"Das Rußpartikelfilterdrama" aufgeführt in D-land.

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"Das Rußpartikelfilterdrama" aufgeführt in D-land.

Beitragvon Schlappohr » 12.12.2004 - 14:01

Servus Ihr alle,

nachdem die Suchmaschine hier im Forum nix ausgespuckt hat, würde ich gerne mal eine Debatte zum Tema Russfilter lostreten.

Zunächst mal eine einleitende Meldung von Reuters vom 3. Dez.:

Ohne Diesel-Rußfilter drohen Fahrverbote in Europas Stadtzentren

Frankfurt (Reuters) - Die Fahrer von Dieselautos müssen sich vom kommenden Jahr an auf unangenehme Überraschungen einstellen: Wegen einer neuen EU-Schadstoffrichtlinie drohen ihnen ebenso wie dem Schwerlastverkehr Fahrverbote in den Zentren europäischer Großstädte. Umweltschützer rechnen auch in Deutschland mit Fahrverboten.

"Wir gehen davon aus, dass es in allen großen Städten in den Ballungsräumen diese Fahrverbote geben wird, und zwar mehrmals im Jahr - je nach Wetterlage und Verkehrsbelastung", sagt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch. Auch der Naturschutzbund NABU betrachtet Fahrverbote als einzige Möglichkeit, um kurzfristig die neuen Grenzwerte einhalten zu können. Unklar sei allerdings, wieviele Städte tatsächlich zu so drastischen Mitteln greifen würden. "Man wird sehen, inwiefern die Städte ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen", sagt NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) geht davon aus, dass zumindest Berlin die Schadstoffwerte künftig nur durch Fahrverbote einhalten können wird.

Hintergrund der Debatte sind die neuen EU-Grenzwerte für Feinstaub, die die Kommunen ab 2005 zwingend einhalten müssen. Damit können alle betroffenen EU-Bürger saubere Luft einklagen, sobald die Werte überschritten werden. Trotz einer mehrjährigen Übergangsfrist sind viele Städte aber offenbar nicht ausreichend vorbereitet: Ohne Einleitung einschneidender Maßnahmen sei 2005 in 70 bis 120 Städten und Gemeinden mit einer Überschreitung der Feinstaub-Grenzwerte zu rechnen, warnte der Bundesrat bereits im Juni 2004. Um das Problem zu beheben, forderte die Länderkammer damals eine Erhöhung der Grenzwerte. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) warf den Ländern daraufhin Doppelmoral vor und verlangte, sie sollten besser dafür sorgen, dass die Grenzwerte eingehalten würden.

Einer Studie zufolge kommen fünf Mal soviele Menschen durch das Einatmen der mikroskopisch kleinen Feinstaub-Partikel ums Leben wie durch Verkehrsunfälle. Zum Großteil besteht Feinstaub aus Dieselruß, der für den Tod von 14.000 Menschen pro Jahr in Deutschland verantwortlich gemacht wird. Anwohner der besonders belasteten Hauptverkehrsstraßen haben Schätzungen zufolge eine etwa drei Monate geringere Lebenserwartung.

Die Umweltverbände stehen unterdessen in den Startlöchern, um mit betroffenen Bürgern Musterklagen durchzufechten. "Die Rechtslage ist erfreulich angenehm. Wir gehen davon aus, dass jedes Verfahren gewonnen wird", sagt Resch von der Umwelthilfe. Zunächst werde es die Kommunen treffen, die trotz überschrittener Grenzwerte bis Ende dieses Jahres keine oder nur unzureichende Maßnahmenkataloge, so genannte Luftreinhaltepläne, vorlegten. Die Klagen seien vorbereitet und würden Anfang Januar eingereicht. Weitere Klagen sollen folgen, sobald im neuen Jahr die Grenzwerte überschritten werden.

Dies könnte nach Einschätzung des Deutschen Städtetags schon Ende Februar der Fall sein, da hohe Feinstaubwerte im Winter bei Wetterlagen mit schlechtem Luftaustausch besonders häufig sind. Der Städtetag betrachtet Verkehrsbeschränkungen als letztes Mittel und setzt zunächst auf verkehrslenkende Maßnahmen wie Umleitungen, die nach seiner Einschätzung zwischen zwei und fünf Millionen Euro pro Stadt kosten werden.

Fahrverbote hält der Städtetag für kaum durchsetzbar, so lange der Rußfilter für Dieselfahrzeuge nicht vorgeschrieben ist. Die deutschen Autohersteller hatten sich lange gegen die generelle Ausstattung aller Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern gewehrt. Spätestens 2009 sollen nach einer Selbstverpflichtung in Deutschland keine Wagen ohne Rußfilter mehr von den Bändern laufen.

Das Bundesumweltministerium bezeichnet Fahrverbote indes als "probate und akzeptierte Mittel, um Grenzwertüberschreitungen bei Luftschadstoffen zu begegnen". Im Ausland seien damit gute Erfahrungen gemacht worden. In Stockholm etwa dürften alte schwere Lastwagen schon seit 1996 nicht mehr in die Innenstadt fahren. Im Zentrum von London sanken die Feinstaub-Werte seit Einführung der City-Maut um zwölf Prozent. Resch verweist auch auf Innsbruck, Salzburg, Meran und Bozen. "Die sperren einfach die Stadt. Da komm ich mit einem ungefilterten Diesel dann eben nicht rein." Für die italienischen Großstädte weiter im Süden sei ab 2005 ebenfalls mit Fahrverboten zu rechnen.

Quelle: http://www.reuters.de/newsPackageArticl ... ction=news

Soweit ich bisher herausgefunden habe, gibt es derzeit nur einen Hersteller der sich ernsthaft mit der Nachrüstung von Altfahrzeugen beschäftigt ( http://www.dieselrussfilter.de )

Bild

Der hübsche Tuareg wird laut VW ab sofort mit Filter ausgeliefert und die SPD will die Berliner Innenstadt für Filterlose sperren.

Wer weiss mehr?

Heftige sonntägliche Grüße
Florian
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Beitragvon Beda » 12.12.2004 - 15:25

Hallo Florian,
ich bin kein großer Fan der Firma Twin-Tec. Möchte das aber nicht weiter erläutern.

Die Fa. hjs hat ein Russfiltersystem, daß mich eher überzeugt, fertig in der Schublade liegen. Man wartet nur auf zuverlässige gesetzliche Randbedingungen.
Was du oben zitierst und die Änderungen in der Kfz-Steuer, könnten ja durchaus dazu führen. Inwieweit dann solche "Steinzeit-Diesel" wie in den meisten unserer Autos überhaupt für Nachrüstungen in Frage kommen, muß sich dann zeigen.
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Re: Rußfilter

Beitragvon Crazy.max » 12.12.2004 - 15:43

Hi Schlappohr

Schlappohr hat geschrieben:
Im Ausland seien damit gute Erfahrungen gemacht worden. In Stockholm etwa dürften alte schwere Lastwagen schon seit 1996 nicht mehr in die Innenstadt fahren. Im Zentrum von London sanken die Feinstaub-Werte seit Einführung der City-Maut um zwölf Prozent. Resch verweist auch auf Innsbruck, Salzburg, Meran und Bozen. "Die sperren einfach die Stadt. Da komm ich mit einem ungefilterten Diesel dann eben nicht rein." Für die italienischen Großstädte weiter im Süden sei ab 2005 ebenfalls mit Fahrverboten zu rechnen.

Quelle: http://www.reuters.de/newsPackageArticl ... ction=news

Soweit ich bisher herausgefunden habe, gibt es derzeit nur einen Hersteller der sich ernsthaft mit der Nachrüstung von Altfahrzeugen beschäftigt ( http://www.dieselrussfilter.de )

Bild

Der hübsche Tuareg wird laut VW ab sofort mit Filter ausgeliefert und die SPD will die Berliner Innenstadt für Filterlose sperren.

Wer weiss mehr?

Heftige sonntägliche Grüße
Florian


Jepp - das wollen wir : Technische Alleingänge und vorspreschen in belanglosen Dingen . Und dann wird sich beschwert , wenn man völlig alleine die Front halten muß .

In der hiesiegen Tageszeitung auch schon per Leserbrief eindeutig diskutiert worden .
Die Essenz dieser Diskussion war folgende :

Die paar Leute , die in meiner Heimatsatdt noch in die City fahren werden dann auch noch das Einkaufzentrum auf der grünen Wiese besuchen , da nun die Transporte der Waren in die City so teuer werden das auch die ganz harten diese Preise nicht mehr bezahlen werden - ganz zu schweigen von den Waren die man im ÖPNV richtig gut mit nach Hause bekommt .

Also ganz platt gesagt , wenn es so kommt werden die Stadtkerne so richtig sauber werden weil dort niemand mehr ist . Aber es kann ja auch ganz anders kommen , vielleicht ist es demnächst einfacher zum Mond zu fliegen , als Auto zu fahren .

Zum Thema Rußfilter - Sie bringen eigentlich gar nichts , da die relevanten Krebserregenden ( ??? ) Teilchen so klein sind , das die von den Filtern nicht mehr erfaßt werden , es wird nur erreicht , das man die Wolke nicht mehr sieht .

Man könnte auch sagen : Aus den Augen , aus dem Sinn .
Ob das nun richtig oder falsch ist sei mal dahingestellt , Fakt ist nur , das unsere Supertollen Deutschen Autobauer mal wieder was verpennt haben , sei es Modetrends , im Design , in der Anwendung , oder aber in der Ausstattung .........ausbaden darf es wie immer der Verbraucher der wie immer nie gefragt wird , was er denn eigentlich haben will . Der Verbraucher will diese Rußfilter und die Industrie kann nicht liefern , wie damals bei dem Katalisator .....der verbraucher kaufte also die ohne Kat und wurde 2 Jahre Später bitter bestraft , weil sie ein Auto ohne Kat hatten .
Nachrüstlösungen werden natürlich auch nicht angeboten , weil man ja für jeden nachgerüsteten einen Neuwagen weniger verkaufen kann .

Nun ja , was solls - interesisiert ja eh keinen , da ja ein neues Auto mitlerweile komplett von der Bank kommt und Firmenwagen gibt es ja dann auch noch wie Sand am Meer .

Aber vielleicht könnten die Raucher unter Dieselrußfilterforderern erstmal verpflichten werden auf die Zigaretten zu verzichten ; vielleicht lassen sich die Grenzwerte dann vielleicht vielleicht auch so einhalten ?

Olaf - nicht ganz ernst gemeint und vor allem jeder Grundlage entbehrend einfach drauflosgeschrieben
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Beitragvon Schlappohr » 12.12.2004 - 15:51

Servus Ihr Island-Reisenden

Überlassen wir die Bewertungen doch anderen mit eigener Rechtsabteilung :lol:
Nachfolgend ein Artikel vom ADAC

Rußpartikelfilter im Test

ADAC: Saubere Diesel müssen gefördert werden
Nach einem umfangreichen Test neuer Abgasreinigungssysteme fordert der ADAC eine steuerliche Entlastung für Dieselfahrer, die auf den Partikelfilter oder vergleichbare Technik setzen. Eine Erleichterung könnte wie beim Katalysator Mitte der 80er Jahre in unterschiedlichen Förderstufen für Neufahrzeuge und die Nachrüstung älterer Pkw erfolgen.

Das erklärte der ADAC-Vizepräsident für Technik Werner von Scheven bei der Vorstellung der Testergebnisse in Berlin. "Mit dem Partikelfilter ist eine Technik vorhanden, die den Ausstoß von Rußpartikeln sehr wirkungsvoll verringert. Jetzt muss der Gesetzgeber durch Steuererleichterungen das nötige Signal setzen, damit sich diese oder eine andere neue Technologie mit gleicher Wirkung so schnell wie möglich auf dem Markt durchsetzen kann. Finanziert werden könnte dies durch Mittel, die 2006 nach Ende der Euro 4-Förderung frei werden", erklärte von Scheven.

Im bisher größten Test von Diesel-Abgasreinigungssystemen hat der ADAC an Fahrzeugen mit und ohne Partikelfilter die Emissionen von Rußpartikeln gemessen. Im Test waren Mercedes E 220 CDI, Toyota Avensis 2,0 D und VW Passat sowie der nur mit Filter erhältliche Peugeot 307 HDI. Ergebnis: Bei allen Kandidaten werden die Rußemissionen bis nahe der Nachweisgrenze reduziert.

Als einziger Hersteller setzt Toyota schon jetzt zusätzlich einen Katalysator ein, der auch die Stickoxid-Emissionen gegenüber dem Euro-4-Grenzwert mehr als halbiert. Nach Ansicht des ADAC ist mit dieser Technologie ein ganz entscheidender Schritt gelungen, den Dieselmotor annährend so sauber wie einen Benziner zu machen.

Neben den Schadstoffemissionen galt dem Kraftstoffverbrauch sowie den Kosten besonderes Augenmerk. Der monatliche Mehraufwand für das Modell mit Filtertechnik liegt nach ADAC-Berechnungen je nach Typ zwischen 6 und 16 Euro. Für die Anschaffung müssen 580 bis 925 Euro einkalkuliert werden.

Außer den serienmäßig eingebauten Filtern hat der ADAC auch zwei Nachrüstsysteme der Hersteller HJS und Twin-Tec unter die Lupe genommen. Sie waren in einem VW Golf Variant 1,9 TDI (Twin-Tec) beziehungsweise einem VW Passat 1,9 TDI (HJS) eingebaut. Während der bisher im Handel noch nicht erhältliche HJS-Partikelfilter (soll bei Markteinführung ca. 1000 Euro kosten) die Emissionen so weit herunterschraubt wie das System eines Neufahrzeugs, schafft Twin-Tec zum Preis von ca. 650 Euro eine Reduzierung des Rußausstoßes von mindestens 40 Prozent. Kraftstoffverbrauch und Stickoxid-Emissionen bleiben bei beiden Produkten nahezu unverändert. Die monatlichen Mehrkosten gegenüber dem Originalzustand des Fahrzeugs belaufen sich bei den Nachrüstern auf 20 (HJS) beziehungsweise 8 Euro (Twin-Tec). (gg)

Grüße vom Florian
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Re: Rußfilter

Beitragvon Beda » 12.12.2004 - 21:04

Crazy.max hat geschrieben:Hi Schlappohr
Zum Thema Rußfilter - Sie bringen eigentlich gar nichts , da die relevanten Krebserregenden ( ??? ) Teilchen so klein sind , das die von den Filtern nicht mehr erfaßt werden , es wird nur erreicht , das man die Wolke nicht mehr sieht .

Olaf - nicht ganz ernst gemeint und vor allem jeder Grundlage entbehrend einfach drauflosgeschrieben

Hallo Olaf,
da muß ich doch mal widersprechen.
Dein Einwand paßt zu Oxidationskatalysatoren. Die haben tatsächlich nur den Effekt an Rußpartikeln haftende Aromate und teilverbrannte Kraftstoffmoleküle durch Oxidation zu reduzieren. Die Partikelzahl ändert sich kaum, aber die Partikel werden kleiner und dadurch weniger sichtbar.
Ein Rußfilter soll möglichst alle Rußpartikel einfangen und auch die Rußpartikel selbst in Kohlendioxid umwandeln.
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Beitragvon Crazy.max » 12.12.2004 - 21:07

Hallo Beda

Ich hatte das mal so irgentwo gelesen , da Ich aber nicht mehr weiß wo das war habe Ich es einfach mal so aus dem Kopf wiedergeben . Aber Ich wustte , das sich jemand findet , der genau bescheid weiß .

Darum liebe Ich diese Forum so :wink:

Olaf - der sich immer wieder freut wieviel geballtes Wissen in dem Forum steckt
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Beitragvon Beda » 12.12.2004 - 21:10

Hallo Olaf,
dazu noch ein Zitat von meinem Lieblingslink:

Partikelfilter
Particulate Filter

--------------------------------------------------------------------------------


Aufgabe
Der Partikelfilter soll die entsprechenden schädlichen Partikel beim Dieselmotor aufhalten, in gewissen Renerationsintervallen verbrennen und als unschädliche Bestandteile in die Umwelt entlassen.


Funktion
Da der eigentlich gesundheitsgefährdende Anteil am Diesel-Abgas nicht der Ruß selbst sondern die angehängten Kohlenwasserstoffe sind, wird der entsprechende Filter nicht als Rußfilter, sondern als Partikelfilter bezeichnet. Es gibt sie schon lange, z.B. bei Stadtbussen. Nur mussten diese Anlagen im Tagesrythmus entsprechend entsorgt werden. Es ist nicht einfach, die vollen Filter vor einer Verstopfung kontrolliert abzubrennen. Immerhin handelt es sich um leicht verdichteten Kohlenstaub, der anderswo auch schon einmal zu Explosionen führt.
Neu gegenüber den alten wartungsaufwändigen Systemen ist ein Sensor, der alle 400 - 500 km meldet, wenn der Filter zu verstopfen droht, und die elektronische Dieselregelung, die durch gezielte Nacheinspritzung eine Nachverbrennung einleitet. Bei manchen Herstellern reicht diese Zusatzeinspritzung nicht aus, die geringe Abgastemperatur des Dieselmotors von ca. 150°C entsprechend anzuheben. Zur weiteren Erhöhung der Temperatur um 100°C kommt neben dem Oxidationskatalysator dann ein Additiv (z.B. Harnstoff) in Frage, das aus einem kleinen Behälter bei jedem Tanken in geringen Mengen hinzugefügt wird. Es senkt die nötige Abbrenntemperatur der Partikel auf 450°C. Nachteilig ist bei diesem System, dass z.Zt. nach ca. 80.000 km eine Wartung mit Regenerierung/Austausch des Partikelfilters und Auffüllen des 5-Liter-Tanks nötig ist.

Das Problem entsteht in dem kurzen Moment, der den C- und H-Atomen des Kraftstoffs zur Verfügung steht, während der Einspritzung je ein oder zwei Atome des Luftsauerstoffs zu finden. Je weniger Luftüberschuss und je schlechter die Durchmischung, desto mehr Partikel und besonders anhängende Kohlenwasserstoffe entstehen.

Gefährliche Partikel lassen sich mindern/vermeiden durch ...


Fahrer(innen), die selten Vollgas geben und damit den Motor immer mit hohem Luftüberschuss betreiben,
Hersteller, die das Potenzial des Motors nicht voll ausschöpfen und bei noch relativ hohem Luftüberschuss abregeln,
gezielte Verwirbelung der einströmenden Luft durch spezielle Formung/Führung der Ansaugwege (Drallkanäle),
noch höhere Einspritzdrücke,
Spritzlöcher in den Lochdüsen mit möglichst geringem Durchmesser,
nachgeschaltete Oxidationskatalysatoren,
Filterung und Nachverbrennung.
Letzteres scheint nach Euro 4 für alle Mittelklasse-Pkw erforderlich zu werden. Leichtere Fahrzeuge werden dann erst evtl. von Euro 5 dazu gezwungen. Fest steht jedenfalls, dass ein Filtersystem mit Nachverbrennung dem Hersteller eine gewisse Garantie für die Erfüllung der nächsten und übernächsten Abgasvorschrift in diesem Bereich verschafft. Es sieht sehr nach einer generellen Einführung aus.
Wenn man sich die neusten Entwicklungen bei Dieselmotoren anschaut, scheinen die effektivsten Methoden der Hochdruck und/oder die Nachverbrennung zu sein. Dabei gilt wie immer der Grundsatz: Lieber bei der Verbrennung gar nicht erst entstehen lassen als nachbehandeln. So gibt es bei einzelnen Systemen schon Drücke über 2000 bar.
Ob dabei wirklich weniger PAKs (Aromatische Kohlenwasserstoffe) entstehen oder diese nur so stark vereinzelt werden, dass sie unter die Nachweisgrenze fallen, steht dahin. Ebenfalls ist ungewiss, ob diese dann für den Menschen weniger gefährlich sind. Es scheint ein dauernder Wettlauf zwischen medizinischer Wissenschaft, ausgeklügelten Messmethoden und der mit Normen beaufschlagten Industrie zu sein.



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Beitragvon Crazy.max » 12.12.2004 - 21:18

Hallo Freunde

Wenn ich da so Bedas Link lese stellt sich Mir die Frage wer denn schneller ist ? Die Industrie mit dem entfernen der Schadstoffe oder die Medizin mit dem entdecken der Schädlichkeit dieser Stoffe .

Warscheinlich müssen dann Partikelfilter in 20 Jahren wie Atommüll in Salzstöcken entsorgt werden wie es heute mit dem Asbest schon fast so ist . Achtung : DIES WAR REINE FIKTION :wink:

Olaf - der sich manchmal fragt ob es überhaupt für die Umwelt tragbar ist zu leben
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Beitragvon Schlappohr » 13.12.2004 - 20:11

Servus an alle

Aktuelles statement vom ADAC (der nicht unbedingt für jede neue Vorschrift zu haben ist) http://www.adac.de/Auto_Motorrad/Krafts ... =10091%230

Grüße vom Florian im Weihnachtsstress
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Rainbow

Beitragvon Rainbow » 28.01.2005 - 19:43

Hallo Leute,

Ich habe sehr großes interesse an einem Rußfilter und hab jetzt bei HJS nach dem Cityfilter nachgefragt.
Nun, sie wollen ihn erst dann rausgeben, wenn die Bundesregierung eine steuerliche Förderung beschließt. Darauf könnte man ja noch warten.

Schlimmer ist aber, dass auf der Liste der Fahrzeuge, für die es diesen Nachrüstsatz geben wird, kein einziger Mitsubishi zu finden ist. Das ist echt übel, ich denke, der HJS ist der am meisten entwickelte Filter und der säuberste dazu.

Was tun? Sollen wir mal sammeln, wieviele Leute hier interesse an dem Filter hätten, und HJS mal vom Forum aus anschreiben?

Liebe Grüße

Rainbow...der ratlose
marius

Autobild 15.04.2005 Feinstaub 7 Myths

Beitragvon marius » 19.04.2005 - 21:24

Obergenannter Zeitung hatte ein sehr lesenswerter Artikel uber Feinstaub und deren Quellen.
Auch Du Railster! 8)
Marius
kok

Beitragvon kok » 22.04.2005 - 23:27

Jetzt muß ich aber dochmal...

Diese ganze Dieselruß - Partikelfilterdiskussion ist doch der Hohn auf Socken! Wer fällt denn auf einen solchen Unsinn noch rein. Erinnert Euch mal an das Thema G-Kat. Was für ein Blödsinn. Wieder einmal geht es darum diejenigen zu schröpfen die sich nicht differenziert wehren können.

Der Anteil der ach so gefährlichen Feinststäube aus Diesel PKW ist derart lächerlich, daß man eigentlich an dieser Stelle die Diskussion beenden muß. Leider jedoch hat eine verantwortungslose Mehrheit diese Dilletanten gewählt (Ich spreche jetzt von unserer schlechten Entschuldigung für einen Bundeskanzler und seinem Verbrechersyndikat). Deshalb können wir ohne die Segnungen dieser neuen Technik nicht mehr auskommen und wie die ersten Presseberichte zeigen: Draußen sterben täglich Leute an diesen neuen gefährlichen Feinststäuben...

Hier mal ein paar Thesen:

1. Die fraglichen Stäube stammen in erster Linie nicht aus PKW Abgasen und sollten auch nicht in erster Linie dort bekämpft werden.

2. Fahrverbot oder City Sperrungen bringen nichts, alle privaten Heizungen und kommunale und sonstige Kraftwerke abstellen hat einen meßbar größeren Effekt!

3. Die (deutsche) Autoindustrie als unfähig hinzustellen ist übertrieben, ein Filter ist nie eine befriedigende Dauerlösung. Täglich werden neue Substanzen in der Umwelt nachgewiesen, das Ende vom Lied ist, daß jedes Auto einen Anhänger mit einer Filterbatterie gegen alles mögliche hinter sich herzieht. Einziger Vorteil: die Nachrüstkosten für neue Filter halten sich in Grenzen... Es ist technicsch fraglos besser die Emission am Entstehungspunkt zu bekämpfen.

4. Wenn sich dann die maßgeblichen Damen und Herren einig sind welchen Unsinn sie uns diesmal auftischen wollen wird es in relativ kurzer Zeit vernünftige Nachrüstlösungen geben. Im Zweifel sogar gefördert! Ist meine Prognose aus der Kat Zeit.

Sorry für die deutliche Sprache, aber das mußte mal raus. Und nein, ich habe den unfähigen Haufen nicht gewählt und meine Meinung vom Rest der Baggage ist auch nicht viel besser. Und bevor ich jetzt gesteinigt werde: ja ein Teil dessen was ich oben geschrieben habe ist übertrieben, ich verrate nur nicht welcher...

Klaus :x
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Beitragvon lotte » 23.04.2005 - 01:12

Hallo,

wollte auch mal meine Gedanken dazu loswerden. Ich finde es unmöglich das angesichts dieser unglaublich dringenden Gesundheitsgefährdung für den Menschen sich Industrie und Staat soviel Zeit lassen. Um drei Monate wird unsere Lebenserwartung
verringert...Unglaublich...3 Monate weniger sich den Mist reinziehen den die Regierenden und deren Marionetten verzapfen? Warum nicht ?
Jeder Raucher verringert seine Lebenserwartung um Jahre. Jeder der öfter Alkohol trinkt tut das gleiche. Jeder der mit 250 über die AB knallt
schafft es u.U. nicht nur seine Lebenserwartung um die Hälfte zu reduzieren sondern auch die anderer. Interessiert seltsamerweise niemand.

Stehen nicht die Wahlen in NRW ins Haus ? Ist das Wahltaktik? Welche Wähler will man damit gewinnen ? Die klassischen Ökos, mit Filzlatschen, Hollandrad und Blume im Haar (Ironie) oder die super Umweltbewussten 3L Polo Fahrer (die, um eine Couch, oder einen Schrank zu Transportieren erstmal Umweltbewusst einen LKW mieten)...vermutlich die absolute Mehrheit...


Btw, schonmal dran gedacht was mit Euro 5 usw auf uns zukommt ? Bi-Rußpartikelfilter ? Elektro-Geländewagen ? Mitten in Lettland Batterie alle , oder Kurzschluss im Schlamm 8)

Vollkommen unlustig...Im Endeffekt wird es doch viel mehr Geld und Energie verschwenden die ganzen alten bösen Dieselstinker und Spritverschwender zu verschrotten, zu entsorgen und dafür Neuwagen anzuschaffen, die mindestens alle 2-4 Jahre sowieso dank Euro-Ichlachmichtot eigentlich Schrottreif, weil unwirtschaftlich, sind...

Irgendwie fehlt mir da Entschieden der Sinn und Spass-Faktor...

Btw, Mitsubishi hat sich immernoch nicht bei mir gemeldet...Die wollten Anrufen und bescheid sagen wenn sie Infos zu den geplanten
Steuersenkungsmöglichkeiten haben. Ich hab keine Lust ewig mit kaputtem Kat durch die Gegend zu kacheln, nur weil Staat und Industrie
nicht ausm A**** kommen....

sorry...musste mal raus 8) ich hoffe ich habe nicht allzuviel sinnfreien Kauderwelsch von mir gegeben...


Grüße, Alex
lotte hat geschrieben:Manchmal wünsch ich mir so eine richtig simple ranzige Starrachs+Blattfeder-Kiste...
kok

Beitragvon kok » 29.04.2005 - 22:44

Da fällt mir doch gleich ein schönes Beispiel aus der Jagdwelt ein:

Brandenburg hat jetzt bleihaltige Munition verboten, erst alles, dann doch nur Schrotmunition. Warum? Weil laut NABU 3 oder 4 Seeadler vermutlich an bleivergiftung gestorben sind (durch das fressen von Kadavern). Bis hier hin ist es ja noch halbwegs ernst und verständlich, wenn auch vielleicht übertrieben.

Es ist aber nachgewiesen, daß mehrere 100.000 Vögel (300.000?) durch Windkraftanlagen im Jahr guillotiniert werden. Wer verbietet die?

Bei den Rußfilter Fahrverboten geht es aber alle Autofahrer an. Die wenigsten werden sich tatsächlich Nachrüstfilter oder gleich neue Autos zulegen können oder wollen. Was dann?

Noch ein Gedanke: das Auto sorgt für Mobilität und damit für mehr Beschäftigungsmöglichkeiten. Fahrverbot wegen Feinststaub = Jobverlust?

Und da ja in der Öffentlichkeit nur die Diesel Autos die Verursacher der krebserregenden Feinststäube sind, bedeutet dies, daß ich bald vergitterte Fenster brauche, oder mir morgens die Reifen plattgestochen sind? Wohlmöglich pinselt mir einer "Mörder" auf den Wagen... Darf man den dann eigentlich mit "Bleivergiftung" zur Strecke bringen? :D

Und das alles nur wegen eines eklatanten Mangels an Prinzipien auf Seiten der Politikfuzzies...

Komisch das...

Klaus
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Beitragvon lotte » 30.04.2005 - 00:03

die knete wird immer denen aus der tasche gezogen die 1. eh keine haben 2. sich, wie schon gesagt, am schlechtesten wehren können, da sie sich sonst ins eigene fleisch schneiden...
lotte hat geschrieben:Manchmal wünsch ich mir so eine richtig simple ranzige Starrachs+Blattfeder-Kiste...

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