Jugend forscht: Unterbodenschutz mit Holzschutzöl bzw. Leinölfirnis & Eisenglimmer

Fahrwerk, Antrieb, Lenkung, Bremsen

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wolfischauer
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon wolfischauer » 27.05.2015 - 14:08

Hallo die Jugend,

Würd schon brennend gerne wissen wie es zu dieser Jugendlichen Überschrift vom Beda kam ;=)

Eventuell damit unsere Youngtimer (4x4) länger frisch und knackig bleiben ...... :achselzuck:

Wolfi
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 27.05.2015 - 14:19

Hallo ihr Guten!

Schuppenlack ist jetzt aber wirklich Old School. :hammerschlag: Damit wird zum Beispiel der Eiffelturm gestrichen, am Auto habe ich davon aber noch nie gehört. :achselzuck: Aber ich erforsche ja auch ständig Sachen die andere schon längst wissen.

Beste Grüße sagt Volker
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon MF » 27.05.2015 - 15:48

Moin

Hey , habt ihr schon diesen Beitrag gelesen?Helga's Vorstellung

Vor gut 20 Jahren wurde mir Owatrol auch als Herz gelegt.

Nach erfolgreichen Feldversuchen, im warsten Sinne des Wortes, wurde es für gut befunden.

Leider hab ich dieses Erkenntnis in den letzten Jahren vergessen.

Hätte mein V20 vielleicht noch am Leben sein können?

Ich werde, aus Mangel an Zeit für die eigenne Mixtur,
mir mal wieder einen Owatrol-Vorrat zu legen.

Gruß Mario
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unbemerkt
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 27.05.2015 - 17:26

Hallo Mario,

dann hast Du dank Owatrol viel ältere Langzeiterfahrungen und selbstverständlich würde Dein V20 noch leben und sich bester Gesundheit erfreuen - Schade eigentlich.... :mrgreen:

Wie an Justin bezüglich des Leinölfirnis ohne Additive (bzw. Sikkative) zur Aushärtung schon geschrieben, war mir die längerfristige Haltbarkeit wichtig und natürlich auch der bis 500 %ige Preisaufschlag für alle Mittel am Markt, welche mit dem Begriff Rost.... beginnen.

Owatrol-Rostschutzöl finde ich ab knapp 24,- Euro pro Liter in der Bucht und hätte dann bei einer Fahrzeugerstbehandlung mit 10 Litern ohne den Eisenglimmer eine stattliche Summe zu Buche schlagen.

Trotz unverschämter Preisanpassung von Baufix bekomme ich mein Leinölfirnis incl. Additiven zur besseren Aushärtung momentan für 6,- Euro pro Liter und...

MF hat geschrieben:Ich werde, aus Mangel an Zeit für die eigenne Mixtur, mir mal wieder einen Owatrol-Vorrat zu legen.


bis dahin habe ich auch noch nicht zugemischt.

Die Tendenz von "Jugend forscht" geht ja nur soweit, zu behaupten, daß die Wirkung annähernd gleich ist mit Tendenz zu o.g. besseren Eigenschaften.

Der Eisenglimmer ist nur ein Bonuszusatz um den Glitzereffekt wie bei Kinderschminke :rofl: , sorry Kreidezeit Rostschutzfarben bzw. all den Farben zu erzielen mit denen mir der Eifelturm und die Golden Gate schon gestrischen zu sein scheinen (ich kenne der "Angeber" diesbezüglich einige).
Ein Nutzeffekt wird hier unterstellt, kann aber nicht bewiesen werden.

Auch soll die Streckung bzw. Verdünnung mit echtem Terpentinöl (nicht Testbenzin) noch zusätzlichen Nutzen bringen, wobei ich noch verunsichert bin, ob französischem stark linksdrehendem oder amerikanisches rechtsdrehendem Terpentinöl und/oder der Anwendung bei Vollmond den Vorrang geben soll. Aber eben dazu gibt es ja auch diesen Beitrag und alle jugendlichen Forscher sind eingeladen selbst Versuche zu unternehmen und z.B. echten bulgarischen Kefir beizumischen (sorry). :extremlached:

Platz ist hier sicher auch noch für Versuche mit Firnisbrand oder der Farbauffrischung von blättrigen Altlacken wie in der Oldtimerszene durchaus bekannt.

Ins Nachdenken kommt der junge Forscher natürlich auch beim Nachlesen zu den Sikkativen wobei er dann schon wieder bei Bleimennige und als Ersatz bei Eisenmenigge bzw. Hämatit landet. :super:

soweit grüßt der Kay, welcher aktuell noch den Plastidip-Silikonersatz versuchen muß. :hammerschlag:

PS: Mit einem Augenzwinkern in Richtung Beda. Es gibt das Hartholzpflegeöl (Preisaufschlag für Hart...) von Baufix auch in Spraydosen für 6,- Euronen für die schnelle Autorostschutzpflege unterwegs, wobei hier noch der Glimmer fehlt... :rofl: Ich werde bestimmt testen... :mrgreen:

PPS: Wieso findet man den Beitrag von Helga nicht in den Aktiven? :achselzuck:
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon MF » 27.05.2015 - 19:23

Moin

Dann schau ich mal nach Baufix, wenns das auch tut. :grin:

Mein Kumpel und ich haben vor Jahren unsere stahlsandbleche mit Owatrol behandelt,
so als extrem Test.

Und es hat hervorragend geholfen.

Die Bleche sind nicht angegriffen und stehen auch nur draußen.

haben natürlich auch kein streusalz abbekommen.

Gruß Mario
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 27.05.2015 - 22:10

Hallo ihr Rostschützer!

Bei Leinöl und der Reaktion mit Sauerstoff, handelt es sich um eine reine Veresterung. Das ist ein hoch wirksamer Oberflächen-Schutz, aber leider kaum mechanisch belastbar. Ich arbeite sehr gerne mit Leinölfirnis, aber bei stark belasteten Flächen ist das nicht stabil. Solange die Oberfläche geschlossen ist, ist es völlig egal ob das Wasser Salz enthält oder nicht. Wenn man eine mechanisch belastbare Oberfläche erreichen will, würde ich immer mit Kunstharzlack drüber gehen. Der große Vorteil ist, das Leinöl sehr gut kriecht und auch Stellen erreicht, die vom Lack nicht erreicht werden. Bei saugenden Oberflächen, z. B. Holz oder Beton ist die geringe Härte übrigens kein Problem, weil das Öl tief genug eindringen kann (bei Holz ist das übrigens im 1/10 mm Bereich und nicht wie die Werbung verspricht extra tief) und der Abrieb keine wirkliche Rolle spielt. Ich habe unseren Küchenboden (Beton) mit Leinölfirnis getränkt und nach 24h, hatte ich eine sehr saubere und belastbare Oberfläche. Den Geruch muss man aber mögen. :super:
Owatrol ist eigentlich nichts anderes als Leinöl, was da sonst noch drin rum schwimmt kann ich nicht sagen, aber eigentlich sollte das Leinöl mit Terpentin-Ersatz sein. Terpentin ist einfach zu teuer um das nicht zum Malen zu verwenden. :super:
Ich glaube, und bitte korrigiert mich, das der Glimmer einfach für eine bessere mechanische Belastbarkeit sorgt.

Es grüßt euch Volker, der auch Owatrol verwendet.
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Borsty » 28.05.2015 - 10:57

Hi Zusammen
Rostschutz ist ja immer ein Thema. Meiner wurde ja mal vom Vorgänger vorbehandelt. Über die Zeit gabs natürlich trotzdem wieder Flugrost, vorallem an den Stellen die einfach während der Fahrt dem Sand, Staub und was noch Alles mögliche die Behandlungen angreift.
Ich habe da wie schon früher mit feinem Nagler wie auch Drahtbürste usw. das lose Zeuchs weggemacht und dann aus meinen Erfahrungen mit dem Rostumwandler Noverox verdünnt mit Bremsenreiniger grösszügig überall eingesprüht. Früher hatte ich am Pajero mal mit Fertan gearbeitet, aber das hat mich wegen den dauernden Nachbehandlungen nicht überzeugt, vorallem das man es abwaschen muss.
Ich warte jetzt noch ein paar Tage, dann wird nochmals dieselbe Behandlung vollzogen, danach verwende ich Stahlseilfett. Dieses auch verdünnt mit einem Lösungsmittel damit es in jede Ritze kriechen kann. Ich finde den Vorteil darin, das sich das Seilfett nicht wie andere Sachen bei hohen Temperaturen verdünnisiert und Vorplätze schmutzig macht und es auch gegenüber Mike Sanders oder so leicht verarbeiten lässt. Nebeneffekt, Alles wird wo es reinkommt nachgeschmiert. Hersteller neu wäre glaube ich Liqui Moly. Ich habe noch von meinen Zeiten bei Shell so ein 5lt Bidon beiseite. Owatrol weiss ich leider nicht ob es immer dasselbe Produkt ist. Hier mal was wir in der CH kriegen. http://www.owatrol.ch/datenblaetter/pdf ... z_0501.pdf
Habe ich auch schon überlegt, arbeite aber mal noch mit dem was da ist.
Hier noch ein Bildchen wie die Vorbehandlung aussieht. Ist zwar aus einem anderen Zusammenhang, aber man siehts gut.
Bild
Bei Leinöl bin ich irgendwie immer ein bisschen Vorsichtig wegen Brandgefahr bei Vermischung mit Mineralöl. Ich kenne es zwar nur bei Lappen das es heiss wird, aber eben. Bis jetzt hat man so was ja noch nie an Fahrzeugen gehört.

Gruss Uwe
BORSTY
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 28.05.2015 - 11:17

Hallo Uwe!

Leinöl getränkte Lappen können sich entzünden, wenn die Reaktionswärme von der Veresterung nicht abgeführt werden kann. Ich lege meine Lappen immer ausgebreitet hin und wenn es mehrere sind, mache ich die naß. Die Lappen aber niemals knüllen und wegräumen, das ist echt gefährlich. Wenn man die nochmal verwenden will, einfach luftdicht in eine Blechdose packen.
Beim verarbeiten kann da nichts passieren, weil die Wärme immer abgetragen wird. Ich arbeite total gerne mit den Zeug.


Beste Grüße sagt

Volker
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Jero V6 » 28.05.2015 - 15:47

Servus an alle,

ich habe da mal eine Frage, da wir in einem anderen Forum schon mal darüber diskutiert haben. Mir wurde gesagt das die Äußerliche Behandlung mit Owatrol und als Schutzschicht Brantho Korrux nichts bringen soll, außer Verschönerung. Nun verstehe ich daran aber nicht warum das dann jeder macht.

Von Seilfett habe ich nun schon öfter mal gehört. Ist das auch im Rahmen empfehlenswert?

Rostschützende Grüße, Justin
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon wolfischauer » 28.05.2015 - 17:10

Hi Justin,

jeder denkt da anders: Meine Meinung ist:

Der Unterboden muss soweit wie möglich rostfrei und fettfrei gemacht werden ( unmöglich bei Pajeros , aber soweits halt geht )

Danach Brantho Korrux in mehreren Schichten . Immer schön zwischen trocknen lassen und wieder ne Schicht drauf. ( Bis das Zeug durchgetrocknet ist kanns schon sehr lange dauern. Einfach geduldig sein:) , ich verwende Lackierpistole mit Verdünnung.

Danach ist bei mir einige Flaschen Fluid Film schön verteilt überall speziell dort wo ich nicht hingekommen bin ( Falze etc )

Darauf ist eine Dicke Schicht Seilfett auf Fluid Film.

Darüber dann ganz ganz viel Mike Sanders.

Im Rahmen hab ich nichts ausser MIKE SANDERS ( nicht gespart ) und Fluidfilm ( nicht gespart ) . Bitte kein Selfett im Rahmen verwenden. ( Meine Meinung )

ja es tropft, und kleckert, aber das ist mir egal.

Als nächstes folgen jetzt dann die TIPPS vom KAY. Material ist bereits zuhause.

In Kays Threads gibts da immer wunderbare Tipps die man ausleben kann.

Bei den Radkästen ist selbes gemacht, aber das ist nicht optimal . Eventuell hat jemand Tipps zu der Radkastenkonservierung für mich.

Auch im Innenraum wurde Mike Sanders gesprüht unter Teppich , Boden in Türen , Gurtbefestigung etc. Aber natürlich viel weniger davon. P.s. Anfangs stinkts ein bisschen, legt sich aber, oder man gewöhnt sich dran.


Ich wäre Dankbar für jeden Tipp für die Behandlung der Radkästen und den Lack um den Radkasten der Feuchtigkeit ausgesetzt ist.

P.s. Nach so einer Behandlung kannst du aber Schweißen wenns nötig ist ziemlich vergessen. Die Hütte würde einfach nur abbrennen.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meinem Unterboden so wie es gemacht wurde, aber die Radkästen und das Karosserieblech an den Radkästen muss ich unbedingt verbessern. Auch wenn dort noch kein Rost vorhanden ist.

Als Lackkonservierung gibts alle 5 Monate ein Manuell aufgebrachtes Kaltwachs, davor Reinigung und mit nem Tuch vorsichtig trocken und sauberreinigen.

Keine Politur. ( Tipps ausm Forum )

Im Winter falls ich mal auf Salz unterwegs sein sollte natürlich immer Vollwäsche mit Unterbodenwäsche.

Soweit sind meine Erfahrungen. Ich verwende gerne Fette , aber wenn du was darunter Arbeiten musst, siehst du halt dem- entsprechend aus.

Allerdings vergiss nie: Hauptsache du machst was, fast alles ist besser als Nicht Konservieren.

Und ja es ist verdammt viel Arbeit. So richtig viel Arbeit wenn du es ordentlich machen willst.

Du kommst selbst drauf sobald du mal angefangen hast.

Wie erwähnt, jeder hat andere Erfahrungen .

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 28.05.2015 - 17:50

Hallo Justin!

Zu Brantho Korrux kann ich jetzt nichts sagen (ich kenne die Inhalte nicht, aber da mit Nitro und 2K Lacken verträglich, tippe ich mal auf PU oder Acryl), aber Owatrol oder Leinöl würde ich nicht als Lackierbasis nehmen. Owatrol oder Leinöl haften nicht besonders gut auf blanken Untergründen und somit wird der Lack nur eine geringe Verbesserung der mechanische Haltbarkeit erreichen. Wenn man jetzt natürlich Eisenglimmer beimischt sieht das anders aus. Die Wirkung kann man sich veranschaulichen wenn man einen Becher Wasser auf den Tisch schüttet. Das Wasser verteilt sich sofort mit sehr geringer Schichtstärke über die Fläche. Wenn man jetzt aber Quarzsand zum Wasser gibt sieht das ganz anders aus. Jetzt kann man das ganze sauber in einer vernünftigen Schichtstärke aufbringen. Ich kann also in einem Arbeitsgang eine deutlich höhere Schichtstärke erreichen. Worauf ich jetzt hinaus will ist: Abwischen kann ich aber beides fast gleich gut, egal ob pur oder mit Sand.
Wenn das Ganze aber Ausgehärtet ist, sorgt der Glimmer gleichzeitig für eine höhere Belastbarkeit der Oberfläche. Wenn ich mal wieder ein Beispiel bringen darf: Ich habe also gerade eine Sandburg gebaut und nach dem der Sand trocken ist, weht der Wind langsam alles weg. Wenn ich jetzt aber das ganze sauber mit Lack überziehe, ist der Wind schon ziemlich gut gebannt und etwas Regen verträgt das ganze auch, aber egal ob ich jetzt Lack drauf habe oder nicht, wenn ich auf die Burg springe ist sie platt. :achselzuck:
Wenn man also reines Owatrol auf Blech streicht kann man sich den Lack sparen. Wenn Lack, würde ich in dem Fall auch zu Kunstharzlack raten, der bindet auch mit Sauerstoff ab.
Blanke Bleche würde ich also nicht mit Owatrol als Basis versehen, wenn man jetzt Flugrost hat ist Owatrol schon eine Möglichkeit, denn hier erziele ich andere Haft- und Reibwerte.
Owatrol und Leinöl vergrößern beide ihr Volumen beim Abbinden, was zur Folge hat, das poröse Oberflächen wie Holz oder Beton, fester und "härter" werden. Bei Rost hat das aber den Nachteil, das, wenn es kein oberflächlicher Rost ist, der Rost vom Leinöl abgelöst wird und hier somit auch kein Schutz besteht. Das auf so einem Aufbau dann ein Lack nicht besonders haltbar ist kann man sich vorstellen.

Soweit mein Wissensstand. :achselzuck:

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Beda » 29.05.2015 - 15:28

Hallo zusammen,
einmal kurz über den Rhein geschwommen und schon habe ich den richtigen Lieferanten für Eisenglimmer nach DB-Norm.
Aaaaiigentlich gibt es den nur palettenweise, aber wenn ich abhole, kann ich einzelne Säcke à 25kg bekommen.
Preis 5.-€/kg plus 10.-€/dpd-Paket bis 31kg. Ganzer Sack 100.-€ + Versand
Um aktiv zu werden, brauche ich eure Bestellungen.
Bitte gleich mit dpd-tauglicher Adresse per pn an mich.
Bitte etwas zackig, weil ich gerne übernächste Woche einkaufen würde.

Bild
Der kurze Weg zum Glitzerflitzer :rofl:
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 29.05.2015 - 18:20

Hallo Beda,

das klingt ja toll und ich tendiere dazu einen Sack zu bestellen, falls meine lieben Bastelkollegen wie Matti nicht zukünftig das Material mitbringen wollen...

Kannst Du noch die Farbe und Körnung angeben, oder handelt es sich sowieso und offiziell um anthrazit und < 60my. Erinnere ich die DB-Norm richtig ?
Gibt es noch weitere technische Angaben, z.B. zur Haltbarkeit und Lagerung?

@Matti: ? :achselzuck: Ich mach Dir auch noch die zum Treffen vergessene Fertigmischung dazu, falls Du nicht...

mit lieben Grüßen und Dank für Deine Mühe von Kay, welcher sich noch per PN melden wird.

PS: Ist der Glitzerflitzer geeisenglimmert oder spielst Du mit dem Bild nur auf die Kaufgelüste wegen der Galloperlosigkeit an? :extremlached:
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Beda » 29.05.2015 - 19:24

Hay Kay,
mehr weiß ich auch nicht: http://www.luh.de/produkte/eisenglimmer/
Ob die Farbe wählbar ist, habe ich noch nicht gefragt.

Vorsicht!
Liebe Kinder,
nicht verwechseln!
Obiges Fahrzeug wurde nicht mit Eisenglimmer geglitzerflitzert:
http://www.auto-news.de/auto/news/bilde ... n_id_17723
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 29.05.2015 - 21:01

Hallo Ihr Forscher und Entwickler,

könnt ihr einen alten Mann mal auf die Sprünge helfen.
Eisenglimmer war für mich schon immer chemisch inert. Das Zeug liegt seit Jahrtausenden bei uns rum ohne das sich daran etwas tut. Jetzt kommt mir das immer mehr wie ein Wundermittel vor. :achselzuck: Auf der von Beda gelinkten Seite steht jetzt sogar was von Rostschutz-Pigment. Ich habe Eisenglimmer als rein physikalisch wirksamen Zuschlagstoff gesehen, anders als z.B. Zink oder Aluminium, katalytische Eigenschaften wie bei Platin und Co sind mir nicht bekannt.
Irre ich da jetzt, oder liegt die Verbesserung der Eigenschaften von z.B. Leinöl doch an chemische Abläufen?

Es grüßt ganz neugierig der

Volker
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