Aufbau als Zukunft?

Ausbau zu Schlaf-und Wohnmobil, Trailer

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Aufbau als Zukunft?

Beitragvon Borsty » 15.10.2020 - 17:28

Hallo Zusammen
Da ich momentan sehr viel Zeit habe und auch über Zukunftspläne sinne habe ich auch meine erworbenen Kenntnisse im 3D CAD ein bisschen umgesetzt und gehe in eine Richtung von Aufbau auf Chassis.
Ein gutes Basisfahrrzeug für die Umsetzung zu finden welches bezahlbar ist, meinen Wünschen entspricht und bis auf Ausnahmen gegenüber dem heutigen Reiseverhalten und Reisegefährt hinzielen ist nicht so einfach.
Die Überlegungen gehen von einem Projekt das aus dem LC entsteht über ein Lieferwagenchassis bis hin zum LKW. Durch meine Ideen die auch schon bei einem Fiat 238 seinen Platz fanden sowie auch in VW Bussen und Campern ob mit Allrad oder nicht haben mich zur Projektierung eines 5m x 2,4m x 2,1m langen Aufbaus für einen LKW geführt für dessen Planung, Bau und Ausführung ich mal die Leitung übernahm.
Ich lasse Euch da mal einen Einblick gewähren wie das Ganze aussehen könnte wenn es fertig ist. Die Basis wurde mit einem Mercedes Benz 1120 AF(A=4x4 und F=Feuerwehr) vor längerer Zeit schon als Chassis Kabine hergestellt, kam dann hier in die Schweiz und wurde von einem Fahrzeugbauer zum Rüstwagen ausgebaut. Der Radstand wuchs dadurch auf 4,2m was relativ selten ist da diese Fahrzeuge ab Werk meist Radstände von 3,6m oder 3,8m aufwiesen. Der lange Radstand führte natürlich auch auf einen entsprechend längeren Überhang, welchen es dann zu kompensieren gab, respektive der Entscheid fiel recht schnell das es kaum mehr Überhang geben wird. Anbei erstmal ein Bild des Basisfahrzeuges, welches wir auf Einzelbereifung umgerüstet haben. Der nächste Schritt ist die Entfernung der Hebebühne und Verkürzen des Hecks um gut 80cm.

Bild
Basisfahrzeug Mercedes Benz 1120AF 6-Gang Handschaltung, Zwischengetriebe, Sperre Mitte und Hinten, verbesserte Motorkühlung und vestärkte Blattfedern Hinten. Bereifung für Baustellen 385/65R22,5.
Höchstgeschwindigkeit nach Umbau bei 2500U/min 120km/h

Bild
Eruieren der richtigen Masse für die Federlagerung des Aufbaus und anbringen von 400ltr. Dieseltanks ohne gross die Bodenfreiheit einzuschränken bei maximaler Verwindung des Aufbaus. Ist natürlich etwas übertrieben, aber es sollte ja Schlussendlich kein Teil am anderen Teil scheuern können oder Einschränken

Bild
Der Rohrahmen bestehend aus 48x48x3mm Vierkantrohr blank. Dieser ist Momentan mit dem Federlagerrahmen in Produktion.

Bild Bild
3D Ansichten des fertigen Produktes wie es wahrscheinlich dann aussehen wird. Der Innenausbau erfolgt dann bei verheiratetem Fahrzeug und kann sich natürlich laufend noch etwas verändern. Praktisch ist auch das nebst der Garage wo das ganze stattfindet auch ein kleines Büro angebaut ist, welches haargenau über die Innenmasse des Aufbaus verfügt. Also kann man es sich nicht nur 3D anschauen, sondern hat die Möglichkeit mit Pappschachteln, Sperrholz usw auch 1:1 Varianten reinstellen.
Durch die vielen Recherchen und diversen Ideen von anderen Selbstbauern, sowie auch die dauernd neuen Technologien die auf den Markt kommen wird das bis es fertig ist wahrschenlich immer wieder etwas Anders ausfallen. Die Schräge am Aufbau ist nicht die Schräge am Heck sondern Vorne zur Kabine hin. Das Heck bleibt gerade weil der Rahmen dann mit der Aufnahme für Reserveradträger und oder Motorrad wird.
Sofern ich mich 100% zu einem eigenen Projekt in diese Richtung entscheide vergeht wohl noch etwas Zeit, aber in der Zwischenzeit kann ich hier heraus viel lernen und die erste Hürde zum LKW-Führerschein ist auch schon hinter mir und ich kann mich auf fahren mit den Dingern konzentrieren und sehe ob es wirklich Zukunft sein kann.
Gruss Uwe
PS Praktisch das genau dieser LKW ein Fahrschulfahrzeug war und beidseitig die Pedale besitzt. Die bleiben auch drin bis der Aufbau fertig ist
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Re: Aufbau als Zukunft?

Beitragvon Beda » 15.10.2020 - 18:56

Hallo Uwe,
wo ist der Vorteil, wenn man das Heck kürzt und den "Balkon" entfernt?
Ich würde versuchen die Bühne beizubehalten.
Jederzeit eine ebene Fläche für Picknick im Freien und mit Überblick.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Aufbau als Zukunft?

Beitragvon Matthias » 15.10.2020 - 20:50

Hoi Borsty!

Schau Dir unbedingt die Seite https://www.itchywheels.de/ an. Rico und Marina waren zweieinhalb (?) Jahre mit einem 4x4 Daily in den Amerikas unterwegs und haben nach dieser Reise ihr neues Projekt 4x4 Camper 2.0 begonnen: Auf einem 1120! Das ist inzwischen längst fertig, ich habe es 2019 schon gesehen beim Pritz-Treffen. Ich bin sicher, dass sie Dir/Euch viele gute Ratschläge geben können und wollen. Grüsst sie von mir!

Die Ladewand würde ich glaube ich auch erst mal dran lassen.

Macht's gut!
Matti
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Re: Aufbau als Zukunft?

Beitragvon Borsty » 16.10.2020 - 12:19

Hallo Zusammen
Die Idee von Balkon oder sogar als Träger für Ersatzrad oder Motorrad war schon, aber der Radstand ist mehr als Andere haben und er wollte den Überhang hinten so klein wie möglich halten wegem Ausschwenken. Mit Bühne ginge kürzen leider nicht da die Bühne keine Externe Hydrauliktanks hatte sondern der Tank ist tief unten zugleich als Querverbindungen gebaut
Itchywheels :grin: ist ihm wie auch mir bekannt. Seine Grundidee mit dem 1120 AF kam von dort. Einziger Unterschied das er einen 6-Gang suchte und kaufte und Rico hat ja jetzt umgebaut von 5 auf Splitgetriebe. Zufrieden scheint er ja jetzt. Meine Wenigkeit geht zum 1124 AF oder sogar 1428 AF auch wenn der mehr Verbrauchen würde. Radstand wo möglich 3800. Aber bei mir dauert es wohl noch etwas länger, aber der ganze Bau wenn es ein LKW wird geht in dieselbe Richtung.
Aufbau könnte auch in kleinere Masse umgesetzt werden sofern es Kleiner und Kompakter sein würde. Momentan ist es bei mir ein hin und her, aber die Erfahrungen mit dem Projekt helfen dann zu entscheiden.
Gruss Uwe
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Re: Aufbau als Zukunft?

Beitragvon unbemerkt » 17.10.2020 - 14:03

Moin Uwe,

ein spannendes Projekt durch welches Du viel Voraberfahrung für Deine Planung sammeln kannst - toll.

Die Ladebordwand würde ich trotzdem nicht aus dem Auge verlieren.
Ein Bekannter ist vor 20 Jahren mit einem Allrad-LKW mit Bordwand einen Teil unserer Wüstentouren gefahren und die Bühne war der Hit.

Neben Aussichtbalkon und "Sicherheitstür" zum Womo diente sie als Motorrad-, Rad- und Lastenheber, aber auch als Werkbank, Hebebühne, Bergehilfe, Hydraulikpresse und Reifenabzieher wurde sie genutzt.

Ganz unabhängig vom besprochenen Projekt habe ich die Erfahrung gemacht, daß in der PKW-Klasse zu oft der vordere Böschungswinkel und in der LKW-Klasse der Rampenwinkel zum gelebten Problem werden.

So schlagen Geländewagen gern in Dünen ein, weil es unbedingt die zusätzlich vorstehende Windenstoßstange sein mußte, wohingegen LKWs gern noch Zusatzkisten oder Tanks in der Mitte zwischen den Rädern verbaut bekommen und auf dem Berg Schaden nehmen.

Man sollte hier vor Baubeginn gut überlegen, wie weit man seine Ausfahrten treiben will und kann. Während der Planung noch einmal Rampen- und Böschungswinkel zu vergleichen scheint ratsam.

mit Grüßen von Kay
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Re: Aufbau als Zukunft?

Beitragvon Borsty » 18.10.2020 - 10:32

Moin Kay
Ja, mit der Erfahrung in diesem Projekt weiss sich was ich nicht tun würde oder eben anders. Ja, die Bühne würden Einige stehen lassen aber ich verstehe die Beweggründe wieso nicht. Hierzu ein Bild. Kabine ist leider nicht die LK 1120er sondern die SK-Klasse
Bild
Vorne kommen wir auf 32° mit der SK-Kabine. Mit der LN auf 38° Hinten wenn eben Alles weg ist und gekürzt auf 45°. Bauchfreiheit liegt mit dem 400ltr Dieseltank der nicht tiefer kommt als das Zwischengetriebe bei 650mm.
Der mit dem Mittig aufsetzen ist ihm bewusst das es eher kommen wird als bei Radständen die 400mm kürzer sind. Würde man die Bühne dran lassen sowie Länge beibehalten sinkt der Winkel hinten auf 25° und Bodenfreiheit liegt bei nur noch 300mm. So weit runter kommt das ganz Bühnenkarsumpel. So versteht ihr es sicher wieso die weg kommt. Alles nur störendes Zeuchs das unten raus hängt und nicht mehr als Ballast sein würde.
Bild
Hinten raus kommt eine Hebevorrichtung(mit Winde) ähnlich ein Rücksackaufzug auf den Rahmen welche mit Motorrad und Reserverad bis an die Oberkannte des Aufbaus reicht. Wird auf ca. Mitte der hinteren Servicetüre der tiefste Punkt sein. Unten raus kommt nur noch sofern in der CH verlangt ein klappbarer Auffahrschutz. So behält er den 45° Winkel hinten.
Ich selbe habe grob auf dieses Basis mit 3800mm Radstand und einem Aufbau von 5200mm gezeichnet und muss sofern ich auch diesen Winkel erreichen will das Heck unten schräg bauen.
Angepeilte Höhe wird bei beiden Projekten und die 3400mm sein. Extremgelände muss nicht sein und Dünen sofern er das mal fahren wird muss er halt zuerst gucken und dann fahren. Wie man es eigentlich ja machen sollte oder anderen Weg wählen. Daher Federlagerung und nicht die wackeligen 3 Punkte oder 4-Punkte die dazu noch mehr Platz und somit mehr Höhe bedeuten. Die Itchywheels haben da eine sehr gute Arbeit gemacht und wir haben dies als Basis genommen, werden aber bestimmte Punkte nicht so fertigen. Das bleibt ein bisschen das Geheimmnis bis es fertig ist :coffee: Wir zählen bei der weiterentwicklung auf unseren Kollegen dem Fahrzeugbauer welcher sich auf auf Thermoaufbauten für Teer und Bitumenspezialisiert hat und deren Rahmen vom Prinzip her zwar Fix verbunden ist, aber extremen Kräften an den seitlichen Auslegern mehr abkann als herkömmlicher Rahmenbau bei weniger Bauhöhe. Daher rührt auch der Schritt zur Federlagerungen. Geringe Bauhöhe, stabil auf normalen Strassen ohne zusätzliche Sperren und Entkoppelungen wenn man ins Gelände fährt. Oft haben das die Meisten nicht einmal. Auch darum ist die Bühne Hinten Total fehl am Platz. Er kriegt dafür eine schöne seitliche Veranda weil der Einstieg seitlich ans Fahrzeug angeschmiegt sein soll und nicht davon weg führen. :wink:
Dieser Zwischenrahmen ist das A und O und wir wollen vermeiden das dort Risse und sonstige Überraschungen entstehen. Einfach, leicht aber stabiler und so das man nicht unbedingt durch den Seitenspiegel in den Durchstieg sieht wie schon andere erwähnt haben. Zu mehr als 50% ist man auf Strassen oder Pisten unterwegs darauf legt sich das Augenmerk und auch die Wahl der Bereifung.
Ich werde Euch so oder so Schritt um Schritt wenn man was sieht auf dem Laufenden halten.
Gruss Uwe
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Re: Aufbau als Zukunft?

Beitragvon unbemerkt » 18.10.2020 - 13:25

Moin Uwe,

Deine Erklärung überzeugt mich vollends. Das Bühnenkarsumpel (wunderbar) setzt aber auch sehr tief an.

Wie Du schon schreibst, sollte man für ein Fernreisefahrzeug ohne spezielle Wüsten- oder Kletterambitionen den Schwerpunkt sicher anders setzen. Zumeist bleiben die Großen ja zu 99 % auf Straßen oder Pisten.

mit Grüßen von Kay, gespannt ob er auch eines Tages in die große Klasse wechseln möchte.

PS: Über meine kleine Daily-Liebe denke ich nach einem Pistenkuhartikel lieber noch einmal nach...
Burkhard Koch schreibt und veröffentlicht jedenfalls eine Menge Wissenswertes über Reisen und Mobile auf seiner Seite.
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Re: Aufbau als Zukunft?

Beitragvon Borsty » 19.10.2020 - 07:09

Hi Kay
Siehste. Aber Bilder sagen doch manchmal mehr als Worte. Aber wir haben zig Sachen durchdacht bis der entgültige Entscheid kam. Ja, über diverse Artikel der Pistenkuh sind wir auch immer wiedermal gestolpert und auch den Artikel. Könnte ein Montagsauto sein, aber die Befürchtungen das eben Alles so sein könnte schreckt ein bisschen ab. Naja, bei meinem Stand der Planung für mich ist noch Einiges Offen, aber welcher LKW steht zu 99% fest wenn es denn eben LKW wird. Kleiner tue ich mich bei der Auswahl extrem schwer. In diesem Bereich ist es auch schwer wenn man diverse zukunftsgesteuerte Sachen nicht möchte. Auch schwebe ich noch dazwischen wegen Automatik oder Handschaltung. Bei älteren Fahrzeugen ist Allison oder ZF verbaut. Aber was ist besser zu reparieren falls was wäre und und und. Naja, wenigstens wie ein Aufbau und Zwischenrahmen sein muss ist 100%.
Gruss Uwe
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