unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

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unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 19.02.2017 - 18:48

Moin Ihr Lieben,

hier nun die teilweise Rekonstruktion und Neuerfindung meines des ersten Beitrages der Dornröschenstorie. Verzeiht mir bitte die Doppelmoppelei, aber ich habe selbst eine schlimme Weiterschreibblockade, wenn ich den Anfang der Geschichte nicht mehr habe - Kenner überlesen geflissentlich. :wink:

Wie durch ein Wunder habe ich tatsächlich wenigstens einen Teil meines ersten Beitrages zur Sanierung unseres neuen Lieblingsspielzeuges noch im Mailprogramm aus einer nächtlichen Zwischenspeicherung finden und ergänzen können. Leider fehlen nun aber 3 Seiten an Beiträgen, welche ich zumindest später versuchen will, anhand der hochgeladenen Bilder wieder halbwegs nachzutragen.


Mein Luca wünschte sich ein erstes eigenes Auto und nachdem so viele seiner Freunde ihre Erstwagen in Form von alten Polos, Golf1 und 2 oder Seat aus tiefster Seele hassen und entsprechend verlottern lassen, wollten wir es besser machen. Schließlich können wir selbst ein wenig Schrauben und die Zeit der „automobilen Zwänge“ mit Kindersitzplanung etc. kommt womöglich früh genug. So schränkte uns nur der angestrebte Kaufpreis um höchsten 3T€, die Notwendigkeit eines großen Lade- bzw. Schlafraumes, meine alberne Diamantenliebe und eine allgemeine Schrauberabneigung an gewissen Fahrzeugtypen noch etwas ein, dachte ich kurzzeitig.

Das der liebe Herr Sohn sich jedoch, nach einigen gedanklichen Hopsern über die Kombis von Galant zu V6-Sigma und Subaru Legacy, ausgerechnet einen Pajero Sport oder besser noch V43 in den Kopf setzte, war ein echtes Problem für mich, denn ich hatte mich, den zumeist rostverseuchten V20 nur mit großer Mühe und unter immer widerkehrender Herbetung von Vernunftgründen entziehen können.

Wie sollte ich jetzt, den beinahe letzten mir noch verbliebenen diamantenen Fahrzeugtraum, nicht für mich, und trotzdem mit Freuden aufbauen? Die einzig sinnvolle Lösung blieb eine gemeinsame Nutzung beider Fahrzeuge mit Tendenz des Sportes für die Arbeit und des V43 als Familien und Urlaubskutsche.

Das Konzept bleibt auch so noch ein ungewohntes Wagnis mit einem so ochsigen Autoliebhaber, aber ich tue mich inzwischen immer leichter mit dem zweiten Sport-schlüssel in Lucas Tasche und habe ein gutes Gefühl für unseren familiären Carsharingversuch. Auch sind unsere ästhetischen Geschmäcker sehr ähnlich und Lucas „Überall-bunte-Aufkleberdrauf-Phase“ scheint überwunden.

Wie leicht es ist, einen gut erhaltenen Pajero II in annähernder Traumausstattung und am besten noch spottbillig zu finden, muß ich hier nicht extra erwähnen. Ich bekomme heute noch jeden Tag etwa 30 Mails diverser Suchmaschinen über in- und ausländische Angebote von L200, Pajeros, L300 etc.

Irgendwann stach mir ein zu preiswerter, lange ohne Tüv stehender American Dream ins Auge. Die schlechten Bilder waren mit Handy geschossen, die Beschreibung nichtssagend und das Angebot nur im zweitbesten Forum, so daß der Pajero es nicht einmal in unserer Abteilung „Externe Angebote“ schaffte.

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Zudem wollte das Auto nach sechs Jahren Scheunenschlaf mit beinahe leerem Tank nicht mehr anspringen. Der Verkäufer beteuerte bei einem Anruf immer wieder, das der Pajero recht untypisch rostfrei sei, er habe schließlich einige Mitsu-Allrader in der Firma gehabt, wollte auch sonst den Preis noch herunter setzen und könne das Auto schließlich ganz unverbindlich zur Besichtigung vorbei bringen – ich werde ja dann selbst sehen und bestimmt kaufen … :hammerschlag:

Tags darauf kam Morgens der unerwartete Anruf des Verkäufers, daß er in 50 Minuten mit dem Auto auf dem Anhänger vor dem Tor stehen wird. :shock:
Wir kaufen also neuerdings die "rostfreien V20" nicht nur ungesehen, wir lassen auch termin- und kostenfrei anliefern. :coolman:
Wie schon erwähnt, wollte der Besitzer den Preis von 2,2 T€ noch einmal nach unten verhandeln, weil die verwöhnte Prinzessin ja nicht aufwachen wollte, aber ich habe heftigst und standhaft dagegen protestiert. Selbst von dem angebotenen Hunderter für die Lieferung konnte ich nur die Hälfte loswerden.
So fühlte sich jedenfalls keiner der Transaktionsbeteiligten am Ende übervorteilt und wir trennten uns sehr gut gelaunt.

Dornröschen in Form eines V43W, mit meinem geliebten V6 3.0 Liter SOHC-Motor und 177 PS schläft noch und ich werde sie erst anhübschen, putzen und liebkosen bevor ich sie wecke, denn Dornröschen schlief tatsächlich schon seit dem Sommer 2011 in einer Scheune und hat vorher etwa 235.000 Kilometer gebraucht, um weite Teile Deutschlands bei Geschäftsreisen kennenzulernen.

Ganz vorsichtig, und nach Entfernung des Kurbelwellensensorsteckers (verhindert Zündung und Einspritzung) schlafwandelte Dornröschen selbstständig, ohne zu erwachen in ihr neues Schlafzimmer. Der Allrad in der Untersetzung ohne Vorderradantrieb (wie auch ohne Unterdruck am Aktuator) lief brav am Anlasser und rollte sie behutsam in ihr neues überdacht beheiztes Bettchen. Nur gut, wenn man weiß, daß Autos so zumeist schnell noch von der Kreuzung geschoben, bzw. über den Fahrbahnrand verbracht werden können. Ausreizen würde ich diese Art des reinen Elektroantriebes aber lieber nicht.

Nun aber zum Wesentlichen, den neuralgischen Punkten:

Dornröschen hat ein Hubschiebedach, welches ich mit frischer Batterie auch schon einmal öffnen konnte und...

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... tatsächlich, Staub unter dem Hubdach. Da werde ich einmal kräftig feudeln müssen. :mrgreen:

Dann jetzt die Schwellerkanten ....

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... schon wieder Staub auf glattem Lack, sogar brauner Staub und ganz unten rechts im Bild ein brauner Ölfleck auf dem Plaste - ich brauche ein Putzkommando. Gleich bin ich mit den Fingern rund ums Auto hinter den Schwellerkanten durchgefahren und überall war Staub, kein Stück Rost platzte ab - was nun?

Doch dann fand ich ihn, nach einer Weile der Suche, den angekündigten fetten Karosserierostschaden direkt an der Frontscheibe:

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Immerhin kein verdeckter Mangel, aber ich hasse Karosseriearbeiten. Ich werde die Stelle in Fett ertränken, verzaubern, weghexen müssen - oh my god. Langsam wurde ich hysterisch - wo suche ich weiter.

Der Tankeinfüllstutzen war ganz eingestaubt, aber all die kleinen Rostblüten entpuppten sich als abwaschbarer Blütenstaub.

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Die Heckklappenscharniere sind vom Öl und Fett ganz braun geschmiert und natürlich eingestaubt, wollen aber einmal aufgearbeitet werden, die Tür ist zu heben.

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Nach so viel Merkwürdigkeiten mußte ich die Prinzessin natürlich noch einmal, naja - von unten sehen, und da war er natürlich auch wieder, mein Lieblingsfeind. Aber die Süße ist noch kaum infiziert und steht besser da als mein guter Sport.

Vor ihrem Tiefschlaf wurden offensichtlich noch ein bis zwei Dosen billige Hohlraumkonservierung lieblos unter das Blechkleidchen gesprüht. Vom leichten Flugrost auf dem Rahmen platzt der Unterbodenschutz gut ab.

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Den Nadelentroster brauche ich unter dem Auto jedenfalls nicht, da ist fast schon ärgerlich, daß ich mir einen kleinen Profikompressor mit 370 Liter Fülleistung zugelegt habe. Der annähernd halbe Ladenpreis von 367,- Euro in einer Ebayauktion vom Händler mit Garantie aufs Neugerät, hat mich aber doch ziemlich überzeugt.

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Der Tank ist beinahe rostfrei, nur die Schutzverkleidung ruft nach Farbe.

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Alle vier Ankerplatten der Bremsen sind vollständig vorhanden und nur oberflächlich angerostet. :super: Bremsscheiben und Sättel wirken vertrauenerweckend. Gummiteile sind zumeist gut und die Fettnippel wurden schon einmal verwendet.

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Die Schweller lassen keine Arbeit erwarten und auch die Trittbretter sind in erhaltenswertem Zustand, wobei Dornröschen bestenfalls auf Püppis Seite ein Straßenwagen bleiben wird. Mein Trittbrett fliegt, solange ich noch ohne Hilfe ins Auto komme, und der Pajero ist sowieso viel tiefer als der Sport - fast schon "flachtaxig".

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Über die Metalleitungen unter dem Auto denke ich nicht erst nach - alles wird vor der Erweckung erneuert, Heizleitungen neu verlegt.
Man beachte hinter den rostigen Leitungen den recht ordentlichen Rahmen... :super:

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Der Lampenladen wird mitsamt der riesigen Halterung das Auto verlassen müssen, eine dünenerprobte Stahlstoßstange vom L200 könnte ich noch verbauen.

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Die mit ET-30 zu weit ausgestellten 15 Zoll Felgen mit Kleinbreitschlappen werden meinen Höherlegungstrennscheiben auf 16 Zoll-Felgen weichen.

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Bild

Da die gleichfarbige obere Silberlackierung die blöde Tupperwareverkleidung fast unsichtbar macht, der blaue Rundumstreif beinahe gefällt und Luca und mir die klassische Chrombetonung zu gefallen beginnt, werden wir wohl wenig Veränderungen vornehmen. Vielleicht versetze ich das Reserverad nach etwas links unten und benutze nur die oberen Lampen weiter. Dafür ist mein TÜV-Mann gewiß noch zu begeistern. Die unteren Lampeneinschnitte könnten dann wieder geschlossen sein... :idee03:

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Mit Grüßen vom ziemlich glücklichen Kay

PS: Das einige meiner losen Sprüche sich inzwischen erledigt, oder aber ins Gegenteil verkehrt haben, wir zwei Bastliche aber noch sehr glücklich mit der nunmehr ziemlich entkleideten Prinzessin sind, folgt dann in einer etwas komprimierten Form, fast einen Monat raffend.
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 22.02.2017 - 11:32

Moin allerseits,

schnell will ich weiter schreiben und die Zeit raffen, denn neue Themen, Fragen und Ideen drängen mich natürlich schon wieder, was ja auch kein Wunder, und bei so "ewig gefühlter Abstinenz" nur nachvollziehbar ist. :extremlached:

So bereitete ich den Motorraum für die Entkernung vor, plante einige Bauteilverlegungen und beschriftete wichtige Dinge wie die Zylinderzuordnung zu den Zündspulen, den Kurbelwellensensorstecker (KuS), den Nockenwellensensorstecker (NoS) und die Schlauchklemmen an den Schläuchen um kein Chaos, undichte Schläuche oder falsch abgezogene Sensoren zu schaffen.

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Der Kompressionstest (siehe HB 11-33) endete grundsätzlich positiv und gar besser als am Sport mit durchschnittlich 11 bar, was Hoffnung auf die anzustrebenden 581.000 gefahrenen Kilometer mit Blick auf das große Vorbild macht. ( :wink: zu Matti) Wie beim Sport hatte der 1. Zylinder rechts den geringsten Druck (bekommt mehr Dämpfe der Kurbelwellenentlüftung) und der 3. Zylinder rechts den höchsten Druck (bekommt den Ruß aus der AGR). Ich werde diesmal konsequenter reagieren und neben dem AGR-Verbot die komplette Kurbelwellenentlüftung gefiltert vor der Dosselklappe (also vor Teilung des Luftfächers) einführen – dazu später mehr. Da der Test nur mit abgebautem Ansaugfächer gemacht werden kann, ist es nicht ganz einfach alle Kabel, Stecker und Teile noch zusammen zu halten. Die vorab abgeschraubten Masseleitungen am Motor habe ich zum Test lieber wieder montiert. Wichtig auch die Löcher im Motor mit Lappen grob überdecken, nicht das diese eingesogen oder weggeblasen werden.

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Mein Luca hat derweil fleißig den Innenraum entkernt und dabei die Problemstellen zutage gelegt.

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Im vorderen Bereich sieht das Bodenblech sehr ordentlich aus. Es sind keine Maßnahmen notwendig.

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Hinten gibt es die größten Probleme im Bereich des Übergangs von Bodenblech zu den Radkästen. Speziell an den hinteren Befestigungen der Sitze in der zweiten Reihe ist der Rost heftig. An dieser Stelle gibt es ein Gegenblech am Unterboden, welches übrigens noch wie neu aussieht. Hier staut sich also Wasser zwischen den Blechen, kann nicht abtrocknen und zersetzt das obere Blech. Ich werde versuchen an die Ursache zu gehen und Feuchtigkeit zukünftig aussperren. Auch die Kante Bodenbleche zu Radkasten überlege ich mit Siliconbändern wasserdicht abzuschirmen.

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Hitzeschäden vom Auspuff auf dem Bodenblech beunruhigen mich etwas. Die Dämmatten haben hier Blasen geworfen. Natürlich sind aber noch alle Hitzeschutzbleche unter dem Auto vorhanden und auch alte Mitsuschrauber behaupten so etwas nie gesehen zu haben. Zu den Wärmeableitungsproblemen werde ich später wieder kommen.

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Der Rahmen des Fahrzeuges sieht soweit noch gut aus, es gibt noch keinen ernsthaften Blattrost. Ablagerungen in Form von etwas Sand sind nur vor dem Punkten 5 und 21 zu finden wo ich Enwässerungs- bzw. Reinigungsbohrungen anbringen werde. Man merkt aber am Zustand schön, daß der Pajero noch kein Gelände gesehen hat.

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Im folgenden Bild sieht man die nackte Pajerofront ohne Personenschutzbügel. Dieses Bild zu machen, ist jedoch nicht so einfach, denn….

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Um die obere Halterungen der nicht klappbaren Bullenfänger zu demontieren muß das obere Abdeckblech in der Mitte der Stoßstange ab.

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Dieses Blech wird, wie im nächsten Bild bezeichnet, an fünf kleinen Mütterchen gehalten,...

Bild

… an welche man jedoch erst kommt, wenn man das vordere Unterfahrschutzblech abgeschraubt hat, was jedoch wegen dem fest montierten, sinnfreien Lüftergitter erst geht, wenn der Bullenfänger unten auch noch demontiert wurde.

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Die Sinnlosigkeit des Lüftergitters erklärt sich dann spätestens, wenn man dahinter eine große Lufteintrittsverhinderungsplatte findet. Solchen Unsinn habe ich weder beim L200 oder Sport je vorgefunden und eine Änderung scheint mir hier angeraten. Wir erinnern uns hier wieder an die Hitzeprobleme am Bodenblech. Schritt eins dazu ist der Verkauf des Bullenfängers.

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mit Grüßen von Kay, welcher langsam die Lust verliert, den ganzen Schreibkram nachzuarbeiten.
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 25.02.2017 - 09:48

Moin allerseits,

und zu Teil 3 der geschriebenen Vergangenheitbewältigung.

In der Kiste der hinteren Heizung ist nach oben genug Platz eine Frischluftzufuhr, über einen nach unten geneigten Schlauchanschluss, nach draußen zu bringen. So kann auch eine Standkühlung bzw. -Lüftung für das Einkaufs-warte-Hundchen und beim Camping erfolgen.
Ein Umluftverschluss ist vermutlich nur für Wasserdurchfahrten notwendig, da die Durchdringung im Fahrzeugboden, bei Abschaltung des Lüfters und eingeschaltetem vorderen Lüfter, als Luftauslass fungieren dürfte.

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Regalplanungen für eine Seitentürausklappvariante wurden begonnen. Im Bild wird das große Volumen der eindrehbaren Fläche sichtbar.

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Die Tankrevisionsklappe wurde entfernt, der Tank als relativ rostfrei befunden, der Rohranschluss beim Versuch des Schlauchlösens aber doch abgebrochen. Einer der z.T. toll erhaltenen Tankdeckel mit Pumpe vom z.B. Mitsubishi Galant könnte passen, ein Probekauf für ca. 20 Euro Gewissheit bringen.

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Zwei Bilder weiter vorn sieht man noch den eingeschraubten Kasten, welcher auch den Wagenheber und die winzige Luftpumpe für die Differentialsperre birgt. Zu Rostschutzzwecken habe wir auch diesen demontiert, im Höhensprung ist noch ein zweiter Hohlraum im Unterboden. Vermutlich baue ich den Kasten nur etwa bis zur Fahrzeugmitte wieder ein, da viel Platz am Fahrzeugboden verloren geht und ich die Kiste nur auf einer Seite zur Sitzbefestigung wieder brauche. Der Minikompressor wird vermutlich dem bedaischen 220 Volt Güde weichen, wobei ein zusätzlicher Druckminderer auf 0,3 bar für die Sperre notwendig wird.

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Meine Stoßstange vom L200 bzw. Pajero Sport passt leider nicht, was nicht wundern muß, da beim Pajero die Vorderachse ca. 20 cm weiter vorn sitzt. Das hätte man wissen können. Schön daran ist jedoch, daß der Anfahrwinkel, z.B. an steilen Dünen auch nicht so problematisch wird, wie bei meinen bisher gefahrenen Modellen und damit die Stoßstange nicht so wichtig ist.

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Mein Luca hat die Trittbretter unter Verlust nur einer Schraube abbekommen und obwohl diese noch in einem erhaltenswürdigem Zustand sind (das war beim Sport nicht so), werden wir der Püppi wohl irgendwie verklickern müssen, das diese nicht wieder an das Fahrzueug kommen können. Endlich entsteht ein erwachsener höherer Allrader.... :wink:

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Die voll bestückten französischen Originalrückleuchten für 56,- Euro das Stück (ohne EU-Zulassung) wurden geliefert und ich freue mich unsagbar auf die Wirkung in Verbindung mit der edlen Vollchromstoßstange ohne Lampenöffnungen. Oben und unten im Lampengehäuse sind Zweifadenbirnen verbaut, was auch für Nebelschlussleuchten ausreichen dürfte.

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mit Grüßen von Kay, welcher die verlorenen Beiträge immer noch nicht aufgearbeitet hat... :kopfgegenmauer:
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 25.02.2017 - 11:20

Moin allerseits,

und gleich zu den Themen Kotflügeldemontage, Luftfilterplanung und Scheibenreinigungsbehälterverlust.

Bei der Demontage der Kotflügel ist zu beachten, daß die anschließende Radkastenverkleidung mit entfernt, oder zumindest hinten geöffnet werden muß, da eine Mutter von vorn zur A-Säule entfernt werden will. 30 cm weiter oben wurde dies einfacher von der A-Säule aus gelöst. Ich habe zum Verständnis die Ratsche nach Kotflügeldemontage noch einmal in die Richtung gehalten. Auf dem Bild auch (an den Schatten) sichtbar, daß eine wirklich tapfere Canon Ixus V70 nach vermutlich 4500 Bildern und 11 Jahren wirklich anstrengendem Werkstatt- und Baustellenalltag sowie einer Libyenreise, irgendwann einmal schlapp macht. Der Staubschutzverschluß öffnet und schließt nur noch widerwillig und beim fokussieren treten verstärkt Geräusche und auch Fehler auf. Ob mich eins der vielen Nachfolgemodelle noch einmal so brav begleiten wird bleibt abzuwarten.

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Die Radkästen sind beim Pajero schon recht ordentlich gefüllt. Auf der Beifahrerseite hinten die wunderbar nostalgische Motorantenne, deren Zerlegung und Stabentnahme zu Wartungszwecken, mir gemäß Handbuch noch nicht gelungen ist. Davor der Scheinwerferwaschwasserbehälter welcher neben der Ölwanne den einzigen Flüssigkeitsstandssensor enthält, der am Pajero verbaut worden ist.

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Ganz vorn ein völlig unnötiger Schlaucheingang der Ansaugluftleitung mit Kringel, starker Verengung, Resonanzbehälter und erneutem Ausgang aus dem Kotflügel. :hammerschlag: Auf der Fahrerseite befindet sich nur der Scheibenwaschwasserbehälter hinter der Verkleidung.

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Die Kotflügel sind von Rost noch so gut wie gar nicht betroffen, die schlimmsten Stellen finden sich am Radkasten und immer wieder an den Fügungen von Blechen, wo eine Trocknung kaum stattfinden kann. Am meisten ist die hintere Lampenmaske auf beiden Seiten (im Bild ganz unten) betroffen, aber noch ohne neue Bleche sanierungswürdig.

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Die unteren Abschlüsse der A-Säulen sind wesentlich besser vor Verschlammung geschützt als bei L200, Sport oder auch dem Galopper. Hier ist findet sich beinahe der ganze Platz wieder, welcher vor den Rädern an der Stoßstange fehlt. Eine Bohrung ist kaum nötig, da man an den Wasserablauf im montierten Zustand gut heran kommt. Der Platz vor dem Zollstock ist unter dem Auto als offener Schlitz erkennbar.

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Den Luftansaugschlauch plane ich ähnlich dem L200, jedoch hier am Durchlass des ehemaligen Scheinwerferwaschwasserbehälters durchzuführen und nach hinten oben enden zu lassen. So wird wieder eine theoretische Wattiefe von ca. 1,1 Meter außerhalb des Schwallwasserbereiches möglich. Zugleich fungiert der Kotflügelhohlraum wieder als Grobstaubniederschlagsbehälter, was schon bei früheren Wüstentouren zu deutlich sauberen Luftfiltern als auch bei Zyklonen an Schnorcheln führte.

Bild

Der Füllstandsensor könnte dann mit etwas Friggelei in den originalen oder einen anderen Kühlwasserausgleichsbehälter wandern. So müsste ich die Verdrahtung nur umlegen und könnte mit dem Drucktaster der Reinigungsanlage gleich noch die Amisirene oder besser Zirpe der Türschlossfernbedienung bedienen oder andere Bespaßung verschalten. :extremlached:

Bild

Damit hätte ich nun endlich den Stand des Servercrashs erreicht, habe brav meine Sicherungskopien im Word gemacht, und gelobe trotzdem feierlich, daß ich den Zirkus nicht noch einmal mitmachen will. Das grenzt schon etwas an Beschäftigungstherapie... :kopfgegenmauer:

mit Grüßen von Kay, welcher hofft, daß der Beitrag trotzdem dem einen oder anderen in Zukunft etwas Wissensgewinn oder anderweitigen Nutzen bringen kann. :wink:

PS: In Sachen kleine Blechkamera habe ich große Lust auf die inzwischen auch schon alte Canon IXUS 500 HS, mit ohne Finger auf dem Bildschirmdrückerei, aber die findet sich, zumindest preiswert und wenig gebraucht, auch nicht so leicht. :achselzuck: :mrgreen:
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 25.02.2017 - 17:43

Nun endlich ein aktuelles Moin allerseits,

doch es ist kein guter Morgen, von einem gewissen Schlafdefizit einmal abgesehen. Das Vorderschiff sieht inzwischen recht durchsichtig aus, die Rostschutzbrigade wird es freuen.

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Gestern hatte ich mich endlich an den Zahnriemen heran gearbeitet, und wollte mit meinem schönen neuen Gernotgedächtniswerkzeug, dem Keilriemenscheibenhalter die Kurbelwellenschraube entfernen und musste feststellen, daß ich beim Kauf des Autos betrogen wurde.

Da hängt nun schon (zumindest gefühlt) eine Tafel mit einem "Wir müssen draußen bleiben" Text und den Logos diverser deutscher, italienischer und französischer Fahrzeughersteller im Hof und dann finde ich eine deutsche Vielzahnschraube (auch Zwölfkant genannt) auf meiner japanischen Kurbelwelle, wodurch mein Projekt komplett ins Stocken gerät.

Zwar hatte ich für das liebe Schwiegersöhnchen und seinen seltsamen 200 PS Volks-Kombi bzw. seine Firmen-Polo und Seat schon Vielzahnbits bis 14 und Vielzahnnüsse bis 16er Größen zugelegt, aber nun brauche ich vermutlich eine 19er oder 18er Nuss um die Riemenscheibe zu entfernen. Ob der Schrauber, welcher dieses Verbrechen an meinem geliebten Auto begangen hat, auch wusste das die Schrauben ohne Ansenkung im Kopf nur mit 90 Nm und und 90 Grad Umdrehung und nicht wie die mit Absenkung mit 150 Nm und 180 Grad Umdrehung angezogen werden, und was eine japanische Kurbelwelle dazu sagt, werde ich hoffentlich nicht in negativer Form erfahren.

Nach ziemlich eingeschränkter Suche der Originalschraube über die Teilenummern der ASA: MN155081, 1100A141 und MD172725 steht aber zu befürchten, daß die Kurbelwelle schon auf M16 aufgeschnitten wurde. :?

Mein lieber Schrauberkollege Luca hat sich inzwischen zu einem äußerst begnadeten Altschraubenlöser gemausert. Es ist ihm tatsächlich gelungen alle Benzin-, Heizungs- und Bremsleitungshalterungen sowie die Auspuffanschlüsse und den Tank unter dem Auto bei nur einer abgebrochenen Schraube zu lösen. Diesen Schnitt hätte ich wahrscheinlich nicht hin bekommen.

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Die berühmten Kühlflüssigkeitsablasschrauben ( :wink: zu Walter) im Motor waren mir wegen der gewissenhaften Spülung wichtig zu entfernen. Beide können eigentlich über die Radkästen erreicht werden, sind aber sehr gut verklebt und unersetzlich, weil konisch. Auf der Beifahrerseite macht sich so die Entfernung des Anlassers zweckdienlich, um mit einem schönen langen gekröpften Schlüssel hebeln und vorab an diesem klöpfeln zu können.

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Die linke Ablasschraube kann gut mit den Kippelverlängerungen an der Ratsche durch den Radkasten erreicht werden.

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Inzwischen sind auch alle Öle aus dem Fahrzeug verschwunden, die Magneten an den Ablassschrauben waren nur mit feiner Metallschmiere ohne Späne besetzt, kein Behälter gar zu leer und die Altöle allesamt unauffällig.
An den Ablasschrauben der beiden Differentiale war entweder noch niemand oder sie wurden mit dem Schlagschrauber und zu viel Gewindekleber eingesetzt. Wegen der geringen Dicke der Köpfe musste ein Spezialwerkzeug in Form eines möglichst vollflächigen Sechskantschlüssels ohne unteren Rand geschaffen werden.

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Als auch das nicht zu genügen drohte, wurden kurzerhand ein universeller hölzerner Auswurfkraftverhinderer geschaffen....

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... und im Anschluss zu einer korkverstärkten Langversion weiter entwickelt.

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Beide Kardane wurden nach gewissenhafter Kennzeichnung mit Schlageisen an den geschraubten Aufnahmen zu den Differentialen vorsichtig aus den Simmerringen des Getriebes gezogen und überprüft. Der vordere Kardan kann erst nach Ablassen des Getriebeöls gezogen werden sonst wird es feucht.
Die Kreuzgelenke sollten sich allesamt leicht bewegen lassen und in keiner Richtung schwergängig sein. Nach oberflächlicher kurzer Waschung habe ich einmal ausnahmsweise gemütlich auf der Werkbank gefettet. :super: Beim vorderste Kreuzgelenk habe ich in einer Richtung einen kleinen Widerstand beim Kippeln gefühlt und eingedenk des gewaltigen Knarzens, einmal gehört an einem gewissen siebenjährigen Nissan R51 :mrgreen: sofort für einen Zehner ein neues Gelenk bestellt.

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Beim Wechsel des Kreuzgelenkes muß man natürlich noch einmal eine Kennzeichnung am Kardan machen, sonst war die Markierung zur Wuchterhaltung auch unnötig. :idee04:

Das ich den Klimakühler (hinter der Pappschutzabdeckung) einseitig lösen und vorrücken musste, um mit der Zange an die abgebrochene Schraube der Hauptkühlerbefestigung zu kommen, erwähne ich lieber gar nicht. Hätte ich mal besser den Luca da ran gelassen.... :rofl:

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soweit mit Grinsegrüßen von Kay, welcher das Wochenende nun lieber mit der Planung von Plaste- oder Schlauchbenzinleitungen, Heizungsschlauchneuordnung und Bremsleitungsbördelversuchen verbringen wird.
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon terriblue » 26.02.2017 - 16:50

Hallo Kay und Luca,

ich wähne mich manchmal in einer Erinnerungsschleife zu stecken. Sind doch viele Herangehensweisen ziemlich
identisch und kostenoptimiert.

Es macht mir sehr viel Freude deinem Geschreibsel zu folgen, mach weiter so und halt uns auf dem Laufenden.

Einen winzigen Tipp hätte ich allerdings, lass dich nicht unter Druck setzen, ständig schrauben zu müssen, um uns
etwas neues präsentieren zu können. Mach auch mal ´ne Pause.

Liebe Grüße an alle Schrauber

Arno

... der z.B. für zwei Jahre Kaminholz machen muss und einen Osterurlaub vorzubereiten hat ...
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Borsty » 27.02.2017 - 07:55

Hi Kay
Ein kleiner Tip von mir. Die Kardangelenke dürfen sich NICHT komplett leicht bewegen lassen wie Du schreibst. Wenn das so ist, ist der Druck der Kappe mit den Nadeln auf das Kreuz zu wenig.
Daher gibt es oft das man mit Einstellscheiben auf die Kappen geht da wo der Seeger sitzt oder wenn es zu fest ist wird auch der Seeger leicht geschliffen damit das Spiel nicht spürbar ist, aber der Druck da ist. Kennzeichnung an den Schraubflanschen zu den Differentialen sind hinfällig sobald Du das Kreuzgelenk wechselst. Es wird egal wie man es macht durch Fertigungstoleranzen nie mehr dort stehen wo es mal war. Auch beim rauspressen und einpressen entstehen Kräfte die die Gabel kaum spürbar öffnet oder zusammendrückt.
Ich lese oft und überall wegen Kreuzgelenktausch einfach mal nur so. Die Erfahrung die ich im Beruf hatte und an meinen eigenen Fahrzeugen das es sehr wichtig ist die Wuchtung dann zu kontrollieren. Nur ein paar Gramm abweichen und schon baut man eine Vibrationsquelle ein die man dann zwar nicht unbedingt spürt, aber da ist. Bei mir hat sich das gezeigt in der Richtung des Schiebestückes welches dann durch leichten Unrundlauf und Dreckgemisch komplett eingelaufen war. Vorangegangen war mal ein Kreuzgelenkwechsel ohne die Welle dann ausgewuchtet zu haben.
Wird sicher jetzt wieder gleich geschrieben das funktioniert. Ja klar, aber auf Dauer reichen 2gramm die man nicht spürt um im Spiel der Lager und Gleitlager Schäden anzurichten.
Je grösser das Kreuz und der Kardan je Wichtiger ist es.
Die Gelenke dürfen seitwärts absolut kein Spiel haben und wenn Du schreibst leichtgängig werden sie das mit Sicherheit haben. Darum stellt man dies ein. Irgendwo habe ich das auch schonmal geschrieben als ich die Probleme hatte.
Bei mir war übrigens auch ein Vielzahn auf der KW. Aber meine Erinnerung ruft da ein 27iger ab.
Bei den superflachen Schrauben griff ich dann auf Innensechskant-Verschlussschrauben von Industriegetriebemotoren zurück mit 14mm Innensechskant. Für die nächsten Male war das ein bisschen besser.
Roststellen um die Löcher sind jedesmal wieder der Hinweis darauf das eben wenn etwas durch ein lackiertes Loch gedrückt wird auch wenn es Plastiknieten sind die Farbe absprengen. Denke nach der Montage muss da sicher Augenmerk darauf sein dies zu konservieren.
Viel Spass aber weiterhin
Gruss Uwe
BORSTY
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Beda » 27.02.2017 - 10:29

unbemerkt hat geschrieben:Nun endlich ein aktuelles Moin allerseits,
Beim vorderste Kreuzgelenk habe ich in einer Richtung einen kleinen Widerstand beim Kippeln gefühlt und eingedenk des gewaltigen Knarzens,

soweit mit Grinsegrüßen von Kay,

Morgen Kay,
du sprichst also vom Kreuzgelenk am vorderen Differential.
Die vordere Kardanwelle arbeitet, da sie keiner Federbewegung unterliegt und nahezu gerade verläuft, nur mit minimalen Bewegungen in den Gelenken.
Diese Bewegungen sind viel geringer als ein Nadelumfang.
Die Nadeln mussten so allein durch den Ausbau schon unbekanntes Gelände betreten.
Wenn sich die Gelenke vollständig abschmieren lassen, würde ich diese Welle lassen wo und wie sie ist.
Ansonsten ist es eine alte Geschichte: Welle zerlegen ohne anschließendes Auswuchten ist Murks.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 27.02.2017 - 11:12

Moin Ihr Lieben,

@ Arno, hab einen Dank für die Blümchen, und natürlich schreibsle ich weiter. Der Beitrag mit Bebilderung ist doch ein wichtiger Teil meiner Qualitätsanhebung und Überwachung und ich nehme an Du weist gut, was ich meine.

Mach Dir keine Sorgen, daß ich mich zu sehr unter Druck setze, ich hatte gerade zwei angenehme garagenfreie Bummeltage. Nur die Wiederbelebung des Beitrages wurde nervig, weil alles schon einmal getan und durchgesprochen war und nun fehlte. So wollte ich auch nicht weiter machen.

Ansonsten genieße ich die Zeit mit Luca und dem Dornröschen, denn schließlich war die Schrauberei und auch der V20 immer ein Traum und mit Luca eine solche gemeinsame Sache auf die Beine stellen zu können ist sehr schön. Ich habe den Eindruck, einen Teil der versäumten gemeinsamen Kinderzeit (als Vater immer arbeiten musste) gefühlt nachzuholen.

@ Uwe, hab auch Du Dank, daß Du mich für das Thema Kardane noch einmal sensibilisiert hast.

Die Schiebestücke scheinen übrigens beide sehr schön glatt und ohne Einlaufschäden. Es gab keine äußeren Ölspuren an den Elementen, so daß ich die Simmerringe noch lassen werde.

Bild

Wie soll ich das "ordentliche" Lagergefühl von alten Kreuzgelenken besser beschreiben. Sie sitzen natürlich stramm (keinerlei seitliche Spiele), und bewegen sich gleichmäßig leicht, wie funktionierende Lager dies tun sollten. Natürlich waren sie nicht frisch geschmiert und liefen damit leichter (klappriger, trockener) als nunmehr mit frischer Fettpackung. Eines der Lager an der vorderen Welle hat in einer Drehrichtung einen gerade so fühlbaren festeren Punkt in etwa Mittelstellung in der Bewegung, was nach oberflächlichem Waschen und Fetten nicht besser wurde. Keinesfalls ist hier schon von Schwergängigkeit zu sprechen, ich tendiere aber durchaus zum Wechsel. Du würdest doch auch tauschen, oder?

Ohne Zweifel ist der vordere Kardan in Sachen Unwuchtigkeit nicht ganz so dramatisch, wie der Große, ich verfüge jedoch auch über ein sehr sensibles Popometer und werde beobachten. Eine Gelenkwelle würde ich übrigens trotzdem immer wieder in der gleichen Form fügen, wie demontiert, auch wenn ein neues Kreuzgelenk viel der Wuchtung zerstören mag. Auf den Sitz der Sicherungsringe werde ich achten, hatte aber auch die letzten Jahre immer viel Glück mit der Passung. Glücklicherweise gibt es auch einige Gelenkwellenserviceanbieter in meiner Nähe.

Das Fetten auf der Werkbank ging übrigens sehr schön, gleichmäßig und gefühlvoll. Ich verwendete auch absichtlich nur eine einfache Handschubpresse für das "Druckgefühl". Durch etwas Zwischenwackeln kann man gut die Fettankunft an alle Austrittsstellen kontrollieren. Glatt könnte man auf die Idee kommen, öfter so zu arbeiten. Besonders wertvoll ist natürlich, daß man so kontrollieren kann, daß nicht wie bei Dir schon einmal passiert, Nadeln ausgepresst worden sind und alle Gelenke danach schön fettig und gleichmäßig gleiten.

Ganz allgemein gilt für mich immer wieder, nach so großen Reparaturen auch nach längerer Probefahrt, einmal unter das Auto zu tauchen und alle drehbaren Teile, wie Gelenkwellen, Radlager und Bremsen aber auch Getriebe einmal auf Temperaturen zu untersuchen. Für viele Teile reicht schon der Temperaturvergleich mit anderen Baugleichen. :super:

Der Besitz einer größtmöglichen Seegerringsammlung in unterschiedlichen Dicken ist fürwahr erstrebenswert, daß weiß kaum noch jemand zu schätzen. :wink:

Ich habe jetzt einige Vielzahnnüsse bestellt und werde mich mit der Schraube und Kurbelwelle überraschen lassen, tendiere aber dazu alles so zu lassen, wenn ich keine Absonderlichkeiten feststellen kann. Zukünftig habe ich ja dann die Schlüssel und muß hoffentlich nur alle ca. 8 bis zehn Jahre dran.

Für die Fügung der Blechteile wie die Kotflügel, überlege ich schon Fettbänder oder wenigstens besonders festes Fett einzubringen, suche aber noch nach dem russischen Verpackungsfett was nur durch herzhaftes Waschen mit Lösungsmitteln vom Stahl wieder verschwindet.

Immer mehr gehen meine Gedanken ganz allgemein gegen aufwendige Lackierung und hin zu meinem Rostschutzmischung mit anschließendem Fettüberzug. Wenn ich lackiere würde ich mich am Unterbodenbereich fast für ein helles Grau entscheiden wollen, um Hinterrostungen schneller zu finden. Auch die Mischung meiner Rostschutzlösung mit Farbe ist noch in Überlegung, mein Testobjekt liegt noch im Hof.

mit Grüßen und Dank für Eure Tipps von Kay

PS: @ Beda, gerade fand ich vor dem Absenden noch Deine Nachricht, und auch ich überlegte schon in diese Richtung. Ich werde mir die Sache noch einmal ausgiebig durch den Kopf gehen lassen. Das Gelenk bei Bedarf später zu wechseln, ist ja auch ein sehr kleines Problem und es würde mich nicht wundern, wenn diese kleine "Feststelle" nach etwas Bewegung und mit frischer Fettpackung verschwindet. Diese doofe, fast festgegangene Nissanachse hat doch tüchtige Fadenzählerängste im Kopf hinterlassen. Hab Dank für Deine, mir immer sehr wichtige Meinung. :super:
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon 4x4tourer » 27.02.2017 - 20:13

Mein lieber Kay,

jetzt weiß ich endlich, warum du nur so schleppend vorwärts kommst...auf dem Bild mit dem Kühlwasserausgleichsbehälter ist der Beweis!!! :coolman:
Du Schlumpf hast deine Heinzelmännchen absolut nicht im Griff...liegen da faul rum und pennen, während du und der arme Luca alleine schuften müßt....zezeze.... :extremlached:
Du solltest denen echt mal Beine machen!!!! :duck: :runaway:

rum(z)werkelnde Grüße Dirk
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Borsty » 28.02.2017 - 06:17

Hi Kay
Wie Beda anmerkte ist der Bereich der Bewegung bei dem Gelenk sehr eingeschränkt. Wenn Du schon eine Stelle hast die Du merklich fühlst das es wie über einen Rand geht würde ich da Du Dir sonst soviel Mühe gibst austauschen und wuchten lassen. Ich würde wenn Du schon hinfährst die Andere auch gleich mitnehmen. Ja, nicht zuviel Fett, resp. dezent Druck geben ist da die gute Wahl. :lachen: Hast Du eventuell eine Art Fliessfett? Damit könntest Du schauen ob Du das besagte Gelenk damit quasi durchspülen kannst. Denke aber das es Einkerbungen durch die Nadeln aufweist
Die Deckel bei den Schiebestücken im innern der Gabel sind auch immer so ein Thema. Guck das die Dinger gut aussehen und keine Schwitzstellen aufweisen. Diese Deckel haben mich zu Wechsel des Siris veranlasst weil das Öl sich zum Trompetenähnlichen Gelumpe hingezogen fühlte. Das täuschte einen defekten Siri vor :kopfgegenmauer:
Diese Fett was Du suchst ist ein Korrosionsschutzfett das eigentlich mit flüchtigen Lösungsmittel aufgetragen wird. Ich denke ein Stahlseilfett wäre hier so ca. dasselbe. Denke Korrosionsschutzöle sind zu dünn.
Wenn Du so weitermachst wird der dann bestimmt 50 Jahre alt :mrgreen:
Viel Spass weiterhin.
Gruss Uwe
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 28.02.2017 - 12:46

Moin Uwe,

ich gebe Dir in allen Punkten recht. Was mich aber bewegt, ist der fortwährende Hinweis der Hersteller die Befestigung der Kardane nicht zu ändern und zu markieren. In diesem Zusammenhang frage ich mich, wie eine geeignete Wuchtung zustande kommen soll, wenn die Welle nicht angebaut ist, bzw. danach außermittig ins System gefügt wird. Dabei bleibt klar das meine Welle selbst, ja ihre Wuchtung behält und diese nicht geändert wird.
Nicht völlig unähnlich verhält es sich ja mit den Rädern, speziell wenn nach Wuchtung, Radkappen montiert oder die Räder an zusätzlichen (zentrumsgefährdeten) Spurverbreiterungen angebracht werden.

Ich gehe davon aus, daß mindestens der hintere Kardan womöglich sogar bei Herstellung am Fahrzeug gemessen und gewuchtet wurde und tendiere dazu solches auch tun zu wollen. Eigentlich sollte dies auch mit halbwegs erreichbaren Werkzeugen möglich sein. Ein interessantes Feld jedenfalls, mit welchem ich mich noch in kalten schlaflosen Nächten beschäftigen könnte.

Im Hinterkopf habe ich natürlich dabei, daß Wuchtungen oft 300,- Euro aufwärts kosten, und viele Leute von Erfolglosigkeit der Maßnahme sprechen. Falls jemand eine schöne einfache Idee zur Schwingungsmessung oder Ideen für geeignetes Lesefutter hat, gern her damit.

Nachdem der Arno mich so entschleunigt hat, und gestern Großfamilientag war, habe ich nur etwas Zahriemen- und Wartungskunde betrieben.
Wir erinnern, Pajero Bj. 1996 ca. 235.000 Km auf der Uhr. Der Besitzer hatte eine kleine Mitsubishiflotte und wohnte neben einem befreundeten Mitsubishihändler, hat die Wartungen dort machen lassen und der Pajero war das Cheffahrzeug.

Es ist also davon auszugehen, daß bei ca. 180.000 km ein Zahnriemenwechsel gemacht wurde. Nach meiner Ansicht sieht dieser auch so aus, und die Andruckrollen mögen mit gewechselt worden sein. Ich gehe jedoch, auch nach meinen Bekanntschaften bei so einigen Werkstattmeistern und Mitsubetrieben, davon aus, daß weder Wasserpumpe oder Simmerringe je getauscht wurden.

Im Bild sichtbar die linke Bank. Für Leute welche hin und wieder den Kurbelwellesensorstecker (Wegfahrsperre mit Starter oder Kompressionstest) und Nockenwellensensorstecker brauchen noch die Auflösung des Kabelbaumes. Der KuS-Stecker ist bei allen meinen V6 schwarz und das Kabel verschwindet zwischen den Bänken. Der NoS-Stecker ist grau und das Kabel wird außen um die linke Bank geführt. Der Nockenwellensimmering ist "noch" dicht.

Bild

Im nächsten Bild wird sichtbar, daß an der rechten Bank der Simmering der Nockenwelle undicht ist und die Abdichtung der Wasserpumpe aufgegeben hat (die Schraube dort war dementsprechend rostig). Zum Glück liefen beide Medien aber in etwa aus dem Übergang der oberen Zahnriemenabdeckung zum Geräteträger früh aus dem Zahnriemenkasten (außen gut sichtbar), so das nach unten keine großen Schäden entstanden (Zahnriemen blieb ölfrei)

Bild

Unten im Bild wird schön sichtbar, das bei rundum trockenem vorderen Motor, die Ölwanne unter der Kurbelwelle ölig ist. Zum Bestellen des vorderen Kurbelwellensimmerings muß man den Motor also auch nicht erst zerlegen und meine grobe Überprüfung vor ca. zwei Wochen bestätigt sich. Alle Teile sind schon angeliefert.

Bild

Lediglich den hinteren Dichtring der Kurbelwelle werde ich erst mit der Kupplung tauschen, da kommt dann noch der Getriebesimmering dazu, um nicht auf Schäden zu warten.

Damit zementiert sich mein aus Erfahrung gemachter Wartungsplan erneut, und ihr gestattet, daß ich ausnahmsweise einmal "lauter" werde:

Beim turnusmäßigen zweiten Zahnriemenwechsel immer Wasserpumpe und alle vorderen Simmeringe mit wechseln, denn sie kommen sonst (vor dem dritten Zahnriemen) meist von selbst.

Ganz nebenbei sollten natürlich bei allen Mitsubishimotoren, wenn man denn einmal in Höhe Ventildeckel vorgedrungen ist, die Halbmonde am 4D56 und die O-Ringe am 6G72 und ihren namensähnlichen Brüdern getauscht und besser noch gut eingeklebt werden. Mein persönlich gedachter Wartungsintervall dazu beträgt höchstens 4 Jahre. Doch dazu noch einmal später in dieser Geschichte.

Ein weiteres interessantes Phänomen ist bei der Demontage zu Tage getreten. Wie im Bild sichtbar ist die Kühlleitung vom Hauptkühler bis zum Thermosthat völlig versottet.

Bild

Ähnlich einem Filter findet sich hinter dem Thermostaten und auf allen Wegen zum Motor bisher kaum eine nennenswerte Ablagerung. Dies beruhigt mich etwas, denn es gibt gerade im Ansaugbereich Kühlleitungen mit Benzinleitungsdurchmesser und ich hatte Bedenken, ob ich alles schön frei spülen kann.

Bild

Wenn die Vielzahnnüsse beim heutigen Paketeberg dabei waren, kann ich nun an den Zahnriemen gehen und wenn ihr nicht spottet, zeige ich vielleicht auch ein Bild meines neuen Drehmomentübungsschlüssels. Bei dem Alten ist beim Lagern zwischen den Brecheisen irgendwie der Zeiger abgebrochen :achselzuck: :extremlached:

mit Grüßen von Kay, welcher vielleicht auch an Arnos Worte denkt und ein wenig im neuen "Handbuch Verbrennungsmotoren" liest... :coffee:

PS: Die Mainzelmännchen schnarchen weiter.
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Matthias » 28.02.2017 - 13:54

Kay!

Zeiger abgebrochen beim Drehmomentschlüssel? Das ist ja noch unwahrscheinlicher, als eine zu kleine Ratsche beim Lösen der Tankablassschraube zu ruinieren.

Ich bin beeindruckt.
Matti
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Borsty » 28.02.2017 - 14:14

Hi Kay
Motorenteile sind ja feingewuchtet. Getriebeteile bedürfen einer Feinwuchtung nur in bestimmten Bereichen wenn die Wellen Höchstdrehzahlen ausgesetzt sind. Du folgst einem Irrglauben wenn Du denkst das die Wellen dann nicht mittig angebracht wird. Die Markierungen welche du an den Flanschen der Kardanwellen meinst die meist schon vom Hersteller vorhanden sind, Mitsubishi nehme ich da mal aus dienen lediglich dazu das bei der Montage der Gabeln nichts verdreht wird. Die angebrachten Flansche werden Werkseitig auch ausgewuchtet, daher die Empfehlung der Kennzeichnung wenn nichts vorhanden ist. Bei mir waren am Flansch selber feine Anbohrungen zu sehen. An der Welle sind immer die Gabeln in gleicher Ausrichtung am Rohr festgeschweisst. Wenn Du jetzt ein Kreuz demontierst passiert das was ich erwähnte. Zugleich kommt dazu das es dann mit Sicherheit nicht mehr mit dem Rohr fluchtet. Daher wird eigentlich bevor überhaupt feingewuchtet wird das Rohr mittels Punkthitze und abkühlen zum genauen Rundlauf zur Flanschzentrierung hin animiert. Danach wird wie ich es selber noch gelernt und gemacht habe an den äussersten Punkten der Welle gemessen. Wenn man ein Teil mit Hardi-Scheibe hat, läuft dies nur auf einer Messrolle auf welcher die Unwucht gemessen wird. Beispiel Endschiebestücke wie Pajero werden auf einen Mitnehmer dito Getriebe montiert. Also passende Verzahnung die ein bisschen enger ist als dann am Fahrzeug. Befindet sich also der Flansch nicht mehr 100% im Zentrum wird auch daran Material weggenommen um die Wuchtung auf Null zu bringen. Kann man am Flansch kein Material abtragen, werden auf der Welle erst mittels Draht Halbrundbleche mit entsprechendem Gewicht festgemacht. So kann man es noch verschieben wie bei den Rädern. Danach wird es per Punktschweissung befestigt und nicht gekühlt. Ansonsten kann man mit Rohr richten wieder von Vorne anfangen. Die Kreuzgelenke haben auf den Laufflächen immer Anlaufflächen, bei schweren Ausführungen habe ich auch dort schon spezielle Scheiben in der Hülse gesehen die wie ein Käfig für die Nadeln fungieren. Die Scheibe ist auch wieder beweglich hin zum geschlossenen Teil des Kreuzlagerdeckels. Beim Pajero muss also Schiebestück und Rohr zusammen Rundlaufen. Sonst gehts gar nicht. Kardanwellen drehen auch mit höheren Drehzahlen als ein Rad. Damals bei uns musste jeweils die Höchstdrehzahl angegeben werden und an der Wuchtanlage gab es dann Einstellscheiben die Drehzahl und Endübersetzung wissen wollte und daraus ergab sich die Auswuchtdrehzahl. Daumen mal pi waren das bei PKW meist um die 3500 U/min und bei LKW 1800 U/min. Genau weiss ich es nicht mehr, das ist ewig her. Ich hatte auch schon Probleme mit Distanzscheiben, da war aber ein Bolzen Schuld. 5 Gramm an Rädern wirst Du nicht extrem bemerken. 5gr. an einer Welle und das ist sehr schnell erreicht merkst Du selber auch beim besten Popometer noch nicht, aber Schäden an Lagern und Schiebestückgleitlagern sind vorprogrammiert.
Wenn die bei Euch nur für das auswuchten 300 Euro nehmen, dann sind das Wucherer. Nur als Beispiel: Pajerowellen haben sie momentan nicht Lager. Aber dafür Canter. Die Welle ist komplett neu und feingewuchtet fertig zum Einbau. Aus Erfahrung weiss ich das dort vor 8-10 Jahren maximal CHF 150.- veranschlagt wurden. Würde sagen Heute sicher 200.-. Bei mir war es damals Kreuz tauschen und auswuchten. Ist ja ne kurze Sache wenn man passende De-und Montagewerkzeug für jede Art da hat. Mann, darüber kann man Ellenlange Berichte schreiben, daher ist es eben nicht als unwichtig anzusehen und denke eben ja nicht das die Welle nicht mittig angebracht ist. Am Fahrzeug wuchten habe ich nie gesehen und auch nie etwas darüber gelesen. Ich kenne die Art am Bauteil direkt auswuchten nur von E-Motoren zu Getrieben oder solche Sachen und das kostet richtig Geld da man spezielle Messsonden usw. haben muss.
So, was Anderes. :lachen: Ist auf dem unteren Bild im Poulie doch die Vielzahnschraube zu sehen oder. Bei mir sah das auch so aus Kay, tippe auf Originol. Das rundliche Ding darin erschliesst sich bei mir nicht mit meinen Erinnerungen. Haste da was reingelegt? Thermostat sah auch bei mir so aus. Da kam dann Einer rein der ein paar Grad früher öffnete. Der Krümmer sieht bei Dir ja noch super aus. Meiner hatte damals fast Durchfrass
Beim zweiten Turnus Wapu usw. zu tauchen bin ich mit Dir aus meinen Erfahrungen voll und ganz einverstanden.
Haste bei den Plasteabdeckungen jetzt gesehen das es unten offen ist, resp. ganz unten Wunderbar Dreck und Alles rein kann?
Ich sehe Kay, es gibt viel zu Schreiben und zu lesen beim Dornröschen..
Weiterhin viel Spass
Gruss Uwe
PS, Frag doch hier mal an. http://www.w-sass.de/index.html
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Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Beda » 28.02.2017 - 16:14

Hallo Kay,
ich glaube, daß du da manches durcheinander gebracht hast.

Bild
Diese Kardanwelle ist vorne Pajero und hinten Galloper mit einem neuen Kreuzgelenk.
Der Umbau incl. Zerschneiden, Schweißen, Richten und Wuchten komplett ca. 350.-€

Solche einfachen Kardanwellen kannst Du einbauen wie Du willst. Es gibt keine Markierungen.
Mehrteilige Kardanwellen mit Schiebestücken müssen in der richtigen Position zusammengebaut werden.
Aber an den Enden gibt es nur Zentrierungen.

https://www.elbe-group.de/fileadmin/use ... eise_d.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=Whr62kdlRpg
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda

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