Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Steuernsparen, Tips und Ideen

Moderatoren: hapaai, Beda

Benutzeravatar
Beda
Werkstatt-Mod
Werkstatt-Mod
Beiträge: 11241
Registriert: 19.08.2002 - 20:58
Wohnort: Lalo (Langenlonsheim)
Kontaktdaten:

Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Beda » 07.10.2015 - 07:50

Morgen zusammen!
Abgas-Skandal nicht nur bei VW
Diagnoseexperten werden immer wieder mit Abgas-„Anomalien“ konfrontiert

06.10.15 | Autor: Steffen Dominsky
Im Zuge eines realistischen Road-Tests verglich FCD das Abgasverhalten aktueller Fahrzeuge untereinander sowie im Gegenzug mit einem älteren Modell.


Seit vielen Jahren untersuchen die Diagnoseexperten von FCD Fahrzeuge, die ihre Besitzer – oder auch Werkstätten – mit besonders hartnäckigen Störungen an den Rand der Verzweiflung bringen. Viele Zehntausend Messungen mithilfe von Speicheroszilloskopen, aber auch mit klassischen Diagnose- sowie Abgastestern hat das Team um Firmenchef Libor Fleischhans bereits durchgeführt und so auch kniffligste Reparaturfälle gelöst. Hierbei, aber auch im Rahmen dezidierter Abgasuntersuchungen, hat FCD immer wieder „Anomalien“ beobachtet. Dinge, die so gar nicht sein dürften. Dinge, die aktuelle Abgasgesetze eigentlich verbieten. Genauer gesagt: Einen zum Teil völlig überzogenen Stickoxidausstoß bei modernen Diesel-Pkw.

„Dieser ist besonders dann sehr hoch, wenn wir sparsam fahren, oder wenn wir die Leistung des Motors fordern“, erklärt Fleischhans. Anders ausgedrückt: „Genau dann, wenn der Motor den eigentlich optimalen Wirkungsgrad erreicht, ist der NOx-Ausstoß am höchsten“, so der Experte. Mit diesem Handicap haben alle Fahrzeughersteller zu kämpfen. Im Prinzip bleibt ihnen nur die Möglichkeit, entweder den Verbrauch zu erhöhen oder die Leistung zu reduzieren. Alternativ müssen sie in ein teures SCR-System mit entsprechend großem Harnstoff-Vorrat („Ad-Blue“) investieren. Denn anders als bei Lkw ist in einem Pkw für einen ausreichend großen Tank kein Platz vorhanden. So müssen die Ad-Blue-Tanks bei Pkw aus Sicht des Autofahrers zu klein ausfallen. Schließlich muss er sich in der Regel selbst um die Betankung zwischen den Serviceintervallen kümmern.
Abgasrückführung über Stunden hinweg deaktiviert

„Da war zum Beispiel jener Ford Mondeo 1,8 TDCi, Baujahr 2010 (Motorcode QUYBA), den wir als einjährigen jungen Gebrauchten untersuchten“, erinnert sich Fleischhans. Das Kölner Modell schaltete „einfach so“ seine Abgasrückführung manchmal über mehrere Stunden hinweg ab. FCD hatte das Fahrzeug mit einem Datenlogger ausgestattet und so über eine ganze Woche relevante Daten im Fahrbetrieb gesammelt.
Bildergalerie

Ein „alter“ Skoda Octavia (Euro-4-Norm) mit mehr als 200.000 Kilometern Laufleistung diente als Vergleichsmuster. Sämtliche neuen Modelle entsprachen der Euro-6-Homologation... ...und wurden unter realistischen Fahrbedingungen geprüft.


Dabei stellten die tschechischen Fachleute fest, dass das AGR-Ventil mal aktiv und mal nicht aktiv war. Der Kommentar des Herstellers: Wenn kein Fehler im Fehlerspeicher abgelegt ist – und das war er auch nicht, dann befindet sich die Motorsteuerung im Sollzustand. Eine Reklamation wurde deshalb abgelehnt. „Eine Abgasrückführung, die als wesentlicher Bestandteil zur Minimierung von Abgasen dient, einfach abschalten? Eine Tatsache, die im Rahmen eines offiziellen Abgastests undenkbar wäre“, kommentiert Fleischhans das Phänomen.

Bild
Ford Mondeo 1,8 TDCi: Die Strecke „B“ zeigt das Abschalten der Abgasrückführung, die auch nach mehreren Zündungen „An“-„Aus“ (1C, 2C) hintereinander fortbestand (A = System aktiv). Es wurde kein Fehler im Speicher abgelegt. Erst nach mehreren Minuten Standzeit war das System wieder aktiv (Foto: FCD)

Oder jener Peugeot 308 mit SCR-Kat, der im Zuge eines Abgastests eine ganz andere „Ad-Blue-Frequenz“ offenbarte als auf der Straße. Mehrmals hatte das FCD-Team den Franzosen auf dem Rollenprüfstand und im Straßenbetrieb getestet. Dabei fiel auf, dass das Fahrzeug die für die Funktion des SCR-Systems notwendige Entlüftung mit absoluter Präzision stets fünfzehn Sekunden nach Motorstart durchführte und sie zudem noch drei Mal wiederholte, sobald es „erkannte“, unter Laborbedingungen zu laufen. Im Straßenbetrieb unter gleichen Außentemperaturen geschah dieses Entlüften erst nach circa 400 Sekunden. Erst dann war das System betriebsbereit. Erst dann konnten die Stickoxide überhaupt bekämpft werden. Die Folge: Der Wagen stößt so deutlich mehr der toxischen Gase auf der Straße aus als auf dem Prüfstand.

Bild
Erkannte die Software des Peugeot einen Prüfstandslauf, so entlüftete sie das SCR-System regelmäßig alle 15 Sekunden vom Start weg (obere Grafik). Im Straßenbetrieb hingegen steuerte sie das System erst nach rund sechs Minuten an (untere Grafik) (Foto: FCD)

Im Rahmen einer internen Untersuchung hat FCD zusammen mit der tschechischen Fachzeitschrift „Svet Motoru“ einen direkten Vergleichstest zwischen verschiedenen Modellen in Sachen Abgas durchgeführt. Dazu nahmen die beiden Partner folgende Fahrzeuge unter die Lupe: einen BMW 216d, einen Nissan X-Trail (Direkteinspritzer Benziner), einen Subaru Forester 4x4 Diesel und einen Citroën DS 5 Diesel. Diese nach Euro 6 homologierten Fahrzeuge überprüfen sie im Vergleich zu einem alten Skoda Octavia (Euro-4-Norm, noch ohne DPF) auf ihren NO-Ausstoß (nicht NOx!) hin.

Im Rahmen des Tests ging es nicht darum, darzulegen, wie groß die Differenzen in Sachen Schadstoffausstoß zwischen Straßen- und Prüfstandsbetrieb ausfallen – was schon mehrfach bewiesen wurde. Vielmehr wollten die Experten zeigen, wie groß die Unterschiede bei den NO-Emissionen zwischen einzelnen Modellen ausfallen und vor allem, wie diese absolut zu bewerten sind – im Hinblick auf den technologischen Fortschritt. Denn der scheint, so das Ergebnis von FCD und Svet Motoru, buchstäblich auf der Strecke geblieben zu sein. Das mehr als ernüchternde Ergebnis des Versuchs: Ein nagelneuer Subaru produziert beinah doppelt so hohe NO-Werte wie ein alter Skoda Octavia mit 227.000 Kilometern auf dem Buckel.

Bild
Deutlich erkennbar: Der Subaru (Euro-6-Norm) hat unter identischen Bedingungen einen deutlich höheren NO-Ausstoß als ein alter Skoda Octavia (Euro-4-Norm) mit 227.000 Kilometern Laufleistung (Foto: FCD)

Prüfstandswerte zu Lasten der Realemissionen um jeden Preis

Diese Beispiele stellen laut FCD nur eine kleine Auswahl dar. Sie stehen stellvertretend dafür, dass die Motorsteuerung neuerer Fahrzeuge im Straßenbetrieb anders arbeitet als man erwarten würde und natürlich anders als auf dem Prüfstand. „Man darf hier nicht gleich Betrug unterstellen, wie es im Fall Volkswagen offensichtlich der Fall war“, fasst Libor Fleischhans die Ergebnisse diverser Tests und Diagnosen zusammen.

Die Hersteller richten ihre Technik gezielt auf die geltenden Zulassungsvorschriften aus. Einer wie man schon lange weiß schlechten und völlig veralteten Prüfmethodik. Im Zuge dieser „spitzen“ Ausrichtung nehmen sie allerdings in Kauf, dass sich die Abgasemissionen außerhalb von Klimakammer und Rollenprüfstand signifikant verschlechtern – also zum Beispiel im täglichen Betrieb auf der Straße.

Das sei nicht wirklich Betrug, wohl aber bewusstes Ignorieren, sagt Fleischhans. Andererseits schränkt er ein: „Wie kann es sich die Software bei besagtem Ford Mondeo erlauben, die Abgasrückführung einfach abzuschalten, ohne einen Fehler zu setzen?“ Ebenso berechtigt ist die Grundsatzfrage, die auch schon andere Fachleute gestellt haben: „Wieso emittiert ein nagelneuer Subaru auf der Straße doppelt so hohe NO-Durchschnittswerte (volumenmäßig), wie ein um zwei Abgasgenerationen älterer Skoda?

Ebenso ein Unding und das seit gut 30 Jahren: Noch heute dürfen Fahrzeughersteller im Zuge des „Bauteileschutz“-Paragraphen die Kat-Regelung bei Volllast kurzerhand außer Kraft setzen. „Da laufen moderne Euro-5- und 6-Modelle bei entsprechender Last mit CO-Werten von 9 und 10 Prozent wie einst ein Käfer mit seiner Sechziger-Jahre-Technik“, legt der FCD-Mann erneut den Finger in die Wunde.


Copyright © 2015 - Vogel Business Media

http://www.kfz-betrieb.vogel.de/index.c ... pe=article
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
Benutzeravatar
Matthias
Moderator
Moderator
Beiträge: 8671
Registriert: 04.06.2002 - 20:25
Wohnort: Zell

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Matthias » 07.10.2015 - 08:36

Danke Beda,

schon mal irgendwo geschrieben: "confusion will be my epitaph ..."

Und wie ist der Dreizylinder in meinem Fabian zu bewerten?

Grüße
Matthias
TurboDaily 40.10 4x4 "Dormobil" 1999 181.000 km
ex oriente lux · cedant tenebræ soli
Benutzeravatar
Beda
Werkstatt-Mod
Werkstatt-Mod
Beiträge: 11241
Registriert: 19.08.2002 - 20:58
Wohnort: Lalo (Langenlonsheim)
Kontaktdaten:

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Beda » 07.10.2015 - 09:51

Hallo Matthias,
„Dieser ist besonders dann sehr hoch, wenn wir sparsam fahren, oder wenn wir die Leistung des Motors fordern“, erklärt Fleischhans. Anders ausgedrückt: „Genau dann, wenn der Motor den eigentlich optimalen Wirkungsgrad erreicht, ist der NOx-Ausstoß am höchsten“, so der Experte.

Dieser Fahrzustand dürfte bei Dir der Normalfall sein.
Aufgabe: So fahren, daß er deutlich mehr verbraucht, wenig Gas, hohe Drehzahlen, niedrige Gänge. Dann stößt er relativ weniger NOx aus. :achselzuck:
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2841
Registriert: 08.06.2012 - 00:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon unbemerkt » 07.10.2015 - 10:04

Moin allerseits,

der Gründer einer Partei zur "Offenlegung der Fahrzeugsoftwarequellcodes" sollte von uns unterstützt werden.

Zudem sollte sich diese Organisation für die Grünplakettenerlangung der Altfahrzeuge einsetzen, wenn diese sowieso schon die besseren Abgaswerte haben als deren technische Nachfolger.

mit wütenden Grüßen von Kay, welcher den "Oberen" sehr übel nimmt, daß er seinen geliebten L200 wegen des Umweltzonengedöhns nicht mehr wirtschaftlich betreiben konnte.
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Schlappohr
Administrator
Administrator
Beiträge: 10441
Registriert: 25.03.2004 - 20:28
Wohnort: nahe Kaufbeuren
Kontaktdaten:

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Schlappohr » 07.10.2015 - 10:25

Guten Morgen
Zehntausende Autos wurden wegen der nicht mehr zeitgemäßen Abgaswerte mit erheblichen Verlusten der Besitzer nach Afrika/Ostblock verramscht oder gleich verschrottet. :kopfgegenmauer:
Es wäre allerhöchste Zeit endlich mal eine Klage gegen die Umweltzonen und ihre Folgen einzureichen
Gruß
Florian,
"Reisen ist tödlich für Vorurteile" (Mark Twain)
Pajero V20 3500 V6
EX: Pajero 3,2DID, T3 Syncro, Jeep Grand Cherokee, Chevy Trailblazer, Montero 3,5 GDI, Nissan Pathfinder R51
Benutzeravatar
Bart
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1509
Registriert: 25.05.2008 - 19:43
Wohnort: bei Roding
Kontaktdaten:

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Bart » 07.10.2015 - 12:47

Grüß euch!


Denk ich mir doch das die Abgasnormen so einfach von neimendn einzuhalten sind wird ja auch am Schreibtisch in Brüssel entschieden und nicht geschaut was technisch machbar ist!

Wie ich schon lang sage heutige Motorentechnologie auf Sparsamkeit getrimmt bringt für die Umwelt sicherlich mehr als alle Filter regelungen etc!

Denn wieso braucht ein aktueller Golf das selbe oder mehr als ein Golf 2...

Gruß Florian - erleichtert das er keine 'Dreckschleuder' mehr fährt :coolman:
Geländewagenfreunde Bay. Wald e.V. Ich bin dabei =D
www.gelaendewagenfreunde.de
Reisen statt Rasen =D
Pajeroteile vom V20 abzugeben!
Benutzeravatar
Joe
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1785
Registriert: 24.10.2005 - 08:52
Wohnort: Am Sachsenwald (bei Hamburg)

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Joe » 07.10.2015 - 13:59

Moin,

hat den tatsächlich jemand etwas anderes erwartet, als dass jetzt auch weitere Hersteller folgen werden? Allein schon die Tatsache, dass nicht sofort alle Anderen auf VW eingetreten haben, erklärt IMHO doch so einiges. Warum hat denn keiner sofort tolle, große, bunte Anzeigen gestartet, um sich durch sein eigenes Saubermannimage Wettbewerbsvorteile zu verschaffen? Aus Rücksichtnahme bestimmt nicht :mrgreen:

Viel bedenklicher als der Skandal überhaupt wird aber sicherlich die weitere Handhabung in D-Land. Wenn ich schon lese, dass die erst im kommenden Jahr anfangen wollen, die Fahrzeuge in die Werkstätten zu ordern und versuchen wollen, das bis Ende des Jahres abzuarbeiten, frage ich mich tatsächlich (oder auch nicht), wie sie damit durchkommen können. Vorschlag: Betriebserlaubnis entziehen, bis DAS Auto die gesetzliche Vorschriften und Grenzwerte einhält, denn dies ist mit einer einfachen "Optimierung" der Software ja scheinbar möglich. Wie die Kisten danach fahren und wie viel sie dabei schlucken, wird sicher weder die Umwelt, noch den Großteil der Menschen interessieren, die ansonsten noch monatelang unfreiwillig diesen extremen Emissionen ausgesetzt sind. Also eine Frist von 4 bis 6 Wochen für einen Werkstattbesuch, bevor die Kisten vom KBA stillgelegt werden, halte ich persönlich für mehr als ausreichend. Und genau das hätte dann eine wunderbare Wirkung auf den Konzern, denn dann hätten sie so richtig Druck von Ihren Kunden, damit deren Fahrzeuge wieder vernünftig laufen. Und bekommen sie das nicht hin, würde wohl niemand der Betroffenen jemals wieder eine der Kisten von DAS Auto kaufen :mrgreen:

Aber so wie das im Moment ausschaut, kann ich mir gut vorstellen, dass da letztendlich wohl nicht sehr viel passieren wird. Die werden vermutlich obligatorisch einige Fahrzeuge nachbessern und diese Aktion könnte sich dann, natürlich durch Lieferengpässe einiger Zulieferer :roll: , über einen seeehr langen Zeitraum hinziehen. Immerhin handelt es sich hier nicht um Dacia, ChingChong oder sonst wen, sondern um der deutschen Wirtschafts Lieblingskind. Ich kann mir jedenfalls sehr gut vorstellen, wie mit einer beliebigen (unbeliebten?) Importmarke in einem vergleichbaren Fall umgegangen würde ... :twisted:

Aber auch andere Hersteller sollten mal über ihre Designer-AdBlue-Tänkchen nachdenken und praktikable Lösungen zum selber Nachtanken verbauen. Dann bräuchten sie nämlich auch nicht mehr die Einspritzmengen begrenzen und die Motoren würden selbst bei voller Last weniger Stickoxide ausstoßen :wink:

Aber den schwarzen Peter der Branche hat eindeutig VW gezogen, denn hätten die sich nicht erwischen lassen, hätten sie damit auch keine derartige Welle ausgelöst, in derzeit noch völlig unüberschaubarer Dimensionen und sicher noch folgenden weitereren Skandalen.

Und was die leidigen Unweltzonen betrifft, ist die Abschaffung leider nicht so einfach, da das ganze Thema viel zu eng mit der Eurokratisierung verbunden ist. Auf Länderebene einführen geht, wieder abschaffen aber nicht, da die EU dies nicht zulässt - Beispiel: Hannover, die wollten damals wohl auch wieder abschaffen, durften aber nicht ... :achselzuck:

just my two cents ... :wink:

Gruß Rolf
Galloper 2,5 TCI Exceed kurz, Bj. 2001
Benutzeravatar
4x4tourer
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1121
Registriert: 05.01.2011 - 21:35
Wohnort: Kreis Verden-Aller

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon 4x4tourer » 08.10.2015 - 08:49

Moinmoin,

auch mich wundert es nicht, dass die anderen da kein Stück besser sind. Wenn VW so trickst, werden die anderen es sicher auch tun, weil sie es eben nicht besser können.

Eine ganz andere Überlegung dazu geht mir aber derzeit auch noch durch den Kopf. Wenn ein Alt-KFZ bessere oder gleiche Werte wie ein ach so sauberes Neu-KFZ hat, aber als Stinker mit roter Plakette und entsprechender Besteuerung bestraft wird, wie sieht es denn dann mit der "zuviel gezahlten" KFZ-Steuer aus!? Als Altwagenfahrer fühl ich mich da doch ebenfalls betrogen. Mit welchem Recht hab ich denn dann die letzten Jahre deutlich mehr KFZ-Steuer bezahlt, als die neuen Gleich- und Mehrstinker!?!? Ich bin mal gespannt, wann da der erste auf den Dreh kommt und eine rückwirkende Nachbesteuerung der neuen Stinker oder aber eine Rückzahlung für entsprechend zuviel bezahlte Steuer einklagt!
Wenn man das dann weiterspinnen würde....wieviele Kleinbetriebe die innerstädtisch arbeiten, haben ihren Fuhrpark wegen der errichteten Umweltzonen austauschen müssen und sind jetzt evtl. trotzdem genauso stinkend unterwegs? Wer kommt für deren geleistete Belastung auf, die durch diese Machenschaften ja eigentlich unsinnig war?

Ich denke dieses ganze Konstrukt der Volks(wagen)verdummung könnte so betrachtet noch ganz andere Aktionen ins Leben rufen. Bin mal echt gespannt ob da auch was in dieser Richtung passiert. Eine erste Klage einer betroffenen Fahrerin scheint ja bereits eingegangen zu sein, mit der Begründung, dass sie sich in ihrem Umweltverhalten betrogen fühlt.

gespannte Stinkergrüße Dirk

Ps: Das die Umweltzonen feinstaubtechnisch null und nix verbessert haben, beweisen mittlerweile auch entsprechende Untersuchungen des Frauenhofer Institutes. Eine schallende Ohrfeige ist es aber doch, dass sowas zwar eingerichtet, aber nicht wieder abgeschafft werden darf, wenn es sich als nichtsnützig herrausstellt. Das ist doch Schildbürgertum auf höchster Ebene! :kopfgegenmauer: :haue:
L300....der bessere Bulli! ;-p
------------------------------------------------------------
L300 Bj.90 2.4L Benziner
Dangel 4x4-Berlingo Bj.08 1.6L Hdi Diesel
Benutzeravatar
Matthias
Moderator
Moderator
Beiträge: 8671
Registriert: 04.06.2002 - 20:25
Wohnort: Zell

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Matthias » 04.11.2015 - 13:17

Hi,

ich denke, im Moment grübelt da so mancher und ich bin sicher, dass es noch ganz gewaltige steuerliche Umgewichtungen geben wird. Unsere "Stinker"-steuern werden wir sicher nicht zurück bekommen, aber die zu Unrecht zu wenig gezahlt haben, werden bestimmt irgendwann nachbesteuert. Ich kann mir nicht denken, dass sich der Staat das entgehen lässt.

Was mir technisch nicht klar ist: War vielleicht das ganze System bisher unrealistisch, d.h. konnten die geforderten Grenzwerte mit den heutigen Motoren überhaupt eingehalten werden?

Grüße
Matti

PS: Milan ist neulich per Mitfahrgelegenheit in einem Tesla Model S mitgefahren und war schwer begeistert. Der Fahrer war von der Schweiz nach Berlin unterwegs ...
TurboDaily 40.10 4x4 "Dormobil" 1999 181.000 km
ex oriente lux · cedant tenebræ soli
Benutzeravatar
motorang
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2040
Registriert: 02.04.2007 - 17:51
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon motorang » 04.11.2015 - 15:39

Matthias hat geschrieben:Was mir technisch nicht klar ist: War vielleicht das ganze System bisher unrealistisch, d.h. konnten die geforderten Grenzwerte mit den heutigen Motoren überhaupt eingehalten werden?


Servus,
ich denke es war eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Technisch möglich ist sehr viel - das in der Großserie umsetzen steht auf einem anderen Blatt, und es dem Kunden dann auch noch zu verkaufen ...
Soweit mir bisher klar ist, sind die Vorschriften (bzw Strafen) in der EU deutlich laxer als in USA. Der Motor muss EU-weit auf dem Prüfstand bei einem genormten Prüflauf die vorgegebenen Grenzwerte erreichen, dann wird er zugelassen. Für den Kunden ist damit eine gewisse Vergleichbarkeit gegeben, aber kein realistischer Verbrauchswert. In den USA muss der Motor innerhalb der ersten 100.000 Meilen seines Lebens immer die von der Gesetzgebung geforderten Grenzwerte erreichen, und es gibt gesetzlich festgelegte Strafen bei Verstößen. So habe ich es zumindest gehört.

Erst "neulich" werden die Testzyklen immer anwendungsgerechter und näher an der tatsächlichen Nutzung (Kaltstart, dynamische Lasten, Stau, Autobahn etc) und es spielt auch eine Rolle in welche Fahrzeuge der Motor eingebaut wird, ob da noch eine Klimaanlage mitgefüttert wird etc pp.

Eine Entwicklung der Motoren auf die geforderten Testzyklen hin war wohl immer schon üblich - und auch erlaubt, solange der Motor dann im täglichen Leben nichts anderes tat als auf dem Prüfstand.

Dieses selektive Verhalten der Motoren - je nachdem ob sie auf einem Prüfstand sind oder nicht (und die autonome Entscheidung des Fahrzeugs dahingehend - und das Ändern (= Verbilligen) von Komponenten im Hinblick auf nicht notwendige Dauerhaltbarkeit, das ist die neue Dimension.

Wenn man beim Motor konstruieren gleich mitberücksichtigt, dass so ein Motor nur für die Dauer eines Prüflaufes seine Abgase in vollem Umfang säubern können muss, dann lässt man vielleicht irgendwann Komponenten weg oder macht Elemente schwächer, die das auch bei Dauervollgas oder 50 km Kurzstreckenbetrieb ermöglichen würden. Siehe angekündigte notwendige Hardwareänderungen bei manchen Modellen ... es ist halt anscheinend nicht nur Software beteiligt.

Der eigentliche Witz ist, dass die Messtechnik erst in den letzten Jahren soweit verbessert wurde, dass Abgasmessungen im fahrenden Fahrzeug (quasi im freifahrenden Auto, ohne Rollenprüfstand) sinnvoll möglich sind. Für gewisse Messungen waren da bislang schrankgroße Anlagen und Filter notwendig ...

Gryße!
Andreas, der motorang
L300 4WD Technik-FAQ unter motorang.com/L300
Benutzeravatar
MF
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 5882
Registriert: 11.09.2003 - 16:04
Wohnort: Klein Sarau

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon MF » 05.11.2015 - 12:07

Moin

Gestern ging die Meldung rum,
das VW in den USA zig Jetta in Werkstätten holt.

Angeblich könnte ein Mangel an der Nockenwelle
die Bremskraft beeinträchtigen.

Das hätte auch alle nichts mit dem Abgasskandal zu tun. :wink:

Was hat denn die Nockenwelle mit der Bremskraft zu tun?

Unwissende Grüße
Mario
Galloper 2.5 Exceed
Benutzeravatar
Deichgraf
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 270
Registriert: 14.09.2005 - 11:11
Wohnort: Ihlow

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Deichgraf » 05.11.2015 - 13:09

Hallo Mario,

hier findest Du die Antwort:
http://www.auto-motor-und-sport.de/news ... 26617.html

Udo
Seit 18 Jahren Galloper 2,5 TD lang
Benutzeravatar
Schlappohr
Administrator
Administrator
Beiträge: 10441
Registriert: 25.03.2004 - 20:28
Wohnort: nahe Kaufbeuren
Kontaktdaten:

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Schlappohr » 20.04.2016 - 09:51

Morning
Keine große Überraschung....

Bild

Gruß,
Florian
"Reisen ist tödlich für Vorurteile" (Mark Twain)
Pajero V20 3500 V6
EX: Pajero 3,2DID, T3 Syncro, Jeep Grand Cherokee, Chevy Trailblazer, Montero 3,5 GDI, Nissan Pathfinder R51
Benutzeravatar
Bart
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1509
Registriert: 25.05.2008 - 19:43
Wohnort: bei Roding
Kontaktdaten:

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Bart » 20.04.2016 - 11:24

Servus 'vetter'

Ja aber angeblich nur für den JDM :wink:

Denke dort sind die Abgasvorschriften strenger als bei uns.

Gruß Florian
Geländewagenfreunde Bay. Wald e.V. Ich bin dabei =D
www.gelaendewagenfreunde.de
Reisen statt Rasen =D
Pajeroteile vom V20 abzugeben!
Benutzeravatar
Jero V6
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 632
Registriert: 01.12.2014 - 21:22
Wohnort: Plauen

Re: Überraschung? Abgas-Skandal nicht nur bei VW

Beitragvon Jero V6 » 20.04.2016 - 13:48

Hallo alle zusammen,

es wurde größenteils korrigiert, es sind die Verbrauchswerte bei denen geschummelt wurde. Siehe hier

Anscheinend handelt es sich dabei nur um Kleinstmotoren, hier wäre es also nur der Space Star.

Schade das es auch bei Mitsubishi ist, aber wenigstens nicht schlimmer als das was sich Volkswagen geleistet hat.

Hält mich trotzdem nicht davon ab die alten Geländekönner von Mitsubishi weiterhin zu mögen. :grin:

Gruß, Justin
Pajero V20 3000 V6 Amercian Dream, Pajero L040 Magnum 3000 V6 & Kanada Grand Cherokee 5,2L V8

Zurück zu „Steuern, Filter und Plaketten“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast