Traumpisten in Laos

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Sven
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Traumpisten in Laos

Beitragvon Sven » 29.12.2019 - 07:13

Hallo,

es ist ungewöhnlich für diese Region und Jahreszeit, aber es regnet. Die Ausläufer des Taifuns der vor ein paar Tagen auf den Philippinen wütete haben uns erreicht und zwingen uns zu einer Pause und zu einer Änderungen der weiteren Fahrstrecke.

Die Anreise mit dem 4x4 nach Laos ist möglich, aber recht weit. Daher sind wir in die Hauptstadt Vientiane geflogen und haben eine Enduro gemietet, das geht ab 30$ pro Tag. Bisher sind wir immer der Grenze entlang im Uhrzeigersinn gefahren, mal auf kleinen Straßen, aber auch viel über Pisten. Infos über die Region zu bekommen ist nicht einfach, Reiseführer, TripAdvisor, Wikipedia und booking Portale ignorieren die Gegend. Dabei hat sich das Herumgereise als problemlos erwiesen, Tankstellen gibt's genug, in jedem größeren Ort gibt's erstaunlich nette Unterkünfte, in jedem Ort gibt's einen Markt und dort auch immer was zu essen.

Die gestrige Etappe führte uns über die Berge von Pakbeng nach Huayxai, 140km Piste. https:// http://www.crazyguyonabike.com/ beschreibt die Strecke als Hölle, was für einen Radfahrer sicher zutrifft. Mit einer Enduro sieht es dann schon anders aus, auf den ersten 5km geht's auf tiefgrüngiger Piste 800 Höhenmeter nach oben. Für uns atemberaubend, dem Radfahrer raubt es da wirklich den Atem. Die steinige Piste zieht sich über weitere Höhenrücken auf über 1500m. Die umliegenden Berge sind so gute 2500m hoch. Die Dörfer die man durchquert werden immer uriger, es gleicht einer Zeitreise ins Mittelalter. Die Dörfer sind sauber, kein Plastikmüll, die Leute hocken um Lagerfeuerchen und wärmen sich, denn es ist neblig und feucht. Die Straße wird von Schweinen, Hühnern und Hunden bevölkert, wenn die Kinder erkennen, dass hier Ausländer unterwegs sind winken sie uns zu. Es ist einfach unglaublich und nach 65km erreichen wir einen größeren Ort am Fuße der Berge. Wir sind schon durchnässt als wir den überdachten Markt erreichen, aber erst dann legt der Wolkenbruch richtig los, ach ja, wir sind ja auch in den Tropen.

Die folgenden 75km sollten eigentlich halbwegs fahrbar sein, aber der Regen, der immer mal wieder anfängt hat die Piste streckenweise in extremst klebrigen Schlamm verwandelt der sich um die Reifen klebt bis das Vorderrad blockiert und wegrutscht und ich das Moped sanft ablege. Die Beifahrerin plumst dabei, später deutlich sichtbar, in den roten Matsch. Die Piste erweißt sich als feinste Endurostrecke, waren im ersten Teil manchmal 30km/h möglich, eiert man nur noch im ersten Gang dahin. Unter solchen Umständen zieht sich die Entfernung ganz schön dahin. Wir erreichen den Mekong, ein Dorf mit der ersehnten Tankstelle (7l Tankinhalt ist nicht so viel), danach hoffe ich auf Asphalt, aber der läßt nochmal 30 lange Kilometer auf sich warten.

Alles in allem, anstrengend aber affengeil, apropos Gibbons soll es in diesen Wäldern auch geben.

Der Plan war nun weiter über das Goldene Dreieck und über kleine Pisten der Burmesischen Grenze folgen, aber bei den durchnässten Pisten macht das keinen Sinn, daher geht's die Tage über Teer weiter. Erst mal müssen unsere Klamotten trocken, bei 100% Luftfeuchtigkeit nicht trivial ...

So, ich glaube ich gehe mal ein Bier trinken, den Tempel haben wir schon besichtigt und es gibt sonst nicht so arg viel zu tun hier.

Grüsse
Sven
Ist die Katze gesund,
freut sich der Mensch!

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