L300 als wollmilcheierlegender Reisewagen [HECKWUNDER]

Ausbau zu Schlaf-und Wohnmobil, Trailer

Moderatoren: Beda, Matthias, Schlappohr

Benutzeravatar
motorang
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2087
Registriert: 02.04.2007 - 18:51
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

L300 als wollmilcheierlegender Reisewagen [HECKWUNDER]

Beitragvon motorang » 10.05.2015 - 06:39

Huhu,
ich hab mir da mal über die letzten 7 Urlaubsjahre Gedanken gemacht wie der L300 zukunftsfest gemacht werden kann - für die persönlichen Bedürfnisse meiner kleinen Familie.

Vielleicht hilft das dem einen oder anderen bei seinen Überlegungen.

Die Ausgangslage: Der L300 ist vom Basisfahrzeug ein klasse Reisewagen, mit Untersetzung und Allrad, einfacher Technik etc pp - aber er ist KLEIN. Was beim Fahren von Vorteil ist, ist beim Wohnen hinderlich.
Zu zweit kommt man mit dem Innenraum noch halbwegs klar, mehr wird schwierig. Klappdächer, Hubdächer, Dachzelt sind angesagt.
Doch immer noch, trotz reichlich großem Dachzelt samt Vorzelt, blieben für uns ein paar Aspekte unbefriedigend:

Bei Schlechtwetter ist es einfach eng da drin, vor allem wenn man dann zu dritt einen Tag im Wagen verbringen möchte weil es draußen waagerecht regnet, und durchs Vorzelt schon unten das Wasser läuft. Man hechtet morgens mit Regenschirm ins Freie und macht sich auf den Weg zum WC (oder in den Busch) während drinnen einer mit dem Lappen nachwischt weil es durch die Schiebetür reingeregnet hat. Wieder zurück mit den schlammigen Schuhen ins Auto?
Oder es ist abends schon kühl und feucht, man würde gerne noch ein wenig hocken bleiben aber es ist ungemütlich. Im Auto hat es sich der Junior schon ins Bett gelegt, damit ist der Umbau zur Sitzecke blockiert und man sitzt weiterhin im Feuchten ...

Schnell mal stehenbleiben und übernachten ist auch zu zweit nicht so klasse wie es sein könnte.
Beispielsweise waren wir neulich im Spätherbst nochmal in Kroatien. Die meisten Campingplätze waren schon zu, aber ich erinnerte mich dass es bei einem sehr netten Ort einen großen geschotterten Busparkplatz gab wo man sich hinparken und im Auto schlafen könnte.
Abends noch im Wagen zusammengesessen, dann irgendwann beschlossen es sei Zeit zum Schlafen.
Erstmal umbauen, beide raus aus dem Wagen, Kisten umschlichten, Tisch weg, Bett bauen. Vorher muss noch einer raus damit der andere das Campingklo verwenden kann.
Dann ins Bett, vorher noch draußen Zähneputzen weil drinnen ist ja schon das Bett gebaut.
Morgens: einer schläft noch, der andere muss mal. In die Büsche ist in Ortsnähe keine Option. Also aufwecken ...
Frühstück, aber vorher wieder umbauen: Bett weg, Tisch her. Katzenwäsche im Wagen (Waschlappen, Feuchttücher) weil draußen gehen vereinzelt Leute vorbei oder fahren zur Arbeit, sich da draußen zu waschen oder gar zu duschen fällt weg, und drinnen geht das nur im Sitzen.
Der Tag beginnt also halbwegs unausgeschlafen und notgewaschen, dafür ist man gleich vor Ort für einen Spaziergang durch den Ort. Auch gut.

Besser wäre:

  • Man parkt, baut Betten ohne alles umzuschlichten, und kann dann immer noch zusammensitzen, kochen, essen, Zähne putzen im Auto.
  • Wenn einer nachts auf die Toilette muss, dann kann er das machen ohne den Wagen zu verlassen oder den anderen zu wecken.
  • Wer morgens zuerst aufwacht kann aufstehen, Frühstück richten während der andere noch rastet, kann am Tisch sitzen und was lesen.
  • Man kann sich waschen, vielleicht noch aufrecht stehend und mit gutem Licht.
  • Man frühstückt im Wagen und lässt dabei das Bett vielleicht noch gebaut weil man noch eine Nacht bleiben mag.
  • Dann macht man seinen kleinen Spaziergang und kann den ganzen Zirkus halbwegs versperrt zurücklassen.
  • Wieder zurück schnell mal umziehen, ins Meer schwimmen, schnell abduschen, alles zusammenpacken und weiterfahren.

Und alles mit demselben L300 ...

Ich hab mir das in AutoCAD durchgezeichnet aber die vielen Details verwirren andere Menschen nur :hammerschlag:
Deswegen hab ich einfache Bildchen gemalt und auf meine Seite gestellt. Auch in Englisch weil ich mit dem Erbauer dieses Machwerks schriftlich in Kontakt stehe:
Jack hat sein Bett nach hinten ausfahrbar gemacht.
Bild

Ich möchte einen Waschraum ausfahren, und den entstehenden Freiraum zum Schlafen nützen.
Gehalten soll das ganze von jeweils zwei übereinander montierten Schwerlast-Vollauszügen, ganz ähnlich wie auf dem Bildchen oberhalb.

Und funktionieren soll es so (teaser :mrgreen: ):

Bild

Hier ist unsere Camper-Evolution, und die geplante Phase 3 wäre das Konzept:
http://www.motorang.com/L300/L300_innenausbau_neu.htm

Es gibt ein paar Problemzonen die aber lösbar sein sollten:

  • Die Box muss steif genug sein um sie rein- und rauszuheben wenn sie nicht in den Schienen sitzt - obwohl sie vorne und oben offen ist.
  • Die Box muss regenfest sein
  • Der Waschraum braucht einen wasserdichten Boden mit Ablauf zu einem optionalen Grauwassertank
  • Die Box muss leicht sein und doch eine Person plus Gepäck locker tragen, ohne zu wippen

Gryße!
Andreas, der motorang
Zuletzt geändert von motorang am 29.12.2015 - 07:20, insgesamt 1-mal geändert.
L300 4WD Technik-FAQ unter motorang.com/L300
Benutzeravatar
4x4tourer
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1214
Registriert: 05.01.2011 - 21:35
Wohnort: Kreis Verden-Aller

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon 4x4tourer » 10.05.2015 - 07:23

Moin Andreas,

na da hab ich Kay´s Anspielung mit "Spielwiesenverlängerungsrundumanschlussverzeltung" wohl ganz richtig gedeutet. Das ist ja mal ein echt cooles Projekt. Und die Punkte fehlende Dusche und Klo und ständig zw. Sitzecke und Bett hin- und herbauen sind auch genau die Punkte, die mich am Elch oft stören und über die ich immer wieder sinniere wie sich da was machen läßt. Die Auszugkiste habe ich auch schon im canadischen Forum gesehen und es gibt sowas auch für VW-Busse. Hab sowas mal im Netz bei einem Anbieter gesehen.

Eine weitere Idee dazu:
Wenn du im hinteren Teil (Dusche) der Box ein Box in Box-System bauen würdest, sprich eine Innenbox die dann noch nach unten rausgleitet und sich verriegeln läßt, hättest du 1. eine feine Stützung für das ganze System, die dann auch die Hebelwirkung auf die Federung verhindern würde, 2. genug Stehhöhe (statt Balg nach oben) 3. einen ebenerdigen Eingang in die Box.

Was Gewicht und Wasserfestigkeit angeht, der liebe Kay kennt sich doch allerbestens mit GFK aus!? Wär das nicht mal ein cooles Projekt? Und wenn sich die Kiste insgesamt in einem relativ einheitlichem Maß bewegt, könnte man die evtl. in Kleinserie gebaut, auch in anderen Fahrzeugen verbauen! :wink:

begeisterte Grüße Dirk
L300....der bessere Bulli! ;-p
------------------------------------------------------------
L300 Bj.90 2.4L Benziner
Dangel 4x4-Berlingo Bj.08 1.6L Hdi Diesel
Benutzeravatar
motorang
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2087
Registriert: 02.04.2007 - 18:51
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon motorang » 10.05.2015 - 07:47

Hallo begeisterter Dirk,
das mit dem nach unten absenkbaren Boden hatte ich auch zuerst erwogen, aber dann verworfen, weil:

Irgendwer muss das Ding ja absenken und anheben, und mit Campingklo und allem ist das schwer.
Außerdem schlägt sich das mit einer nach außen öffnenden Tür irgendwie. Und die Stufe hat man dann im Innenraum wo sie im Weg ist.
Auch die Abstützung ist nicht so toll, weil die Box müsste dann auch aushalten wenn der Bus einfedert.

Mir hat die Idee erst richtig gut gefallen als mir das mit der überhoch geöffneten Heckklappe eingefallen ist.
Wenn die ausgefahrene Heckkabine schön steif ist, kann man dem übermäßigen Einfedern des Hecks durch Abstützen mit dem Wagenheber an der Anhängerkuplung (beispielsweise) entgegenwirken.

Drei Links hab ich gut zu Vorläufern, ja?:

Zum Thema Heckauszug im Kleinbus finden sich wenige kommerzielle interessante Beispiele im Internetz. Aber alle schieben nur ein Bett heckwärts raus und haben im Innenraum dann zwar mehr Platz, aber immer noch keinen Waschraum.

Beispiele: der britische Doubleback um knapp 20.000 Euro Umbaupreis: http://en.scoopers.com/search/doubleback
Hier stützt sich der Auszug am Boden ab - wie das funktioniert wenn man mal irgendwo im Gelände steht und eventuell der Boden über Nacht durchweicht möchte ich lieber nicht wissen.

Sehr interessant auch das deutsche Bettmobil mit einer Konsolen-Stützlösung:
http://www.bettmobil.de/konzept/

Aus der Geschichte: AUSZUG in einem T3:
Bild

Tüftel-Gryße!
Andreas, der motorang
L300 4WD Technik-FAQ unter motorang.com/L300
Benutzeravatar
Matthias
Moderator
Moderator
Beiträge: 8789
Registriert: 04.06.2002 - 21:25
Wohnort: Zell

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon Matthias » 10.05.2015 - 09:27

Grüß Dich, Andreas!

Viel Hirnschmalz steckt da schon drin, also sollte alles "wie geschmiert" rutschen, rasten und klappen. Mir sind diese ganzen Schiebe- und Erweiterungslösungen immer ein klein wenig verdächtig, was das dauerhafte Funktionieren anlangt. Da bewegt man doch ganz schöne Gewichte, und ob sich da nix verkantet und auch von zarter Frauenhand bewegt werden kann?

Einer meiner Daily-Freunde hat mal eine feste Raumerweiterung gebaut:

Bild

Die Hecktüren sind aus-, der Kasten ist fest eingebaut und birgt die Küche. Der Raumgewinn innen war erstaunlich, obwohl es von außen gar nicht so aussieht. Aber der Hochdach-Daily hat halt Stehhöhe, im Gegensatz zum L.

Weiter frohes Planen! Und vergiss nicht, dass das Kind/die Kinder irgendwann nicht mehr mitfahren.
Matti
TurboDaily 40.10 4x4 "Dormobil" 1999 181.000 km
ex oriente lux · cedant tenebræ soli
Benutzeravatar
motorang
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2087
Registriert: 02.04.2007 - 18:51
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon motorang » 10.05.2015 - 09:40

Hallo Matti,
gute Argumente aus der Praxis, danke!

Ich schreib mal meine vorlaufenden Gedanken dazu ...

Das Schieben wird ausschließlich von diesen Industrie-Schwerlastauszügen geleistet, da bin ich zuversichtlich dass wenig verschleißt. Außerdem sind - anders als bei diversen amerikanischen Slide-Outs - keinerlei elektrische Motoren und Getriebe im Spiel.

Die feste Raumerweiterung hatte ich mir auch überlegt, da gibt es gekonnt verlängerte VW T3 im Netz und vieles mehr - aber es krankt wie gesagt an der Stehhöhe.

Gute 70 cm hinten dranstückeln schaut auch echt bescheiden aus an so einem kurzen Radstand, glaub ich. Vom Böschungswinkel mal ganz zu schweigen oder gar TÜV-Überlegungen ...

Ich bin selber am gespanntesten, hoffe ich komm bald mal dazu zumindest einen Prototypen zu bauen.

Der Junior fährt wohl höchstens noch 2-3 Jahre mit (er ist im Sommer 14) aber dann werden meine Frau und ich den Bus weiter zu zweit nützen wollen, und ich will auch endlich mal nach Norden, britische Inseln, Skandinavien oder Baltikum ... vom Dachzelt wollen wir uns aber nicht verabschieden, das bleibt jedenfalls als Option für schöne Sommernächte, es ist einfach zu traumhaft ... :wink:

Im Klartext: ich mach den Umbau nicht WEGEN dem Sohnemann, aber auch zu dritt muss er funktionieren.

Gryße!
Andreas, der motorang
L300 4WD Technik-FAQ unter motorang.com/L300
Benutzeravatar
Hirvi
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1627
Registriert: 11.05.2011 - 17:29
Wohnort: Maintal Bischofsheim
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon Hirvi » 10.05.2015 - 10:07

Hallo Andreas!

Sportlich :super: Ich habe da auch mal mit solchen Gedanken gespielt, diese aber recht zügig verworfen. Ich bekam einfach keine saubere Lösung hin, da die Radkästen dem ständig im Weg standen. Das weitere Problem war, dass ich keine Lösung für die seitlichen Anschlüsse an die Wände gefunden habe. Was ich aber diesen Sommer, vor Schweden, noch realisieren will, ist eine Lösung mit Zeltwand und Tenax-Knöpfen. Wie genau will aber auch noch geplant sein. :achselzuck:
Bei den Auszügen findet man welche die die Last locker tragen, aber Auszüge die nicht nur tragen sondern auch sauber führen gehen richtig ins Geld. Das Problem ist noch nicht mal so sehr das Gewicht, die Betriebsfestigkeit kostet hier richtig Geld. Ich hatte welche gefunden, aber da kam ich pro Auszug auf 600€ bei einer Bauhöhe von fast 10 cm. Das war dann neben den räumlichen Problemen das Ende der Überlegungen.

Ich bin mal gespannt und freue mich über weitere Berichte.

Volker
L 300 4WD BJ. 1988 Barbie Edition Brand-new, now with new old engine and proven transmission
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3076
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon unbemerkt » 10.05.2015 - 12:50

Moin Andreas,

wie ich Dir gegenüber schon erwähnte, ein fürwahr anspruchsvolles Projekt und ich freue mich, daß Du Dich jetzt geoutet hast und ich nicht mehr heimlich tun muß. :wink:

Meine kleine Schubladenvariante verblasst freilich, auch wenn ihr noch Größeres widerfahren soll, hinter Deinem Vorhaben, doch ich erkenne, bei genauer Betrachtung schon recht viele gleich gelagerte Problemstellungen.

Auch will ich hier und jetzt nur ein paar Gedanken einstreuen um die Diskussion und gemeinsame Ideenfindung weiter voran zu treiben.

Wie ich schon erwähnte, könnten vermutlich schon 2 der massiven Teleskopauszüge die Lasten Deines Projektes bequem und haltbar abtragen. Vier sind natürlich besser, haltbarer und führungsstabiler. Die 1,2 Meter und preiswert unter einen Hut zu bringen bleibt wahrscheinlich das größte Problem. Vielleicht ist eine Teilklapp- oder Doppelauszugvariante Deines Auszuges noch denkbar?

Doch wie auch bei meiner kleinen Variante hast Du das Problem des Platzverlustes durch die eingezogene Bauart der D-Säule zur Fahrzeugmitte. Selbst wenn Du Deine Schienen nur unten im "Unter-Lampenhöhenbereich" montierst verlierst Du den Platz hinter den Radkästen, und was schlimmer ist, für die Heckkiste die entsprechende Innenraumbreite. Dies ist aber eben nicht anders lösbar.

Deine Auszugkiste bleibt in der Breite den "eingezogeneren" Heckleuchten angepasst gerade nach oben verlaufend und Du gewinnst damit den Stauplatz für das Bettzeug und die Klappen für den verlorenen Raumgewinn. In einer anderen Raumnutzungsvariante wäre auch ein Zugang von außen über die zu Klappen umgewandelten Heckfenster möglich (Handwerkerausbau). Du verzeihst hier meine Ausschweifung aber wir sind ja bei "wollmilcheierlegenden" Konzepten und wollen Ideen schubsen. :extremlached:

Eine weitere "Erfahrung" will ich gleich noch zu Deiner über Fahrzeugversteifung über die Anhängerkupplung einbringen. Durch den erheblich verlängerten Hebel des Auszuges zu den Federn lassen sich diese extrem einfedern, wie ich schon an meinem "kurzen" Auszug feststellen musste.

Ein Kippeln über die "Mittelachse" wäre möglich und hier sei auch die eventuell zusätzlich höhenausgleichende Variante der Keilversteifung von Achse zu Unterboden genannt, wo auch schon kleine Scherenwagenheber oder Wohnwagenklappstützen an Akkuschraubern verwendet werden könnten. Aber dies ist ein letzter nebensächlicher Punkt, welcher mir nur in diesem Zusammenhang einfiel.

Ein Abwassertank könnte bei Deiner "hohen" Variante wie ein Ölablasstank in Schiene und evtl. sogar dichtend eingeschoben werden, oder im Falle einer Unterfahrzeugheckmontage per Schlauch angestöpselt werden.

Zu den Gasdruckdämpfern schweben mir ein paar Ideen durch den Kopf, aber dazu später mehr.

Jetzt muß ich leider zum Sonntagseinkauf in den Blumengartenmarkt und ein Wochengehalt für die Püppi opfern, aber dafür will sie ja nie Schuhe und Klamotten haben und braucht keinen Friseur. :super:

mit lieben Grüßen von Kay, welcher sich sehr an Deinem Projekt erfreut

PS: @ Volker, ersetze Tenaxknöpfe der Seitenwände an Metalluntergründen durch eingenähte Neodymmagnete, die Haltbarkeit ist vergleichbar bis besser und sehr universell "wind-regen-abdichtend". Früher haben wir Kühlschranktürmagnetstreifen gesammelt, welche jedoch noch nicht die optimale Haltekraft hatten, heute gibt es Supermagnete.de.
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Hirvi
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1627
Registriert: 11.05.2011 - 17:29
Wohnort: Maintal Bischofsheim
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon Hirvi » 10.05.2015 - 17:38

Hallo Kay, hallo Andreas,

wir schweifen ab, aber zu den Magneten kann ich nur sagen:

Bild

Das sind die magnetischen Schnallen von meiner Tasche, Magnete sind echt klasse, neigen aber zum Sammeln. :rofl:
Nö, Magnete gehen nicht, da habe ich schon drüber nachgedacht, aber mit Tenax ist die Position definiert und die sammeln auch keine Kleinteile.

Mit besten Grüßen

Volker
L 300 4WD BJ. 1988 Barbie Edition Brand-new, now with new old engine and proven transmission
Benutzeravatar
motorang
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2087
Registriert: 02.04.2007 - 18:51
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon motorang » 10.05.2015 - 18:47

Servus,
na dann, für die Mitdenker:

Die Kabine ist würfelförmig, etwa 120 lang, 124 breit und 114 hoch (Außenmaße).

Seitlich und hinten gibt es eine Abschrägung, um der Türöffnung und der schrägen Heckklappe zu entsprechen.
Unten ist die Kabine schmaler um zwischen die Radkästen zu passen (dort ist die Kabine etwa 104 cm breit).

Das macht aber nichts, weil unten bei den Füßen braucht der Mensch deutlich weniger Bewegungsfreiheit.
Ein Porta Potti direkt an eine Wand gestellt funktioniert auch nicht :-)
Und der Raum ist ja nicht verloren, sondern bei ausgezogener Kabine von oben zugänglich, nach Entnahme eines Abdeckbrettes.

Durch die schmalere Kontur unten ergeben sich schöne "Schultern", wo die Kabine auf die Schwerlstschienen aufgesattelt werden kann - man kann sie ein wenig zurechtrücken und dann verschrauben.

Die Kabine wird etwa 120 cm lang, und fährt schienenbedingt knapp 112 cm aus - bleiben knapp 8 cm Kabine die im Rahmen verbleibt, mit dem die Türöffnung innen winkelig verkleidet wird und zusätzlich mit einer Bürstendichtung versehen.

Die Zeichnung ist nicht ganz aktuell, beispielsweise passt die Schnittführung nicht mit der Beschriftung zusammen. Wie gesagt: für Mitdenker wie den Kay der vieles quasi ohne Bilderchen nur per Vorstellungskraft schon angedeutet hat.

Bild

Bild

Bild

Beim Balg nehme ich folgendes an: der wird fix mit der Kabine verschraubt, und an der Heckklappe mit Gummizug/Haken oder Tenaxnöpfen befestigt.
Das Ziel ist hier ein blickdichter und mückendichter Anschluss.

Als nächstes brauche ich einen leeren Bus um die ganze schöne nur teilweise gemessene Theorie in 3D zu prüfen, möglicherweite mit einem Lattenmodell.

Die Telekopschienen würde ich beim hauptverdächtigen Shop kaufen wo ich gute Beratung erfuhr und es eine Versandpauschale gibt:
teleskopschienen24.de
Dortige Schwerlastschienen taugen wie gesagt bei 111.6 mm Auszug - arretierbar - für 160 kg pro Paar.
Eventuell versuche ich es zuerst mal mit einem Paar, kann immer noch ein zweites nachrüsten bei Bedarf.
Das Paar kostet etwa 300 Euro bis es bei mir ist. Man suche im Internetz nach: TS 2207719-1117 mV
Der Hebel für die Verriegelung müsste jeweils in einem Heckklappenlöchlein verschwinden.

Die Kabine selbst projektiere ich mal aus wasserfest verleimtem Sperrholz in 9 mm, mit Senkkopfschrauben von außen auf Eckwinkel verschraubt und mit Sikaflex verklebt.

Wie schon vermutet möchte ich den oberen Bereich der Staukisten von außen mit einer Klappe zugänglich machen.

Ein kleiner Wermutstropfen beim Konzept ist es dass entweder die Verkehrswege funktionieren ODER man reichlich Stauraum hat.
Bei der Anreise wird der Gangbereich wohl mit Stapelboxen zugestapelt sein, der Waschraum wohl nur von hinten (außen) zugänglich.
Sobald die Heckkabine ausgezogen ist kann man die Sachen umschlichten und unter das künftige Bett packen. Ganz ohne schlichten wird es also nicht gehen.
Aber: man kann mit den Kisten im Innenraum hantieren, UND hat den entsprechenden Platz dafür.

Aus Erfahrung ergeben sich auch noch viele Staufachmöglichkeiten die in der Zeichnung noch nicht erfasst sind - so wird die Heckheizung rausfliegen und dort ein Staufach unter der Sitzbank entstehen, und auch überkopf seitlich ist noch eine Menge Platz ...

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Tatsache, dass bei Regen und ganz hochgeklappter Heckklappe das Wasser in die Entküftung der Heckklappe fließen kann (beim Türgriff) und innen aus dem Lüftungsgitter raus. Muss ich mir live anschauen wie ich das löse.

Außerdem muss ich die Zweitbatterie woanders unterbringen die jetzt auf Höhe der mittleren Sitzbank ist. Mal schauen ob ich die noch in den Batteriekasten dazupferchen kann. Dann wären wenigstens die Stromwege kurz!

Soweit so gut.

Gryße!
Andreas, der motorang
Zuletzt geändert von motorang am 12.05.2015 - 06:47, insgesamt 1-mal geändert.
L300 4WD Technik-FAQ unter motorang.com/L300
Benutzeravatar
motorang
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 2087
Registriert: 02.04.2007 - 18:51
Wohnort: Graz
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon motorang » 12.05.2015 - 06:18

Guten Morgen!

Hier noch ein Link zu den Bildern vom Thedjjack Heckauszug. Alles recht straightforward in Holz gebastelt, auch die Unterkonstruktion für die Auszugsschienen :shock:
http://s349.photobucket.com/user/thedjj ... rt=3&o=108

Man sieht in den Bildern, dass der Heckauszug im ausgezogenen Zustand wahrscheinlich innen mit einer Randleiste an einem Rahmen abschließt

Was mich auf folgende Idee bringt:

Normalerweise wird die komplette Last über die Biegung der Teleskopschienen abgetragen, weswegen man die auch für volle Tragkraft mit ALLEN Befestigungspunkten anschrauben muss - sonst könnte die Schiene kippen oder sich verdrehen und versagen.
Das würde passieren, wenn bei ausgezogener Heckkabine ohne zusätzliche Abstützung die Schienen versagen:

Bild

Ich kann über einen oberen Anschlag der Kabine innen am Türrahmen verhindern, dass die Kabine aus dem Auto kippt.
Nachdem die verwendeten Teleskopschienen im ausgezogenen Zustand verriegeln, kann die Heckkabine UNTEN gleichzeitig nicht einfahren.

Bild

Die Kabine ist also gehalten, die Teleskopschienen werden nicht zusätzlich verbogen wenn mehr Last draufkommt, sondern die Verriegelung wird stärker belastet und die Enden der Schienenbefestigung, das aber lotrecht (auf Scherung).
Richtig gemacht würde man beim Ausziehen der Heckkabine zuerst oben an den Anschlag fahren, dann durch leichtes Anheben der Heckkabine die Schienen entlasten und die Kabine so um die entscheidenden letzten Millimeter ausfahren können, bis sie selbständig verriegeln.

Die entsprechende Anschlagleiste muss halt vor der Komplettentnahme der Kabine aus dem Auto entfernt werden, weil sie ja sonst per Design das komplette Ausziehen verhindern täte.

Vorteile dieser zusätzlichen Abstützung:

1) Es reicht EIN Schienenpaar mit 160 kg Tragkraft.
2) Die Kabine wird auch bei Maximalbelastung nicht wippen, weil eben dann nicht die Schienen federn, sondern eine "harte" Lagerung vorhanden ist.

Voraussetzung ist jedenfalls, dass die Schienen am Wagen und an der Kabine bestmöglich (mit ALLEN Schrauben) und steif befestigt sind.
Im Auto wird es deswegen eine Schweißkonstruktion werden.

Und die Kabine muss steif genug sein um die Kräfte über die Seitenwände abzuleiten.

Frage an die Experten: welches Material würdet Ihr für die Kabine nehmen?
9 mm Siebdruckplatte für die Wände, 12 mm für den Boden, hatte ich mal geplant.
Weil wasserfest, stabil, gut zu verschrauben.

Grob drübergerechnet (Würfel) wären das etwa
1,5 qm Boden, bei 12 mm Multiplex mit 8,4 kg/qm = 12,6 kg
4 qm Wand, bei 9 mm Multiplex mit 6,1 kg/qm = 24,4 kg
----------------------------------------------------------------
37 kg Sperrholz, ohne Inneneinrichtung.

Gryße!
Andreas, der motorang
L300 4WD Technik-FAQ unter motorang.com/L300
Benutzeravatar
MF
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 6299
Registriert: 11.09.2003 - 17:04
Wohnort: Klein Sarau

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon MF » 12.05.2015 - 07:55

Moin

Hut ab, du hast ja Ideen. :super:

Siebdruck ist stabil und vom Gewicht erträglich.

Bei den Leichtbau Sperrhözern wirst du vielleicht nicht die Steifigkeit erreichen die du brauchst.

Da Gewicht ist mit 40KG aber schon mal amtlich.
Das muß ja, dann mit Einrichtung auch gut in den Führungen laufen.

Da die Siebdruckgeschichte wahrscheinlich,
nicht der teuerste Posten an der Sache ist,
würde ich den Würfel so wie du es beschreibst bauen.

Dann aber mit dem Hintergedanken das dies nur als Prototyp dient.

Wenn alles so schon passt, kann man weiterbauen.
Wenn es doch zu schwer wird, sieht man aber besser
wo man Gewicht sparen kann ohne die Konstruktion zu schwächen.

Evntl. taugt die Siebdruckplatte dann noch, mit Ausschnitten versehen ,als Gerüst für eine leichte Beplankung. Denke da an Dibond oder noch leichteren Kunststoffverbundmaterialien.

Gruß Mario
Galloper 2.5 Exceed
Benutzeravatar
Matthias
Moderator
Moderator
Beiträge: 8789
Registriert: 04.06.2002 - 21:25
Wohnort: Zell

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon Matthias » 12.05.2015 - 07:56

Hallo Andreas,

die Überschreitung eines kritischen Gewichtes X würde dann so aussehen:
http://www.onlinewahn.de/b34.jpg

Weiter frohes Rechnen und schöne Grüße
Matty
TurboDaily 40.10 4x4 "Dormobil" 1999 181.000 km
ex oriente lux · cedant tenebræ soli
Benutzeravatar
Hirvi
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1627
Registriert: 11.05.2011 - 17:29
Wohnort: Maintal Bischofsheim
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon Hirvi » 12.05.2015 - 09:37

Hallo Andreas!
Ich würde leichter bauen und die auftretenden Zulasten über vorspannbare Stahlseile abfangen. Spart Gewicht und ist justierbar.

Ich bin sicher das wird was. :super:

Grüße von Volker
L 300 4WD BJ. 1988 Barbie Edition Brand-new, now with new old engine and proven transmission
Benutzeravatar
unbemerkt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 3076
Registriert: 08.06.2012 - 01:15
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon unbemerkt » 12.05.2015 - 11:01

Moin allerseits,

der Holzbastlich in mir, würde mit eben diesen von Andreas genannten Materialien beginnen und auch bei meiner Auszugplatte ist ein oberer Kippwinkelanschlag zur Sicherheit von Anfang an im Hinterkopf.

Dagegen, bitte verzeih mir mein Volker, würde mir eine Stahlseilkonstruktion, obwohl ich sonst gern mit solchen Dingen bastle, bei einer Plattenfügetechnik überhaupt nicht in den Sinn kommen und mir fällt vor allem auch kein Platz dazu ein. Zudem gibt es an der Kiste nichts zu justieren, die muß passen und in den Fugen steif bleiben (Statik der Dreiecken in Platten).

Weiter würde ich einer großen Schiene ebenfalls den Vorzug vor zwei Kleineren übereinander geben, kleinste Abweichungen in der Befestigung entlasten zu schnell eine Schiene völlig und beaufschlagen die andere Schiene mit der doppelten Last und man bemerkt es bis zur plastischen Verformung nicht zwingend.

Über den Kippwinkel in der Konstruktion werden jedoch nur die Seitenwände belastet, die hinten oben angebrachte Leiste macht eigentlich nur den Endanschlag an der oberen Türkante. Drehpunkt bleibt die letzte Befestigung der inneren festen Schiene und damit der Druck auf den verbleibenden 8 cm Seitenplatten im KFZ. Demgemäß müsste ein, wenn auch nicht zu großes oberes Gleitstück winzigst unterhalb des Türrahmenfalzes innen eingebaut werden, um die Last nicht in die Blechkante bzw. den Türgummi zu bringen.

Bei meiner Schublade tut dies zeitweise zusätzlich im unteren Bereich die Messingteppichleiste, welche die Reibung am unteren Türgummi verhindert und eventuell übergroße Lasten in Teilen aus der Schiene nehmen soll und den Drehpunkt im Rahmen der elastischen Schienenverformung nach hinten verlagert. Aber so tief und platzgeizig muß der Andreas ja nicht bauen.

Die Verschiebung des Drehwinkels bzw. Knickpunktes auf die Messingkante, war auch der ausschlaggebende Grund, daß ich die Schienen gedreht habe und nun die große massive Schiene (mit dem höchsten Profil) an der Schublade die Hauptkräfte aufnehmen muß.

motorang hat geschrieben:Richtig gemacht würde man beim Ausziehen der Heckkabine zuerst oben an den Anschlag fahren, dann durch leichtes Anheben der Heckkabine die Schienen entlasten und die Kabine so um die entscheidenden letzten Millimeter ausfahren können, bis sie selbständig verriegeln.


Du must nichts heben, so viel Spiel sollte es nicht geben, oberer Anschlag und Verriegelung können gleichzeitig von statten gehen, bzw. wird der obere Anschlag erst mit zusätzlicher Belastung (Andreas duscht) aktiver. Höhenjustierbarkeit der oberen Lastabtragung wäre damit ein Pluspunkt.

Ein Teil der Kräfte wird jedoch dann in die Verriegelung eingeleitet, dies sollte im Hinterkopf bleiben. Aber es wird voraussichtlich auch niemand die Verriegelung lösen wollen, während Du duschst - damit teilweise Entwarnung.... :mrgreen:

mit lieben Grüßen von Kay, bei welchem, ohne Verriegelung, die Schublade noch zu viel Eigenleben hat.
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
Benutzeravatar
Hirvi
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 1627
Registriert: 11.05.2011 - 17:29
Wohnort: Maintal Bischofsheim
Kontaktdaten:

Re: Erweiterung zum wollmilcheierlegenden L300 Reisewagen

Beitragvon Hirvi » 12.05.2015 - 12:36

Hallo Kay!
Ich glaube der Andreas kann die Momente berechnen, aber das ist auch mehr Pendelstab Statik und weniger Statisches Dreieck. Ich würde so viel Gewicht sparen wie möglich.

Was nicht fährt, muß auch nicht gebremst werden. :hammerschlag:

Grüße sagt Volker
L 300 4WD BJ. 1988 Barbie Edition Brand-new, now with new old engine and proven transmission

Zurück zu „Schlaf- und Wohnmobilausbauten“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast