L300 als Faltmobil mit Küchenzeile

Ausbau zu Schlaf-und Wohnmobil, Trailer

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Hirvi
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L300 als Faltmobil mit Küchenzeile

Beitragvon Hirvi » 04.06.2017 - 18:38

Hallo in die Welt!

Bis jetzt tauchte unser Reisemobil nur in einem Bereich auf der registrierten Nutzern zugänglich ist.
Da der Bericht dort nun schon sehr lang geworden ist und eventuell auch der eine oder anderen Gast Interesse an dem Fahrzeug und dem Werdegang haben könnte, stelle ich jetzt mal eine Zusammenfassung in den offenen Bereich.

Gleichzeitig ist es mir wichtig zu erwähnen, dass viele hier gezeigte Lösungen nur mit Anregungen, Hilfen, Tipps und Mitdenken der Forengemeinde entstanden und gefunden worden sind. Hier im Forum wird immer kreativ, konstruktiv und produktiv mitgedacht. Danke hierfür noch mal und ich bin mir sicher unser L wäre ohne dieses Forum nicht so weit gekommen und auch nicht so ausgebaut wie er es nun ist.

Des Weiteren, möchte ich darauf hinweisen das dies hier nur eine Essenz des originalen Beitrages ist und einige Texte nur leicht angepasst wurden.

Das Licht der Welt erblickte unser L300 4WD im November 1988. Wir haben den Wagen am 07.05.2011 in der Nähe von Saarbrücken erworben. Da hatte er schon 5 Vorbesitzer und ca. 185 TKm hinter sich. Angeboten wurde er mit saniertem Unterboden und technisch in einem guten Zustand. Da wir unbedingt einen L mit Aufstelldach haben wollten, entschieden wir uns nach der Besichtigung nicht nur das Dach zu kaufen, sondern das daran befestigte Restauto auch zu nehmen.

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So sah der L300 dann zu beginn aus.

Karosserie und Rahme waren anders als zuvor angegeben in einem beklagenswerten Zustand. Einen Teil davon hatten wir beim Kauf zwar gesehen aber viele typische L-Roststellen waren mir da noch unbekannt und viel war auch mit Unterbodenschutz und Unmengen an Wachs kaschiert. Da wir eigentlich mit etwas weniger Arbeit gerechnet hatten, stellte sich jetzt die Frage wo man anfängt und noch wichtiger, wo man aufhört.

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Wie wir entschieden haben, sieht man ja und unser erster Urlaub fand somit in sehr reduziertem Ambiente statt.

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Als Ziel für unseren Umbau hatten wir möglichst viel Stauraum und Komfort, und das möglichst praktisch und pistenfest eingebaut. Wir haben halt den Luxus, dass wir den L nur als Reisewagen nutzen können und auf alterstauglichkeit nicht angewiesen sind.

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Durch den recht schlechten Zustand bekam der L auch seinen Namen.

Bis dahin waren der Motor mit neuer Wasserpumpe und Zahnriemen versehen worden. Diverse Stellen geschweißt und die hinteren Fenster durch Bleche ersetzt. Als Lackierung haben wir uns für diesen Sandton entschieden der sehr nahe an der originalen Farbe ist. Als Lack kam Chassis-Lack zur Anwendung. Die Bereifung blieb bei der eingetragenen Größe 30X9,5 R15 auf original Felge. Der verbaute Rüssel war von den Vorbesitzern nie angeschlossen worden, weil hier wohl eine Idee fehlte wie die Verbindung zum Filter über den Radlauf realisiert werden konnte. Der Zyklon war schon verbaut, nur höher am Dach, aber niemals angeschlossen. Ich wollte nur keine Löcher zuschweißen die jemand mühsam wenn auch sinnfrei in den Karosserie geschnitten hat. Ich habe einige kleine Änderungen vorgenommen und jetzt atmet Rusty halt ganz weit vorne ein.

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Sieht von unten aus wie original. Ich persönlich hätte aber einen anderen Weg gewählt. Rusty ist von BJ. 88 ich schätze da war das mit Zubehör etwas schwieriger als heute. Eigentlich war das keine schlechte Idee, nur halt leider nie zum Ende gebracht.
Der Nachteil ist: 1. geringere Höhe. 2. recht laut. 3. Handschuhfach wird kleiner. Der Vorteil: 1. weit vorne. 2. gut erreichbar. 3. Man kann den Zyklon lustig rot mit weißen Punkten bemalen.

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Ich hätte anders beatmet aber man bekommt halt nicht immer was man will.

Das Dach sollte auch noch in einen besseren Zustand gebracht werden

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Langsam komme ich zu den schönen Arbeiten von denen ich dann auch mal wirklich Ahnung habe. Der Faltenbalg wir gerade neu erstellt und da habe ich gedacht, das Dach könnte auch mal einen neuen Anstrich bekommen. Also abgeschliffen, grundiert und mit Bootslack lackiert. Der Lack ist ein Kunstharzlack speziell für GFK. Keine Ahnung ob es ein normaler Kunstharzlack auch getan hätte aber bei billigem Baumarktlack habe ich gerade bei Kunstharz schon Trocknungszeiten erlebt die deutlich über einer Woche lagen. Ich meine wirklich nur die Trocknung nicht das Aushärten das war vergleichbar auch im Ergebnis.

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Der Faltenbalg wird aus atmungsaktivem Outdoorstoff mit einer Loftisolierung und Innenfutter genäht. Der Aufbau ist eigentlich ähnlich wie bei einer Jacke. Ich wollte nur nicht wieder so einen einfachen Baumwollzeltbalg montieren, die finde ich auf Dauer recht unpraktisch. Dieser neue Balg hat sich bestens bewährt, sowohl bei hohen Temperaturen da r sich vom Dach trennen lässt, als auch bei niedrigen Temperaturen da die Isolierung einiges bringt.

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Das Solarmodul stand eh schon länger bereit für den Einbau. Das Modul ist monokristallin mit 140 Watt und knapp unter 8 A. Wenn man länger steht kann man das Modul abnhmen und in die Sonne bringen auch wenn der Wagen im Schatten steht. Wir haben das noch nicht gebraucht, aber die Möglichkeit besteht.


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Kabel für Beleuchtung und Leselampen wurden in den alten Dachhimmel ein geschnitten und geklebt. Das geht problemlos mit Sika und aufklebbaren Kabelbindern. Die Klebestellen einfach mit Malerkrepp überkleben und glatt streichen. Das Klebeband geht mit dem Dichtstoff keine Verbindung ein und lässt sich rückstandsfrei entfernen. Die Erfahrung habe ich allerdings nur bei den Dichtstoffen, zu den Konstruktionsklebern kann ich das nicht sagen.

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Das Ganze wurde dann mit 1 cm Schaumstoff kaschiert. Die eingelegten Kabel sind kaum zu erkennen, selbst das 4 mm² Solarkabel wir geschluckt.

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Anschließend kam noch 1,5 mm starker Filz in dezenten Maigrün drüber. Der Filz lässt sich problemlos kleben und auch stauchen und dehnen. Zudem bindet der eine ganze Menge Luftfeuchtigkeit wenn es nötig ist.

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Der grüne Filz wird auch am übrigen Himmel verarbeitet und durch ein dezentes Pink im Boden etwas abgemildert. Der Belag ist feuerhemmend, extrem robust und kann bei Bedarf problemlos mit einem Dampfstrahler gereinigt werden. Natürlich nicht im Auto liegend.

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Der Faltenbalg ist, wie schon erwähnt isoliert und Teflon imprägniert. Der Balg lässt sich problemlos zusammenstauchen und behindert nicht das Zusammenfalten.

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So sieht das ganze dann von außen aus. Die leichte Faltenbildung in der Außenhaut lies sich nicht vermeiden, weil die Hülle gegen Isolierung und Innenfutter arbeitet.

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Beim Dach konnte ich mich nicht dazu durchringen das schon gefällte Tropenholz zu entsorgen. Also wurde das überschliffen, angepasst und neu verklebt.

Der Innenausbau steht jetzt langsam an.

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Die Basis ist gelegt. Auf der 12 mm Siebdruchplatte sind Aluprofile montiert die die 9mm Multiplex Birkeplatte aufnehmen. Birke mag ich nicht so gerne, Buche wäre mir lieber gewesen. Birke ist ein prima Kaminholz (spritzt nicht und hat einen akzeptablen Brennwert) Birke ist aber deutlich preiswerter und vor allem leichter als Buche, also doch Birke.

Im L rechte Winkel zu finden ist nicht ganz so einfach. Ich habe versucht von den Seiten die Mitte zu finden und dann über vorne und hinten zu verifizieren. Hat fast genau geklappt, aber halt nur fast. Die Abweichung beträgt zur Längsachse auf 100cm ca. 3mm. Damit kann ich arbeiten auch wenn dann Winkel nicht mehr ganz so sauber passen.

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Der Deckel für die Kiste wurde direkt angepasst, so dass sich die leichten Differenzen ausgleichen lassen.

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Die neue Verkleidung ist leider doch nicht so gerade wie erhofft. Jetzt verstehe ich auch das da im original Presspappe (Hartfaser) verbaut ist. Die Anpassung ist aber machbar und mit etwas Geduld kein größeres Problem. Bei mir ist das eigentlich egal weil das nachher eh im Schrank liegt aber irgendwie bin ich da doch spießig.

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Die Einteilung der Fächer habe ich von oben vorgenommen. Das war der einfachere Weg um alles sauber zu verbinden. Später werde ich die Zwischenwände an den Deckel schrauben und von dort auf der Bodenplatte anzeichnen. So kann ich sicherstellen das alles fluchtet auch ohne exakte rechte Winkel. Die gebogene Linie auf der Seitenverkleidung stellt den Weg der Rückenlehne dar (die ich eh noch ändern muss). Auf die muss ich beim seitlichen Einbau achten sonst bekomme ich da ein Problem mit dem Umklappen. Aber das ist jetzt schon der nächste Schritt.

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Ausgeschnitten habe ich die zuvor angezeichneten Klappen mit der Stichsäge.
(Pendeln auf eins, Sägeblatt 1,4mm stark und extra klein) Da braucht man Geduld und eine ruhige Hand sonst wird das nichts.



Im Moment würden die Deckel logischerweise einfach durchfallen. Den Anschlag oder bessere die Auflage wird eine 6mm Pappel Multiplex schaffen die ich komplett unter den Deckel leime.
Die Öffnungen werden dann mit Oberfräse und Anlaufring ausgefräst. Ich bin mir bis jetzt nur noch nicht sicher ob ich auch die Seitenwände einfräse oder ob ich einfach mit 6mm Raumverlust lebe. Wahrscheinlich lebe ich damit das die Konstruktion 6mm höher wird als nötig.

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So langsam habe ich mich weiter zum "Kaffekochplatz" vorgearbeitet. Bis jetzt ist das immer noch provisorisch montiert, aber es scheint zu funktionieren.

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Kochen geht nur, wenn man den Kocher in die folgende Position bringt.

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Das macht von der Raumplanung her auch Sinn, so kann ich den Platz über dem Kocher weiter als Stauraum benutzen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Kocher auch komplett nach draußen klappen lässt und man immer noch im Trockenen stehend brutzeln kann.

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Die Gasversorgung wird über R907 (oder auch "sauteueraberplatzsparendundgutverfügbar) geregelt.

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Damit ich sowohl innen als auch außen kochen kann, musste ich den Drehpunkt an die Außenkante legen. Das hat den Nachteil, dass da wenig Auflagefläche für die "Statik" übrig bleibt. Hier wird später noch ein ausklappbarer Winkel montiert, der das Ganze abstützt.


So jetzt habe ich nen Elch mit Einbauküche.

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Belastungstest ist bestanden, mit einer vollen Gasflasche.

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Ich werde zwar keine vollen Gasflaschen kochen aber mehr sollte ein Topf Spaghetti auch nicht wiegen.

Damit im Betrieb die Stütze nicht so leicht verrückt oder verschoben werden kann läuft diese in einer Nut. Das funktioniert ganz automatisch beim Ein- und Ausklappen des Herdes, auch bis in die Außenposition.

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So, jetzt kann ich mich langsam um den Schrank hinten links kümmern.

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Die Wandbespannungen sind hinter den Schränken fertig gestellt.
Das ist recht einfach gemacht. Mit Kavallerietuch oder Filz, geht das recht flüssig von der Hand.
Das Material wir mit Kontaktkleber einfach aufgeklebt. Die Konturen sind noch so milde, dass sich keine Falten oder Beulen bilden wenn man überlegt vorgeht.
Die Filz (hier geht wirklich nur echte Wolle) hat, wie schon erwähnt, den Vorteil sehr gut mit Luftfeuchtigkeit klar zu kommen. Gleichzeitig bietet er auch noch moderate Isolation und verbessert die Akustik von blankem Blech erheblich. Die Holzoberflächen sind nur geschliffen und grundiert nicht gefüllert.

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Da ich noch einige Strippen und auch Leerrohre verlegt habe und deshalb der Himmel vorne geöffnet wurde, habe ich noch kleine Leselampen für den Beifahrer eingebaut. Der klassische Schwanenhals ist somit nicht mehr nötig. Die Lampen leuchten recht gut über die Schulter hinweg, den Bereich aus, den man braucht.

Was weiter passiert ist:

-Druckwasserpumpe montiert
-Wasserleitungen teilweise verlegt
-Akumulator verbaut. Ich schätze aber der fliegt noch mal raus und wir gegen einen Lage unabhängigen getauscht.

-Elektrik Wohnbereich im Himmel aufgeräumt und abgesichert.

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Der Himmel selber ist recht einfach zu demontieren, wobei ich den Vorteil habe, dass durch das Aufstelldach ein großer Teil des Himmels schon entfernt ist.
Alle umliegenden und am Himmel anschließende Plastikverkleidungen müssen runter, der Rest ist eigentlich selbsterklärend.
Die Öffnung im Himmel ist nicht im Original vorhanden. Da ich da oben auch die Sicherungen unterbringen wollte brauchte ich aber einen Zugang der sich einfach öffnen lässt. Keiner will ja den Himmel demontieren nur um eines Sicherung zu wechseln.
Ich habe hierzu einfach mit einem Teppichmesser, die Öffnung geschnitten und den Bereich um die Öffnung mit einer dünnen Sperrholzplatte verstärkt. Die Platte dient auch als Anschlag für die ausgeschnittene Klappe, steht also ca. 5mm nach innen über. Im Bereichen wo die Einschlagmuttern sind ist sie entsprechend größer. Da ich den Himmel eh neu kaschiert habe konnte ich später die Öffnung einfach ausschneiden. Filz ist zum Glück schnittfest an der Kante. Geschlossen wird das Ganze zur Zeit mit sechs M6 Schrauben. Später werde ich diese aber noch durch Rändelschrauben ersetzten.
Die Elektrik ist jetzt aufgeräumter und die Kabel haben die richtigen Längen.
Verbaut habe ich in diesem Bereich, den Solarregler, den Batteriewächter, die Messgeräte Volt und Ampere, sowie Schalter und Sicherungskasten. Der Luftraum zwischen Himmelinnenkante und Blech sind ca. 8 cm. Die Kabel zur Batterie sind in der B-Säule geführt, hier musste ich ein passendes Loch stanzen.

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So hier mal Foto vom Hohlraum geöffnet mit Einbau.

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Die Sitzbank ist fertig und der Boiler passt nach kleineren Änderungen am Sitzbankrahmen, wie ich es gewünscht oder besser gehofft habe.

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Der Boiler wird vom Motor mit Kühlwasser versorgt. Der Abzweig der originalen Heizung wurde komplett gegen 18mm Kupferrohre getauscht. Nach ca. 30 min hat man 10 Litter heißes Wasser das für Dusche oder Spülbecken genutzt werden kann.

Es geht langsam vorwärts mit Getriebe und Unterboden. Wie war das noch bei Momo: Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schrott, ähhh Schritt.

Ich schaffe es halt einfach nicht, Teile die mal ausgebaut sind, wieder schmutzig einzubauen:

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Das schrie förmlich nach einer Drahtbürsten-Behandlung.

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Die Schalter für die 4WD Kontrolleuchte und den Rückwärtsgang habe ich auch gleich getauscht. (Die alten waren zwar noch funktionstüchtig, aber die Kabel hingen fast nur noch an einer Litze und das Löten hat nicht wirklich geholfen) Die gab es leider nicht auf dem freien Markt, den für den Rückwärtsgang zum Glück schon. Wieso haben die Ingenieure für dem 4WD überhaupt zwei Schalter in Reihe verbaut, wenn es doch nur eine Lampe gibt? Die Gummilager der Getriebetraverse und der Getriebeaufhängung wollte ich eigentlich erneuern, aber bei einem Gesamt-Ersatzteilpreis von 900€, fand ich die alten Lager alle noch super brauchbar. Kalkulieren die bei Mitsu eigentlich mit Würfeln?
Ich habe also sauber um die Gummis rum gearbeitet. Man könnte auch sagen, meditatives Zopfbürstenflexen.

Kreuzgelenke und Lager waren Okay und wurden nur entfettet, gereinigt, grundiert und lackiert.

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So ab jetzt geht es an die Bodenbleche und das diesmal aufrecht über der Grube. Bei der letzten Aktion hatte ich nachher ungewollt ein Sixpack und das ist in meinem Alter einfach nur peinlich.

Nach Einbau der Standheizung, waren mir 60AH doch etwas wenig Reserve. Den Kühlschrank hat zwar das Panel gut gepuffert, aber die Standheizung braucht man nun mal meistens, wenn die Sonne nicht so richtig scheint.
Ich habe also weitere 60 AH verbaut.

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Okay, die Batterie ist einfach parallel eingeschleift, aber beide Batterien sind ungefähr auf dem selben Stand was Alter und Co. anbelangt.
Des Weiteren habe ich doch einen Stützpunkt für den Pluspol gebildet, mir wurde das auf der Klemme einfach zu viel und sauber sortiert ist ja auch was wert.

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Soweit so gut, jetzt suche ich nur noch nach einer Lösung die 2. Batterie sauber zu verkleiden.
Weiter ging es noch mit einem neuen Wechselrichter, der sich jetzt über den oberen Holm im Himmel einschalten lässt.

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Na Gut, langsam wird der Platz im Holm auch etwas eng, aber den Schalter für das Ladegerät sollte ich noch unterbringen. MMMMHHH, eigentlich müsste ich nur mal da oben aufräumen und schon könnte ich noch einen GPS-Tracker, eine SAT-Schüssel und eine Minibar unterbringen, aber eigentlich gibt es wie immer wichtigeres.

Wie man auf dem Foto von der 2. Batterie sieht, ist darüber noch ein wunderbarer DIN-Schacht frei, für Amperemeter, Temperatur und Voltmeter. Na, eigentlich sollte ich mich um die Blattfedern kümmern, aber im Moment ist Elektrik (Voodoo) gerade so spannend.

Die Sitze sind montiert und Teppich mit Dämmung verlegt.

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Das Schöne ist, das sich auch weiter alles zusammen hochklappen lässt.

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Am besten gefallen mir aber die stylischen Fransen an den Teppichen. Ich bin mal gespannt wie lange die halten.
Für die Kopfstützen suche ich noch eine "schnelle" Lösung. Die mit Leder zu beziehen dauert leider Stunden, weil alles mit der Hand genäht werden müsste.

Als nächstes geht es an die Spritzwand. Diese soll mit Holz verkleidet werden und das eingebaute Ladegerät (Waeco MCA 1215) und den Wechselrichter (Waeco PP 402) aufnehmen. Gleichzeitig wird hier wohl auch der Tisch angeschlagen für das Esszimmer. Die Rückseiten der Rückenlehnen sind jetzt bequem gepolstert. Diese können wenn sie nach vorne geklappt sind, prima mit noch zu erstellenden Sitzkissen auf der Spritzwand, als Essplatz dienen.

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Ich habe jetzt langsam die Verkleidung der Spritzwand in Angriff genommen. Das ist bis jetzt der Rohbau. Ich habe noch keine abschließende Lösung für die Holzformteile. Eventuell werde ich da eine Matrize bauen und aus 3 X 3mm Sperholz formverleimen oder ich benutze doch Biegesperrholz. Das Ganze muss jetzt nur noch mit Steckdosen und Lüftungen ergänzt werden und schon habe ich genau den richtigen Platz für unsere Kühlbox gefunden.

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Das habe ich nicht wirklich geplant, das hat sich jetzt beim bauen so ergeben.

Des Weiteren hat unsere Zusatzbatterie noch ein kleines Filz-Käppchen bekommen. Eigentlich ist das nur dem Umstand geschuldet, dass ich noch nicht genau weiß wie es wirklich werden soll. Na egal, nichts hält länger als ein Provisorium.

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Wie man sehr schön sieht, habe ich mich hier vom traditionellen Rot der Orientteppiche leiten lassen.

Aussen wurde zwei Kisten montiert um Werkzeug und Zeug aufzunehmen das man nicht so gerne im Auto transportiert.

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So sehen die Kisten geöffnet aus.

Langsam kam auch der Wunsch auf bei schlechtem Wetter mehr geschützten Innenraum zu haben und folgende Idee wuchs in mir.

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Die Heckklappe trägt hier auch nichts außer sich selbst. Zum Glück habe ich die mit Ausnahme der Kennzeichenbeleuchtung schon abgedichtet. Also das Schloss ist gegen eine wasserdichte Steckdose getauscht und die Verschraubungen verklebt mit Sika.
Die Wände sollen genauso wie mein Zeltbalg vom Dach, mit Isolierung und Innenfutter ausgeführt werden. Angeschlagen wird das Ganze mit Tenax und einer kleinen Krause an der Heckklappe und Karosserie, zur Bodenplatte wird das wohl ein Reißverschluss.

Meine Idee ist:
1. Klappe hoch
2. Platte runter
3. Zeltbalg rein

Wenn ich das jetzt noch so hin bekomme, dass der Zeltbalg für eine kurze Tour montiert bleiben kann, also nur:

1. Platte rauf
2. Klappe zu

wäre ich wirklich zufrieden. Soweit ist die Planungsphase aber noch nicht gediehen das ich wage das zu behaupten. :achselzuck:

Klar, so viel Raum gewinne ich nicht, aber für kochen und Katzenwäsche sollte das wirklich einiges bringen.

Ich habe mal angefangen mich mit der Klapp-Lösung zu beschäftigen. Nun, die Idee ist vom Ansatz her nicht verkehrt und hätte ich die früher gehabt, hätte ich die auch etwas einfacher realisieren können, so muss ich da noch einge Anschluss- und auch Raum-Probleme lösen, aber ich bleibe dran.

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Weiter habe ich mal unsere Land-Strom Lösung auf einen Euro Standard gebracht.

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Jetzt gibt es auch einen FI und eine 10A Sicherung.

Zielsetzung war also eine Erweiterung des Innenraumes ohne große Komplikationen. Diese Erweiterung war eigentlich von Anfang an geplant, aber wie es so ist, dauert manches halt länger bis man etwas zu Ende gedacht hat. Jetzt sehe ich etwas klarer. :rofl:
Statisch ist sowas alles andere als trivial. Nachdem ich Auszugschienen schon vor einiger Zeit aus Kostengründen verworfen hatte, gab es noch die Idee mit Klappen und Seilzügen zu arbeiten. Davon war ich erst mal wirklich begeistert, bis mir dann auffiel, dass im Raum rumhängende Seile auf Dauer kein Spaß sind.
Das größte Problem war eigentlich der Anschluss an den Wohnraum. Dieser sollte möglichst dicht und einfach gehalten werde. Macht ja nicht wirklich Sinn lange ums Auto rumlaufen zu müssen und am Ende doch noch zu frieren wenn der Wind weht.
Meine erste Idee war also eigentlich völliger Blödsinn. Ich wollte die Zeltwände außerhalb der Dichtung anschlagen und die Heckklappe als Dach benutzen.
Das Problem was hierbei sofort auftauchte, ist das dies sich nicht ohne eine Beeinträchtigung der Dichtung realisieren lies. Ist ja auch eigentlich logisch, Außen bleibt Außen und Innen bleibt Innen.

Die weitaus größte Komplikation war aber meine Holde:
1. Es sollte gut aussehen.
2. Man (Frau) sollte weiter von außen kochen können.
3. Das ganze sollte nicht die Sicht nach hinten beeinträchtigen.
4. Keine Ahnung mehr, aber da war noch was. :hammerschlag:

Meine erste Idee und mein erster Versuch sahen also so aus:

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Geht leider nicht, weil die Scharniere der Küche im Weg sind. Das hat sich aber als ein Glücksfall erwiesen, denn:

1. Statisch mit 9mm Siebdruck nicht zu realisieren.
2. Nicht für das Kochen von außen geeignet.
3. Hässlich bei geöffneter Heckklappe.

Umdenken und kleinere Brötchen backen:

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Die Schräge sorgt für eine problemfreie Anpassung an den bestehenden Küchenbereich und gleichzeitig später für die Option im Freien kochen zu können, also gebucht.
Was als Problem blieb, war die Statik. Auch wenn dieser Bereich nicht als Stehbereich angedacht ist, sollte er trotzdem in der Lage sein ca. 80 Kg zu tragen.
Wie schon erwähnt wären Seile hier ideal, aber leider wären die im Weg wenn man von außen kochen oder Zugang finden will.
Die Lösung kam Stück für Stück. Erst habe ich gedacht das ich die Lasten einfach über die Stoßstange abtragen kann, indem ich eine einfache horizontalen Stütze baue. Leider baue ich damit auch gleichzeitig einen recht ordentlichen Hebel der an der Bodenplatte zerrt. Da meine Bodenplatte (12mm Siebdruck) nicht mit dem Bodenblech verbunden ist gibt das schon einiges an Spiel und auch an Geräuschen. Dies war also keine dauerhafte Option und die Bodenplatte mit dem Bodenblech zu verschrauben fand ich jetzt auch nicht Ziel führend.

Also war quer Denken angesagt. Statt die Stütze quer einzubauen gab es noch die Option diese längs zu montieren. Das war eigentlich eine sexy Lösung, wäre da nicht die dünne 9mm Siebdruckplatte gewesen. Ganz ehrlich, die hat schon die Biege gemacht wenn ich mittig drauf stand. Aber auch hier war das mit etwas Abstand gar nicht so schlecht.
Ich brauchte also ein Element quer und zwei Elemente längs. So sieht das Ganze jetzt dann aus:

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Die Kräfte stützen sich auf der Stoßstange ab, die kleine Traverse sorgt dafür, dass die Kragarme nicht ihre Position verlassen und nimmt noch das Biegemoment auf das sich durch die dünne Platte ergibt.
In der Funktion kann mann sagen:

1. Heckklappe auf
2. Kragarme auskappen
3. Traverse fällt
4. Runterklappen

Von der Statik her kann ich auf der Vorderkante Polka tanzen ohne das es knirscht. :rofl:

Wie ich jetzt aber den Balg ausarbeite kann ich noch nicht sagen, aber das größte Problem ist gelöst. Einfache Handhabung bei maximaler Stabilität.
Der Balg wird wahrscheinlich so ausgeführt das ich ihn komplett als eigenes Element behandele, so dass ich entlüften kann ohne das es rein regnet. Nun ja,das wird aber noch etwas an Mustern brauchen.

Später habe ich das "Model" sauber verschraubt und weitere Belastungstests gemacht.

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Dabei habe ich das eine oder andere Problem lösen können und das eine oder andere hat sich aufgetan.
Hier mal Fotos vom Benutzer beim simulierten kochen.

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Ich hoffe man kann erkennen, dass die Schräge im Boden dafür sorgen soll, dass man wenn der Kocher ausgeklappt ist, im stehen kochen kann und wenn er eingeklappt ist, über diesen Bereich einsteigen kann. Das muss ich natürlich beim Zeltbalg berücksichtigen, dies ist aber das kleinere Problem.

Das größere ist dieses:

So sollte es aussehen.

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So sieht es aus, wenn man auf der Vorderkante rum hüpft.

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Okay, da kann man jetzt einfach einen Riegel einbauen und Ruhe ist, aber eigentlich stehe ich auf Origami. Mir wäre es am liebsten, ausklappen, runterklappen und fertig. Erfahrungsgemäß sind Lösungen die viele Handgriffe erfordern immer mit der Zeit unpraktisch. Zudem denke ich mir das keiner Lust bereitet bei -2 Grad lange draußen mit Riegeln zu frickeln.
Bis jetzt konnte ich die Momente gut über die Stoßstange abfangen. Ein kleines aufwärts gerichtetes Moment blieb aber noch am Ende der Scharniere zur Bodenplatte erhalten. Dies konnte ich durch Schrauben über vorhandenen Bohrungen im originalen Bodenblech aufnehmen. Für das auswandern des Querriegels habe ich aber noch keine Lösung die einfach einrastet.

So ist es dann geworden.

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Das Einklappen funktioniert zwar nicht ohne einige Reißverschlüsse zu lösen, dies ist aber der Isolierung geschuldet.

Bis jetzt hat uns unser Rusty treu begleitet und uns nie wirklich im Stich gelassen.

Zum Schluss hoffe ich, dass der Bericht den einen oder anderen davon begeistern konnte einen Innenausbau selbst zu wagen und dabei auch manchmal eingetretene Pfade zu verlassen, um neu Lösungen und Ideen zu finden.

Volker
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Re: L300 als Faltmobil mit Küchenzeile

Beitragvon terriblue » 04.06.2017 - 21:23

Hallo Volker,

da hast du aber eine schöne Doku erstellt :super:

Gruß Arno

... wir wohnen übrigens auch östlich von euch ...
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Re: L300 als Faltmobil mit Küchenzeile

Beitragvon Borsty » 05.06.2017 - 09:09

Hi Volker
Wow. Da hast Du Dir aber Zeit genommen es zu dokumentieren. Super gemacht. Das animiert sicher noch weitere L300 Besitzer es auf diese Art zu machen.
Gruss Uwe
PS Ich bin ja mal gespannt es aus der Nähe sehen zu können.
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Re: L300 als Faltmobil mit Küchenzeile

Beitragvon Hirvi » 05.06.2017 - 09:33

Guten Morgen!

So viel Arbeit war das nicht. Die Texte waren schon geschrieben und die Fotos schon oben. Ich musste also nur die wunderbaren kreativen Blödeleien und Interna entfernen.

Es grüßt

Volker
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Re: L300 als Faltmobil mit Küchenzeile

Beitragvon unbemerkt » 07.06.2017 - 14:59

Hallo Volker,

nicht erst mit dem Heckzelt ist Dein L300 meine allerliebste Ausbauvariante geworden, von den Farben, für welche Du ja nichts kannst, einmal abgesehen.
Ich ziehe alle meine Hüte und bin vollends begeistert aber auch immer wieder neu inspiriert. Wir werden in diesem Zusammenhang auch noch einmal über meine Näherei und den gedämmten Stoff sprechen müssen.

mit Grüßen von Kay

PS in Sachen Inspiration: Im letzten Sommer habe ich an Anlehnung an unsere Querbrettversteifungs-Gedankenübung eine ganz ähnliche Konstruktion einmal in einem Regal verbaut. Leider hatte ich ja keine untere Heckklappe zur Verfügung aber die Gedanken hingen nun einmal im Schädel fest.

Problemstellung war hier, daß ich Regalbretter nur hinten in der Zahnleiste auflegen, und vorn am schrägen "Kopfband" des Hängeregals in der Höhe verstellbar einklemmen lassen wollte. Dabei sollte das Regalbrett in der Tiefe über das Kopfband vorstehen und höhenverstellbar sein.

Die Einschnittmuster kommen Dir bestimmt bekannt vor. Die Zwingen und Holzleisten von Winkeln sind nur zufällig dort gelagert und haben keine weitere Funktion,

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Nach rechts und links verschiebend kann man das Brett nun in unterschiedlichen Höhen in die Zahnleiste einführen und vorn abstützen, wobei eine Bewegung nur im vorn aufgeklappten Zustand möglich wird.
Die Zahnleisten befeuern meine Ideen immer wieder ganz wunderbar, da man unendliche Funktionen, wie nur eingeklemmte Regalbretter (z.B. auch mit Abtropfgefälle) generieren kann.

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Die rechte Seite könnte natürlich auch wieder verlängert werden. Zum Glück brauchte ich aber nicht noch eine zusätzliche Versteifung..... :extremlached:
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6

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