Jugend forscht: Unterbodenschutz mit Holzschutzöl bzw. Leinölfirnis & Eisenglimmer

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JuddaS-JHS
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz mit Holzschutzöl bzw. Leinölfirnis & Eisenglimmer

Beitragvon JuddaS-JHS » 09.09.2019 - 22:48

Hallo,
vor allem wegen diesem Fred um nicht zu sagen derzeit nur wegen Diesem meldete ich mich kürzlich hier im Forum an.
Das Thema Leinölfirnis als Korrosionsschutz hat mich sofort mitgerissen.
Wie kamt ihr zu diesem Thema das hier ja scheinbar schon fast wissenschaftlich angegangen wird?
Klar gibt hier keiner "Gewehr" auf die Richtigkeit der Ergebnisse, dennoch bestätigen meine bisherigen Eigenversuche (seit Frühjahr19) die hier aufgestellten Thesen.

Meine Herangehensweise nach eigener Recherche ist folgend: ca. (20°C 30%)
Losen Rost entfernen (Alter Schraubendreher Drahtbürste
Einpinseln und Einmassieren eines 1/4 Öles (Firnis+Balsamterpentinöl) in den Rost oder das Metall
Abziehen des Überschusses mit einem Lappen (Lagerung im Schraubglas -->Selbstentzündung)
48h Durchtrocknen
Überstreichen mit einfacher Rostschutzfarbe Helgrau aus dem Baumarkt (hatte ich hier noch rumstehen)
Gedanke: Das Leinöl schützt das Metall und schließt den Rost ein; die Rostschutzfarbe schützt das ausgehärtete Öl vor äußeren Einflüssen.

Die Rostschutzfarbe lässt sich auf den mit Leinöl vorbehandelten Flächen sehr gut aufbringen (besser als unbehandelt finde ich)
An vorher handtrockenen Stellen erfolgt eine gute Aushärtung.
Derzeit blättert auch auf vorher blank polierten stellen (CFDScheibe) nix ab.
Mein Chaostest sind ständigen Walkbewegungen ausgesetzte Innenflächen von alten verrosteten Stahlfelgen meines Arbeitsrades
(Ergebnis steht aus)

Was könnten eurer Meinung nach für Herausforderungen oder gar Probleme durch das einschließen des handtrockenen Leinöles mit Lack entstehen? besonders in Hinblick auf den fokusierten Korrosionsschutz?

Vielleicht hat ja jemand von euch schon ähnliches Probiert.

erstmal Viele Grüße

Hinrich aus Braunschweig
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unbemerkt
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz mit Holzschutzöl bzw. Leinölfirnis & Eisenglimmer

Beitragvon unbemerkt » 11.09.2019 - 12:25

Hallo Hinrich,

und auch von mir noch ein herzliches Willkommen in unserem Forum.

als Grundierung für angerostete Metalle hat Leinölfirnis immer gut funktioniert und Deine Erfahrungen würde ich uneingeschränkt teilen. Profis schreiben dazu:

KREIDEZEIT hat geschrieben:Grundieröl ist ein klassisches harzfreies sog. Halböl, bestehend aus 50% Leinölfirnis und 50% natürlichem Balsamterpentinöl. In der Anstrichtechnik ist Halböl die seit Jahrhunderten bewährte Grundierung für nachfolgende Ölfarbenanstriche im Innen- und Außenbereich.


Ich sehe nur die Chance, alte Teile am KFZ durch nachfolgenden Rostschutzanstrich wirklich dauerhaft schützen zu können nur eingeschränkt bzw. nicht langfristig erfolgversprechend. Sobald irgendwo ein Kratzer im neuen Lack entsteht oder eine Fehlstelle verblieben ist, wird Wasser diesen Anstrich unterwandern und dann um so dauerhafter Rost unterstützen können, da eine Trocknung durch die aufliegende Lackierung kaum möglich wird.

Dazu auch mein Treppenhausbeispiel aus dem Holzschutzbereich:

unbemerkt hat geschrieben:Diese Treppenstufen haben zumeist 100 Jahre prima überdauert und wurden nur regelmäßig gebohnert. Das Wachs zog in das Holz ein und schützte dieses dauerhaft. Durch Straßenschuhe eingebrachte kleine Steinchen und damit verbundene Kratzer konnten den Flächen wenig anhaben, da das Wachs tief ins Holz eingezogen war und die Beschädigungen nur oberflächlich blieb, zumindest solange hin und wieder gebohnert wurde.

Und dann kamen die großen Altbausanierer, schliffen die Treppen ab und haben die Stufen lackiert um dies nunmehr aller 3 bis 5 Jahre tun zu müssen, weil die Steinchen immer noch die gleichen Kratzer machen, das eindringende Wasser aber jetzt den Lack unterwandert und es zu Abplatzungen und Verwitterungen kommt. Wie lange soll das funktionieren und was kosten?

Die Ableitung zum Rostschutz ist nicht weit hergeleitet, zudem Leinöl und der Firnis davon, diese hoch-wunderlichen Kriecheigenschaften haben.


Niemand lackiert eine hölzerne Küchenarbeitsplatte - ölen (mit einigen Wachsanteilen) hat immer geholfen, muß jedoch hin und wieder erneuert werden.

An Stellen wo ich das an meinen Autos durchgehalten habe, ist auch nach Jahren kaum eine Weiterentwicklung des Rostes zu verzeichnen. So nehme ich mir zum Radwechsel von Sommer- auf Winterräder gern einen Tag Zeit, überarbeite die relevanten Bremsteile und firnisse in den Radkästen und von dort erreichbaren Bauteilen ordentlich nach.

An wenig frequentierten Hohlräumen, wie dem Rahmeninneren und Schwellern überdecke ich den Firnis mit Fetten von Sander oder neuerdings oft wegen der schnellen Verfügbarkeit mit FLUID FILM AS-R aus der Spraydose.

Verstehe mich Recht, Teile welche ich zwischenzeitlich demontiere oder auch schlecht beschichtete Neuteile lackiere ich gern auch mit Branto Korrux oder ähnlichem in mehrmaligem Anstrich nach, aber für den Schutz verbauten Alteisens verlasse ich mich gern weiter auf die halbwegs transparente und damit gut sichtbare, nur mittelfristig haltbare, leinölbasierte Rostschutzversiegelung.

Die Überlegungen und Versuche eines Zeitgenossen zu Rostschutz und dort weiterführend zu diversen Holzschutzvarianten hast Du sicher schon gefunden.

Einen Trooper dieser Bauart habe ich vor zwanzig Jahren als Straßenwagen einige Zeit gefahren.
Als Geländefahrzeug erschien er mir zwar irgendwie immer zu zart, aber seine schnelle und dabei spritsparende Fahrweise hat mir gut gefallen. Leider hat uns aber auch der Rost und ein instabiles Hinterachsdifferential getrennt.

mit Grüßen von Kay
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6

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