Gelenkwellen wuchten

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unbemerkt
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Re: Gelenkwellen wuchten

Beitragvon unbemerkt » 22.04.2017 - 11:03

Moin Volker,

ich habe Dich nicht vergessen, wollte aber noch Recherchen zum "Ölförderkanal" in den Wellen anstellen, bevor ich mich melde, wobei mir eine üble Erkältung mit annähernder Gehirnstillegung dazwischen kam, verzeih.

Bezüglich der fehlenden Verzahnung waren wir beide im Recht und Unrecht.

Hirvi hat geschrieben:Ich gehe mal davon aus, dass Du als Markierzahn die fehlende Zahnreihe meist. Die ist aber meiner Meinung nach nicht dazu da etwas zu markieren. Da das Ganze bei einer sauberen Verzahnung, wenn es im Getriebe im Öl läuft auch weiter schieben soll, muss ja das Öl das hinter das Schiebestück kommt auch wieder zügig entweichen können, genau das geht über die "fehlende" Verzahnung. ( Umgekehrt natürlich auch )Wenn die fehlt, gibt das einen herrlichen Luftpumpen-Effekt, der dem zügigen Ein- und Ausschieben im Wege steht.


Hier bin ich natürlich ganz bei Dir, mein Fehler, es handelt sich bei den Gelenkwellen um reine Ölförder- oder Entlüftungsräume. Auf der Gegenseite ist kein breiterer Zahn - also keine Markierfunktion.

Bild

Hirvi hat geschrieben:Eine Verzahnung wie hier findet sich ja auch bei den Drehstäben am vorderen und hinteren Ende. Bei der 2WD Version wird laut Rep.-Anleitung vorne und hinten Fett angegeben, bei der 4WD Version nur hinten. Übertreibt man es hier mit dem Fett bekommt man den Drehstab nur mit Gewalt eingesetzt. Ich mische hierzu immer Fett mit Motoröl und es wird nur ein Hauch aufgetragen. Ich glaube nicht das der fehlende Zahn etwas markiert, dem seine Funktion ist der klassischen Physik geschuldet.


Hier muß ich Dich jedoch korrigieren. Die Positionsmarkierung an den Drehstäben ist wirklich eine solche, wird in Handbüchern von z.B. L300 und Pajeros so benannt und dient ausschließlich der Ausrichtung der Ankerarme. Die Auftragung von Fett bei der Montage wird bei L040 und V20 völlig vernachlässigt. Da diese Verzahnungen aber zu gern Rost ansetzen, würde ich hier immer, egal was die Handbücher aussagen oder weg lassen, "vollfüllend" und unverdünnt Fett zur Dauerpflege einbringen. Ein länger anhaltender gleichmäßige Druck reichte bei mir immer zur schön "Fett austreibenden" Montage. Ich musste aber auch noch nie neue Drehstäbe, mit womöglich noch kraftschlüssigerer Verzahnung einbringen. Bei vollflächig aufzubringenden Fetten verwende ich aber auch gern Haftsprühfette, wie von Würth, welche durch die Lösungsmittel kurzzeitig flüssiger sind - ähnlich Kettenspray.

Verzeih bitte noch einmal, daß ich mich so spät gemeldet habe.

mit lieben Grüßen von Kay
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Re: Gelenkwellen wuchten

Beitragvon Hirvi » 24.04.2017 - 18:12

Hallo Kay!

Sorry für OT. Bei den Drehstäben habe ich vor dem Ausbau auch sauber Markierungen gesetzt, nur um diese beim Einbau zu ignorieren. Die Stäbe haben ja hinten eine Farbmarkierung und eine Seitenangabe, also R und L, nach denen habe ich mich gerichtet und sauber mit den Zollstock den Gweindeüberstand gemessen. Das Ergebnis ist deutlich gerader als vor dem Ausbau. Was das fetten anbelangt, so waren meine Verzahnungen in einem sauberen Zustand, ich würde sagen, ohne nennenswerte Oxidation. Das beim 4WD nur eine Seite gefettet wird, liegt meiner bescheidenen Meinung nach daran, das die Längenänderung durch die Torsion größer ist als beim 2WD und es mit Fett zu stärkeren Zug und Druckkräften in den Aufnahmen der Drehstäbe kommt. Wenn eine Seite ohne Fett "gleitet", lassen sich diese schneller und verlustfreier abarbeiten. Man sollte aber Mitsubishi-Rep.-Anleitungen nicht spät Abends lesen und un hinterfragt umsetzten. Das habe ich gerade bei meinem Zahnriemen gelernt. Spannrolle exakt nach Anleitung verbaut und das exakt falsch herum. :kopfgegenmauer: Hätte ich mir das Teil mal genau angeschaut, wäre das nicht passiert. So muss ich den Riemen der Ausgleichswelle wohl bald wieder tauschen. Ergo: Zahnriemen ist wirklich malen nach Zahlen, aber nur wenn die Zahlen auch stimmen. By the way, Motor läuft, hat aber Geräusche mit Nockenwellen-Takt. :achselzuck: Werde ich wohl noch beobachten müssen.

OT of!

Ich habe ja gerade meine Wellen wieder eingebaut und ich habe beim ersten Ausbau, kurz die Flex an die Flanken der Verschraubung gehalten um eine dauerhafte Markierung zu erhalten. Ich halte mich an diese Markierung, auch wenn ich mich im Nachhinein immer wieder frage, welchen Sinn diese hat, wenn alle Teile separat gewuchtet wurden. Klar, steht in der Rep-Anleitung, aber da sage ich mal. siehe oben. :rofl:

Soweit grüßt der

Volker

Äh, hatte ich schon gesagt, dass ich mich überhaupt nicht freue, dass ich dieses Jahr nicht ich freue mich schreiben kann. :idee03:
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Re: Gelenkwellen wuchten

Beitragvon Timo TA93 » 24.04.2017 - 19:05

Nabend,

hab das Thema mal grob überflogen und kann sagen, es geht auch ohne wuchten. Kreuzgelenke an der hinteren Kardan gewechselt und eingebaut ... keine Vibrationen mehr. Allerdings hab ich das in der Werkstatt meines Ex-Schraubers gemacht und er hat die Welle eingesetzt während ich noch nach den Schrauben griff. So hab ich nicht gesehen ob er irgendwelche Markierungen beachtet hat. Vorm Ausbau hab ich aber keine gemacht.
Grüße
Timo TA93

Der immer für "Oberförster Pudlich" gehalten wird...
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Re: Gelenkwellen wuchten

Beitragvon Borsty » 30.05.2017 - 07:05

Hi Zusammen
Da ja meine beiden Wellen gerade gemacht wurden habe ich noch ein bisschen rumgestochert. Wenn man die Wellen nur ausbaut und wieder einbaut mache es Sinn zu markieren. Wenn man Kreuze tausche sei es Unsinn da wie ich schon sagte ein Unwucht entstehe egal wie genau man es mache. Dazu komme eben meist wie jetzt bei mir entdeckt wurde das wenn man oft im Gelände unterwegs ist auch die Rohre Dellen kriegen können die man leider nur auf einer Drehbank oder Auswuchtmaschine sehen könne, ausser es hänge sich Jemand unters Auto und man fährt.
Ich schätze das die Preise nur zum Auswuchten bei Euch ja nicht höher liegen können als bei uns. Preislich war die Welle mit dem Nur-Kreuzetausch und auswuchten bei CHF 380.- Also Arbeit, Material und auswuchten sowie Neu lackiert.
Wenn ich jetzt das Fahrgefühl mit Vorher vergleiche ist es wie Tag und Nacht. Bei mir musste das schon länger der Fall gewesen sein aber von Hand hat man da gar nix gerüttelt oder gespürt.
Der Meister meinte das es Vorne durch die Delle mal angefangen habe und sich dann langsam zum grösseren Problem entwickelt habe. Schaden an der vorderen Welle dadurch war viel grösser.
Schiebestück war hin, die Flansche leider auch ausgeschlagen. Die Kreuze selber meinte er seien rein theoretisch noch für ein paar 1000 Kilometer gut gewesen wenn nicht andere Sachen durch die Vibrationen gekommen wären. Es mag gut sein das es für unterwegs mal gemacht werden kann, aber irgendwann sollte das Ding auf die Auswuchtmaschine. Bei mir sind Zwischengetriebeflansche usw. fix und nicht wie bei den meisten Pajeros gleich als Schiebestück ausgelegt und leider nur Gleitgelagert. Das hatte ich ja schon erwähnt das bei mir dann auch dieses Teil hinüber war und die Trompete nur als Ganzes erhältlich ist.
Mein Fazit daraus wiedermal, die Wellen müssen gewuchtet werden das man Folgeschäden eliminieren kann.
Gruss Uwe
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Re: Gelenkwellen wuchten

Beitragvon unbemerkt » 01.06.2017 - 11:19

Hallo Uwe,

hab einen Dank für Deine abschließende Diagnose.

Borsty hat geschrieben:Der Meister meinte das es Vorne durch die Delle mal angefangen habe und sich dann langsam zum grösseren Problem entwickelt habe. Schaden an der vorderen Welle dadurch war viel grösser.
Schiebestück war hin, die Flansche leider auch ausgeschlagen. Die Kreuze selber meinte er seien rein theoretisch noch für ein paar 1000 Kilometer gut gewesen wenn nicht andere Sachen durch die Vibrationen gekommen wären.


Hier scheint mir tatsächlich "der Hase im Pfeffer zu liegen".

Für die Werkstatt und zur Allgemeinkontrolle träumt mir zur Diagnose ein einfach ansteckbarer "Erschütterungssensor" zur Einschätzung der Unwucht und ihrer Lage. Überspitzt könnte man so durch Probeklebungen die Veränderung prüfen.

mit Grüßen von Kay, welcher nun zumindest schon einmal eine Während-der-Fahrt-Unterbodenkamera hat

PS: Die Bildqualität der 3-Meter-Schlauchkamera wurde von den Testern beim Treffen als ausgesprochen gut bewertet. Nun kann ich die ganz tiefen Rahmeneinblicke versuchen. Im Vergleich zu meiner ersten Inspektionskamera mit Rechneranschluß kann man wahrscheinlich die Rückfahrkameras mit Funk und am Draht heran ziehen. Der große und zusätzlich vom Bediengriff abnehmbare 3,5 Zoll Bildschirm war mir besonders wichtig.
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Re: Gelenkwellen wuchten

Beitragvon Borsty » 02.06.2017 - 05:06

Hi Kay
Glaube das die Unterbodenkamera schnell fliegende Steine schlecht bis recht erfassen kann. Aber was ich gelernt habe, ist das man den Kardan auch immer wieder ein bisschen Sprühdose zumuten sollte damit man dann Einschläge wenn es mal so komisch getönt hat sehen könnte.
Jedenfalls bin ich mehr als froh das dies gemacht ist. Die Idee ist nicht schlecht wenn man sowas hinkriegen würde um am Fahrzeug zu schauen. Darüber hatte ich mit ihm auch schon gesprochen. Leider gäbe es sowas in diesem Sinne nicht. Da hätten sie sich schon oft viel Arbeit bei LKWs sparen können wo es dann etwas Anderes war.
Apropos habe ich gestern entdeckt das nicht nur die Naben bei mir auch ausgewuchtet sind, sondern auch die Bremsscheiben. Irgendwie ist da Alles ein bisschen ausgewuchtet. Frage mich langsam ob darum der LC so teuer ist? :lachen:
Gruss Uwe der auf die Kynetikwellen, Lager usw wartet.
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Re: Gelenkwellen wuchten

Beitragvon unbemerkt » 02.06.2017 - 07:35

Moin Uwe,

Unwuchtkontrollmaschinen am arbeitenden System gibt es schon und einige Arten. Schließlich ist ein Feinwuchtgerät für Räder an der Achse eigentlich nichts anderes. Die Frage ist nur, ob man ein solches System "preiswert" umgefriggelt bekommt.

mit Grüßen von Kay, welcher an dem Thema arbeitet und versucht seine Träume in diese Richtung zu lenken
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