Meinypilgyno

ferne Meere, Länder und Völker

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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Matthias » 30.06.2016 - 19:38

Nochmal ich.

Hier noch ein paar Bilder mehr. Das gesuchte Vögelchen ist als Punkt auf dem letzten Bild zu sehen.

Bis wieder
Matti

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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Schlappohr » 30.06.2016 - 20:08

Welcome back!
Schön dass Du wieder komplett daheim bist. Schlaf Dich aus und dann erzähl uns bitte etwas zu diesen wunderbaren Bildern!
Herzlich
Florian
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Ulrike » 30.06.2016 - 20:49

lieber Matthias,

Willkommen Daheim! Ich freue mich, dass Du heil wieder da bist. Heute früh dachte ich noch, dass Du allmählich auf dem Heimweg seien könntest....
Und jetzt gibt es schon interessante Bilder von Dir! Sehe ich Bärenhände an Deinem Zelt????

Bis bald
Liebe Grüße
Ulrike und Beda
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Hirvi » 01.07.2016 - 07:00

Hallo Matthias!

Schön das Du wieder gesund und wohlbehalten zurück bist. Danke für die Bilder und jetzt freue ich mich, auf weitere Eindrücke von Dir, für die Du dir hoffentlich noch die Zeit nimmst um uns an deiner Reise Teil haben zu lassen.

Es grüßt voll des positiven Neides der

Volker
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Deichgraf » 01.07.2016 - 10:55

Hallo Matthias,

wirklich beeindruckende Bilder, die du uns da mitgebracht hast.
Interessant ist auch der Umbau von dem GAZ - Transporter auf Portalachsen.
Bestimmt kannst du uns bei passender Gelegenheit etwas darüber erzählen.

Udo
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Matthias » 02.07.2016 - 15:12

Hallo Udo,

das ist ein Kherzhak/Kerzhak. Die Firma baut professionell Gazellen um. "Unserer" war wahrscheinlich ein frühes, nicht ganz fertiges Modell. Fuhr aber super und kannte, auch dank des sehr umsichtigen Fahrers, kaum Grenzen. Angetrieben wird das Monster von einem Diesel aus dem Nissan Terrano, angeblich um die 90 PS.

Mehr demnächst
Matti
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon pcasterix » 02.07.2016 - 19:53

Hallo Matti,

schön dass du nach dieser aussergewöhnlichen Reise wohlbehalten zurück bist :super:

Danke für die herrlichen Bilder !

Grüße
Peter
V60 Classic Bj. 05 auf 33" und Samurai Cabrio ( Allradkermit ) Bj. 87, Geländewohnwagen Eriba Offroadpuck Bj. 87 ( Umbau 2012 )
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon unbemerkt » 03.07.2016 - 11:41

Moin Matti,

und auch von mir ein herzliches Willkommen zurück und einen Dank für die aufregenden Bilder. Ich bin ganz neugierig auf nähere Berichte.

mit lieben Grüßen von Kay
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Matthias » 06.07.2016 - 21:33

Privjet,

so langsam komme ich zum Bilder und Gedanken sortieren. Hier ein erster Text.

Grüße
Matti

Fahrt nach Okeanskoie

Gestern abend meinte Kolya, wir würden morgens um Vier aufbrechen zu unserer Expedition in die Tundra. Aber da russische Stunden eine andere Spurweite haben als mitteleuropäische, stehen wir jetzt nachmittags um kurz nach Zwei vor dem Kherzhak, dem rostigen Monstertruck, der uns nach Okeanskoie bringen soll. Unsere Rucksäcke, die Zelte, Essenskisten, Töpfe, Gewehre, Schlauchboot, Kanister, Werkzeuge – alles ist verpackt, wir erklimmen das Gefährt. Es gibt keinen Beifahrersitz, Kolya macht es sich auf einer Kiste bequem. Der Diesel ist angesprungen, obwohl der Wagen eine ganze Weile unbenutzt auf der Landzunge bei der Flussmündung gestanden war.

Es ist weit bis zu unserem Ziel. 65 km zeigt das GPS von Tong an – ohne Umwege. Roman, unser Fahrer, bleibt nicht lange auf der alten Fahrspur auf der Landzunge: wir rollen am Strand entlang, der graue Sand ist fest. Ein breiter Streifen Treibeis hängt noch an der Küste. Gestern haben wir Walrosse gesehen (und gerochen), die auf den größeren Schollen lagen. Jetzt fahren wir nah am Eis entlang, das von der Brandung zusammengeschoben und aufgerieben wird. Manchmal liegen große Eisstücke auf dem Strand, denen Roman ausweicht.

Noch vor dem alten Ölbohrturm sehen wir den ersten Braunbären vor uns. Er trottet eine Weile vor uns her und biegt dann auf den hohen Strandwall ab. Als wir kurz vor dem Turm anhalten, sehen wir, dass wir ihn überholt haben. Er läuft jetzt auf der Landseite des Strandwalls und kommt uns ziemlich nah. Es ist mein zweiter Bär. Der erste, im kasachischen Tien-Shan-Gebirge, war sehr sehr weit weg und nur mit dem Fernglas zu sehen. Den nächsten Bären sehen wir vor uns an einem toten Walross, das zwischen dem Eis am Strand liegt. Bei Kolya erwacht der Jagdtrieb: er möchte den Stoßzahn haben, der noch vollständig ist. Der andere ist abgebrochen. Schaufel, Axt, Hammer, Schutzbrille ... Es ist mühsam, den Zahn aus dem gewaltigen Kopf heraus zu bekommen. Rund um das Walross sind viele Spuren, die meisten von Bären. Wolfsspuren könnten auch dabei sein. Zeit vergeht, russische Zeit. Aber die Tage sind lang jetzt, wir haben keine Eile.

Möwen sitzen auf dem Strand, meist Eis- und Vegamöwen, erst im letzten Moment fliegen sie vor uns auf – unwillig, ungläubig, dass da wirklich etwas auf sie zu kommt, das nicht ausweicht. Manchmal fliegen sie direkt vor uns oder neben uns und landen immer wieder – um gleich wieder aufzufliegen. Die Eiderenten fliegen schon viel früher aufs Meer hinaus, auch die Samtenten. Die weißen und schwarzen Schwingen, das Eis, der graue Strand und der kalte graue Ozean weiter draußen, die Grauwale: eine Welt ohne Farben. Der Nachmittag vergeht, eine langsame Dämmerung senkt sich über uns, das Ziel ist noch weit. Wir sind ein winziges Raumschiff, unterwegs in einer Welt, die nicht für Menschen geschaffen wurde.

Kleine Bäche fließen über den Strand ins Meer. Die Stufen, die sie gegraben haben, sind zu hoch. Roman fährt ganz nach vorne, da wo sich Bach und Meer treffen und ein flaches Delta bilden. Mit den drei Achsen und den riesigen Rädern geht es. Die Flüsse sind schwieriger. Sie sind zu tief, um durchzufahren und zwingen uns zu langen Umwegen ins Land, an sandigen Ufern entlang, über Schotter, Schneefelder, Tundra, bis ein befahrbarer Übergang gefunden ist. Den letzten Fluss zu umfahren, dauert drei Stunden.

Die Sonne ist längst untergegangen, sie wird bald wieder aufgehen, als wir unseren Lagerplatz erreichen: eine trockene Landzunge zwischen zwei Seen hinter dem Strandwall. Roman sammelt Treibholz, bald brennt ein Feuer und der Tschainik, der Teekessel dampft.

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Re: Meinypilgyno

Beitragvon seppR » 10.07.2016 - 14:19

Hallo Matti

Von mir auch begeisterte und neidige Grüße.
Machst Du solche Reisen von nun an jedes Jahr? Dann könntest Du ein Speziel-Reisebüro gründen und das Organisieren anfangen. 2018 könnte ich eine solche Reise buchen.

Spaß beiseite. Wir kamen gestern von unsem 3-wöchigen Südfinnlandtrip zurück und fuhren an Hof vorbei. Ein kurzer Gedanke, bei Dir vorbeizuschauen wurde verworfen, ich hatte Deine Telefonnummern nicht parat.
Wir sind nicht müde aber vollgefressen und haben Kilos zugelegt. Und natürlich keine solchen Abenteuer erlebt. Südfinnland ist Zivilisation.
Ich werde in dem Faden Nordeuropa einige Erahrungen zusammenstellen. Aber zwei Dinge vorweg:
Für Vögel die falsche Reisezeit. Aber das wusste ich vorher.
Und ein Wort zur topographischen Finnlandkarte 1:50k: Sauteuer und grottenschlechte graphische Darstellung. Ich hoffe, Du hast bei der Erstellung nicht mitgearbeitet und ich trete Dir damit nicht auf die Zehen.

Schöne Grüße, auch an die anderen begeisterten Leser hier in diesem Faden

Sepp
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Matthias » 11.07.2016 - 07:30

Servus Sepp,

willkommen daheim. Schade, dass wir uns nicht gesehen haben, aber ich war am Samstag eh nicht da. Ein andermal ...

Reisen nach Tschukotka werde ich ganz sicher nicht organisieren. Für fast jede Art von Pauschalreisen ist die Gegend denkbar ungeeignet. Lass mal ein interessiertes älteres Ehepaar für sagen wir jeweils 10 000 € eine dreiwöchige Reise zu den Spoonies buchen und warte dann mit ihnen eine Woche in Anadyr auf den Heli, der wegen schlechten Wetters oder Nichtverfügbarkeit nicht fliegt! Die Logistik dort ist mehr als kompliziert.

Die Einzigen, die einmal pro Jahr für ein paar Tage "pauschal" da hinkommen, sind die Touris auf dem Schiff von Heritage Expeditions. Sie waren gerade vor Ort. Kannst ja mal nach den Preisen schauen.
http://www.heritage-expeditions.com/tri ... -chukotka/

Komm gut wieder rein!
Matti
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Matthias » 12.07.2016 - 08:16

Guten Tag!

Wieder ein paar Zeilen zu Mattis Erlebnissen im wilden Tschukotka:

Wilde Tiere

Vom Fenster unseres Zimmers in Meinypilgyno aus kann man das Meer sehen, wenn man an den beiden „Northern“-Containern, einer riesigen Satellitenschüssel, einem rotweißen Funkmast, einem eingestürzten Holzhaus und dem fensterlosen Kulturhaus vorbeischaut. Auch die Landzunge zwischen dem Meer und dem ersten Fluss ist noch im Weg, aber dahinter ist dann wirklich ein Streifen Pazifik zu sehen. Meist grau, manchmal blau, dann mit den seltsamsten Luftspiegelungen oder im Küstennebel verschwunden. Tom hat mir am ersten Tag die Blaswolken gezeigt, die vom Meer aufsteigen. Grauwale ziehen da draußen vorbei. Gleich am ersten Abend wandere ich zur Flussmündung. Robben jagen zwischen den Eisschollen, die dem Meer zutreiben. Hinter der Brandung, die sich auf der Untiefe zwischen den beiden Landzungen bricht und unter den Möwenschwärmen sind die Wale ganz nah am Ufer. Ihre dunklen Rücken erscheinen zwischen den Wellen, der Blas mischt sich mit der Gischt. Ich kann ihn hören.

Vor unserem Lager in Okeanskoie brechen sich die Wellen an einem grauen, viele Kilometer langen und unheimlich einsamen Strand. Hier kommen die Wale fast auf Reichweite heran. Sie schwimmen parallel zum Ufer und wälzen sich in den Wellen. Unsere russischen Freunde meinen, dass sie sich am Grund scheuern und reiben, um einige der Algen, Muscheln oder Krebse loszuwerden, die zahlreich auf ihrer Haut wachsen. Wenn ich ins Wasser gehen würde, hüfttief oder brusttief vielleicht, könnte ich die riesigen Tiere anfassen. Aber ich stehe ganz still auf dem Sand und blicke ihnen in die Augen, wenn sie kurz über der Wasseroberfläche erscheinen. Was nehmen sie von mir wahr?

Es ist mein zweiter Gang in die weite Tundra der Flussmündung. Ich bin allein und bleibe oft zu einem Rundumblick stehen. „Be careful with bears“ hat Kolya gesagt – und hab dein Bärenspray griffbereit! Ständig taste ich danach. Ich bin etwas angespannt. Etwa drei Kilometer vom Lager entfernt stoße ich auf den Fluss. Die Eisschollen haben wie Planierraupen das Ufer meterhoch zusammengeschoben. Manchmal liegt eine dicke Schicht Tundraboden auf dem Eis, das langsam taut. Es ist alles von einer urweltlichen und unmenschlichen Grobheit, es ist höchst unwegsam, und ich möchte keinen in einer Senke schlafenden Bären überraschen. Die Luft flimmert, der Horizont ist in ständiger fließender Bewegung. Auf die fernen Berge zu ist jetzt etwas Dunkles, Aufrechtes zu sehen, das gerade noch nicht da war. Vielleicht Tom, aber der wollte eigentlich einen Bogen mehr nach links gehen. Das Fernglas zeigt: es ist nicht Tom, es ist ein Bär, der sich aufgerichtet hat. Ich habe den Wind im Rücken, er trägt ihm meinen Geruch zu. Bären sehen schlecht. Der Bär ist sehr dunkel und verdammt groß – vielleicht durch die flimmernde Luft. Aber er mag mich nicht und entfernt sich langsam. Insgesamt werden an diesem Tag sechs Bären gesehen, auch eine Mutter mit ihren zwei großen Jungen. Und Tom sieht einen weißen Wolf, der vom Bären gejagt wird.

Vom Fluss mit den Caterpillar-Eisschollen wende ich mich nach rechts. Zehn rostige Fässer sind eine Art Landmarke, auf die ich zuhalte. Hinter den Fässern weiden Saat- und Blessgänse, die jetzt unruhig werden und ihre Hälse nach oben recken. Vielleicht weil sie mich sehen? Aber ich bin eigentlich noch weit weg. Da sehe ich zwischen dem Gras und den wenigen niedrigen Büschen einen Fuchs. Er läuft seltsam, springt hin und her und genau genommen ist er viel zu groß und zweifarbig. Es ist der erste Vielfraß, den ich sehe! Noch hat er mich nicht entdeckt, hüpft am Ufer eines kleinen Sees entlang und erschreckt die Gänse, von denen jetzt einige auffliegen. Als ein Stück ebene Krähenbeeren-Tundra zwischen ihn und mich kommt, sieht er mich. Aber was ist das? Er kommt direkt auf mich zu. Mögen Vielfraße Menschen? Keine Ahnung, aber ich bin allein und entsichere das Bärenspray. Die Kamera lege ich auf den Boden – nur um sie gleich wieder in die Hand zu nehmen. Das Spray liegt jetzt vor mir und ich fotografiere den Vielfraß, wie er auf mich zurennt. Herzklopfen, meine Jacke ist viel zu warm. Ich rufe und fuchtele ein wenig mit den Armen, worauf er einen Bogen um mich herum macht. Er hat ein ganz schwarzes Gesicht.

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Re: Meinypilgyno

Beitragvon unbemerkt » 12.07.2016 - 09:14

Moin Matti,

Wow, Wahnsinn, sprachlos. Danke, das Du Spray und Knipse getauscht hast.

Reisegelüste? Püppi sagt: "niemals, pure Angst." Kay sagt: "Sofort, immer wieder, nur noch so."

Danke, danke, danke von Kay
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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Matthias » 19.07.2016 - 21:37

Guten Abend,

noch eine Bärengeschichte aus dem wilden Osten.

Schlaft gut!
Matti

Besuch

Erst ist es nur eine undeutliche Bewegung in der immer noch flimmernden Luft. Dann sagt Tom, der mit dem Spektiv nach seinem weißen Wolf sucht, den er heute Nachmittag gesehen hat: „bear is coming“. Der Bär ist wahrscheinlich am Fluß entlang gegangen und kommt jetzt auf die Landzunge – einen oder zwei Kilometer von unserem Lager entfernt. Mit den Ferngläsern können wir ihn gut sehen. Er läuft langsam aber stetig auf uns zu, wendet sich manchmal nach links und rechts, sucht. Vielleicht ist das seine normale Abendtour. Spuren gibt es genug im Sand. Der Wind kommt aus seiner Richtung, er hat keine Witterung von uns.

Wir stehen jetzt alle ganz still und schauen. Die Bewegungen des Bären sind hinreißend schön. Eigentlich läuft er doch nicht so langsam. Er wird größer, wir können ahnen, dass es ein Junger ist, drei, vier Jahre vielleicht. Er kommt immer näher, mir fällt unpassender Weise ein, dass in einem amerikanischen Film der Typ oder die Frau jetzt „oh my god!“ sagen würden. Im Fernglas ist er schon riesig, obwohl er sicher noch dreihundert Meter weit weg ist. Roman steigt in den Truck, holt den zweiläufigen Meinungsverstärker heraus und klettert damit aufs Dach. Nur so, für alle Fälle. Noch immer hat der Bär uns nicht bemerkt. Im flachen Abendlicht sieht er umwerfend aus.

War es ein Geräusch oder doch ein Windhauch aus unserer Richtung? Auf einmal stutzt der Bär, bleibt stehen und schaut in unsere Richtung. Er ist etwa fünfzig Meter von uns weg. Dann dreht er sich zur Seite, kehrt um und trottet zurück. Nicht gerade hektisch. Ängstlich auch nicht unbedingt.

Am nächsten Morgen finden wir zu unser aller Überraschung drei dreckige Bärenspuren auf dem Stoff des Vorratszeltes. Ob es der selbe Bär war, wissen wir nicht. Und warum er nicht ins Zelt eingedrungen ist, auch nicht. Keiner hat etwas gemerkt nachts. Mein kleines Zelt steht zehn Meter entfernt vom Vorrats-Tipi.

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Re: Meinypilgyno

Beitragvon Hirvi » 20.07.2016 - 21:46

Hallo Matti!

Da bin ich ja echt froh das Du so tolle Erfahrungen ohne Einsatz von Leib und Leben mit uns teilen kannst. :super: Ich freue mich jedes mal wenn Du wieder etwas preis gibst von deiner Reise. Das ist wie ein Adventskalender im Sommer.

Immer noch sehr neugierig grüßt

Volker


p.s. Der spirituelle Beistand scheint ja geholfen zu haben. Ich habe auch wirklich das eine oder andere Bier, in Gedanken an dich getrunken. :coolman:
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