Der nächste L300-Camper

Ausbau zu Schlaf-und Wohnmobil, Trailer

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Mr. SvomF
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Der nächste L300-Camper

Beitragvon Mr. SvomF » 06.08.2019 - 23:03

Moin zusammen aus dem sonnigen Hamburg,

bislang habe ich das Forum hier hauptsächlich für Fragen rund um die Macken von unserem L300 genutzt, jetzt möchte ich euch gerne mal ein wenig am Ausbau teilhaben lassen. Trotz einiger offener Baustellen haben meine Freundin und ich nun schonmal angefangen, etwas am Innenausbau zu machen. Leider habe ich häufig erst ziemlich spät an Fotos gedacht, deshalb ist der Fortschritt nur so mittelmäßig dokumentiert...
Unsere Anforderungen sind, dass wir im "Normalzustand" 4 Sitzplätze haben, also die Mittelbank drinlassen. Dennoch soll man in dem Zustand das Bett aufbauen können, so dass 2 Personen im Bus und die übrigen Mitfahrer beispielsweise im Zelt übernachten können. In diesem Zustand ist uns der Wohnkomfort im Bus nicht so wichtig, da wir das eher für Festivals, Wochenendausflüge etc. nutzen wollen. Es wird also dann keinen Tisch geben, die Küche muss auch nicht unbedingt von innen bedienbar sein. Die Küche soll aber auch in diesem Zustand im Bus bleiben können, entsprechend muss die Küchenzeile auf die rechte Seite
Der "Urlaubszustand" soll dann nur mit 2 Sitzplätzen daherkommen und etwas mehr Wohnkomfort im Innenraum bieten. Wir nehmen die Mittelbank dann also raus, wollen einen Tisch dabeihaben und mit 2 Personen auch mal entspannt einen Nachmittag im Bus verbringen können. Klar ist der L300 keine Kathedrale, aber die Beine ausstrecken sollte schon drin sein. Ein wintertaugliches Auto brauchen wir nicht unbedingt, bzw. wir haben es auch bei 3° draußen schon eine Nacht ohne Heizung ausgehalten. Eine Dämmung bauen wir also nicht wirklich ein. Wir haben auch nicht den Anspruch, dass alles perfekt zusammenpassen muss, man darf auch mal eine Schraube sehen, hauptsache, wir bekommen unsere Sachen unter.

Genug der Worte - Taten warten.

Zuerst haben wir eine "Bestandsaufnahme" gemacht und jeglichen Inneneinbau rausgenommen, also die beiden Rückbänke, die Zusatzheizung, den Teppich und die Isolierung ab Werk.
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Hier ist noch alles drin
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Gähnende Leere

Die Zusatzheizung haben wir erst später ausgebaut, da wir eigentlich dachten, dass wir die Zuleitung noch brücken müssen. Später stellte sich heraus, dass die Heizung schon abgeklemmt war und quasi nur noch so dort rumstand. Praktisch für uns, vom Verkäufer aber nun nicht so nett, uns das nicht mitzuteilen... Sei's drum, raus ist raus.

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Schablonenbau

Aus großer Pappe haben wir dann eine Schablone für die Bodenplatte gebaut, die aus Siebdruckplatte sein wird, später soll da dann noch Kork verklebt werden.

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Leider das einzige Foto vom Einpassen der Platte...

Wie man auf dem Foto sieht, haben wir die "Täler" im Boden mit Armaflex ausgekleidet. Das soll aber nicht zur Isolation dienen, wir hatten aber ein paar Reste und dachten, dass das die Platte ein wenig in ihrer Position halten könnte.

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Hier sieht man schonmal die Befestigung des Bettes

Wir haben aus Holzlatten 2 Kästen um die Radkästen gebaut, auf denen der Rest dann verschraubt werden soll. Diese Kästen haben wir an den Befestigungen der hinteren Bank festgeschraubt. Das Bett ist auf der linken Seite mit einer Liegefläche von ca. 120x200 cm.
Auf der hier noch leeren Fläche auf der rechten Seite soll später ein Schrank entstehen. Befestigt haben wir das Bett mit Schloßschrauben und Flügelmuttern, so dass alles modular bleibt und man die Sachen mit wenigen Handgriffen wieder herausnehmen kann.

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Bänke in Konferenzstellung

Hier kann man sehen, wie die Bank/das Bett im zusammengeklappten Zustand aussieht. Unter der Sitzfläche ist mittlerweile noch ein Kasten verbaut, den man, wenn die Mittelbank nicht verbaut ist, mit ausziehen kann, damit das Bett auch irgendwie abgestützt werden kann. Im folgenden einmal der Aufbau von Bank zu Bett.

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Eventuell soll das Bett auf der rechten Busseite vorn noch etwas verschmälert werden, so dass der Küchenblock ein wenig breiter werden kann, an den Beinen braucht man ja nicht ganz so viel Liegefläche.

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Schrank

Der bislang neueste Ausbau ist der Schrank, wir haben uns gegen Türen entschieden, sondern einfach verschieden große Fächer gewählt. An alle Fächer kommt man auch ran, wenn das Bett zusammengeklappt ist. Als Matratze haben wir die günstigste vom großen schwedischen Möbelhaus genommen, die wir dann entsprechend auf 120 cm zugeschnitten haben, das ging erstaunlich gut.


Soweit sind wir zufrieden mit dem Ausbau, es gibt sicherlich durchdachteres und auch schöneres, aber wie eingangs schon erwähnt, haben wir darauf nicht so viel Wert gelegt. Bislang haben wir wohl so in etwa 5 Tage reingesteckt, ich finde, dafür kann es sich sehen lassen :)

Wenn ihr Fragen habt oder vielleicht auch ein paar Anregungen, freue ich mich natürlich, ansonsten komme ich bestimmt bald wieder mit technischen Fragen auf euch zu.

Liebe Grüße aus Hamburg,

Alex
Zuletzt geändert von Mr. SvomF am 07.08.2019 - 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der nächste L300-Camper

Beitragvon MF » 07.08.2019 - 07:13

Moin

Danke für die ausführliche Beschreibung :super:

Sieht doch gut aus.

Jeder so wie er mag.

Das man ein Auto noch als Drei- oder Viersitzer nutzen kann,
war mir auch wichtig.
Das stellt dann auch andere Anforderungen und Herausforderungen im Vergleich zu ausbauten,
welche den gesammten Laderaum nutzen.

Viel Spaß beim ausprobieren und Erfahrungen sammeln. :super:

Aus meiner Erfahrung ändert/verbessert sich so ein Ausbau noch wenn man ihn nutzt.
Da ist es sinnvoll die ersten Varianten nicht so Aufwändig herzustellen.

Bei meinem Auto bin ich beim dritten Ausbau erst so richtig glücklich geworden.
Der durfte dann auch etwas aufwändiger werden.

Wie geht's weiter?

Erstmal fahren und die Küche später?

Gruß Mario
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Re: Der nächste L300-Camper

Beitragvon Mr. SvomF » 09.08.2019 - 18:39

Hi Mario,
Hallo übriges Forum,

genau, ich denke, wir werden die nächsten beiden Wochenenden erstmal nicht weiter bauen, sondern auch mal ein bisschen rumfahren, um zu gucken, was wir noch so ändern müssen. Wie in der Mitgliedervorstellung mal erwähnt, planen wir im Oktober die erste längere Tour, bis dahin ist auch noch einiges am Auto zu tun. Hauptsächlich zwar eher kosmetische Dinge, wie z.B. ein kleines Loch im Beifahrerfußraum schweißen, etwas Rostbehandlung an der Heckklappe, Ölwechsel usw...
Ich habe mittlerweile auch mal mit einem Kumpel, der Kfz-Mensch ist und ein Jahr in Australien an solchen Bussen geschraubt hat, unter den Wagen geschaut, aber wir wollen auch nochmal in eine Selbsthilfewerkstatt auf die Bühne und die Radaufhängungen etc. mal checken. Nach mittlerweile 3 Mechanikern, von denen noch keiner die Hände überm Kopf zusammengeschlagen hat, bin ich aber ganz guter Dinge, dass wir große Reparaturen zunächst zumindest nicht einplanen müssen :dreimalaufholzklopf:

Passiert ist ansonsten noch folgendes:

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Wir haben Windabweiser angebaut, da unsere Klimaanlage nicht funktioniert und wir die Windabweiser erst einmal für die preiswertere Variante hielten. Die Teile haben sich auch schon gut bewährt, wir sind ganz zufrieden damit. Ich habe mich noch überhaupt nicht mit der AC beschäftigt, aber ich vermute, das wird wenn dann ein Projekt in fernerer Zukunft. Ich habe hier schonmal geschaut, ein paar Tipps finden sich ja.

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Ebenfalls mussten wir feststellen, dass unser Bus ebenfalls an den bekannten Stellen vorn unter der Windschutzscheibe undicht war. Wir haben uns da sehr an die von Andreas/motorang übersetzte Anleitung von seiner Homepage gehalten - das hat mit Ausnahme einiger festgerosteter Schrauben wunderbar geklappt. Vielen Dank für die Mühen an dieser Stelle :)

Zudem habe ich die Türen neu eingestellt, nachdem wir bei starkem Regen zufällig mal im Auto saßen und feststellen mussten, dass das ganze eher an eine Tropfsteinhöhle erinnert. Ich habe hier im Forum diese Anleitung von Volker gefunden, das hat ebenfalls sehr gut geklappt. Vielen Dank auch an dieser Stelle!
Grund für die Undichtigkeiten war wohl die mittelmäßig professionelle Werkstatt, in der eine ebenfalls nur sehr mittelmäßige Lackierung durchgeführt wurde. Die Türen wurden dabei gefühlt nur wieder irgendwie festgeschraubt. Gefluchtet hat da gar nix und so richtig gut geschlossen haben die auch noch nie. Das Einstellen war (auch dank der Anleitung) sehr einfach und jetzt sieht wieder alles gerade auch und schließt vernünftig. Jetzt bin ich mal gespannt, ob wirklich alles dicht ist, aber das zeigt wohl erst der nächste Monsun.

So weit erstmal an dieser Stelle,

beste Grüße aus dem regnerischen Hamburg,

Alex
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Re: Der nächste L300-Camper

Beitragvon motorang » 13.08.2019 - 07:48

Servus

:super:
Weiter viel Freude am Bus!

Gryße!
Andreas, der motorang
L300 4WD Technik-FAQ unter motorang.com/L300

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