L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

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MF
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon MF » 20.03.2017 - 13:28

Moin

musicmze hat geschrieben:1500€ kann ich maximal ausgeben, sonst bleibt halt nichts mehr zum Reisen übrig.

Viele Grüße
Martin


Und Martin wollte nur noch den 4D56, zum D4BH hat er kein vertrauen mehr.

Gruß Mario
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / on tour mit kleinen Problemchen

Beitragvon musicmze » 17.05.2017 - 21:00

Moin ihr Lieben,

wir sind auf Tour. Wir haben es geschafft ... Sind mit neuem Motor nun in Moskau angekommen, doch so ganz rund läuft es noch nicht.

Motor kommt vom Motorbauer - alles standardmaß, neue Mitsu Teile verbaut. Ich habe den Kopf draufgesetzt, mit dem ich im Oktober unterwegs war, der bis zum Ölschlauchplatzer wunderbar lief. Neuer Ebay Turbo ist auch verbaut. Habe bei 85km/h so 0,5bar Ladedruck und glaube, mit dem Galloper Motor waren das bei der Geschwindigkeit schon 0,7-0,8, wenn ich mich recht erinnere. Der zog auch besser und hat schon bei niedrigen Drehzahlen Druck gebracht. Gaspedal muss ich nun schon viel weiter drücken, um auf Tempo zu kommen. Wassertemperatur ist immer so bei halber Anzeige, also mehr als normal (Kühler und Thermostat 82°neu, macht aber scheinbar nicht richtig auf).
Der Spritverbrauch ist leider sehr hoch, da die Dieselpumpe nur per Gehör eingestellt wurde, da muss ich mich noch rantasten ans Optimum. Waren nun 16l bei 90 und Gegenwind mit schlechtem Russensprit (hab ich richtig gemerkt).
Er klingt schön nussig und nagelt nicht zu sehr - sollte ich den zzp noch weiter vorsetzen und Druck anheben? Mit einem spritzigerem Motor sollte auch der Gasfuß wieder weniger gebraucht werden müssen ... Wieviel Druck habt ihr vom Start an bei mäßiger Beschleunigung und 90km/h?
Ölverrauch und Wasser habe ich nicht - die ersten 1500km haben wir den Gaszug auf Halbe begrenzt und ich hab den schonend gefahren und Ölwechsel gemacht.

Nun ist leider auch noch das Krümmergehäuse gerissen und Druck pfeift ab, aber das kriege ich geregelt.

Was mir leider ein wenig Kopfschmerzen macht ist der blaue Nebel beim Starten. Die Karre qualmt die ersten 40sek recht blau und ruckelt, läuft sehr unrund. Später läuft er super.
Ich habe nun die Düsen getauscht (sowas nimmt ja mit ...) und eine war ein wenig nass. Trotzdem mit neuen Düsen keine Besserung. Glühkerzen sind auch neu und machen ihre Arbeit, es qualmt auch nichts aus dem Ventildeckel.
Riss im Kolben würde ich mal ausschließen, das war von Anfang an so. Am Kopf könnten es schon liegen. Riss? Ventilschaftdichtungen? So lange der Ölverbrauch bei null ist, oder sich in Grenzen hält sollte alles kein Problem darstellen, oder? Nun sind wir schon viele hundert Kilometer mehr oder weniger Volllast gefahren - alles im Rahmen ...

Danke für eure Ideen, der neue Podcast kommt wohl bald.
lg Martin
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon flo » 18.05.2017 - 09:34

Lieber Martin,
herzlichen Glückwunsch zum Start und Deinem Mut. Du scheinst den Motor auch unterwegs nach Gefühl einstellen zu wollen, was sicher besser ist als es so zu lassen. Andererseits sollte es gerade in Russland gute Schrauber geben, die darin mehr Routine haben als die in Deutschland. Der 4D56/D4BH ist dort weiter verbreitet als hier.
Der rumpelige Kaltstart lässt mich vermuten, dass der Förderbeginn noch weiter nach "früh" muss, der hohe Verbrauch passt wenigstens dazu. Diese Annahme darf ich aber nur gestatten unter der Bedingung, dass sonst alles stimmt. (Also wirklich alles!) Am Motor scheint es eher nicht zu liegen. Du kannst es ausprobieren: Drei Grad früher sollten den Kaltstart schon fühlbar verbessern, wenn nicht, würde ich woanders suchen. Der Ladedruck scheint so richtig zu liegen, meiner macht damit bei richtigem Förderbeginn ganz prima Dampf. 0,7 bar bei Halbgas kommen mir eher etwas zu hoch vor. Wenn Du bei diesem Druck die Einspritzmenge nachziehst, gewinnst Du natürlich Leistung und Drehmoment, dafür ist aber, wie wir wissen, das Getriebe nicht gebaut ...
Hth, alles Gute,
der flo
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon musicmze » 18.05.2017 - 18:13

Moin Flo,

danke für die Antwort! Blauer Rauch beim Start liegt nur an der Zündung? Wäre natürlich angenehm. Ich hab von zwei Mitsu Mechanikern die Info, dass nach Uhr einstellen meist nicht das gewünschte Ergebnis bringt und die Pumpen alle nach Gefühl früher gedreht werden, damit Leistung anliegt. Also versuche ich auch mal mein Glück. Ich muss jetzt nochmal so blöd fragen, nicht, dass ich es falsch gemerkt habe: pumpe Richtung Block gleich früher und weg vom Block später zünden, oder?

Vg Martin
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon flo » 19.05.2017 - 09:40

Lieber Martin,
ganz richtig, mit Pumpe zum Block drehen stellst Du den Förderbeginn Richtung "früh". Entgegen der Drehrichtung der Kurbelwelle also. Ebenfalls richtig: Es existiert eine Empfehlung, die Pumpen "nach Gehör" einzustellen, jedenfalls seit Hyundai seine Finger im Spiel hat. Das hat mir der Dieselschrauber meines Vertrauens auch schon mal berichtet.
Ich unterstelle einfach mal blaugrauen Rauch, wie er entsteht, wenn durch den Zündverzug im kalten Motor der eingespritzte Sprit nur unvollständig verbrennt. Je nach Baujahr (und den geforderten Abgaswerten) haben die Pumpen dieser Motoren gar keine Kaltstartbeschleuniger (KSB), das sind Vorrichtungen, die den Förderbeginn bei kalter Maschine temperaturgesteuert vorziehen. Bei solchen KSB-losen Pumpen fällt ein etwas zu später Förderbeginn natürlich eher unangenehm auf.
Blaurauch bei warmem Motor hingegen deutet auf Motoröl, das in den Brennraum kommt. Man sieht es beim Diesel aber vor allem im Schiebebetrieb, weil es im Gegensatz zum Ottomotor unter Last und dadurch höherer Verbrennungstemperatur mitverbrannt wird. Das ist bei unseren Motoren aber ein seltenes Phänomen, selbst bei hohen Laufleistungen. Wie gesagt - wenn alles andere okay ist, würde ich mal den Förderbeginn vorziehen. Was ich noch zu erwähnen vergaß: den Ladedruck kannst Du so lassen, wenn er zu hoch ist, sinkt zwar ein bisschen der Wirkungsgrad, aber nicht in spürbaren Dimensionen. Über 0,8 bar würde ich aber aus Gründen des Bauteilschutzes nicht gehen.
Gute Reise,
der flo
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon musicmze » 20.05.2017 - 17:11

Hey Flo,

danke für die Hilfe :-)! Hab die ESP vorgerückt und siehe da: kein Rauch mehr :huepfen:
Jetzt klingt er ganz schön hart, daran werde ich noch arbeiten. Vorallem im Schubbetrieb und Teillast nagelt er ordentlich, geht nicht viel besser als vorher, hat hoffentlich einen besseren Verbrauch und startet super. Bei Vollgas ist der Druck immer noch bei 0,5-0,6, daran ist wohl mein selbstgebasteltes Ladedruckdosengestänge Schuld, früher war der höher. Daran spiele ich noch ein wenig.

Neuer Videopodcast zur letzten Reisevorbereitung lädt gerade hoch ;-)

lg
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon Beda » 20.05.2017 - 18:13

Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon musicmze » 01.06.2017 - 12:05

Moin Leute,

nun sind es schon fast 5000km, die der Motor fährt. Aber nicht so ganz unauffällig, wie ich dachte. Mangels Russisch Kenntnissen, muss ich mich auf euch und mich verlassen, um das Teil jetzt einzustellen. Fakt: leichter Ölverbrauch (0,5l auf 1000km), den ich wohl auf das Startverhalten (blauer Rauch) schiebe.

Ich habe jetzt jeden Tag ein wenig an der Einspritzpume gespielt um ein besseres Startverhalten zu schaffen und gleichzeitig Leistung und Verbrauch zu optimieren. Auch der Turbo läuft nun ungeregelt, da ich sonst keine 0,8bar zustande bringe (Sicherheitsventil ist original und Druck wird überwacht).

Laut Forum habe ich in Moskau die EInspritzpumpe nach Gefühl nach früh gedreht, bis der Motor beim Start nicht mehr blau geraucht hat. Soweit, so gut, doch mit dieser Einstellung hat die Kiste genagelt, wie ein alter T3. Hörbar richtig laut immer bei Teillast, sogar bei 90kmh. 1000km gefahren, hält scheinbar.
Turbo ging bis 0,6bar maximal und Durchzug war mäßig. Verbrauch dagegen mit 11,5l nahezu perfekt. Temperatur okay. Irgendwie habe ich mit dem Nageln ein ungutes Gefühl, klingt halt wie hart getuned, also hab ich weiter versucht, da mir auch die Stellung vom Gaspedal noch viel zu weit an Volllast dran war bei 90kmh.
Dann habe ich gelesen: Motor nagelt, wenn er im Teilllast zu mager läuft. Also dachte ich mir, Sprit muss mehr rein. Dann steigen Ladedruck und Leistung und man fährt effizienter mit weniger Gasfuß. Klappt aber nur halb ...

Ein paar Tage später: Pumpe ca. 2mm vom Motor weg bewegt und Einspritzschraube nach Gefühl ca. eine Viertel Umdrehung reingeschraubt. Leistung perfekt, Motor klingt schön rund, Ladedruck geht bis 1bar hoch und der Durchzug ist genial. Verbrauch aber 13l bei liebevollem Gasfuß (Gas muss nur noch viel weniger reingedrückt werden bei 90kmH Reisegeschwindigkeit).
Startverhalten wieder miserabel. Die Kisten ruckelt und qualmt beim Start wie eine alte Diesellok. Blau und grau.

Nun habe ich den ZZP wieder ein Stück vorgenommen, die Mengenschraube leicht zurückgedreht. Motor zieht ganz okay, klingt meineserachtens nach wie ein ordentlicher 4d56, Turbo geht noch bis 0,8bar Ladedruck maximal, aber das Startverhalten ist nicht sonderlich besser. Verbrauch wird in 100km mal wieder berechnet.

Jetzt meine Frage, ob ich die Pumpe wieder auf früh drehen soll (da geht noch viel mehr, als ich bis jetzt probieren wollte), bis er nicht mehr raucht beim Starten und dann die Spritmenge nach und nach anpasse, dass für mich Leistung Klang und Verbrauch stimmen? Wie hart darf der denn klingen? Hat das eventuell auch was mit der Verdichtung zu tun (fahre L300 Block + L200 Kopf mit eingelassenen Ventilen und 1,5mm Zylinderkopfdichtung).
Wieviel darf er denn beim Beschleunigen rauchen? Nur einmal kurz beim Volllast geben und dann nicht mehr beim Hochdrehen, oder?

Oder genau andersrum: Weiterfahren und an der Menge drehen, bis Verbrauch und leistung perfekt passen und dann erst die Pumpe nach früh drehen, bis er nicht mehr raucht?

Viele Grüße
Martin


PS: Wichtig ist noch zu erwähnen, dass der Motor blaugrau beim Kalt raucht, wenn keine Last drauf ist! Nach dem Starten läuft er zwei Sekunden unauffällig, dann fängt er an zu rumpeln und stark zu rauchen für 30-40sek, auch wenn man vorsichtig Gas gibt und hochdreht.
Wenn ich nach dem Kaltstart SOFORT vorsichtig losfahre, raucht er nur ca. 5sek und danach läuft er ruhig.
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon flo » 01.06.2017 - 12:23

Lieber Martin,
die Einstellung soll natürlich passen, wenn der Motor warm ist und unter Last und höherer Drehzahl läuft. Sonst drohen Schäden durch Hitze und/oder mechanische Überlastung. Hörbar nageln sollte er nicht mehr. Offensichtlich passt das ja jetzt, denn Leistung ist da und Nageln ist weg. Bitte nicht wieder weiter vordrehen, sondern für die Dauer der Reise damit leben, dass er nicht so schön startet und daheim nach der Ursache suchen. Vielleicht ist ja nur die Glühanlage madig? Schlimmstenfalls arbeitet der Fliehkraftregler in der Pumpe nicht ordentlich und Du fährst bei niedriger Drehzahl mit zu spätem Förderbeginn. Das wäre aber nur ein Schönheitsfehler bzw. etwas umweltschädlicher als nötig.
Gute Reise,
der flo

P.S.: Genau hier musst Du wieder hin: "Ein paar Tage später: Pumpe ca. 2mm vom Motor weg bewegt und Einspritzschraube nach Gefühl ca. eine Viertel Umdrehung reingeschraubt. Leistung perfekt, Motor klingt schön rund, Ladedruck geht bis 1bar hoch und der Durchzug ist genial. Verbrauch aber 13l bei liebevollem Gasfuß (Gas muss nur noch viel weniger reingedrückt werden bei 90kmH Reisegeschwindigkeit).
Startverhalten wieder miserabel. Die Kisten ruckelt und qualmt beim Start wie eine alte Diesellok. Blau und grau." Das scheint der "sweet spot" zu sein - oder doch nahe dran. Verbrauch ist mit der Kiste normal, mein L200 mit Tischerkabine braucht genauso viel.
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon MF » 30.06.2017 - 23:08

Moin

Zum Ladedruck.

Mir ist aufgefallen, das an meinem Fahrzeug der Ladedruck bei kühleren Aussentemperaturen (10-15°) der Ladedruck höher ausfällt als bei sommerlichen Temperaturen (20-25°)

So würde ich vermuten das man den Ladedruck eher am morgen prüfen sollte.

Gruß Mario
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon musicmze » 01.07.2017 - 15:02

Grüßt euch alle zusammen :-)

MONGOLIA! Endlich ... 8200km auf der Uhr... Kein merkbarer Ölverbrauch zur Zeit und das Startverhalten ist durch mein Beherztes Eingreifen noch besser geworden. Der Fehler lag - auch - am Turbolader. Den hab ich gegen einen Neuen getauscht, doch meine Ladedruckdose passte nicht mehr ans Gehäuse. Daher hab ich im Motor-Umbau-Geschwindigkeits-Rausch-ein-Tag-vor-der-Abfahrt einfach das Ansauggehäuse des alten Turboladers rangehängt und da die seeeehr ähnlich aussahen gedacht: passt schon.

Aber falsch gedacht, passt natürlich nur zur 80% oder was weiß ich. Der Motor hat zu wenig Druck aufgebaut, da das Gehäuse nicht optimal an der Turbine saß. Also musste ich die Einspritzmenge hochnehmen und der Verbrauch war suboptimal. Zum Glück hatte ich das Teil im Gepäck und hab den Turbo auf original zusammen gesetzt. Und siehe da: da gehen auch 1,5bar, wenn man nicht aufpasst! Also wieder lange am Gestänge der Druckdose gefummelt, bis ich bei Volllast 0,9 - 1bar zu Stande gebracht habe (die Höhe auf der man fährt spielt hier auch maßgeblich mit rein!). Die liegen auch deutlich eher an mit weniger Spritmenge! Die ESP nochmal nachgerückt und lange lange gefahren zum Einstellen und siehe da: Leistung ist richtig hübsch (110-120PS? Schwer einzuschätzen, jedenfalls zieht er jeden Berg mit Luft hoch und geht um Welten besser als die drei orig. 4d56 die ich mal fahren konnte!), Verbrauch liegt bei 11,5-12,5l und das Startverhalten ist ein wenig besser geworden durch früheren Zündzeitpunkt (und nun doch weniger Nageln). Damit kann ich nun leben (meine ESP hat keine Temperatur-Wasserregelung, daran wird´s wohl auch liegen).

So weit, so gut. Leider gibt es einen weiteren Punkt, von dem ich noch nichts berichtet habe: Die Temperatur
Die hat vom ersten Moment der Reise gemacht, was sie wollte. Je nach Ladedruck, ESP Förderbeginn und Spritmenge war sie jeden Tag ein wenig anders. Aber sie war NIE normal auf dem Strich. Zur Zeit Immer so vier Millimeter über dem Normstrich bei liebevoller Fahrt. Gibt man Druck dazu, geht sie ganz schnell nach oben auf 4-5mm unter dem roten Bereich. Nur einmal - mit viel zu wenig Leistung und zu viel Motornageln - wurde der Motor noch nicht mal richtig warm und die Anzeige verharrte auf halbem Weg zur Normalität. Aber da ich die Leistung jetzt seeeehr mag, muss ich wohl mein Kühlsystem anpassen.

Immer wenn ich länger mit mehr Last fahre, drückt´s aus dem Kühlerdeckel und dann später aus dem Ausgleichsbehälter raus. Ich vermute stark, dass es an Luft im System liegt, da ja nüscht mehr original ist. Der Kühlerdeckel liegt ca. 1cm unter dem Motor und der obere Kühlerschlauch geht leicht nach oben UND weil ich in der Kabine hinter mir einen Warmwasserboiler verbaut habe. 40cm über den gesamten System...

- Ladeluftkühler ist verbaut
- Kühler ist neu
- Kühlerdeckel früher 0,9bar, nun auf 1,1bar
- Viscolüfter ist neu

1) Vielleicht funktioniert alles, wenn keine Luft mehr im System wäre...
Dafür habe ich mir aus dem Heizungsbau einen Hahn mit Ablass gekauft, den ich wohl als aller erstes ganz nach oben an den Boiler setzen würde. Wenn der Motor nun nach dem Warmfahren Druck gebildet hat, sollte sich doch die gesamte Luft am höchsten Punkt am Boiler absetzen, oder? Also an den Ablasshahn eine Wasserflasche anschließen, Druck ablassen, Wasser läuft nach unten nach. System entlüftet. So mein Gedanke ...

2) Oder vielleicht doch den originalen Ausgleichsbehälter einfach nach oben setzen auf Höhe des Boilders?

3) einfach noch eine Leitung und einen Zusatzkühler nach vorne in die Heizleitung schalten. 2h Aufwand, hier in der Mongolei entspannt zu machen ... Vielleicht ist das Kühlsystem für die leistung nicht ausgelegt?

Ich freue mich auf eure Ideen! :-)

lg aus der Gobi
Martin
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon unbemerkt » 01.07.2017 - 16:28

Moin Martin,

das klingt interessant.

Änderung wie unter 1. klingt gut, aber eigentlich müsstest Du das Kühlsystem dann auch dort oben befüllen. Der Ventildeckel am Kühler und Ausgleichsbehälter sollte seine Arbeit weiter so tun. Du kannst aber eventuell den Kühlerdeckel nicht mehr öffnen, ohne das Soße verloren geht und Luft gesaugt wird, da Dein System dort ca. 0,04 bar Ruhedruck hat.

Zu 2. Dann müsste der Ventildeckel des Kühlers mit nach oben wandern = aufregend. Ansonsten hilft da oben nur ein druckbeaufschlagter Ausgleichsbehälter wie im Heizungsbau = doppelt gemoppelt.

Zu 3. Würde ich erst bauen, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind - einfach ist immer gut. Diverse Temperaturkontrollen bringen hier Gewissheit. L200 und Sport nutzen den zusätzlichen Elektrolüfter der Klima vor dem Kühler ab 102 Grad, das empfinde ich als die edelste Lösung, zumal ein wenig Kühlung auch nach Abstellen des Motors weiter läuft, was Motorenbauer angeblich für sehr wichtig halten. Klar fehlt dann noch eine kleine Wasserpumpe, aber die habe ich extra schon in der Motorvorwärmung integriert, bzw. gibt es sie in Standheizungen.....

Jedoch:
musicmze hat geschrieben:Immer wenn ich länger mit mehr Last fahre, drückt´s aus dem Kühlerdeckel und dann später aus dem Ausgleichsbehälter raus.


Eigentlich sollte, entgegen der Angaben auf dem Kühlerdeckel, bei ca. 0,6 bar (an verschiedenen Kühler mit mehreren 0.9er Deckeln gemessen) die Kühlflüssigkeit nur in den Ausgleichbehälter entweichen und diesen evtl. überfüllen. Der Kühlerdeckel selbst sollte länger dicht (Prüfdruck System bei Mitsu 1,5 bar) bleiben. Hier würde ich ansetzen.

Bild

Vielleicht passt der Deckel nur nicht richtig zum Kühler. Meinen Beitrag dazu hat leider das letzte Forenproblem gefressen, aber ich hatte tüchtige Sorgen einen passenden Deckel für einen Ersatzkühler (Nissens) an einem L200 zu finden. 1 mm Unterschied in der Tiefe des Kragens zur unteren Kante kann da schon viel ausmachen und nur gewissenhaftes Druck messen und die Verwendung eines uralten originalen Mistubishideckels haben mich zum Ziel gebracht.

mit Grüßen von Kay
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon Beda » 01.07.2017 - 17:16

Hallo Martin,
das klingt für mich nach in echt nachmessen.
Oder weißt Du, was die angezeigten Werte wirklich bedeuten?
https://www.4x4travel.org/phpBB3/viewtopic.php?f=2&t=3615&p=55797&hilit=zus%C3%A4tzliche+Temperaturanzeige+eingebaut.#p55797

Ansonsten finde ich 1 eine gute Idee.
Andererseits sollte im Boiler, wenn er normal arbeitet, auch keine Luftblase sein.
2 würde dazu führen, daß der Inhalt der Ausgleichsgefäßes über den Kühleranschluß auslaufen würde, sobald Du den Kühlerverschluß öffnest.

An diesen Betrag erinnerst Du dich?
Beda hat geschrieben:Hallo Martin,
in deinem Video klingt es mehr nach Kühlwasser im Brennraum und nicht nach Kolbenfresser.
Wenn die Pleuel dadurch nicht verbogen sind, könnte man es nur mit einem neuen Kopf probieren.
Vermutlich ist Dir auch schon aufgefallen, daß ein paar Kfz-mechanikerkenntnisse und etwas Sorgfalt diesen GAU hätten verhindern können.
Ein Kühlsystem -insbesondere ein selbstgehäkeltes- prüft man vor dem Füllen -also mit Luft- mit einem Prüfdruck von 1,5bar über ca. 10min.
Fliegt Dir dabei etwas um die Ohren, freu Dich, daß es jetzt passiert.
Der Druck darf nicht abfallen. Ist das letzte Leck gefunden und behoben,

Bild
http://www.ebay.de/itm/KS-TOOLS-150-207 ... 1753661107 Das gibt es sicher auch für kleineres Geld.

macht der Profi einen Unterdrucktest. Nicht alles, was unter Druck dicht ist, ist das auch bei Unterdruck.
Ist auch dieser Test bestanden, wird mit dieser Wundermaschine das System befüllt. Das geht ruckzuck und es bleibt nicht die kleinste Luftblase im System.

PS: Wie sieht denn jetzt die Vorderachse aus?
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: L300 Pritsche + Kabine + Allrad / Neuer Motor springt nicht an

Beitragvon zwo.achta » 20.07.2017 - 10:38

Hi,

nur als Denkanstoß: Bei meinem Pajero damals hab ich ewig gesucht. Unter Last hat der immer Wasser aus dem Kühler gedrückt und nicht wieder aus dem Ausgleichsbehälter gesaugt. Fehler war ein verschlissener Sitz des Kühlerdeckels im Kühler. Die Dichtfläche war nicht mehr richtig plan. Nachgearbeitet und stärkere Dichtung eingelegt und es ging wieder. Hast Du irgend ein 2. Thermometer mit um zu prüfen ob er wirklich zu heiß wird?

Grüße
robert
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