unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Berichte/Beschreibungen über Einbau, Anbau, Umbau

Moderatoren: Beda, Crazy.max

Forumsregeln
Bitte nur Themenbezogen diskutieren
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3033
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 02.03.2017 - 12:14

Moin allerseits,

und ein Dankeschön für Eure Beiträge und Tipps. Den vorderen Kardan werde ich erst einmal einbauen und mit dem Thermometer und nach einer weiteren Fettung argwöhnisch überwachen. Einen Kreuzgelenkswechsel werde ich erst durchführen wenn keine Besserung eintritt. Zum Glück kommt ja die Famielienkutsche bei Nutzung fast allabendlich zum Schlafen auf die Grube... :wink:

@ Matti, bitte verzeih, ich habe aus Vergesslichkeit gelogen. Nicht der Zeiger des Drehmomentschlüssels ist abgebrochen, sondern die Skala bzw. Anzeige hat das Aufwerfen diverser Brecheisen über die Jahre im Schrankfach übel genommen. Im Bild ist auch ein neues Blueprint Kreuzgelenk (10,- Euro) sichtbar, bei welchen eine Rolle nur leise knackend läuft. Das wird wohl nicht bei mir bleiben wollen.

Bild

Nun habe ich jedenfalls so ein neues modernes Gedöhnsteil (83,- Euro mit Versandt) gekauft. Wie man sieht ist viel zu viel Plaste dran und zum Drehrichtungswechsel muß man erst den Kopf umstecken. Selbst der Messbereich geht erst bei 20 Nm los, beim antiken Schlüssel beginnt die Anzeige noch mit Null und ging auch bis 150 Nm. Wahrscheinlich ist der Neue auch schon nicht mehr ganz in Ordnung, der knackst manchmal schon komisch, das gab es beim Original auch nicht. Der einziger Vorteil des Neuen dürfte sein, daß der Plasteeinschub die Lagerung unter den Brecheisen einige Jahre aushalten dürfte.

Bild

Den alten Schlüssel hebe ich jedenfalls auf, die Anzeige kann ich ja wieder mit etwas Draht oder einem Kabelbinder antüdeln.

Weil ich ja ablasten will so gut es geht, und alte Stahlrohre und Behälter nicht so gerne rostschütze, habe ich mich zum Umbau des Unterdruckbehälters (alter V20 links im Bild) auf eine leichte Carisma-Version in rostfreiem Plast entschieden. Für 26,- Euro war auch gleich noch ein (sonst teureres) Magnetventil und einige Unterdruckschläuche dabei.

Bild

Weiterhin gab es drei neue Keilriemen von Contitech (insg. 17,- Euro) und einen kleinen Zyklonabscheider für die umzubauende Kurbelwellenentlüftung vom BMW X5 für unverschämte 26,- Euro.

Bild

Dem Konkursanbieter in der Bucht habe ich übrigens 200,- Euronen plus Versandkosten für die kompletten Spezialwerkzeuge von Mitsubishi angeboten. Die Auktion, beginnend bei 229,- Euro bei Abholung in Saarland, lief nämlich ohne Gebot aus, und er sitzt immer noch auf dem ganzen Kram. Weil sich der Anbieter aber noch nicht wieder gemeldet und ich nicht warten wollte, mußte ich mich wieder einmal mit Oberthauer Therapiezentrumswerkzeug an die Arbeit machen.

Wichtig beim Zahnriemenwechsel mit angedachten Wechseln der Simmerringe ist natürlich die Lösung der Schrauben an den Nockenwellen, was nicht ganz nach Handbuch ablaufen kann. Die leichte Lösung der Schrauben sollte mit aufgelegtem Zahnriemen erfolgen um die Kräfte noch halbwegs verteilen zu können. Hier sei auch erwähnt das die Schrauben der Nockenwellen zumeist ähnlich fest angezogen und eingeklebt sind wie die gefürchtete Kurbelwellenschraube, nur sind diese wesentlich kleiner und empfindlicher. Wie im Bild sichtbar habe ich unten die Kurbelwelle über den Gernotschen Stiftungsfesthalter und eine OSB-Platte an Weichholzkeil eingeklemmt. Das rechte Nockenwellenrad kann über einbeschraubte Hilfsschrauben (mit Hülsen würden diese sich nicht verbiegen) und ein Füllkeilchen befestigt werden. Am linken Nockenwellenrad kann man sich leider nur eine Kante für einen Hebel suchen, da das Sensorblech des Nockenwellensensors hinter dem Rad sitzt und nicht verbogen werden will. Alle Spezialwerkzeuge sind im Bild mit rotem Pfeil gekenzeichnet. So vorbereitet und mit dem "kleinen" Rohr vom Hilift über dem Nußkastenfesthebel kann man die Schrauben sogar alleine lösen, speziell wenn der liebe Schrauberkollege schon die erste Frühlingsrunde mit dem Moped macht.

Bild

Hier sieht man nun die böse 16er Schraube, welche mit Unmengen Flüssigkleber (war richtig breitgelaufen) eingeklebt war neben dem Universalschlüssel, welchen ich noch etwas für die längenvariablen Bolzen mit leicht zulaufenden Durchmessern für gute Presspassung verändert habe. Im Bild auch die Kurbelwellenscheibe ohne Gummidämpfer mit den Werkzeugaufnahmelöchern und die 19er 12-Zahnnuß.
@ Uwe, die Vertiefung in der Schraube spricht für die 150 Nm-Version von VW, das Original dürfte 14 mm gehabt haben. Beim 6G72 im Sport habe ich diese Version vorgefunden, was durch die Länge auch etwas mehr Sinn bei der starken Vertiefung der Scheibe macht.

Bild

Wie man auf dem nächsten Bild erkennen kann ist der Ansaugweg nach 235.000 Kilometern ca. einen Millimeter dick mit Ruß belegt. Teilweise blättert dieser schon als harte Blättchen ab. Im Bild auch das hintere Ende des Wasserauslaßrohres mit O-Ring, welches über den Motorblock verläuft. Ich habe dieses mit einem Holzkeil (gegen Verkantung) vorsichtig hebelnd und leicht drehend aus der Aufnahme bekommen, dabei vorher satt silikongeölt.

Bild

Nun sieht der Motor schon ganz schön klein und übersichtlich aus. Im inneren V liegen verdächtig große Mäusekötel, wobei ich die Sonnenblumenkerne auf der Ansaugung schon weg gesaugt hatte. Jetzt brauche ich für den Staubsauger noch einen Ventilkammervorsatz.... :extremlached: Die Ventildeckel sind offensichtlich eingeklebt und bewegen sich bisher keinen Millimeter, ich will aber unbedingt reinschauen und eventuell einmal die Hydrostößel probe-waschen.

Bild

mit Grüßen von Kay, welche schon bald an den Rückbau denken kann
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Jero V6
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 726
Registriert: 01.12.2014 - 21:22
Wohnort: Plauen

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Jero V6 » 02.03.2017 - 15:23

Servus Kay,

nach der Reinigung der Ansaugbrücke sind ganz sicher 1 PS mehr da. :mrgreen:

Was verbessert die höhergelegte Kurbelwellenentlüftung?

So schwer scheint ein Zahnriemenwechsel gar nicht zu sein. :-)

Gruß Justin
Pajero V20 3000 V6 Amercian Dream, Pajero L040 Magnum 3000 V6 & Kanada Grand Cherokee 5,2L V8
Benutzeravatar
Borsty
Administrator
Administrator
Beiträge: 9200
Registriert: 24.06.2002 - 09:10
Wohnort: Home of Emmentaler
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Borsty » 02.03.2017 - 17:45

Hi Kay
Da ist mir dann die Schraube bei Deinem Link völlig unbekannt. Was mich erstaunt das Dein Kurbelwellenpoulie nicht Gummigelagert ist. Bei mir war das wie später beim Dogde auch. Auch diese praktischen 2 Löcher waren bei mir nicht vorhanden und auch eine Vertiefung wie eben bei Dir zu sehen nicht. Bei mir waren 2 durchgehende Bohrungen knapp ausserhalb des Zentrierstiftes.
Hmm, Unterschiede 6G72 12 Ventiler zum 24 Ventiler :achselzuck:
Schraube ist definitif diesselbe wie bei mir.
Kardangelenk: :umnik: Original haste aber die Schmiernippel im Kreuz oder? Bei mir waren die im Gelenkkreuz drin und darum besitze ich noch Heute eine Minifettpresse mit schmalem Kopf.
Dieser Schmiernippel wiegt ja schon fast 5gr. :rofl:
Ansaug sieht ja soweit gut aus. Kleiner Tip für minimale Strömungsbegünstigung wenn Du die Brücke schon draussen hast. Reinigen und mit Polierrädchen rein. Danach die Kanäle Glasperlstrahlen. Golfballeffekt im Kleinformat.
Viel Spass beim Zusammenbau.
Gruss Uwe
BORSTY
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3033
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 03.03.2017 - 03:23

Hallo Ihr Lieben,

@ Justin, na das eine Pferdchen für die gereinigte Ansaugung nehme ich doch gern. Durch die hochgelegte Kurbelgehäuseentlüftung steigt die Abwärme des Motors besser hoch und da ensteht dann ein Kamineffekt und damit Unterdruck unter den Kolben, wodurch natürlich noch ein Pferdchen erscheint.... :rofl:

Jero V6 hat geschrieben:So schwer scheint ein Zahnriemenwechsel gar nicht zu sein.


Ich nehme den Satz einmal ganz ernst - nein ist er nicht, ich finde aber doch.
Will sagen, ich schreibe natürlich hier im wesentlichen um Mut zu machen, solche Sachen auch selbst anzugehen, um Probleme, Hindernisse und Lösungen aufzuzeigen, aber auch um andere Meinungen zu hören, selbst zu lernen und ein klein wenig um Leute, denen das zu "spanisch" vorkommt durchaus abzuschrecken.

Mit Sicherheit kommt auch viel Geschriebenes zu einfach und leicht rüber, dabei geht mir oft genug der Frack, daß ich nicht irgend etwas versaue. Gerade die Gegenhalter für die Nockenwellenräder waren nicht so einfach sicher zu machen. Weitere Beispiele gefällig:

Für den 12-Ventiler steht im "großen" Motorenbuch, daß der linke Nockenwellensimmering nicht gegen Widerstand eingepresst, und nur mit Distanzscheibe auf dem Spezialwerkzeug gearbeitet werden darf. Das dies beim 24 Ventile nicht so ist, bleibt zu hoffen. Ich werde die Abstände der Dichtringe nach vorn lieber vermessen - ohne meine Leserei hätte ich aber gar nichts gewusst.

Das Kurbelwellenzahnrad hängt fest (wahrscheinlich vom vielen verkleckerten Schraubenkleber) und dahinter behindert das labile Sensorblatt eine Hebelei. Hier wird es schwer nach vorn zu pressen um an den Dichtring zu kommen. In Handbüchern liest man da vergeblich.

Bild

An fast allen Schlauchverbindungen des Kühlkreislaufes scheint schon einmal etwas ausgelaufen zu sein, überall sind Rückstände. Stand das System einmal unter zu großem Druck und warum?

Bild

Scheinbar wurde schon mit Kühlerdichtmittel herum hantiert, auf dem Wasserpumpenrad sind dicke Ablagerungen. Was ist, außer gewissenhafter Reinigung des Systems evtl. noch zu tun? Wo darf ich die ehemalig undichte Stelle erwarten? Klar werde ich das System gewissenhaft abdrücken, aber wie lange wird es halten, wenn es schon einmal Probleme gab.

Bild

Du siehst, es ist mitunter eben doch nicht so einfach, aber ich bin mir sicher, daß gerade Du das Zeug dazu hast, denn Du beobachtest aufmerksam und liest womöglich auch reichlich im Hintergrund. Natürlich ist es immer besser beim ersten mal oder allgemein bei aufregenden Geschichten einen Fachmann dabei zu haben, aber wann klappt das schon. Und schließlich gibt es da ja noch dieses wunderbare Forum, mit all den blitzgescheiten und hilfsbereiten Leuten, wenn man nur immer rechtzeitig die richtige Frage stellt.

@ Uwe, ich habe auch langsam den Eindruck, daß jeder Mitsubishi eine andere Kurbelwellenscheibe hat. Der Origanlschmiernippel am Kreuzgelenk (wenn er es denn noch ist) liegt bei meinem V43 auch außen, beim Sport ist er innen wie Du es kennst.

Borsty hat geschrieben:Ansaug sieht ja soweit gut aus.


Wie, bitte, sieht denn bei Dir dann nicht gut aus? Sind dann noch mehr Millimeter Ruß aufgebaut? Also mir ist das genug für einschneidende Maßnahmen in Sachen Ansaugluftbereinigung. Die Glasperlenstrahlerei werde ich aber definitiv lassen, denn ich will zur Aggregateschonung unbedingt unter 200 PS bleiben und mir wachsen die Pferde ja hier wie Unkraut - am Ende muß ich den K&N Luftfilter wieder aus- und Resonanzbehälter in dicht folgenden Ansaug-S-Kurven rückbauen.... tzz, tzz, tzz.

mit Grüßen von Kay, welcher morgen hoffentlich 3 Simmerringe eingebaut hat.
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Borsty
Administrator
Administrator
Beiträge: 9200
Registriert: 24.06.2002 - 09:10
Wohnort: Home of Emmentaler
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Borsty » 03.03.2017 - 06:33

Hi Kay
:rofl: :rofl: :rofl:
Hast Du den Ansaugtrackt eines Diesel mit Jahrelanger Versiffung durch das EGR gesehen? Darum sieht das für mich SUPER aus. Klar, beim Benziner sind Ablagerungen auch da und aus dem gleichen Grunde. Das gehört weg, soviel ist sicher.
Wenn ich wieder soweit bin das ich ein bisschen Schrauben darf und mich an die Düsen mache die bei mir unter dem Ventildeckel liegen, mache ich garantiert Bilder davon. Denn ich kann mir jetzt schon ausmalen wie bei mir die Ansaugspinne und Einlässe am Zylinderkopf aussehen weil das Teil was ich weg hatte zum Stillegen der EGR und zugleich leichter Modifikation des kompletten Teils mittels ausdrehen was nicht da hin gehört(meine Meinung :mrgreen: ) . Der Durchmesser liegt so bei 60mm, davon nahm die Führung des Ventils gut 1/3 des Raumes ein und wieder 1/3 war komplett mit einer schmierigen Russschicht zugesifft. Atmung bei zugedrücktem Hals nenne ich das. Daher schätze ich, da ich nur Schraubenzieherlänge rein kam zum Reinigen in den Ansaugtrackt und dort sich dasselbe wiederholte, dass dort noch viel mehr sein muss. Ich hatte damals bei einem HD-T 4,2 (HDJ78) die Einspritzpumpe machen müssen und dazu ging es leichter Ansaugbrücke usw, runterzunehmen. Die Rechteckigen Einlässe, Grösse eines Zippo Feuerzeuges waren so zugesifft das ich nicht mal mehr mit dem kleinen Finger reinkam. So etwas erwarte ich auch bei mir da die Laufleistung in etwa gleich ist.
Ja, die Teile sind sehr, sehr unterschiedlich bei den Pajeros wie ich auch bei Dir feststellen muss. Die Zwischengetriebe weiss sich ja schon zur genüge das es zig Ausführungen gibt. SuSe und Normalo und die Innereien sind da sehr unterschiedlich. Da gibts welche die Differentialähnliche Teile haben, dann solche Viskokupplungen usw. Wer aber was schlussendlich drin und dran hat merkt man erst wenn man etwas vertiefter am Fahrzeug macht.
WaPu bei Dir sieht in der Tat nach Mixer in Kühlerdichtmittelhaltiger Umgebung aus. Die Schläuche wie Du erwähnst auch an allen Stellen etwas angesifft war bei mir auch. Eigentlich ohne Grund und war auch vor dem Zylinderkopfdichtungsplatzer schon so. Guck Dir dann in diesem Falle mal das hintere Heizungselement bei den Anschlüssen an. Eventuell finden sich auch dort solche Ablagererungen.
Mal sehen was es bei Dir für weitere Bilder mit Überraschungen wegen "Fremdteilen" gibt.
Viel Spass weiterhin.
Gruss Uwe
PS Zahnrad KW mit Heissluftfön bearbeiten. Musste ich auch, danach kam es mit leichten Ruckeln fast von selbst.
BORSTY
Benutzeravatar
Beda
Werkstatt-Mod
Werkstatt-Mod
Beiträge: 11440
Registriert: 19.08.2002 - 21:58
Wohnort: Lalo (Langenlonsheim)
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Beda » 03.03.2017 - 08:15

unbemerkt hat geschrieben:Hallo Ihr Lieben,

Scheinbar wurde schon mit Kühlerdichtmittel herum hantiert, auf dem Wasserpumpenrad sind dicke Ablagerungen. Was ist, außer gewissenhafter Reinigung des Systems evtl. noch zu tun? Wo darf ich die ehemalig undichte Stelle erwarten? Klar werde ich das System gewissenhaft abdrücken, aber wie lange wird es halten, wenn es schon einmal Probleme gab.

Bild

mit Grüßen von Kay, welcher morgen hoffentlich 3 Simmerringe eingebaut hat.

Morgen Kay,
das würde mir auch Sorgen machen.
Da sind verstopfte Wärmetauscher zu befürchten.
Wenn dann alle Einzelteile geprüft, ersetzt, gereinigt und wieder zusammen sind, die Dichtheitstests nur mit Luft ohne Flüssigkeit und unbedingt mit Druck 1,4bar und Unterdruck durchführen.
Die Wärmetauscher würde ich versuchen, abgetrennt zu prüfen.
Ein Kühler vom Galloperspender (V20 4M40 Automatik) steht noch bei mir im Keller.

Die rostfarbenen Ablagerungen überall deuten auf den Betrieb ohne bzw. ohne qualifizierten Kühlerfrostschutz hin.
Natürlich solltest Du deshalb auch über Bauteile innerhalb des Kühlsystems nachdenken, die aus Stahl sind und rosten können.
Froststopfen kommen da zum Beispiel in Frage.
Weiter könnte sich im Motorblock Rost abgelagert haben. Waren die Ablassöffnungen frei oder durch Ablagerungen verstopft?

Auch die Kopfdichtungen enthalten Stahl.
Wenn eh schon alles auseinander ist, würde ich wahrscheinlich die Köpfe abnehmen.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3033
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 03.03.2017 - 11:50

Moin Beda,

und einen ausgesprochen übergroßen Dank für Deine Rückmeldung. Natürlich habe ich genau darauf gehofft, wenngleich der Inhalt der Nachricht, meine Befürchtungen und Gedanken bestätigt und mich nicht froh stimmt.

Beda hat geschrieben:das würde mir auch Sorgen machen. Da sind verstopfte Wärmetauscher zu befürchten. Wenn dann alle Einzelteile geprüft, ersetzt, gereinigt und wieder zusammen sind, die Dichtheitstests nur mit Luft ohne Flüssigkeit und unbedingt mit Druck 1,4bar und Unterdruck durchführen. Die Wärmetauscher würde ich versuchen, abgetrennt zu prüfen. Ein Kühler vom Galloperspender (V20 4M40 Automatik) steht noch bei mir im Keller.


Den Drucktest mit Luft anstelle Wasser schlägst Du vor, weil die Luft "kleiner" ist und besser kriechen kann, nehme ich an? Für 1,4 bar hatte ich mich entgegen meiner sonst eher üblichen 1,2 bar und den von Mitsu empfohlenen 1,6 bar, auch entschieden. Den vorderen Wärmetauscher kann ich leicht über die Schläuche abdrücken und reinigen. Der Hintere steht in der Werkstatt und ein neuer Ersatz ist mitsamt rostfreier Kiste vorhanden.

Den Hauptkühler wollte ich sowieso am Wochenende abdrücken. Würdest Du den 4M40 Kühler einmal für mich messen, für mehr Dicke im Rahmen ist freilich Platz. Ich befürchte, er könnte beinahe zu groß werden. Der 6G72 MT Kühler ist der Kleinste mit 43500 kcal/h und der 4M40 der Größte mit 55500 kcal/h im System. Wie alt war der Spenderkühler?

Mit etwas Bastelei könnte ich den Motorblock abdrücken, macht das Sinn?

Beda hat geschrieben:Die rostfarbenen Ablagerungen überall deuten auf den Betrieb ohne bzw. ohne qualifizierten Kühlerfrostschutz hin.


Das sehe ich ganz genau so, und womöglich hat er gar einmal ohne Frostschutz überwintert und die alten Wasserfahnen deuten in diese Richtung. :achselzuck:

Beda hat geschrieben:Natürlich solltest Du deshalb auch über Bauteile innerhalb des Kühlsystems nachdenken, die aus Stahl sind und rosten können.
Froststopfen kommen da zum Beispiel in Frage. Weiter könnte sich im Motorblock Rost abgelagert haben. Waren die Ablassöffnungen frei oder durch Ablagerungen verstopft?


Wie schon erwähnt wirkt das ganze System wie zweigeteilt und unabhängig. Viel Dreck, Schlamm und Schaumiges habe ich nur im großen Kreis, also Hauptkühler, Ausgleichsgefäß und den Schläuchen bis zum Thermostat gefunden. Dahinter sieht alles recht unverdächtig und sauber aus, außer den Ablagerungen an der (immerhin noch drehenden) Wasserpumpe. Aus dem Motorraum kamen beim Ablassen aus den Stopfen (gut jetzt, daß ich einer von den zwei Bekloppten bin, die das überhaupt tun) nur wenig kleine Krümelchen mit, was bei mir noch keine Alarmglocken auslöste. Bisher habe ich auch um, und soweit möglich im Motorblock, noch nichts Alarmierendes an Frostschutzstopfen etc. gesehen, werde aber heute noch einmal nachforschen.

Beda hat geschrieben:Auch die Kopfdichtungen enthalten Stahl. Wenn eh schon alles auseinander ist, würde ich wahrscheinlich die Köpfe abnehmen.


Genau davor gruselt es mir mangels Erfahrung aber noch. Es gab keinerlei Öl im Kühlkreis und ich hoffe immer noch dies verhindern zu können. Klar würde ich mir andererseits (kleinere) Vorwürfe machen, wenn ich noch einmal anfangen müsste, aber prädestiniert mich allein der Besitz eines neuen Drehmomentschlüssels schon dazu und kann deswegen Folgenschweres bei gut überwachtem Motor geschehen? Zu gern würde ich zeitlebens ein Kopfdichtungssorgenfreier bleiben. Auch das Thermostat hat mich in Sachen Rost rückseitig nicht besonders erschreckt.

Bild

mit völlig verunsicherten Grüßen von Kay

PS: @ Uwe, verzeih wenn Du hier zu kurz kamst, Du verstehst sicher. Die Versottungsprobleme der Diesel kenne ich gewiß gut, hatte ja 14 Jahre einen 4d56. Bei einem Freundesintercooler kamen einmal ein viertel Liter Benzin, zum Spülen eingefügt, am anderen Ende nicht mehr an. Der Ruß hatte sich vollgesogen. Ganz allgemein freuten sich Freunde immer wieder über mein "Motortuning", wenn sie nach einer Wartung bei mir (welche die Ansaugreinigung enthielt), plötzlich mehr Leistung beim Beschleunigen verspürten.

Die Warm- Kalt-Behandlung des Kurbelwellenzahnrades habe ich mir für heute aufgehoben, nachdem ich es gestern unter leichter Schraubendreherspannung und Röstlösereinweichung in die Nacht entlassen habe.
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Beda
Werkstatt-Mod
Werkstatt-Mod
Beiträge: 11440
Registriert: 19.08.2002 - 21:58
Wohnort: Lalo (Langenlonsheim)
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Beda » 03.03.2017 - 12:04

Hay Kay,
bei SAAB hatten wir das früher wie auf Ansage. Kopfdichtung durch Korrosionsschäden in der Dichtung.
Vermutlich wurde im Werk jahrelang ein ungeeigneter Frostschutz verwendet.

Wer so tief und so sorgfältig bohrt, braucht keine Angst vor den Kopfdichtungen zu haben.
Dann könntest Du die Froststopfen von innen betrachten.
Weiter könntest Du dann auch dieses Thema vorsorglich bearbeiten:
https://www.4x4travel.org//phpBB3/viewtopic.php?f=2&t=3332&p=30728&hilit=stehbolzen#p30728
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3033
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 03.03.2017 - 15:33

Hallo allerseits,

@ Beda, nach unserem Telefonat, wofür ich Dir noch einmal herzlich danke und einem Gespräch mit einem anderem Meister, welcher meine Fertigkeiten "kleiner" einschätzt und vom Kopfdichtungswechsel ohne Grund ab rät, versuche ich für mich den Kopf erst einmal klar zu bekommen, und weitere Ursachenforschung zu betreiben.

Mit dem Stehbolzenlink hast Du aber nun genau das erreicht, was Du vermutlich nicht wolltest. Natürlich würde mir ein Stehbolzen abbrechen, ich mache ja nicht ohne Grund immer einen weiten Bogen um die Krümmer. An der Stelle wäre dann aber auch Schluss mit meinem Latein, denn ich bin inzwischen froh, daß ich einmal ein abgebrochenes Schräublein aus dem Rahmen bekomme und nachsetzen kann, mehr Kunstfertigkeit an Stahl etc. geht mir aber völlig ab, da schleife ich lieber einen lackierten Holzschrank blank und öle ihn für meine Püppi oder baue fix ein Holzhäuschen... :roll:

Für alle anderen, Mitlesenden sei noch erwähnt, daß ich im Vorfeld noch einmal mit dem vermutlich sehr ehrlichen Besitzer telefoniert habe.
Dieser versichert mir, daß weder er noch (nach seinem Wissen) die Mitsuwerkstatt je Kühlerdicht oder auch klares Wasser an das Kühlsystem gebracht hätten. Zwei Jahre vor völlig intakter Stillegung des Autos hätte es jedoch ohne vorherige Belastung einmal heftig unter dem Fahrzeug gequalmt, vermutlich ist Kühlmittel auf den Auspuff gekommen, und er hätte das Auto sofort abgestellt und in eine Hyundai-Werkstatt schleppen lassen. Der Meister habe ihm erklärt ein "Ventil" habe sich nicht geöffnet, und Kühlmittel sei entwischen. Man habe das Problem behoben und er sei damit dann auch zwei weitere Jahre problemfrei bis zur Einmottung gefahren.

mit Grüßen von Kay, welcher heute wieder tüchtig geschrumpft ist und dringend erst einmal seine Spiralhopser (Schuhe mit Höherlegungsfedern) oder Shorty Möchtegroß Aufblasschuhe braucht, um weiter "schön" zu schrauben.

PS: Seltsam auch. Als gestern bei der erfolgreichen Demontage der ganzen Scheiben und des ersten Ventildeckels ACDC "I got big balls" aus der Anlage dröhnte, ging es mir noch viel besser. Vielleicht sollte ich genau da noch einmal ansetzen....

PS: @ Justin, frag mich heute bloß nicht nach selbst gemachten Zahnriemenwechseln..... :haue02: :extremlached:
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Borsty
Administrator
Administrator
Beiträge: 9200
Registriert: 24.06.2002 - 09:10
Wohnort: Home of Emmentaler
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Borsty » 03.03.2017 - 19:42

Hi Kay
Zu kurz, ne. :mrgreen:
Das mit den Köpfen geisterte mir ehrlich gesagt Heute morgen auch im Kopfe rum, da es bei mir nach erfolgtem Zahnriemenwechsel mit WaPu zum Zylinderkopfdichtungsschaden kam, weil die neue Umlenkrolle sich festfrass und danach gleich die WaPu usw. 7 Zähne Zahn- Riemen gesprungen, beim 8 Zahn wären die Köpfe hin gewesen.
Gerade jetzt wo Du schreibst wegen dem Vorbesitzer und Rauch und Ventil( das es nicht gibt) muss ich Dir ehrlich sagen, nimm die Köpfe runter. Die ganzen Anzeichen die auch Deine Schläuche aufweisen riechen nach hohem Druck durch einen Durchbruch der ZKD in die Wasserkanäle und der Betrieb nur mit Wasser deutet für mich auf ewiges nachfüllen hin wie auch die versiffte Pumpe.
Denn ich habe nach dem erneuten Zahnriemenwechsel bei mir auch erst geschaut ob der ganze Qualm bei dem die hinter mir Fahrende Streife gleich die Feuerwehr aufbot tatsächlich wegen einer Kopfdichtung war oder ob sich das Wasser vorne raus über die Pumpe auf den Auspuff ergoss. Da die Temperaturanzeige nie den angestammten Platz in der Mitte verliess(Luft kann der Sensor nicht mehr messen!!!). Leider war es so das er Wasser brauchte und je wärmer er wurde um so mehr und dann fehlte auch plötzlich der Ausgleichsbehälterdeckel. Am einzigen Ort wo Druck entweichen kann ist dort und zwar über die Doppeldichtungen und Konstruktion auf dem Kühler selber. Das Wasser was dort rausgedrückt wird geht über den Schlauch vorne direkt runter und käme schlecht zum Auspuff. Das lief bei mir vorne beim Kühler und Rahmen runter und auch während der Fahrt lief es so ab. Hatte auch die eine Dichtung des Deckels kaputt und musste in Dänemark von Einer Seite zur Anderen wegen eines neuen Deckels. Der dichtete nicht mehr 100% ab und so kochte das Wasser sehr schnell.
Schlussendlich weil ich nicht sofort hinter den Motor konnte, habe ich auch Kühlerdicht reingeschmissen. Damit ging der Wasserverbrauch zurück. Schlussendlich beidseitig Kopfdichtungen gemacht.
Wenn Du dann rangehst und wie erwähnt wegen der Stehbolzen der Auspuffkrümmer abreissen. Dort sei verdammt vorsichtig dann bei ausgebautem Zustand auszubohren. 3mm zu tief und Du bis in Ölkanälen und ebenso wenn er Dir verläuft. Ich habe mir Anhand der Krümmer eine Bohrschablone aus 12mm Stahl gefertigt, die Bolzenlöcher auf 12mm aufgebohrt und mit gehärteten Büchsen mit 2,5mm Bohrung versehen. Als Führung für das ausbohren. Dazu habe ich am Schluss die äussersten Löcher beim Krümmer von 8,5 auf 10 aufgebohrt da sich bei den Krümmern oft Risse zeigten oder wie bei mir und den 4 äussersten Bolzen zwei einfach weg waren. Ausdehnung der Gusskrümmer und die knappen Originalbohrungen waren da Schuld und nicht meine Kraft. Die Bolzen hielten nur noch durch Rost und Dichtung.
Ehrlich Kay, ich würde die Köpfe entgegen des Meisters Meinung runterbauen. Beda ist derselben Meinung und meine Erfahrung sollten Dir da auch dabei helfen Dich dazu zu überwinden.
Wenn ich das so lese und lange Stillgelegt glaube ich dem Verkäufer nur noch das er nicht mehr gefahren wurde weil er Wasser verbrauchte und man sich scheute wegen der Kosten die Köpfe zu machen. Ich zähle da aus dem ganzen 1 und 1 zusammen und das ergibt bei mir ZKD Schaden.
Lass die Dinger auch planen. Glaube mir, bei mir waren sie 0,3mm verdreht. Kann dann sein das Du die Schraubenlöcher an der Spinne anpassen musst. Die Ansauglöcher sind eh gross genug um es am Kopf auszugleichen.
Viel Spass wünsche ich Dir da nicht. Den es bedeutet ziemliche Mehrarbeit.
Gruss Uwe
PS Ich suche mal nach Bildern auf PC und CDs des damaligen Schadens. Ich hoffe ich finde sie noch und Du wirst Parallelen sehen. Meines war zwar nicht der 24V aber der Aufbau ist derselbe und die Köpfe beim 24V haben auch aus Erfahrung noch weniger Material da sie praktisch gleichgross sind wie die des 12V aber mehr Ventilen Platz bieten. Sprich Bolzen usw.
BORSTY
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3033
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 04.03.2017 - 14:46

Hallo Uwe und die noch interessierten Mitleser,

und wieder gebe ich Dir recht.

Doch lass mich die Situation noch einmal zusammen fassen.

Ich habe auf der Positivseite:

- eine sehr gute Verdichtung auf allen Zylindern - das spricht schon einmal gegen ganz große Probleme
- kein Öl in der Kühlflüssigkeit - spricht gegen einen großen Kopfdichtungsschaden
- keine nennenswerten Ablagerungen im Block, den Schläuchen und vermutlich auch den Wärmetauschern des kleinen Kühlkreises
- keine Öl- oder Wasserspuren am Block welche auf Dichtungsschäden des Kopfes hinweisen
- vorerst eine besichtigte, unauffällige Nockenwelle ohne Laufspuren oder ähnliche Hinweise auf Probleme
- bisher keine abgelegten Fehler von der Steuerung
- einen nicht mehr ganz jungen aber ordentlichen Zahnriemen mit sauber einstellten Wellen
- keine Anzeichen von versuchten Basteleien oder Rettungsaktionen am Motor
- einen Mechaniker der in der Vergangenheit immer zufriedenstellend Symptome und Fehler gefunden und behoben hat
- im Hof unter einer Pickupkarosse einen 6G72 mit nur 80.000 Km für Notfälle

Auf der Negativseite schlagen zu Buche:

- Ablagerungen und Schlamm in allen Bauteilen des großen Kühlkreises bis zum Thermostat - evtl. Kühlerdichtmittel
- sichtbare alte Kühlmittelaustrittsstellen an vielen Schlauchstutzen - vermutlich Überdruck bzw. Überhitzung
- graue, feste, aber leicht vereibbare Ablagerungen an der noch arbeitenden Wasserpumpe - wahrscheinlich Kühlerdichtmittel
- einen völlig unbeholfenen, 10-däumig linkshändigen Metallbearbeiter ohne ordentliche Werkzeuge

Unterstelle ich nun, positiv denkend, das der Vorbesitzer vor Dornröschens Schönheitsschlaf, nach einer Kühlmittelüberhitzung ohne "Ölschaden" noch zwei Jahre anstandslos gefahren ist, muß ich nur die komplette Kühlmittelstrecke reinigen und Kleinkram wie die Wasserpumpe, Thermostat und Kühlerdeckel ersetzen. Danach kann ich, wenn auch unter anfänglich verstärkter Kontrolle und Beobachtung einer geruhsamen Liebesbeziehung entgegen sehen.

Unterstelle ich jedoch, das das Fahrzeug mit Problemen vor sechs Jahren abgestellt wurde, kann ich Folgendes feststellen.

Der Kühler war randvoll, das Ausgleichsgefäß jedoch annähernd leer.

- vermutlich also keine versuchten Änderungen durch nachträgliche Auffüllung - sonst wäre eher der Ausgleichbehälter befüllt

Wenn ich dies jedoch unterstelle, folgt auch:

- offensichtlicher Kühlmittelverlust ohne zusätzliche Gasblasenbildung im System, damit keine Undichtigkeit Zylinder zu Kühlsystem
- kein Öleintrag ins Kühlsystem oder umgekehrt, damit keine Undichtigkeit Ölkreis zu Kühlreis
- mindestens die Unterdruckfunktion des Kühlerdeckels ging - keine große offene Undichtigkeit im Kühlsystem
- viel Kühlmittelrückstände an diversen originalen Schlauchverbindungen, spricht für Überdruck im gesamten System bei keiner großen Undichtigkeit an einem Einzelteil, das ist eigentlich wie ein erfolgreicher aber übertriebener Drucktest am System zu werten, wobei...
- das Überdruckventil im Kühlerdeckel hat vermutlich nicht oder zu spät geöffnet
- die Ablagerungen ausschließlich im vorderen großen bzw. Hauptkühlerkreis sprechen für eine ungenügende Öffnung des Thermostats und Durchspülung des Kreises, was wiederum eine Überhitzung des Kühlkreises hervorrufen würde

Auch bei diesem Szenario komme ich, bei versucht emotionsloser Werkstattanalyse bei einer Reinigung des Systemes und Ersatz von Wasserpumpe, Thermostat und Kühlerdeckel, bei anschließender anfänglich verstärkter Kontrolle und Beobachtung des Systems an.

Keine aller angedachten Möglichkeiten, lässt bisher Rückschlüsse auf eine defekte Zylinderkopfdichtung zu, und dies würde sich bestenfalls bei Weißrauchbildung nach einem ersten Motorstart annehmen lassen.

Bitte zürnt mir nicht, meine lieben, fleißigen Mitdenker, aber ich will vorerst noch ein wenig der Zylinderkopfdichtungsunbefleckte bleiben.

mit riesigem Dank für Eure Hilfe und lieben Grüßen von Kay, dessen Ehrgeiz jetzt so richtig angestachelt ist, das Motörchen zu einem besonders Braven zu erziehen.

PS: Ich glaube, es wird Zeit für "The Jack" und "Let Me Put My Love Into You"... :extremlached: :duck:
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Borsty
Administrator
Administrator
Beiträge: 9200
Registriert: 24.06.2002 - 09:10
Wohnort: Home of Emmentaler
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Borsty » 04.03.2017 - 15:05

Hi Kay
Der ZKD-Unbefleckte darfst Du auch weiterhin sein. Ich habe es auch erst so wie Du gemacht. Öl im Wasser muss nicht sein. War bei mir auch nicht. Kompression war auch im normalen Rahmen.
Ich habe auch nicht mehr im Ausgleichsbehälter eingefüllt. Vor jeder Fahrt direkt im Kühler kontrolliert und in den Kühler nachgefüllt wenn es sein musste. Hat jedes mal so ca. 200km gehalten da auch so ein komisches Mittelchen drin war das sogar besagte Schäden an Kopfdichtungen ein bisschen reparieren zu können versprach. Wenn ich den Ausgleichsbehälter füllte lief immer beim Abstellen des warmen Motors Wasser raus.
Weisser Rauch, Fehlanzeige. Der morgendliche Dunstnebel bei kälteren Morgenstunden war normal. Der Schaden ging vom Zylinder zum Wasser hin. Wasser verlor er wie es scheinte nur nach dem ausstellen des Motors. Blasen sowie Co Messung beim Ausgleichsbehälter Fehlanzeige. Der Schaden war bei einem der Brennstege zwischen den Zylindern zu einem der Kühlwasserkanälen hin und die Dichtung war nicht unbedingt kaputt, sondern wie noch platter gedrückt. Ach ja. Bei kalten Motor war die Kompression gut, bei heissem Motor genau die zwei nebeneinanderliegenden Zylinder etwas weniger. Aber bei über knappen 200'000km gab ich da erst nicht viel darauf.
Unterstelle ich nun, positiv denkend, das der Vorbesitzer vor Dornröschens Schönheitsschlaf, nach einer Kühlmittelüberhitzung ohne "Ölschaden" noch zwei Jahre anstandslos gefahren ist, muß ich nur die komplette Kühlmittelstrecke reinigen und Kleinkram wie die Wasserpumpe, Thermostat und Kühlerdeckel ersetzen. Danach kann ich, wenn auch unter anfänglich verstärkter Kontrolle und Beobachtung einer geruhsamen Liebesbeziehung entgegen sehen.

Aber ich würde auch so vorgehen wie Du, nur würde ich wie damals keine neuen VDD einsetzen sondern die alten mit Curil Bestreichen. Nicht das es Zweimal kostet.
Schicke Dir nachher mal die Versuchtranche an Bildern :mrgreen:
Gruss Uwe
BORSTY
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3033
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 04.03.2017 - 17:06

Hallo Uwe,

ja, aber:

Borsty hat geschrieben:Wenn ich den Ausgleichsbehälter füllte lief immer beim Abstellen des warmen Motors Wasser raus.


Dies wäre bei mir schon ein defektes und reparaturbedürftiges System, alle Alarmleuchten wären nicht mehr abschaltbar.
In meiner Garage ist nur ein Abstellen der KFZ mit gut gefülltem Ausgleichsbehälter und Kaltstarten mit genau auf Strich zurückgegangenem Kühlmittelstand erlaubt und "Kühlerdichte" müssen leider draußen bleiben. Alles andere ist kaputt.

Borsty hat geschrieben:nur würde ich wie damals keine neuen VDD einsetzen


VDD = Ventildeckeldichtungen? Die sind bei mir völlig versteinert und ich habe für je 3,52 Euro neue Elring gekauft. Ob ich Silikon noch dazu nehme, entscheide ich noch nach Bauchgefühl. Die weichen Dichtungen im Sport sind, so glaube ich, ohne Flüssighilfe dicht geworden.
Nur die O-Ringe der hinteren Ventildeckeldichtung wurden durch eine dahinter liegende Silikonraupe verstärkt, bei jedoch nur 50% Erfolgsquote durch annähernde Nichterreichbarkeit der Baustelle. Aber da ist ja im V43 Platz für Koffer und Reisetaschen und ich kann die Fäustlinge anbehalten..... :extremlached:

mit Grinsegrüßen von Kay, welcher jetzt böse Blicke von der Püppi bekommen hat, weil er sich so lebensnebensächlichen Dingen wie einem Nahrungsmitteleinkauf widmen soll. Tzz, tzz, tzz :haue02:
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Borsty
Administrator
Administrator
Beiträge: 9200
Registriert: 24.06.2002 - 09:10
Wohnort: Home of Emmentaler
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon Borsty » 05.03.2017 - 08:27

Hi Kay
Ja, Ventildeckeldichtung. Na wenn die so günstig sind bei Euch würde ich es auch machen. Erstmal nur ohne zusätzliche Haftmittelchen. Ist ja nachher relativ schnell silikoniert wenn es sein müsste und Dir keine weiteren Arbeiten bevorstehen. Die neuen waren bei mir auch sehr weich und es brauchte keine Silikonierung.
Bei mir ist der Behälter normalerweise auch korrekt befüllt und wird auch immer beachtet. Darum fiel es mir beim LC ja auf.
Kühlerdicht ist eine absolute Notlösung für unterwegs nach meiner Meinung. Bei mir kam das nur zum Einsatz weil ich eh schon eben wusste das die Köppe runter mussten. Systemspülung dann natürlich logisch. Er kriegte ja danach auch einen Kühler mit mehr Schmackes. Da fand ich Super das die noch nach alter Väter Sitte hergestellt wurden und nicht ein Plastik Metall Schrott waren.
Gruss Uwe
BORSTY
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3033
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: unbemerktes "Dornröschen" V43 - Jungbrunnen für Zwanzigjährige

Beitragvon unbemerkt » 05.03.2017 - 11:56

Moin Uwe,

bei dem Preis für die Ventildeckeldichtungen dachte ich das auch. Jetzt brauch ich nur noch, eine Länge kleinen Vierkantmoosgummi für die Abdichtungen der Zahnriemenabdeckungen etc., aber diese werde ich mir wohl besser gleich selbst, aus Bändern schneiden.

Mit der Defekt-orakelei bei nicht ordnungsgemäß befülltem Kühlmittelausgleichsbehälter wollte ich nicht auf den Pudding hauen oder mich sonst irgendwie aufspielen. Ich halte das Teil einfach für mindestens genau so wichtig und aussagekräftig wie die rote Motorwarnlampe.
Autos mit Problemen am Ausgleichsbehälter dürfen bei mir nur noch für Probefahrten auf die Straße, da ich dann von unmittelbar drohendem Motorschaden ausgehe.

Ein Nachbar hat sich einen alten Kühler bei einem Kühlerbauer in der Gegend neu und stärker aufbauen lassen. Der Preis entsprach wohl einem "Neuzeitkühler" in Gedöhnsmaterialien. Dies wäre noch eine Möglichkeit.

@ Beda, wenn Du mir bei Gelegenheit grobe Maße und eventuell ein Foto mit Sicht auf die Befestigungsart und Stellen zukommen lassen könntest, würde ich über den großen Kühler nachdenken, befürchte aber, daß dieser oben und unten befestigt war, wohingegen mein "Kleinteil" in großem Rahmen an seitlich zwei Gewindebolzen (links) und zwei Schrauben (rechts) befestigt ist. Ob ich das umbauen kann bzw. die Aufnahmen bekomme muß ich noch schauen.

mit lieben Grüßen von Kay, welcher heute eigentlich wieder ausreichend "Hobbylust" hat

It's a long way to the top if you wanna rock 'n' roll
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6

Zurück zu „Technikabteilung für Berichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste