Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisenglimmer

Fahrwerk, Antrieb, Lenkung, Bremsen

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 15.06.2015 - 20:52

Hallo Beda,

mein Gerät ist, vorsichtig formuliert, etwas anders, wobei die Grundfunktionen und auch der Schlauch wohl ähnlich sind. Mit einigen anderen Druckbecherpistolen aus DDR-Produktion und diversen Billigteilen hatte ich jedoch auch wenig Erfolg, wobei die Mengenregulierung das größte Problem war.

Willst Du erst probieren, dann schicke ich Dir morgen meine Sudelmaschine - Ankommer könnte Mittwoch sein, wenn Deine Postfrau ausfährt.

Gekauft habe ich eine VAUPEL 3100 ASR incl. Sprühset bei diesem Händler. Heute gibt es preiswertere Angebote in der Bucht.

Wichtig, so glaube ich im Rostschutzforum gelesen zu haben, ist auch der dritte Regler am Griff der Pistole, welcher Dich den Menge aus der Pressluftleitung noch einmal "einbremsen" lässt. Am oberen Regler stellst Du die Materialmenge aus dem Tank ein.

Auch bei dem Gerät ist es jedoch noch einen Herausforderung den millimeterschmalen Grad zwischen "sudelt Literweise" und "es kommt kein Material" zu finden. Verstopft oder weggeflogen ist bei mir aber noch nichts.

Die zusätzliche Hohlraumsonde verträgt natürlich keine alten Ölhautreste aus der ewig gelagerten Pistole. Das Problem habe ich aber seit ich ein einfaches grobes Sieb in die Ansaugleitung im Becher gesetzt habe nicht mehr. Mit dem feinen Glimmer (feinste Plättchen) hat das aber nichts zu tun, der rutscht überall durch.
Zu Beginn der Sieberei verwendete ich eine Feder mit knappen Rohrdurchmesser mit etwas Siebdruckgewebe drum herum, aber wie gesagt, dies ist nur wegen der befüllten Langzeitlagerung.

Die drei Stellschrauben wollen recht fein justiert werden. Zudem solltest Du natürlich ähnlich dem Lackieren von 3 Bar abwärts zu arbeiten versuchen. Von Vorteil ist auch, daß der Abzug zwei "Druckpunkte" hat - Stufe eins fördert nur Luft und Material aus dem Schlauch, Stufe zwei (durchgezogen) fördert voll.

Mein Haken, mit scheinbar größerem Griffstück ist übrigens oben zusätzlich geschlitzt und ich überklebe diesen Schlitz oft bei der Arbeit mit etwas Isolierband. Nicht das dies bei Dir auch schon im Original so war. Die Hersteller unterstellen wahrscheinlich, man wollte nach vorn und zur Seite gleichzeitig sudeln... :achselzuck: ich nicht.
Wo ich irgend kann, arbeite ich nur mit dem Haken.

Vermutlich ist Dein Schlauchquerschnitt aber schon kleiner und der Schlauch zu kurz für halbwegs entspanntes Arbeiten.

liebe Grüße von Kay, welcher sich ärgert, daß er nicht, wie schon geplant ein Kapitel Druckbecherpistole in den kurzen Einführungstext gebracht hat. :kopfgegenmauer:

PS: Wenn die Pistole einmal nicht aufzuschrauben geht, Überdruckventil betätigen... :extremlached: klappt immer wieder.
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Beda » 15.06.2015 - 21:19

Hallo Kay,
ziemlich genau diese Antwort habe ich erwartet.
Bisher haben wir ausschließlich pigmentfreie Wachse durch diesen Haken geschossen.
Da haben wir uns über den Arbeitsdruck keine Gedanken gemacht.
Daß bei 10bar eine Füllung in ca. 15 sec. durchgeht, haben wir sportlich gesehen.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 16.06.2015 - 10:09

Moin Beda,

na, daß mit der Sportlichkeit klingt ja mindestens erst einmal witzig. Dann habt Ihr gewissermaßen den Hochgeschwindigkeitsunterbodenschutz erfunden.

Ich Huschelchen, dann hätte der Matti ja viel schneller wieder für andere Frondienste bereit stehen können.

Der Dirk könnte glatt noch die gezielte Explosion von sandersfettgefüllten Luftballons auf den Plan bringen.
Aber ich will lieber keine "schlafenden Hunde" wecken. :mrgreen:

Das die Pigmente jedoch einen großen Einfluss auf die Verarbeitbarkeit, haben kann ich mir kaum vorstellen. Zumindest habe ich bei mir nach Einführung des Eisenglimmers im Leinölfirnis nichts festgestellt. Eher war ich überrascht, wie wenig sich die Eisenmennige in der Pistole, aber auch im Lagerbehälter absetzt. Auch die Siebe bieten keinen sichtbaren Widerstand.

Geh es also ruhig ein wenig geruhsamer an, so jung sind wir ja aller nicht mehr, nicht das doch noch irgendwelche ungeahnten Sandstrahleffekte zum tragen kommen. Mehr als fünf fertig geschützte Autos am Tag geht bestimmt hart an die Grenze der Schinderei bzw. Ausbeutung, aber Angestellte quälst Du ja nicht, oder? :extremlached:

mit zwinkernd grinsenden Grüßen von Kay :wink:
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon hapaai » 17.06.2015 - 21:40

Liebe Freunde des Leinöls,
lange hab ich mit Kay diskutiert und auch diesen Thread gelesen.
Daher mache ich mich in Kürze auf, um mit erlangtem Wissen Rostschutzmaßnahmen zu betreiben.

Ein paar Fragen sind noch nciht abschließend geklärt.

Die Sache mit der Verdünnung. Teures Terpentinöl oder Terpentin-Ersatz, was nichts anderes als Testbenzin ist.
Was machen?

Mischung Eisenglimmer/Leinöl
Bei http://www.farbeundlack.de gibt es ein Dokument, das einen Parameter "Ölzahl" beschreibt, dem auch eine DIN ISO Norm unterliegt. Hier die DIN EN ISO 787-5.
Das Dokument: http://www.farbeundlack.de/content/download/187985/3890540/file/FuL_2013_04_G%C3%B6tz.pdf
Hier wird eine Mischung von bei einer Ölzahl von 15 angegeben, d.h. 15ml Leinöl auf 10g Eisenglimmer. Was mir ein wenig "dick aufgetragen" erscheint.
Im Dokument wird auch auf die Wirkung des Eisenglimmers im Rostschutz eingegangen, die hier als rein mechanisch beschrieben wird.
Als passives Korrosionsschutzpigment wird seine Wirkungsweise häufig mit dem sogenannten „Barriereschutz“ erklärt: Aufgrund der lamellenartigen Struktur sollen die Eisenglimmerpartikel in der Beschichtung wie „Schutzschilder“ wirken, wodurch Diffusionswege bzw. -zeiten für Korrosionsstimulatoren verlängert werden. Quelle; http://www.farbeundlack.de

Werde mich wohl auf Kay's Erfahrungswerte stützen.

Preise und Verfügbarkeit - Baufix Holzpflegeöl
Einen Onlinehändler hab ich gefunden
Preis 13,99€ für 3Liter und 4,95€ Versand
Haken: Maximal 3 x 3Liter bestellbar

Ein anderer Onlinhändler
Preis 12,99€ für 3Liter und 4,95€ Versand
Haken: farblos ausverkauft- nur im Farbton Kiefer erhältlich

Ist das mit dem Farbton Kiefer eigentlich ein Problem???

Bezug Eisenglimmer
Einen Händler gefunden.
Mahlgrad <64µ
7,80€/kg + 6,90€ Versand

Ist der Preis ok?
Und was ist mit dem Mahlgrad. Ist der ok?
Ich denke nicht, dass es ein Problem mit der Hakensonde gibt, aber vielleicht mit der Hohlraumsonde und deren dünnen Schlitze.
Bei Ebay und Co hatte ich kein Glück etwas zu finden, was in Richtung Eisenglimmer Pulver geht.

Liebe Österreicher, soll ich eine Sammelbestellung machen, einlagern und bei Gelegenheit an der A8 zwischen Kufsten/Salzburg und München abholen lassen. Einen Kaffee gibt's immer bei mir. Gell Andreas?

Schöne Grüße, Walter
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon motorang » 17.06.2015 - 22:18

Servus,
ähnliche Fragen hab ich auch ...
Der Eisenglimmer ist ja schon fast bei mir.
Beim Holzöl hab ich wenig Lust online zu bestellen, was ich vor Ort im Baumarkt unter anderem Namen wahrscheinlich auch bekommen kann. Leider hat Kay das Zeug schon getestet UND ich finde nur Angebote zum mindestens dreifachen Preis ... ergo habe ich bei Baufix direkt bestellt.
Ob es zusätzlich Terpentin braucht, würd ich selber probieren wollen (ich hab noch welches), eventuell tut es meine Hohlraumlanze ja auch so wenn ich das Zeug vorsichtig erwärme.
Ansonsten steh ich eh mehr aufs Pinseln als aufs Sprühen.
Das Mischungsverhältnis Eisenglimmer/Holzöl werd ich selber rausfinden wie es zu meinem Holzöl und zu meiner Verarbeitung passt.

Ich werde es also halten wie der Kay, dem ich wieder mal danken möchte das Thema so rundum beleuchtet zu haben:
Lerning by doing.

Gryße!
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Beda » 17.06.2015 - 22:21

Hallo Walter,
ich habe noch rund 15kg Eisenglimmer.
Wieviel willst Du?
Wir haben überhaupt nicht verdünnt und in 3 Volumenanteile Baufix haben wir 1 Anteil Glimmer gerührt.
Die Hohlraumsonde hat keine sichtbaren Schäden.

Bild
In der 2. Runde haben wir zur äußerlichen Anwendung eine Pumpsprühkanne benutzt.
Das funktionierte hervorragend und auch ohne zusätzliche Verdünnung.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon freaky930 » 18.06.2015 - 00:09

Hi zusammen,

zum Thema Verdünnung kann ich noch beisteuern, dass ich vor einigen Jahren anstelle von leichtflüchtigen Verdünnungsmitteln einfach WD40 genommen habe, was langsam verschwindet.
Dem Aushärten stand es nicht entgegen und hilft vielleicht, die Eindringtiefe zu erhöhen ?!?
Mein Bulli stand danach fünf Jahre auf einer Wiese, und hat keinen Rost angesetzt...

Nur mal so am Rande.


Viele Grüße

Willi
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon motorang » 18.06.2015 - 01:03

Servus,
wobei WD-40 ja zum Großteil Steinöl sein soll (=Petroleum), allerdings zu einem völlig inakzeptablen patentierten Literpreis.
Wahrscheinlich ginge auch Lampenöl - mit Zitronella würde das völlig neue Geruchswelten in der Fahrzeugkonservierung eröffnen und zudem Mücken vertreiben.

Kay? schon probiert?

Das mit der Pumpsprühflasche find ich sehr interessant!

Gryße!
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 18.06.2015 - 07:15

Moin Ihr Lieben,

Ihr habt ja fast die Nacht durchgearbeitet. :mrgreen: Da ist es gut, das der Schlaf mich nicht leiden konnte.

Lieber Walter, Du bist des Überfliegens überführt.

Das der Beda inzwischen unser Foreneisenglimmergroßhändler geworden ist, weißt Du nun ja schon.

Die "wissenschaftliche" Ausarbeitung zu Ersatzstoffen für Eisenglimmer zwecks schönerer Farbgestaltung, welche ganz zufällig durch die Farbindustrie erstellt und nur auf die Beschichtungseigenschaften, jedoch nicht auf die chemischen Reaktionen von Eisenglimmer mit Leinöl eingeht, kann ja bestenfalls ein mitleidiges Grinsen hervorrufen. Erstaunlich wie gebildete Leute für so etwas Ihren Namen hergeben - wenig erstaunlich, daß bei solcher Art Studien so viele schöne neue "Erfindungen" wie die veralgten und schimmelnden Vollwärmeschutzfassaden dank Farbindustrie entstehen.

Hab aber Dank für den Link, der Text war trotzdem hoch interessant.

Das Holzöl kannst Du sicher auch mit Pigmentierung ohne große Einschränkungen verwenden, mich stören die Farbtöne jedoch wegen der Verschmiererei auf dem Autolack und Tropfen auf dem Boden. Je durchsichtiger der Rostschutz ist, desto besser sieht man auch eventuelle Unterwanderungen des Rostes. Mit drei mal drei Litern solltest Du aber auch bei Deinem Auto den ersten Durchgang schaffen.

Hinzu kommt, daß ich das Holzöl in "Klar" auch sonst viel zum Holzschutz verwende, also quasi eine Farbe für alles habe.... :extremlached: Und damit sind wir auch schon beim Thema Verdünnung und Abschwächung.

Natürlich kann man das Mittel mit allen möglichen Ölen verdünnen, aber man setzt auch die Standfestigkeit mit nicht hart trocknenden Ölen herab und genau das soll ja bestmöglich verhindert werden.

Terpentinöl trocknet in der Mischung eben hart aus und erfüllt die gleiche Wirkung wie das Leinöl.
Testbenzin verdunstet nur, und nicht trocknende Öle werden abgewaschen, schwächen also die Mixtur.

Keine Verdünnung ist sicher eine praktikable und gute Lösung, wenn verdünnt, dann sollte Terpentinöl aber die erste Wahl bleiben.
Oliven- Ringel- oder Sonnenblumenöl ist jedoch, genau wie WD40, nur kontraproduktiv.

Zur besseren Vorstellung:

Ich habe diese Woche eine neue Biertischgarnitur mit der Flex (40 Korn) und dem Schwingschleifer (100er Korn) lackbefreit und drei mal grob mit dreißig Minuten Abstand mit Leinölfirnis überrollt. Bei Küchenarbeitsplatten würde ich noch Zwischenschleifen und Nachbeschichten, aber die Garnitur ist nur für die Baustellen und groben Gebrauch.

Wie im Bild zu erkennen wirkt die Holzoberfläche rauh, offen und unbeschichtet das Material ist also komplett eingezogen.
Zur Kontrolle habe ich vorgestern 13:48 Uhr Wasser auf die Tischplatte gespritzt.

Bild

Das zweite Bild zeigt die Wassertropfen eine knappe halbe Stunde später um 14:12 Uhr

Bild

Sodann habe ich das Wasser mit dem Handrücken abgewischt und keine Abdunklung durch Eindringen des Wassers feststellen können. :super:

Bild

Natürlich hätte ich jetzt noch einen Kratzer in die Platte machen und die Tropfen darauf stellen können um das Eindringen des Öls zu veranschaulichen. Das probiert Ihr aber an Euren eigenen Tischplatten.

Dies kann aber eben ein Lack nicht leisten und wo Rost ist, dringt das Öl eben auch da ein, und um nichts anderes geht es mir.

Warum sollte ich jetzt ein "wasserlöslisches" Öl dazu kippen oder mit Benzin einen Teil der Durchdringung unwirksam machen?

Und dann gleich noch eine Veranschaulichung zur "Dicke" des Eisenglimmers mit Kornstärke <= 60 Micron oder µm bzw. my
Ich habe die fertige alte Rostschutzlösung heute einmal in ein 125 µm Farbsieb geschüttet. Das Sieb ist so dicht, daß Öle darin zum stehen bleiben tendieren und durchgerührt werden müssen.

Bild

Fünf mal mit dem Pinsel gerührt und schon bleibt nur die im Glas gebildete Haut zurück, der Glimmer ist durchgeflutscht. Die Micronangaben von Eisenglimmer- und Siebhersteller dürften also halbwegs stimmen. :super:
Hier wird klar das die Hohlraumsonde mit 0,2 mm Schlitzen kaum verstopfen kann.

Bild

Im nächsten Bild noch einmal zur Übersicht: links oben ein schmuddeliger Druckbecherbehälter, nachdem er an den Nachbarn verborgt war (Reste Fluidfilm Beschichtung), an der Pistole unten am Griff die Luftmengenregulierung, hinten die Gemischmengenregulierung und oben die Materialmengenregulierung, mit blauem Klebband die Einschnittabklebung an der Spritze bzw. Hakensonde und auf dem Putztuch das Plastesieb mit bestimmt mehr als 200 my aus irgend einer alten Baumarktspritze, welches ich unten ins Ansaugrohr der Pistole implantiert habe um die Hautschichten von den Düsen fern zu halten.

Bild

@ Beda, von der Hochdruck-Hochleistungs-Sandstrahl-Spritzerei zum Airless-Bummelgerät... eine verblüffende Entwicklung. :wink: Mit der großen Gloria habe ich auch schon Fassaden gespritzt, war aber mit meiner beim Rostschutz nicht mehr zufrieden, der Nebel war nicht mehr toll und ich wollte zu gern einmal mit Profis, ähh Profigerät arbeiten. Die kleine Hakensonde auch in die kleinsten Ecken und Löchlein stecken zu können ist aber auch nicht zu toppen.

mit morgendlich übermüdeten Grüßen von Kay
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon 4x4tourer » 18.06.2015 - 08:01

Moinsen die werte Forscherschaft,

ich finde es ja höchst spannend hier mitzulesen!
unbemerkt hat geschrieben:Der Dirk könnte glatt noch die gezielte Explosion von sandersfettgefüllten Luftballons auf den Plan bringen.
Aber ich will lieber keine "schlafenden Hunde" wecken. :mrgreen:

Halte mich aber daher lieber fachlich zurück! :rofl:

hapaai hat geschrieben:Ist das mit dem Farbton Kiefer eigentlich ein Problem???

Lieber Walter, du mußt dich dann wohl nur darauf einstellen, dass der Tüv den Unterboden auch auf Holzwurmbefall prüft! :extremlached: :wink:

motorang hat geschrieben:Wahrscheinlich ginge auch Lampenöl - mit Zitronella würde das völlig neue Geruchswelten in der Fahrzeugkonservierung eröffnen und zudem Mücken vertreiben.

Wenn das dann auch mit Langzeitwirkung funktioniert, würd ich glatt meinen Unterbodenwachs wieder runterschrubbeln und mit dem Spezialmittelchen neu behandeln. Dann könnte ich gepflegt stichfrei bei offener Schiebetür am See übernachten! Coole Idee! :mrgreen: :super:

Beda hat geschrieben:In der 2. Runde haben wir zur äußerlichen Anwendung eine Pumpsprühkanne benutzt.

Eigentlich eine gute Idee. Wenn aber Lösungsmittel dabei ins Spiel kommen, kann es sein, dass der Dichtring aufquillt und dann geht nix mehr durch. Ich hab das Spiel mal mit Bremsenreiniger in einer Gardenaspritze probiert, weil der im Kanister auch günstiger ist und die Sprühflasche dazu einen einstellbaren Strahlkopf hat. Ging auch erst ganz gut, nach 2 Tagen war das Teil aber dicht. Hab dann eine Flasche extra für Bremsenreiniger bestellt. Tja, leider war auch die ratzfatz dicht, weil die von einem anderen Bremsenreinigerhersteller war, als der Kanister den ich hatte. Das Zeugs braucht also selbst da die spezifische Dichtung. Nach Bestellen und austauschen der passenden Dichtung, funktioniert das nun problemlos. Könnte mir somit aber auch vorstellen, das Verdünnungszusätze / Lösemittel bei einer einfachen Gartenspritze einen ähnlichen Effekt erzielen. Evt. hilft ja nach dem Arbeiten das Teil zu zerlegen und ordentlich zu reinigen :achselzuck:

spritziger Gruß Dirk
L300....der bessere Bulli! ;-p
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 18.06.2015 - 13:15

Moin noch einmal,

eine solche wieder befüllbare Sprühflasche war nach einer Lagerung über ein paar Tage mit Rostschutzlösung übrigens auch "dicht".

Mit Bremsenreiniger aus den Kanister funktioniert sie jedoch seit 2013 einwandfrei, spritzt mit bis zu 8 Bar Druck fast so schön wie Bedas Sandstrahlöler und steht auch nach Wochen der Lagerung noch ordentlich unter Druck.

Eine zweite Flasche davon mit Siliconöl befüllt, könnte ich mir inzwischen vorstellen.

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 18.06.2015 - 13:46

unbemerkt hat geschrieben:nach Wochen der Lagerung noch ordentlich unter Druck.


Lieber Kay,

ich hoffe doch das Du den Druck ablässt wenn Du da Bremsenreiniger drin hast und die Pulle lagerst. :roll: Bei Bremsenreiniger bin ich echter Fadenpaniker. Ein Freund hat doch mal tatsächlich versucht, eine brennende Schüssel mit dem Zeug, aus der Werkstatt zu tragen. :kopfgegenmauer: Ist zum Glück gut gegangen. Wie der Teufel es will, wird so ein Ding dann doch im unrechten Moment undicht und tut Dir weh, was ich gar nicht gut fände.

Es grüßt ganz vorsichtig bei sowas,

Volker

Nachtrag: Du meinst anscheinend nicht die gute Gloria mit Bremsenreiniger. :super: Hab mal auf den Link geklickt und lesen hilft. :hammerschlag: Bei der Gloria hätte ich mir jetzt aber schon Sorgen gemacht.
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 18.06.2015 - 14:15

Moin Volker,

und ein sorry, aber dieses eine Mal gehe ich mit Deiner Angst nicht mit. Eher würde ich den Druck aus meinen unzähligen Billig-Einwegspraydosen lassen. Warum soll die Sprühflasche nicht dicht bleiben, oder gar explodieren? Sie ist ja als kleine "Druckbecherflasche" verkauft worden und da ich sie zumeist während der Arbeit aufpumpe, hat sie bestimmt auch nie mehr 8 Bar beim Abstellen.

Auch hat der Kay prima aufpumpbare löschmittel-rückstandsfreihe DDR-Feuerlöscher vorn und hinten in der Werkstatt, welche er sogar hin und wieder zur Druckprobe aufdreht. Du mußt es dem Walter ja nicht weiter sagen.

mit lieben Grüßen von Kay, welcher immer seinen Schutz auf der Flex verwendet und glaubt einen gesunde Angst vor Gefahren entwickelt zu haben. :wink:
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon hapaai » 18.06.2015 - 18:15

Lieber jugendliche Forscher,
nachdem es jetzt offensichtlich einen Run auf Leinöl und Eisenglimmer geben wird, hab ich schon mal überlegt, in die Leinölfirnisindustrie zu investieren :coolman:
Aber erstmal Danke für die hilfreichen Infos.
Beda hab ich schon mal um etwas Eisenglimmer angefunkt.
Bei Netto gibt's das Farblose aber leider pro Bestellung nur drei Kanister.
Bei Lidl nur das in Kiefer.
Ich hab jetzt mal 15 Liter bestellet, da ich doch auch noch meinen 61er Oldtimer tränken will.
Ausserdem ist da noch ein Douglasienfreisitz und auch an meiner Terasse mit dem stumpfen Travertin möchte ich mich versuchen.

Ach ja, ist das eigentlich ein großer Unterschied zwischen Terpentinersatz -also Testbenzin- und Waschbenzin? Letzteres ist ein wenig günstiger.
Nein, und ich befülle keine Feuerlöscher mit brennbaren Flüssigkeiten. Ich schütt ja auch keinen Abflussreiniger in Apfelsaftflaschen.
Wobei eine Mischung aus Domestos und Bremsflüssgkeit mir völlig rätselhaft erscheint und ich nicht weiß was beim Mischen passiert.

Schöne Grüße,
Walter
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon motorang » 19.06.2015 - 06:02

Servus,
ich kenn englische Menschen die Benzinkocher mit Pinselreiniger betreiben ... würde ich persönlich aus gesundheitlichen Gründen bleiben lassen, Stichwort polyzyklische Aromate.

Hier findet sich Detailliertes zum Thema:
http://www.cbr-online.de/download/diver ... 5-2005.pdf

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