeugen könntest, diese Tour beim nächsten Reisesparschweinschlachtfest weitestgehend nachzumachen. :wink: :huepfen:

Mit dankbaren Grüßen von Kay, welcher sich schon auf den nächsten Teil freut und bestimmt wieder ganz zufällig die Seite für die Püppi auf dem Rechner stehen lässt, wenn er Werkstattdecke streichen geht.

PS: Moin lieber Matti, die Bilder sind gar nicht so groß und der Florian hat sie schon für uns herunter gerechnet, sonst könnten wir zwei den Beitrag erst morgen ansehen. Ich mache mir einfach immer erst ein Genießerteechen während ich auf so einen schönen Reisebericht "warte" und freue mich daran, daß die heutige Zeit so etwas überhaupt möglich macht..... :wink:
O.k. manchmal ist es ein wenig nervig.... aber wir sind doch noch jung und haben noch Zeit. :extremlached:

Noch ein lieber tiefenentspannter Gruß von Kay, welchem die Telekom heute 672 KB zugestanden hat.
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

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im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Schlappohr » 28.12.2014 - 16:53

Hallo Ihr Zwei
Tatsächlich sind die Bilder schon runtergerechnet von ca. 35 MB pro Bild - das alles noch kleiner zu machen und wieder hochzuladen würde allerdings für mich ewig dauern :roll:

Hallo Kay,
ich kann den 15. nicht zusagen, weil ich nicht weiss ob ich da Urlaub bekommen werde. Wenn ja kommen wir natürlich und dann bringe ich natürlich gerne Bilder mit - die wirklich guten Bilder habe ich ja teilweise gar nicht veröffentlicht :wink:
Allerdings werde ich den Beamer nicht mehr mitbringen können...

Ich würde die Reise so heute nicht mehr machen, aber dazu später mehr.

Herzliche Grüße
Florian
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Schlappohr » 28.12.2014 - 17:07

So, Halbzeit und es geht weiter mit dem dritten Bericht

Tag zwölf
Wir verlassen Riverdance und machen uns auf dem Weg nach Botswana. Die lange Fahrt durch den Caprivizipfel zeigt wieder ein Bild von fröhlichen Schulkindern und Ansiedlungen die sehr unterschiedlich sind. Wir Sehen Kraale die wunderschön mit Blumen geschmückt sind und andere die völlig heruntergekommen sind und wo überall Plastiktüten an den Büschen und Bäumen hängen.
Ansonsten begleiten uns in den nächsten Stunden Ziegen, Hunde und Kühe die grundsätzlich dann über die Straße laufen wollen wenn wir kommen. Naja, die sind ja auch hier daheim…

Der Caprivizipfel geht auf territoriale Austauschgeschäfte der Deutschen mit Großbritannien zurück, bei denen man bestrebt war eine Verbindung von Deutsch-Südwestafrika zum Sambesi-Fluss zu schaffen und später eine vollständige Verbindung nach Deutsch-Ostafrika.

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In Katima Mulilo stellen sich unsere “Senioren” der bürokratischen Herausforderung Briefmarken in der Post zu erwerben. Während dieses zwanzigminütigen Vorgangs haben die beste Ehefrau und ich etwas Zeit weitestgehend durchs Auto getarnt dem bunten Treiben am Hauptplatz zuzusehen.

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Irgendwann erreichen wir die Grenze. Wir füllen das Namibia-Formular aus, dass wir für die Ausreise brauchen und bekommen hübsche Stempel in die Pässe. Dann überqueren wir die Ngoma Bridge und den Chobe River und bekommen eine rießige Elefantenherde zu sehen. Mir fällt bei der entstehenden Begeisterung gerade noch ein, dass es vielleicht keine clevere Idee ist, Fotos im Grenzgebiet zu schiessen… Rückwirkend hätte es vermutlich niemand interessiert.
Die Einreise nach Botswana verläuft sehr gelassen. Zwei Mädels – eine vom medizinischen Dienst – prüfen erstmal unsere Pässe, ob wir aus einem von Ebola betroffenen Gebiet kommen. Dann dürfen wir in das Grenzbüro, wo wir mit einem fröhlichen „Guten Tag“ begrüßt werden. Ja, manch Botswanischer Grenzbeamte spricht noch Deutsch . Anschließen dürfen unsere Schuhe und die Autoreifen noch ein Desinfektionsbad genießen. Dann sind wir endlich in Botswana.
Die Fahrt geht weitere 50 Kilometer durch die Chobe Flood Plains nach Kasane.

Unser Ziel heute ist die Chobe Safari Lodge in Kasane. Eine riesige Lodge, mehrheitlich ausgerichtet auf Reisegruppen, die direkt am Chobe Fluß liegt und schon von weitem kann man die Elefantenherden im Chobe Nationalpark sehen.

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Das Abendessen gestaltet sich in Buffetform und da wir vorher keinen Tisch reserviert haben, bekommen wir halt den Katzentisch ganz am Ende des großen Speisenraums. Egal – die Ellenbogen werden gespitzt und die Schlacht am Buffet erfolgreich geschlagen. Einzig die direkte Auseinandersetzung mit britischen Rentnern bei der Roastbeef-Verteilung vermeiden wir besser. Man weiss ja nie…

Tag 13
Unser heutiges Ziel sind die Viktoriafälle in Simbabwe. Aufgrund des erheblichen bürokratischen Aufwands mit eigenem, bzw. gemietetem Fahrzeug nach Simbabwe einzureisen bleibt unser Ford Ranger heute stehen. Nach dem Frühstück bringt uns ein Fahrer in einem Defenderumbau an die Grenze

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Dort werden wir dann von einem anderen Team aus Simbabwe quasi „übernommen“. Während die Einreise nach Botswana und Namibia wirklich ein Kinderspiel ist, sieht das hier schon ganz anders aus. Zwei Grenzbeamte wickeln die Formalitäten ab. Was bedeutet, man bekommt ein Tagesvisum. Pro Person darf man erstmal 30 USD bezahlen. Es werden Zettelchen ausgefüllt, Quittungen geschrieben, Visa geschrieben und geklebt, wieder Zettelchen und Quittungen produziert, natürlich auch kassiert und unendlich viel gestempelt. Bis wir endlich unsere Pässe mit dem Visa wiederhaben, haben wir rund zwei Stunden gewartet.

Die Fahrt zu der Stadt Victorian Falls dauert ca. eine Stunde und geht quer durch den Sambesi Nationalpark. Man sieht aber heute Vormittag keine Tiere.

Die Quelle des Sambesi findet sich an der Grenze zwischen der Demokratischer Republik Kongo und Angola. Er ist insgesamt 2574 Kilometer lang und fließt durch Angola, Sambia und Mosambik, wo er in einem 880 km² großen Delta in den Indischen Ozean mündet. Er ist auch Grenzfluss zwischen Sambia und Namibia, sowie Sambia und Simbabwe. Bei den Städten Livingstone (Sambia) und Victoria Falls (Simbabwe) bildet er die 110 Meter hohen Viktoriafälle.

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Gut zu erkennen in der Bildmitte: die weisse Gischt der Viktoriafalls, die bis zu 300 Meter weit aufsteigt. Nördlich Sambia, südlich Simbabwe
Die Stadt Victoria Falls macht auf uns einen sehr gepflegten, fast schon reichen Eindruck. Man sieht, dass die Leute hier von den Touristenströmen leben, die jeden Tag das Spektakel der Viktoriafälle erleben wollen. Der Eintritt kostet pro Person auch immerhin erneut 30 USD und es geht dann über einen Rundweg vorbei an einer großen Statue von David Livingstone die Fälle entlang.

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Aufgrund der derzeitigen Hitzewelle ist nur ein Teil der Fälle quasi aktiv. Nach der Regenzeit erstrecken sich die Fälle über einen viel gewaltigeren Bereich. Die Gischt sorgt dafür, dass sich eine ganz faszinierende Vegetation bildet. Es regnet hier leicht ständig herab. Es ist wie ein schmaler Streifen tropischen Regenwaldes. Farne und Palmen wachsen hier. Drei Meter weiter ist alles durch die Sonne vertrocknet und verödet.

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Wer hier steht, muss sich auch ein wenig mit David Livingstone beschäftigen. 1813 in armen Verhältnissen nahe Glasgow geboren, reiste er nach seinem Studium der Medizin und Theologie im Auftrag der Londoner Missionsgesellschaft als Missionar 1840 nach Südafrika. Ab 1849 begann er Afrika zu erforschen und entdeckte 1855 die Wasserfälle am Sambesi die er zu Ehren der Englischen Königin Victoria benannte.

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Während der Expeditionen der nächsten Jahre wurde Livingstone zu leidenschaftlichen Gegner der Sklaverei – vermutlich auch einer der Gründe warum er heute noch in Afrika einen so guten Ruf hat.

Neben den Victoria Falls wird der Name Livingstone natürlich noch mit einem weltberühmten Zitat in Verbindung gebracht. Ab 1869 galt Livingstone als verschollen und so beschloss der Sohn des Gründers und Verlegers des New York Herald James Gordon Bennett Jr. eine Expedition auszurüsten und nach dem berühmten Forscher suchen zu lassen.
Draw a thousand pounds now, and when you have gone through that, draw another thousand, and when that is spent, draw another thousand… and so on; but find Livingstone!

Leiter der Expedition wurde der britisch-amerikanische Kriegsberichtserstatter des New York Herald Henry Morton Stanley. Mit einer 190 Mann großen Truppe fand er am 10. November 1871 in Ujiji, in der Nähe des Tanganjikasees schließlich den bereits schwer kranken Vermissten, wobei es zu dem berühmten Spruch „Dr. Livingstone, I presume?“ gekommen sein soll.

Da Stanley selber der Einzige ist, von dem ein Bericht dieses Treffens vorliegt, bleiben Fragezeichen zum Wahrheitsgehalt dieser Geschichte. :achselzuck:

Livingstone starb am 1. Mai 1873 in Ilala am Südufer des Bangweolo an Dysenterie. Sein Herz wurde gemäß seinem Wunsch unter einem Baum begraben – seine einbalsamierte Leiche von seinen treuesten Trägern Susi und Chuma über tausende Kilometer an die Ostküste getragen und nach Verschiffung nach England schließlich fast ein Jahr später in der Westminster Abbey beigesetzt

Wer die Karte seiner Reisen studiert und die Zeit berücksichtigt wird schnell verstehen was für eine ungeheure Lebensleistung dieser große Afrikaforscher vollbracht hat.

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Am Ende der Fälle beobachten wir die Bungee Jumper , die 111 Meter von der Victoria Falls Brücke springen.

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Mir gehen dabei die Bilder von dem Unfall Ende 2011 durch den Kopf, aber scheinbar hat es dem Geschäft wohl nicht geschadet. Oder vielleicht sogar geholfen? Vielleicht besser die Antwort nicht zu kennen…. Ein sehr fader Beigeschmack kommt auf als ich später nachlese, dass der Fernsehbekannte Extrem-Survival-Spezialist Bear Grylls zu den ersten gehört hat, der nach dem Unfall (werbeträchtig) gesprungen ist.
https://www.youtube.com/watch?v=6MT_LanE7_k

Anschliessend wandern wir bei 38°C zurück zum Eingangsbereich des Parks und genießen ein sehr leckeres Mittagessen.

Simbabwe plant derzeit die Errichtung eines 300 Millionen Dollar teuren Vergnügungsparks rund um die Victoria-Fälle, um so mehr Touristen anzulocken. Diktator Robert Mugabe träumt scheinbar sogar von einem Disney Park an den Fällen. Wir sind froh, die Fälle noch ohne diesen Firlefanz erlebt zu haben.

Für die 3 (!)-Minuten-Fahrt von den Viktoriafällen zum berühmten Viktoriafalls Hotel bezahlen wir stolze 10 USD. Touriabzocke, aber wer mag sich schon im Urlaub aufregen?

Was für ein wunderbarer Ort! Man fühlt sich zurückversetzt in die britische Kolonialzeit und sieht Dr. Livingston direkt um die Ecke biegen. Wirklich amüsant sind die vielen Bilder vom Royalen Besuch kurz nach dem Krieg, auf denen Elsbeth von England mit Eltern zu sehen ist.
Hier geniessen wir unseren Nachmittagskaffee, bevor uns die Fahrer wieder abholen und zur Grenze bringen.


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Gegenüber vom Hotel befindet sich der durch einen hohen Zaun abgetrennte Bahnhof. Ein extrem freundlicher Soldat sperrt mir kurz das Tor auf und so kann ich für meinen Eisenbahnbegeisterten Junior noch ein Bildchen knipsen.

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Übrigens grasen im Rasen vor dem Luxushotel (die Nacht ab 300 €) in Seelenruhe die Warzenschweine…Afrika ist echt gechillt!

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Die Rückfahrt verläuft ungleich spannender als die Hinfahrt. Nicht der Tiere wegen, sondern weil uns unser Fahrer viel über Simbabwe erzählt. Die Menschen dort sind sich sehr wohl bewusst, dass das Image von Simbabwe in der restlichen Welt nicht gerade das Beste ist. Und gerade die Menschen rund um die Viktoriafälle sind sich aber auch darüber im Klaren ,dass der Tourismus ihnen ein für ihr Land vergleichsweise sehr angenehmes Leben bietet. Die Menschen dort sind unheimlich freundlich. Unser Fahrer erzählt, dass man auch in den Grenzgebieten einen sehr freundschaftlichen Kontakt zu den Nachbarländern pflegt. Je nach Situation fährt man über die Grenze und kauf dann dort dringend benötigte Lebensmittel ein. Man hilft sich gegenseitig in Zeiten der größten Not. Auf uns macht unser Fahrer einen sehr gebildeten Eindruck, der über ökonomische und politische Zusammenhänge eine Menge weiß und uns viel erzählt.

Die Ausreise aus Simbabwe verläuft dann wieder relativ einfach und wir absolvieren das obligatorische Schuhdesinfektionsbad professionell ausgelassen. Interessant ist, das an jedem Grenzübergang ein Gratiskondomautomat hängt – das Thema Aids ist hier überall präsent.

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Auch in den Hotels findet sich häufig in einer Schublade ein Kondom – und: NEIN – es waren keine “solchen” Hotels :mrgreen:

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Diesmal haben wir vorgesorgt und uns einen bessere Tisch reserviert. Beim Abendessen dominieren wieder die große Reisegruppen, aber wenn die Ellenbogen schon mal geschärft sind… Außerdem sind es heute mehrheitlich deutsche Rentner und die sind ja im Vergleich zu den Briten ein leichter (wenn auch lauter) Buffet-Gegner.

Tag 14
Gemütliches Frühstück (noch vor der Reisegruppenmeute) bei der wir Buffet-Diebe beobachten

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Den Vormittag nutzen wir heute um weiter Berichte zu schreiben und in den Reiseblog upzuloaden. Das alleine dauert schon mal drei Stunden.

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Am Nachmittag ist eine Bootsfahrt entlang des Chobe geplant. Die Boote bieten ca. 40-50 Leuten Platz. Man fährt zunächst ein kleines Stück in den Chobe Nationalpark, wo dann der Kapitän an einem Steg in einer winzigen Holzhütte bei einem Offiziellen erst mal Parkgebühr bezahlt. Irgendwie ziemlich lächerlich…

Der Chobe teilt sich hier in eine Art Kanalsystem. Hauptattraktion sind da die großen Elfentantenherden, die immer wieder schwimmend die Uferseite wechseln. Die Boote kommen hier sehr nahe an das Ufer und somit an die Elefanten ran.
Wir sehen Seeadler, Krokodile, Nilpferde, Geier, Büffel und Marabus. Und Elefanten – die Giganten, die wir so sehr ins Herz geschlossen haben.

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[img]http://www.mendweg.com/wp-content/uploads/2014/10/BüffelChobe.jpg[/img]

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Was wir nicht so ganz begreifen können ist das laute und pöbelhafte Verhalten vieler Bootstouristen. So verziehen wir uns auf das Dach des Bootes, wo 10 Leute Platz finden. Wir haben zwar hier keinen Sonnenschutz, aber eine freie Sicht auf sämtliche Fotomotive und ein wenig Ruhe – besonders vor dem unerträglichen Gesabbel der deutschen Massentouristen

Ernsthaft – nehmen wir mal das Lieblingspärchen zum Beispiel:

SIE Marke verkniffenes Gesicht und Zigarettenkippen in den Chobe (wir erinnern uns: Naturpark…) schmeissend.

ER – Zigarilloqualmend (na wo landen wohl die Kippen?) mit Bundeswehrhütchen und Battalionsabzeichen (WTF???). Was soll das? Hofft er damit andere ehemalige Battalionsmitglieder im Urlaub zu treffen und über seine reichhaltigen Kriegseinsätze gegen die Bösewichte in Afghanistan oder die richtige Anordnung seiner Formulare in der Schreibstube in Grafenwöhr schwärmen zu können? Wie unsagbar peinlich…

Kann man aber noch steigern – echt!

Elefant am Ufer und vor uns ein anderes Boot im Bild. Knarrt der doch tatsächlich in voller Lautstärke ein sattes „Arrrrrschlö –cherrr!!!!!“ Richtung feindliches Boot. Tja dumm wenn man seinen Taschentorpedo im Hotelsafe vergessen hat…

Leider ist auch hier das Verfüttern von Idioten an gechützte Wildtiere verboten.

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Potentielle Beute? Wir wissen nicht ob das Flusspferd die Nacht überlebt hat – auch das gehört nun mal zum Leben….

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Gegen Ende der Fahrt passiert dann etwas, was bei uns noch lange für Entsetzen und viel Gesprächsstoff sorgt.

Ein junger Elefant versucht schwimmend die Uferseite zu wechseln. Boote aus allen Himmelsrichtungen kommen herangeschossen und umkreisen das verängstigte Tier. Zum Schluß zählen wir locker an die 15 Boote, die teilweise mit einem Abstand von ca. 2 Metern das junge Tier bedrängen. Eines schneidet ihm sogar den Weg ab und zwingt ihn wieder umzudrehen. Zum Glück kann er unbeschadet das Ufer erreichen, läuft dann aber völlig in Panik davon.

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Das hat nichts mehr mit Tierbeobachtung zu tun. Es ist ein Kampf der Bootsführer um den besten Platz. Das Tier muss darunter leiden.

Die beste Ehefrau die ich habe spricht den Bootsführer darauf an, mehr als ein Schulterzucken bekommt sie nicht und eine fadenscheinige Erklärung, dass die Boote eben im Wasser treiben und man es nicht verhindern kann, dass die Tiere eben etwas näher kommen.
Wir verzichten daher gerne auf die Vergabe von Trinkgeld

Abendessen wie gehabt, Reisegruppengedrängel…… Wir sind uns sicher, dass die Chobe Safari Lodge bei einem erneuten Besucht in Botswana bestimmt nicht auf unsere Hotelliste stehen wird.

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Tag 15
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Wir verlassen Kasane und fahren weiter Richtung Maun. Wir passieren eine Polizeikontrolle, die aber nur meinen Führerschein kontrolliert und uns darauf hinweist, dass viele Tiere auf unsere Strecke unterwegs sind. Und diesmal ist es tatsächlich so, dass wir die Elefanten am Straßenrand sehen und wir anhalten müssen weil Elefanten die Straße überqueren. An einem Wasserloch sehen wir eine seltene schwarze Rappenantilope.

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Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten von Kasane nach Maun zu kommen.

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Mit dem Flugzeug, die lange aber sichere (und weitestgehend langweilige) Route über Nata, (blau eingezeichnet) oder die Route durch den Chobe Nationalpark. Für die Chobe-Route die fast nur Sandpiste ist benötigt man einen ausgezeichneten Geländewagen, Schaufel, Sandbleche und sollte sinnvollerweise eine Nacht in Savuti einplanen. Laut dem Wüstenschiff-Forum haben sich hier schon selbst Landrover Defender festgefahren.

Das ist die Route die wir beim nächsten Mal nehmen werden – diesmal ging es in etwa 7 Stunden über die Asphaltroute. Der Ford Ranger hat zwar einen zuschaltbaren Allradantrieb, ist aber für sowas ungeeignet, zumal die Reifen kein passendes Profil hatten und kein Bergeequipment vorhanden iwar.

Angekommen in Maun wollen wir unser Zimmer beziehen. Das ist ein wenig kompliziert. Erst ist nur ein Teil der Kopfkissen bezogen. Dann fehlen die Handtücher. Dann stellen wir fest, dass das WLAN genau zwei Zimmer vor unserem aufhört. Also lassen wir uns an anderes Zimmer geben. Da fehlen dann wieder die Handtücher. Aber die Kissen sind bezogen. Bis wir endlich da sind wo wir hinwollen dauert es ein wenig. Am Ende “organisiere” ich dann schliesslich die fehlenden Dinge aus benachbarten, aber noch nicht bezogenen Zimmern.

Tag 16
Während ich das Bett hüte (bzw. in Toilettennähe bleibe) und gänzlich auf Nahrungsaufnahme verzichte (Danke an das Abendessen), begeben sich die anderen in die Stadt und das örtliche Einkaufszentrum. Wobei der Begriff Einkaufszentrum jetzt ein wenig irreführend ist. Um einen Parkplatz reihen sich mehrere Geschäfte. Die meisten davon sind Klamottenläden, ein paar Schuhläden und ein Spar Supermarkt.

Drumherum typisches afrikanisches Treiben. Alles läuft Kreuz und Quer.

Der Nachmittag und der Abend bringen nichts Spektakuläres. Beim Abendessen haben wir diesmal einen sehr netten, flotten und aufmerksamen Kellner. Das Essen ist gut. Ich befinde mich auch dank Immodium akut langsam wieder auf dem Weg der Besserung und sehe derweil die 28te Wiederholung des BBC Berichts von den Demonstrationen in Hong Kong.

Für die Bildung hat die beste Eehefrau ein Bild einer Hererofrau mitgebracht.

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Wir erinnern uns – die Hereros wurden von den Deutschen bis auf etwa 1.000 Stammesmitglieder ausgerottet. Heute sind die meisten wieder Viehzüchter und die Frauen fallen durch Ihre prächtigen Kleider auf. Übrigens wird die ungewöhnliche Hutform durch eine zusammengerollte Zeitung unter dem Tuch erzeugt.

Das war jetzt dann auch schon der dritte Teil und wie bei allen guten Geschichten bleibt damit nur noch der vierte Teil mit dem klaren Höhepunkt der Reise. Mehr dazu morgen

Gruß
Florian
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Sven » 29.12.2014 - 21:06

Oh ja, bei den Bildern kommt Vorfreude auf (insbesonder beim derzeitigen Wetter hier), aber ab Freitag sind wir wieder im südlichen Nachbarland.
Wenn du im Sommer dort warst, dann war doch dort Winter, oder?

Grüßle
sven
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Schlappohr » 29.12.2014 - 21:25

Hallo Sven, geht es wieder zum Weingut?
Wir waren bis Anfang Oktober, weil der Haus&Hund hütende Junior dann sein Studium angefangen hat. Also Frühling dort und ab Etosha permanent kurze-Hosen-Wetter. Gute Reise Euch!
Grüsse
Florian
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Re: Namibia & Botswana 2014

Beitragvon Sven » 30.12.2014 - 11:24

Hallo Florian,

Frühling da unten ist sicher nett. Hochsommer im Etosha wohl schon bissl arg warm.
Wir werden erst 4 Wochen rumreisen, dann 4 Wochen Weingut (aber ein anderes wie letztes mal organicwine.co.za), dann ne Woche relaxen und schon gehts wieder nach Hause. Und bis dahin ist hier hoffentlich etwas Frühling.

Grüße
sven
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