Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

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Hirvi
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Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon Hirvi » 07.01.2016 - 00:30

Herzlich Willkommen zum kleinen Matratzen-Nähkurs!

Ich bin mir sicher hier liegt ihr nachher richtig und auch noch schön.
Ausgehend davon das dieses Thema einige umtreibt und oft zu einer Abschiebung an nähkundige Partner, Freund, Verwandte oder auch Profis führt, wollte ich hier mal eine kleine bebilderte Anleitung präsentieren wie ich das so mache. Das Erstellen eines Bezuges für eine Schaumstoff-Matratze ist nicht so schwierig und mit etwas Ruhe und Geschick eigentlich von jedem zu bewältigen. Wer sich mit einer Nähmaschine auskennt ist natürlich klar im Vorteil, aber wer nicht, kann die nötigen Fertigkeiten eigentlich recht zügig erarbeiten, solange er eine normale Haushaltsnähmaschine zur Hand hat.
Einige Arbeitsschritte können anders ausgeführt werden oder sogar ganz entfallen. Des Weiteren sind hier eigentlich gleich zwei Arten des Zuschnittes und der Ausführung des Bezuges angesprochen. Der erste führt zu einem ganz normalen Bezug wie ich ihn normalerweise für Matratzen erstelle. Die zweite Art ist eine schöne Möglichkeit auch figürlich gemusterte Stoffe sauber zu verarbeiten, ohne ein visuelles Chaos zu erzeugen.
Ich hatte jetzt gerade mal die Möglichkeit für einen Freund eine Matratze anfertigen zu dürfen und erfreulicherweise, auch die Zeit ein paar Fotos hiervon machen zu können. Also hier die Anleitung und das Ergebnis.

Benötigt werden folgende Werkzeuge:

1. Kreide oder Bleistift
2. Stecknadeln
3. Scheere
4. Lineal
5. Gliedermaßstab / Bandmaß
6. Nähmaschine

Des Weiteren folgende Materialien: (man braucht nicht alle und manche lassen sich ersetzen, hier nur der Vollständigkeit geschuldet alle Materialien die ich verwendet habe)

1. Die Matratz
2. Bezugstoff
3. Nessel (einfacher roher Baumwollstoff)
4. Reißverschluss (möglichst endlos oder wirklich passend) und passende Schieber
5. Polyesterwatte
6. Sprühkleber
7. Futterstoff

Die Matratze ist ja nun Kern der Sache.

Bild

Hierzu will ich jetzt nicht weiter eingehen nur so viel das eine Matratze die später 1 mal 1 Meter groß sein soll am besten vor dem Bezug ruhig 101 mal 101 cm sein sollte. Also lieber etwas größer als zu klein. Die Größe lässt sich recht einfach über einen passenden Bezug erstellen und wenn der sauber du stramm sitzt ist das durch ein leichtes Übermaß gegeben. Es gibt auch Fälle in denen ich für eine Matratze die zwei Meter lang sein soll den Stoff inklusive aller Zugaben nur auf 198 cm zuschneide weil dieser eine entsprechende Elastizität hat, z. B. Filz oder Kavallerietuch (Loden) Hier wurde die Matratze vom Freund wohl passgenau angefertigt. Damit der Bezug trotzdem die nötige Grundspannung erhält habe ich mich für ein entsprechendes Unterpolster mit Bezug entschieden.

Bild

Hierzu überträgt man die Form des Schaumstoffes auf den Bezugstoff. In diesem Fall ist dies der Nessel. Wie man sieht hat jede Fläche der Matratze eine Entsprechung im Stoff. Diese Teile sind um die Nahtzugabe größer. Bei mir sind dies ca 8mm je Seite. Die einzige Ausnahme ist der Boden, dies ist der Stoffteil der Seitlich an der Matratze umläuft. In diesem Fall ist der Schaumstoff 5 cm hoch und der Boden ist 6 cm hoch geschnitten. Der Reißverschluss-Boden ist wie man erkennen kann zweiteilig. Hierzu rechne ich einfach 6 cm plus 3 cm durch 2, also 4,5 cm pro Teil an Höhe. Die Bodenzuschnitte entsprechen genau den Kantenlängen der einzelnen Seiten. Da alles mit der gleichen Nahtfahne (der Abstand zwischen Naht und Stoffaußenkante) genäht wird fallen die Nahte an den Ecken immer sauber auf eine Knickstelle, also auf eine Richtungswechsel des Bodens.

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Als erstes sollet man den Reißverschluss in die zwei Bodenteile einnähen. Hierbei ist es wichtig den Reißverschluss selber zu ziehen und den Stoff nur locker aufzulegen. Wenn man anders verfährt gibt das recht unschöne Wellen im Reißverschluss. Wie man hier sieht habe ich dem Reißverschluss einen ungleichen Schwalbenschwanz verpasst, dies erleichtert das Aufschieben des Schiebers ungemein. Einfach den Schieber (manche nennen den auch Nickeltropfen) auf den längeren Teil aufschieben und soweit ziehen bis er an den kürzeren stößt. Jetzt beide Enden vom Reißverschluss festhalten und den Schieber auf den Reißverschluss führen. Wenn das nicht ganz gleichmäßig ist kein Problem, einfach an dem Ende des Reißverschlusses ziehen der vor dem Schieber zu lang ist. So lässt sich der Schieber immer sauber einfädeln.

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Beim Einnähen des Reißverschlusses kann man jetzt ganz einfach die Breite einstellen, so dass der Boden nachher exakt 6 cm breit ist. Ich nutze dafür immer einen abgebrochenen Zollstock (Gliedermaßstab). Ihr sollt jetzt natürlich keinen Zollstock zerbrechen aber wenn euch mal einer kaput geht einfach Anfang und Ende aufbewahren, die sind prim um solche Sachen zu messen. Danach werden die einzelnen Böden entsprechend ihrer Reinfolge miteinander vernäht. Wen man hier unsicher ist einfach auslegen und zusammenstecken. Wenn man nun die Platte (das ist der eigentliche Zuschnitt der Matratze, also Ober und Unterseite) einnäht ist es ratsam den Boden unten liegen zu haben und die Platte oben zu führen. Das kann man sich eigentlich auch denken, denn der Boden hat eine gerade Außenkante und die Platte hat die Ecken. Die lässt sich viel einfacher dirigieren wenn sie oben liegt. Die Wendepukte beim Nähen liegen jetzt immer sauber über einer Naht beim Boden. Eigentlich recht logisch und auch recht einfach.

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Wenn soweit alles gut gegangen ist sollte euer Ergebnis jetzt ungefähr so aussehen. Wenn nicht, dann rate ich euch einen nähkundige Partner, Freund, Verwandte oder auch Profi damit zu beauftragen. Dies ist jetzt eigentlich schon eine komplette Matratzenhülle, ich würde dann allerdings noch eine Kappnaht auf dem Boden anbringen die die Nahtfahne nach unten, also von der Platte weg fixiert. Hier ist dies nicht nötig weil:

1. Dies nur das Unterpolster wird
2. Der Nessel so dünn ist das es egal ist wo die Nahtfahne liegt

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Hier bekommt die Matratze noch eine Ummantelung mit einer Polyesterwatte. Diese sorg dafür das die Füllung etwas größer wird so das der eigentliche Bezug sauber, faltenfrei uns stramm passt.

Bild

Bild

Der Reißverschlussboden sitz sauber und ohne Wellen, der Bezug selber ist stramm hat aber noch genug Spiel damit er die Spannung vom abschließenden Bezug nicht beeinträchtigt. Dies bedeutet wenn der Nessel noch leichte Falten wirft ist das völlig Okay.

Bild

So sollte das dann ungefähr aussehen.

Bild

Da in diesem Fall der Bezugstoff gemustert ist, lege ich das Teil neben das anschließende, so dass man sich den Verlauf und die Ausrichtung des Musters auf dem Nessel mit einem Bleistift anzeichnen kann. Wenn der Bezug natürlich Uni ist würde ich das nicht machen. In diesem Fall würde der endgültige Bezug von mir auch so wie der Nesselbezug angefertigt. Damit dieser nun etwas enger sitzt als der Unterbezug, nimmt man einfach etwas mehr beim Nahen ab. Dies bedeutet das die Nahtfahne etwas breiter wird, dadurch passt alles sauber und hat die nötige Spannung.

Bild

Da der Freund einen gemusterten Stoff geliefert hat ist diese oben beschrieben Methode keine Option um eine halbwegs akzeptabele Optik zu erhalten. Dies liegt einfach da dran das Muster keine Nähte mögen, besonders nicht wenn es Streifen mit Palmen, Beduinen und Kamelen sind. Also ab jetzt kommt die schon erwähnte, von mir nicht so geliebte Variante. Wie man auf dem Foto erkenne kann wird der Zuschnitt wieder auf Basis der Matratze erstellt, nur das in diesem Fall die Böden direkt an der Platte verbleiben. Die Teile die später die seitlichen Elemente der Matratze bilden sind also weiter Teil des gesamten Zuschnittes. Dies hat den Vorteil das das Muster einfach um die Ecke läuft und nicht unterbrochen wird. Dies kann man natürlich auch bei der ersten Methode so einstellen aber das kostet einfach Unmengen an Stoff. Da der aber knapp war und zudem aus dem Stoff noch Vorhänge entstehen sollten, habe ich das lieber so gelöst.

Bild

Die Bodenhöhe beträgt jetzt übrigens 5,5 cm also nicht mehr 8 mm mehr sondern nur noch 5 mm. Ich hoffe soweit ist dies verständlich. Der Zuschnitt wird übrigens immer mit einem Lineal erstellt, kleine Abweichungen durch den Schaum sollte man einfach ignorieren. Die Ausschnitte liegen immer 90 Grad zur bezogenen Seite. Mit etwas räumlicher Vorstellungskraft ist dies aber gut verständlich.

Bild

Hier sieht man die Bodenplatte. Diese habe ich aus einem Baumwollköper erstellt. Es würde ja keinen Sinn machen guten Stoff da zu verarbeiten wo er eh nicht zu sehen ist. Besonders wenn daraus noch Gardinen entstehen sollen. Der Bezugstoff hier kommt von der Polyester-Ziege, der Köper ist leider vom Baumwoll-Schaf, aber man kann ja nicht alles haben. Eigentlich kombiniere ich lieber gleiche Materialien, aber Polyester in Reinform kommt bei ins leider nicht vor, somit ist die Waschanleitung die von Baumwolle 30 Grad.

Bild

Nachdem der Zuschnitt jetzt komplett ist kettele ich die einzelnen Teile noch. Eine Kettelmaschine wird wohl kaum jemand haben und man kann darauf auch verzichten wenn man die Teile nicht waschen will, oder wenn man die Nahtzugabe erhöht. Bei mir gehört dies aber beim eigentlichen Bezug dazu. Wenn der mal gewaschen oder besser, gereinigt wird hat man deutlich weniger Fusseln in der Hülle.

Bild

Die Ecken werden jetzt einfach zusammen genäht. Hierbei auch die richtige Nahtzugabe achten.

Bild

Wenn alles vernäht ist sollte dies jetzt so aussehen.

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Die Bodenplatte wird jetzt nur an der Seite angenäht wo später der Reißverschluss eingenäht wird. Hierbei ist es hilfreich bereite um die Ecke zu nähen, also an der Seite anzufangen die 90 Grad zur Reisverschluss-Seite liegt. Dies macht das Zunähen später deutlich einfacher.

Bild

Bestimmt ist euch aufgefallen das der Reißverschluss-Boden fehlt. Den ersetzt jetzt sozusagen Platte und Bodenplatte. Auch hier bitte nur den Reißverschluss stramm halten beim Nähen, den Stoff nur locker auflegen. Wichtig ist jetzt das Maß das ihr von Stoff einschlagt. Dies sollte etwas mehr sein als die normale Nahtzugabe. Um genau zu sein, genau die Hälfte der Zähnchenbreite je Seite. Messen kann ma hier leider nichts, da hilft nur Augenmaß. Der Rest wir jetzt einfach komplett zugenäht und gewendet.

Bild

Wenn alles gut gegangen ist und ihr die Matratze eingezogen habt, sollte das ungefähr so aussehen. Wenn nicht, habt ihr halt jetzt einen Kartoffelsack mit Reißverschluss, ist ja auch was feines oder?

Bild

Bild

So sieht das dann übrigens im Ganzen aus. Der rote Pfeil markiert das Teil was wir zusammen betrachtet haben.
Ich hoffe es hat euch etwas geholfen und Mut gemacht mal selber eine Matratze zu erstellen.

Es grüßt euch

Volker
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon motorang » 07.01.2016 - 07:06

Hallo Volker, vielen Dank!

Vier Fragen hab ich noch, bitte:

1) Wäschst Du den Bezugsstoff vor dem Zuschneiden, oder ist bei der ganzen Zugabensache berücksichtigt, dass der Stoff beim Waschen noch eingeht, gerade wenn es sich um Baumwolle handelt?

2) Wie versicherst Du die Enden der Reißverschlüsse? Um 90 Grad verdreht einnähen, oder gerade?

3) Wird die Polyesterwatte durch Sprühkleber oder so am Verrutschen gehindert, oder wie bleibt die schön glatt, wenn man die Matratze in den Bezug schiebt?

4) Ich hätte gefühlsmäßig den Reißverschluss auf der langen Polsterseite eingenäht, über die ganze Länge. Einfach weil ich Angst hätte, dass die Matratze schwer hineinzukriegen ist, wenn die Öffnung kleiner ist. Du hast beim Innenbezug den RV auf der kurzen Seite gemacht (damit die beiden RV später nicht übereinander liegen?) und am Außenbezug zwar auf der langen Seite, da aber nicht über die ganze Länge. Warum?

Ich hab zwar keine Kettelmaschine, aber der einfache Zickzackstich in Maximalbreite tut es auch, ist jedenfalls besser, als ohne Versäumen.

Gryße!
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon Hirvi » 07.01.2016 - 08:30

Guten Morgen Andreas!

War spät gestern. :compufreak: Die Watte einfach mit Sprühkleber fixieren, dass reicht. Ich habe den Kleber zwar aufgeführt dann aber vergessen zu erwähnen.
Reißverschlüsse werden 90 Grad verriegelt.
Vorwaschen ist bei manchen Stoffen angesagt, aber nicht immer hilfreich. Normalerweise vermeide ich das. Wenn ein Einlauf (meist in Prozent) beim Stoff angegeben ist, rechne ich den in den Zuschnitt ein, ansonsten sollte man sich halt an die Waschanleitung halten.
Das mit dem Zickzackstich hatte ich im Kopf aber vergessen zu beschreiben. :achselzuck:
Wenn man weiß wie es geht, muss die Reißverschluss-Öffnung nicht besonders groß sein. Das hängt auch von der Matratzen-Größe und der Schaumstoff-Qualität ab. Hier hätte auch eine noch kleinere Öffnung gereicht. Die Position der Reißverschlüsse war hier vom "Kunden" vorgegeben. Wenn die Matratze wie hier einen Unterbezug hat, ist das Einziehen normalerweise nie ein Problem.
Ich ergänze den Bericht dann noch mal mit Ruhe um diese Punkte.

Beste Grüße sagt

Volker
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon unbemerkt » 07.01.2016 - 11:28

Moin allerseits,

und Dir mein lieber Volker, einen riesenhaften Dank für Deine wunderbaren Ausführungen.

Ich habe meine Näherei zwar zwischenzeitlich, auch mangels heliumdichter Ballonfolie an den Nagel gehängt und meine Mutter hat die Industrie-Veritas verbummelt, aber kommt Zeit....

Die Arbeit wurde mir irgendwann zu viel, da sich in Familie und Freundeskreis herumgesprochen hatte, daß man Klamotten auch weitestgehend ohne Größenbeachtung kaufen kann, da der Kay dann nachträglich Hosenlängen einstellen kann und Änderungen "gern" vornimmt. :kopfgegenmauer:

Deine fantastische Beschreibung und gewisse Notwendigkeiten lassen aber noch Hoffnungen keimen, wenn da nicht noch eine große Kiste Nähklamotten warten würde. Die Kiste ist hier ähnlich gehasst wie die inzwischen unauffindbare Bügelwäschekiste....

Meine Fragen zum Thema hat der Andreas schon gestellt und Du hast sie beantwortet. So kann ich somit wieder direkt ins Strick- und Häkelforum abtauchen.

mit dankbaren Grinsegrüßen von Kay, welcher in Wirklichkeit im VUPLUS-Forum lesen muß, wie man beim Radio hören die Interpreten und Titelanzeige für die Püppi auf die Anzeige im Receiver zaubert.

PS: Eine Frag zum groben Thema hätte ich noch. Welchen Sprühkleber verwendest Du, und glaubst Du ich könnte mit einem Sprühkleber Schaumstoff zur Motorhaubendämmung befestigen? Mein Gefühl geht eher in Richtung Bau-Silikon.
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon motorang » 07.01.2016 - 12:33

Servus Kay!

Ich nehm an das sind dann zwei verschiedene :wink:

Bei der Matratze würde ich auf Geruchsneutralität und möglichst wenig Lösemittel achten, damit der Schaumstoff nicht leidet.
Der im Motorraum muss auch Temperatur, Öldämpfe etc können. Gefühlsmäßig würd ich da zum PU-basierten Karosseriekleber tendieren (aka schwarze Pest, das Zeug das Fäden zieht, ähnlich wie Scheibenkleber). DAS hält dann.

Gryße!
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon motorang » 16.07.2016 - 08:08

Hallo Volker,
zur kleinen Nähstunde brauch ich noch einen Tipp vom Profi.

Wie geht man vor, wenn man einen Reißverschluss in EIN Stück Stoff einbringen will, und der RV NICHT am Rand, und NICHT gerade verlaufen soll?

Beispielsweise U-förmig, wie in vielen Zelten oder Aufstelldächern?

http://www.brandrup.de/img/data/bilder/large/1114.jpg

Zuerst zuschneiden, versäumen, RV einseitig annähen, dann am zweiten Teil mit Stecknadeln befestigen und vernähen?

Oder gibt es da nen Trick, wie zuerst auflegen und heften, dann aufschneiden, versäumen, fertig nähen?

Gryße!
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon Hirvi » 16.07.2016 - 13:32

Hallo Andreas!

Da hast Du dir eine echte Herausforderung gesucht. Wie man da am besten drangeht, kann man nicht einfach so sagen. Je nach Material, Größe und Reißverschluss ist das manchmal unterschiedlich.
Ich gehe davon aus, dass Du einen Zeltstoff mit einem Reißverschluss versehen willst. Dann wäre es das einfachste und auch sauberste, einen RV mit möglichst großer Fahne zu verwenden.
Dann kann man den Bogen sauber auf den Stoff aufzeichnen (eine Linie reicht wenn man den RV mittig beim aufnähen darauf positioniert) und den RV möglichst knapp am Rand der der Fahne rundherum aufnähen. Hier bitte RV und Stoff so legen das der RV von der Rückseite auf die Rückseite des Stoffes genäht wird. Nach dem Aufnähen, kannst Du jetzt von der Vorderseite den Stoff mit der Scheere teilen. Wenn Du sauber am Rand des RV genäht hast, sollte jetzt genügend Stoff übrig sein den du zum RV hin ein einschlägst und knapp neben der Zähnchenreihe vernähst. So bekommst Du ein sauberes Ergebnis auf der Innen- und Aussenseite.

Bild

Ich hoffe die Skizze hilft beim verstehen der Abfolge.

Es gibt noch einige andere Methoden aber diese ist die einfachste und sicherste.

Viel Erfolg wünscht

Volker
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon motorang » 17.07.2016 - 06:47

Hallo Volker, danke.

Mal schauen :hammerschlag:
verstanden hab ich das Prinzip.

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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon unbemerkt » 17.07.2016 - 12:34

Moin Volker und Andreas,

Danke und fein von einem heimlich wissbegierigen Mitleser.

mit Grüßen von Kay
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon 4x4tourer » 25.04.2017 - 09:42

Moinmoin allerseits,

der L ist nun wieder aus dem Winterschlaf und am We hab ich ihn auch wieder schön eingeräumt und endlich mal die schon soooo laaaaaangeeee überfälligen Fotos von den Polstern im Fahrzeug gemacht. Der liebe Volker hat die ja für meinen L gezaubert und ich muß ganz ehrlich sagen, das sind die allergeilsten Polster die ich je in einem Fahrzeug hatte. :huepfen: :super: :huepfen:
Ausschlaggebend waren der Fund eines für meine Augen super passenden Stoffes für ein Reisefahrzeug (...eben mit Kamelen und Palmen und Beduinen....nun bin ich nicht mehr das einzige Kamel im Wagen :rofl: ....) und der Tatsache, daß meine alten "Polsterbezüge" eigentlich gar keine richtigen Bezüge waren. Ich hatte lediglich den Stoff um den Schaumstoff gefaltet, so wie man ein Buch in Geschenkpapier verpackt und dann die eingeschlagenen Ecken stumpf per Hand zusammengetackert. Das sah alles ziemlich primitiv aus. Aber immerhin hat auch diese Variante gute 6 Jahre gehalten und funktioniert. Aber schön...neee, schön war das nicht. Der schöne Kamelstoff lag nun auch schon einige Zeit bei mir im Regal und der Wunsch, den im Fahrzeug zu sehen war groß. Aber diesen tollen Stoff wollte ich ja nun nicht so "versauen" wie den ersten. Irgendwie sind der liebe Volker und ich bei einer Elchbesichtigungstour auch auf den Stoff zu sprechen gekommen und das Endergebnis ist ja schon weiter oben zu sehen und hier nun auch noch mal im Fahrzeug:

volle Fläche
Bild

Sitzposition
Bild


Bild

Das vordere Rückenpolster hängt mit Magneten an der Staukiste im Durchgang fest, das hintere steht hier noch frei. Hinten staue ich mein Bettzeug und dann lehnt sich die Rückenlehne dort an. Funktioniert soweit alles ganz gut.
Bild

Bild

An dieser Stelle nochmals einen allerherzlichsten Dank an den Volker für diese supertolle Arbeit! :huepfen: :prost: :knudeln: :super:

nobelgepolsterte Grüße Dirk
L300....der bessere Bulli! ;-p
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Re: Matratzen-Bezüge anfertigen oder kleine Nähstunde

Beitragvon MF » 25.04.2017 - 10:14

Moin

Sehr feines Womo hast du, aber das hab ich ja schon mal erwähnt. :super:

Das Platzangebot in so einem Bus ist natürlich super.
Ich falte gedanklich noch an meinem "Origami-für Arme" :wink:

Wünsche dir viel Freude auf deinen kommenden Touren.

Gruß Mario
Galloper 2.5 Exceed

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