Druckspeicher, Oil Chamber - wozu ist das Teil an d.Kupplung

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Hendrik

Druckspeicher, Oil Chamber - wozu ist das Teil an d.Kupplung

Beitragvon Hendrik » 09.01.2004 - 09:20

Auf der Suche nach der Ursache des Kupplungsrutschens in TN
habe ich gestern meinen Mitsu-Menschen gesprochen.
Der fragte sofort, ob ich die Kupplungsflüssigkeit gewechselt hätte?
Als ich dies bejahte, meint er sofort, dass die Beschreibung auf eine
unvollständige Entlüftung des Systems passt, weil die Anlagen
mit dem "Druckspeicher" sich extrem schlecht entlüften lassen.

Nagut - werde ich am Wochenende nochmal machen, aber meine Frage:

"Wozu braucht man dieses Teil, das der Mann bei Mitsu "Druckspeicher" nennt,
das im Ersatzteilkatalog "Oil Chamber" heisst, das im Werkstatthandbuch Galloper
und beim L040 überhaupt nicht erwähnt ist und das von den Anschlüssen her
"verkehrt" herum eingebaut ist?"

Kann man das Teil einfach ausbauen? - Hat jemand Erfahrung mit dem
Ausbau?

(Für alle, die es noch nicht gesehen haben - dieses Teil sitzt in der Druckleitung
zwischen Kupplungshauptzylkinder und Kupplungsarbeitszylinder, in an die Kaross geschraubt,
hat etwa 3cm Druchmesser, ist ca. 10-12cm lang und hat den Eingang unten und den Ausgang
oben angeschlossen.)

Danke und Gruß


Hendrik
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Beitragvon Borsty » 09.01.2004 - 09:25

Hi Hendrik
Das Teil würde ich ja dran lassen. Der Druckspeicher ist dazu da um ein Restdruck für die Bremsunterstützung zu haben. In manchen Fällen wenn er kaputt ist und eben den Druck nicht mehr richtig speichert kann es vorkommen wenn man erschrickt und auf die Bremse tritt ein Gefühl von auf ein Stein treten entsteht. Bremswirkung sozusagen Null und erst wen der Druck aufgebaut ist, bremst es und das Pedal geht nach unten. Habe ich erst vor kurzem an meinem BMW gehabt. Ich denke Beda kann da sicher auf der fachlichen Basis noch weiterhelfen :D
Gruss
BORSTY
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 09.01.2004 - 09:30

Hallo Brosty,

das Teil hat aber wirklich überhaupt nichts mit der Bremse zu tun,
kein Verbindung oder sonstwas gibt es da zur Bremse und offensichtlich
haben es einige Typen (L040, L300, L200, Galloper, V20...???)
überhaupt nicht.

Gruß

HEndrik
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 09.01.2004 - 09:58

Im Ersatzteilkatalog ist das Teil zwar mit aufgeführt, aber
in der Abbildung ist die Verbindung vom Hauptzylinder zum Arbeitszylinder
direkt mit einer Metalleitung/Flexleitung gemacht, ohne dass das Teil dazwischen ist.

fragende Grüße

Hendrik
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 09.01.2004 - 10:28

AChja, habe noch einen Hinweis entdeckt, obs Stimmt,, weiss ich noch nicht:

Wenn die Kupplung unsauber einkuppelt oder rutscht, kann auch das falsche
Schmiermittel zwischen Arbeitszylinderbolzen und Ausrückhebel verwendet
worden sein - hmm, ja ich habe dort Mike Sanders Fett reingeschmiert, statt
"KFZ-Fett" - auch mal schauen.

Gruß

Hendrik,

der dieses "oil Chamber" Zwischenteil gern zur Minderung potenzieller Problemstellen
ausbauen möchte.
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Beitragvon Borsty » 09.01.2004 - 11:22

Hi Hendrik
Aha, wieder was gelernt was nicht bei allen Fahrzeugen gleich ist. Wenn mein BMW Handgeschaltet wäre, wären da noch zusätzlich die 2 Anschlüsse dran die Jetzt aber verschlossen sind. Ich denke, wenn Du das Teil entfernts, rein von der Logikseite her, müsste mit höherem Pedaldruck für das Kuppeln entstehen. Denke ich mal so. Ein Versuch machen. Mal abhängen und dann merkst Du ja sofort ob das Pedal einen kräftigeren Druck verlangt oder nicht. :wink:
Gruss
BORSTY
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Beitragvon Gast » 09.01.2004 - 11:38

Hallo.

Keine Ahnung was diese oil chamber für eine Funktion hat. Vielleicht stellt das vergrösserte Ölvolumen eine Art Stossdämpfer bzw. Puffer dar, damit das Kupplungspedal bei Betätigung nicht so vibriert?

Ich konnte nach dem Tausch des Hauptbremszylinders, bei dem am L300 der kombinierte Brems/Kupplungsflüssigkeitesbehälter geleert wird, die Kupplung problemlos entlüften.


Grüsse - kp
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Beitragvon Beda » 09.01.2004 - 13:49

Hallo zusammen,
so ein Teil ist mir auch noch nie unter gekommen. Da es laut EPS aber Varianten mit und ohne gibt, halte ich "das Ding" für entbehrlich.
Laut meinem Mitsu-Händler gibt es welche mit einem Dämpfer, der Rattern verhindern soll. Aber eine rutschende Kupplung wegen unvollständigem Entlüften kann sich da niemand vorstellen.

Bild
Zuletzt geändert von Beda am 11.09.2005 - 15:46, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Beitragvon Crazy.max » 10.01.2004 - 12:16

Hallo Ihrs

Es gibt in der Hydraulik sogenannte Druckübersetzter , die den Zustand (VIEL WEG/WENIG KRAFT) in den Zustand (WENIG WEG/VIEL KRAFT) umwandeln . Könnte sich um sowas in Miniatur handeln .Ich habe bei Mir swas am L300 nicht gefunden . Allerdings muss Ich mein Kupplungspedal bis zum Bodenblech treten um auszukuppeln , wobei sie aber sauber trennt und sicher einkuppelt ohne durchzurutschen und zu rupfen.

Den Kupplungsdruck auf die Schwungscheibe bestimmt allein der Automat , entgegen anderslautender Aussagen kann man die Kupplung NICHT einstellen , sondern nur das Kupplungsspiel am Pedal.
Entfernt man Kupplungseil oder Hydraulikleitung ist die Kupplung zu 100% eingerückt - wenn sie nun rutscht ist die Scheibe verschlissen , oder der Automat kaputt .

Olaf - der seine Tasche für Erfurt schon fast gepackt hat :lol:
ich bin Olaf und ich mag Umarmungen
H.N

Beitragvon H.N » 10.01.2004 - 15:16

Hi Hendrik

Vieleicht hat es was mit ABS zu tun. Im Bucheli vom V20 steht bei der Kupplung was von
Anschlussstück und Kupplungsleitung für Fahrzeuge mit ABS ?

Gruss H.N
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 10.01.2004 - 19:02

Juhu, jippie,

Kupplungsrutschen und teilweises Rupfen beim Anfahren sind weg - einfach weg.

Nun, was habe ich gemacht? - den sog. Gebrauchtwagentest.

Ich habe mein Auto vorher auf ebener Fläche abgestellt, die Handbremse angezogen (kräftig),
Motor gestartet, Motor auf 3500 Umin (viel Drehmoment) hochgedreht, 4. Gang und die Kupplung
rausgelassen - der Motor dreht weiter, der Wagen steht, mit dem Gas kann man die Drehzahl
regulieren.

Dann auf die Rampe, die Kupplungsflüssigkeit raus, dieses ominöse Teil entfernt, die
Leitungen wieder zusammengeschraubt (passt sehr gut, wenn man die Flexleitung um ca. 90 Grad
an ihrer Anschraubung nach hinten versetzt).
Kupplungsflüssigkeit wieder rein, ein paar mal Pumpen, entlüften, Dichtheitskontrolle (30sec
auf der Kupplung stehenbleiben) runter von der Rampe.

Dann habe ich mein Auto wieder auf ebener Fläche abgestellt, die Handbremse angezogen (kräftig),
Motor gestartet, Motor auf 3500 Umin (viel Drehmoment) hochgedreht, 4. Gang und die Kupplung
rausgelassen - der Motor stirbt ab, Wiederholungstest, wieder Motor abgestorben - Freudenschrei.

Die Kupplung vermittelt ein etwas direkteres Gefühl, sonst hat sich nichts verändert, ich glaube nicht,
dass es ein Kraftübersetzer ist. Auch ein sanftes Kuppeln oder so scheint es nicht zu bewirken, denn
die manuelle Betätigung der Ausrückgabel ist ist wie vorher nur soft und langsam möglich.

Also ich habe meinen Wagen mal wieder um etwas erleichtert, was nur Probleme verursacht hat,
mal sehen, was ich in Zukunft noch so finde :-)

Viele Grüße

Hendrik,

der sich nun sehr freut, die Kupplung nicht nochmal wechseln zu müssen.
Robby

Beitragvon Robby » 10.01.2004 - 19:37

Hallo Hendrik,

ich würde an Deiner Stelle als nächstes die Scheiben rausnehmen,
wegen der Windlast und der Probleme mit den Fensterhebern :wink:

Nicht das Du zum Wintertreffen nur noch mit dem Rahmen anrückst. :lol:
Das wäre mir als Beifahrer deutlich zu Kalt und ungemütlich.

In dem sicheren Wissen, daß es sich hier um einen der wichtigsten Forumsbeiträge
überhaupt handelt, wollte ich den Input ins Forum an einem SA nachmittag
mal wieder deutlich steigern.

Robby
der im Moment auch vieles aus seinem Auto ausbaut :cry:
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Beitragvon Matthias » 10.01.2004 - 20:45

Diese ominöse Ding scheint so was wie der Blinddarm zu sein. Von dem wissen wir auch immer noch nicht so recht, wozu er da ist, ausser um fern der Heimat sich zu entzünden. Bei den in meiner Generation noch eifrig entfernten Mandeln ist man glaube ich inzwischen etwas weiter. Bin froh, dass ich meine noch habe.
Aber Glückwunsch zu Deinem Erfolg!

Matti
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Beitragvon Jojo » 10.01.2004 - 21:45

Hallo Matthias,

Ich möchte mich hier auf keinen Fall wichtig tun, aber der Blinddarm entzündet sich nicht, sondern der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) und der hat zumindest im Kindesalter noch eine Funktion bei der Infektabwehr.
Ich denke, daß heißt im Klartext daß Hendriks Galloper mittlerweile erwachsen geworden ist und es vielleicht das beste war, die entzündliche Druckkammer zu entfernen.

Viele Grüße,

Johannes
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Beitragvon Beda » 10.01.2004 - 21:54

Hallo Hendrik,
meinen Glückwunsch zur erfolgreichen Operation.
Sobald die Ergebnisse der Obduktion vorliegen, bitte berichten :wink:
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda

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