Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Karosserie, sonstige Elektrik

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4x4tourer
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon 4x4tourer » 24.02.2018 - 07:22

Moin Johannes,

Respekt vor deinen Schweißübungen inkl. Einstellbeschriftungen. :respekt:
Ich hab bisher auch noch nicht mit WIG experementiert, reizen würd es mich aber auch. Bisher hab ich wie du jetzt auch, entweder mit Absetzzange gearbeitet oder die Bleche passgenau mit Minispalt eingesetzt, mit Schweißmagneten fixiert und dann immer an abwechselnden Stellen gepunktet, damit sich nix verzieht. Anschließend die Nähte glatt schleifen und fertig. Das ganze dann mit einem normalen Schutzgasgerät und Argongas in der Flasche.

Beim Lackieren greif ich dann gern auf unseren örtlichen Lackierer zurück und hol mir den Lack dort in der Fachwerkstatt. I.d.R. kriegt man da auch eine gute Beratung welcher Lack wie am besten ist. Laß dir dann auch Anmischbecher oder ein Lacklineal mitgeben, um die Mischung richtig einstellen zu können. Ich hab zum Lack und dem Härter auch noch immer einen passenden Einstellzusatz genommen. Damit kannst du den Lack noch passend für deine Lackierpistole einstellen. Hast du schon mal mit einer Becherpistole gearbeitet? Beim Lackaufbau selbst auf jeden Fall erst eine gute Rostschutzgrundierung drunter. Evtl mit feinem Zwischenschliff. Bei kritischen Stellen (alte Rostnarben o.ä.) kann man auch mit Spritzfüller arbeiten. Das ist sowas wie Sprühspachtel, der dann feine Kratzer o.ä. auffüllt.

Schön, daß du deinem Elch nach so langer Abstinenz jetzt wieder so ordentlich auf die Füße hilfst! :super: Wünschte ich hätte auch mal die Zeit dafür, meinen entsprechend genau zu untersuchen und zu pflegen. Aber immerhin steht er trocken in der Scheune.

freudige Grüße Dirk
L300....der bessere Bulli! ;-p
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon MF » 24.02.2018 - 15:57

Moin

Danke für das "Mitnehmen" in deine Werkstatt. :super:

Da in der väterlichen Werkstatt eh vorhanden , hab ich nur Erfahrung mit Schutzgas.

Was wäre am MIG denn noch besser?
Nur interessehalber, ich bleibe aus genannten Gründen beim Schutzgas.

Gruß Mario
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 26.02.2018 - 14:20

Hallo zusammen,

danke mal wieder für die Tips. Bislang habe ich das mit den "Lacken" auch immer so gemacht, dass ich mir alles vom örtlichen Lackierer geholt habe. Warum ich dieses mal nicht selber auf diese Idee gekommen bin .... :achselzuck:
War aber heute da und habe Rostschutzgrundierung bekommen. :super:

Gestern haber ich noch ein paar Schweißübungen gemacht. Leider ändert sich am Ergebniss nichts.
Auch ist gut zu erkennen, dass der Wärmeeintrag beim Punkten mit MIG am geringsten ist. Zwar klappt WIG auch, allerdings dauert es viel länger und der Wärmeeintrag ist viel höher (siehe Anlauffarben)
IMG_1195.JPG
IMG_1195.JPG (1.2 MiB) 750 mal betrachtet


Dann ging es gestern ans Eingemachte. (Ich habe begonnen den Elch zuzerstören)
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IMG_1201.JPG (1.19 MiB) 750 mal betrachtet


Dabei ist einiges unschönes zu Tage getreten. Wie bei den Gölfern (VW) ist es scheinbar beim Elch auch so dass sich wunderbar Dreck vor dem Kotflügel sammelt. Wenn dieser dann feucht wird, sind das ideale Bedingungen für Rost.
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IMG_1200-1.jpg (1.41 MiB) 750 mal betrachtet

Das ganze wird dadurch hervorragend unterstützt, dass der Hohlraum nicht zum Radhaus hin abgedichtet ist.
IMG_1205.JPG
IMG_1205.JPG (1.17 MiB) 750 mal betrachtet


Für die andere Seite werde ich mir noch überlegen müssen, wie ich dort das Problem löse.

Dann habe ich heute begonnen den Kotflügel vor zu bereitet.
So sieht das bisher aus.
IMG_1203.JPG
IMG_1203.JPG (1.41 MiB) 750 mal betrachtet

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IMG_1206.JPG (1.05 MiB) 750 mal betrachtet

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IMG_1207.JPG (1.17 MiB) 750 mal betrachtet


Gruß Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 28.02.2018 - 16:25

Hallo mal wieder,
ich will euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen.

Mittlerweile habe ich den Kotflügel eingepasst. Was sich als eine Sysiphusarbeit erwiesen hat, da es schwer war einen Bezugspunkt zu finden von dem aus man vernünftig hat messen können. Am Ende hat es an alles Ecken und Enden gestimmt nur die Türkante (also das presänteste Teil) hatte einen Versatz von 1-2mm :hosenscheisser:

Richtig zeitraubend waren auch alle Vorbereitungsarbeiten wie Blechputzen, Beulenausdengeln, Absetzen und wieder anpassen, Schweißpunkte schleifen und und und.
Hier ein paar Bilder. Leider zeigen diese bei weitem nicht welche Arbeit dahinter steckt.

Schweißstellen blank putzen
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IMG_1216.JPG (1.05 MiB) 729 mal betrachtet


Einpassen
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IMG_1218.JPG (1.04 MiB) 729 mal betrachtet


Punkten
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IMG_1220.JPG (867.87 KiB) 729 mal betrachtet


Schweißpunkte schleifen
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IMG_1222.JPG (1.02 MiB) 729 mal betrachtet


Vorbereiten fürs verzinnen.
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IMG_1226.JPG (1.12 MiB) 729 mal betrachtet

Bis auf zwei Übungsstücke 10x20cm habe ich das auch noch nie gemacht. Entsprechend groß war mein Bammel ob das alles ohne Verzug und Beulen machbar ist.

Verzinnt!!!!
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IMG_1227.JPG (1.1 MiB) 729 mal betrachtet


Und geschliffen. Leider habe ich es nicht so schön hin bekommen das ich mir das Spachteln sparen kann. Obwohl ich ewig herumprobiert habe. Ich denke das geht erst wenn man ausreichend Übung hat ... Dafür ist mir die "verhunzte Kante beim verzinnen ganz gut gelungen (hoffe ich). Genaueres werde ich wohl erst beim Einbau der Tür sehen.
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IMG_1233.JPG (1.23 MiB) 729 mal betrachtet


Weiter ging es mit allen Arten von Lackiervorbereitungen, natürlich wollte ich noch nicht final Lackieren sonder "nur" 2-K Rostschutzgrundierung auftragen. Leider gib es dazu wenig Fotos, weil man das meiste auch nicht wirklich sehen kann.
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IMG_1245.JPG (1010.47 KiB) 729 mal betrachtet


Und fertig Grundiert sieht das ganze ungefähr so aus.
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IMG_1247.JPG (1007.77 KiB) 729 mal betrachtet


Die Grundierung muss jetzt mind. 24 Stunden aushärten. Anschließend hoffe ich spachteln zu können.

Gruß soweit
Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon Timo TA93 » 28.02.2018 - 16:40

Hallo Johannes,

sieht doch gar nicht übel aus. Mit deinem "learning by doing" haste ganz gute Arbeit gemacht. Mir hat mal ein Maurer gesagt: "Der Putz ist nicht doof!", nach dem lackieren wirst sicher nicht mal selbst meckern.
Grüße
Timo TA93

Der immer für "Oberförster Pudlich" gehalten wird...
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon Hirvi » 28.02.2018 - 17:50

Hallo Johannes!

Ich lese hier immer gefesselt mit und als erstes würde ich Dir gerne sagen: "Du hast meinen ganzen Respekt!"
Wie du das angehst, mache ich mir null Sorgen um die H-Prüfung. :super: Deine Schweißarbeiten finde ich mehr als sehr ordentlich und die Nacharbeiten erst recht. Zwischendurch war ich zugegeben etwas verwundert, dass Du WIG als Weg wählen wolltest und ich hatte schon Sorgen, dass da ein Hobby-Schrauber fehlende Erfahrung durch edles Material ersetzen wollte. Dieser Sorge hast du mich aber gänzlich enthoben. Ich bleibe weiter hin gespannter Leser deiner Beiträge zur Rettung und Veredelung eines Elches. :huepfen:


Es grüßt Volker, der selber keine Ahnung vom Schweißen hat, aber trotzdem schweißt.
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 05.03.2018 - 10:05

Guten Morgen in die Runde,

es gab mal wieder einige Punkte die bearbeitet wurden.
Da die rechte Seiten von den Spenglerabreiten so weit fertig war, habe ich mich an die nächste "große" Baustelle heran gewagt.
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IMG_1248.JPG (1.19 MiB) 684 mal betrachtet

Auf den ersten Blick sah alles machbar aus. Blech raus, Ebaykotflügel zuschneiden und einschweißen.
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IMG_1249.JPG (1.16 MiB) 684 mal betrachtet


Aber so einfach wollte es mir mein Elch nicht machen.
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IMG_1254-1.jpg (1.21 MiB) 684 mal betrachtet

Denn der Innenkotflügel war weggerostet und nicht nur durchgerostet wie ich es auf den ersten Blick vermutet hatte. :motzen:

An dieser Stelle eine Frage an die Experten unter uns. Die mit dem roten Pfeil bezeichnete "Sicke", ist diese als Abfluss gedacht? In meinem Fall war diese mit Karosseriedichtmittel verschlossen und im "Schweller" befand sich ca. 4cm hoch der schon bekannte Wüstenstaub. Diese wird weiter unten noch mal eine entscheidende Rolle spielen. Aber dazu später.
Aber wenn wir schon bei Karossereiedichtung sind: Nach dem heraustrennen der Seitenwand zeigte sich mir dieses Bild.
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IMG_1253.JPG (1.38 MiB) 684 mal betrachtet

Jetzt stelle ich mir die Frage, ob die fehlende Dichtmasse für den Rost verantwortlich ist? Da hieße dann ja, dass der Kotflügel nur von Innen durchgerostet ist.
So viel ersteinmal zum vorgeplänkel.

Nach ettlichen Stunden gedengel, Papierschablonen geschneide, schweißen, flexen, feilen usw. Hatte ich eine veritable "neue" Innenkotflügelecke gebaut.
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IMG_1262.JPG (1.41 MiB) 684 mal betrachtet

Nach dem Einschweißen und Verzinnen sah das Ganze schon garnicht mehr so schlimm aus.
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IMG_1270.JPG (1.16 MiB) 684 mal betrachtet


Nun noch schnell mal den Kotflügel einpassen.
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IMG_1279.JPG (966.23 KiB) 684 mal betrachtet


Beim genauen betrachten musste ich feststellen das dieser garnicht so gut passte wie anfänglich gedacht. Zum Beispiel hörte die Sicke an der Radhauskante einfach irgendwo auf. Das hieß wieder dengeln. Auch passte die Breite der abgekanteten Verbindung zum Innenkotflügel nicht.
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IMG_1277.JPG (949.91 KiB) 684 mal betrachtet


Nach dem alle Fehler entdeckt und behoben waren, ging es mit den bekannten Arbeiten weiter.
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IMG_1290.JPG (1.03 MiB) 684 mal betrachtet

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IMG_1291.JPG (977.36 KiB) 684 mal betrachtet


Zum Schluss stand, wie immer, das Grundieren an. Da ich unter dem Schweller zwei Stecknadelkopfgroße Rostpünktchen entdeckte war schnell klar, dass ich diese mit ausschleifen und anschließend Grundieren würde. Leider wurden dies Pünktchen immer größer so dass sich am Ede folgendes Bild bot.
IMG_1297.JPG
IMG_1297.JPG (1.2 MiB) 679 mal betrachtet


Ich bin mir ziemlich sicher dass dies das Ergebniss des sich im Schweller angesammelten Wüstenstaubs in Verbindung mit Wasser ist.

Wie es weitergeht seht ihr beim nächsten mal.

leicht frustrierten Gruß
Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon unbemerkt » 05.03.2018 - 10:49

Moin Johannes,

alle vermuteten Öffnungen die Du am unteren Abschluss von A-, B- usw. Säulen findest, solltest Du dringend offen halten und mitunter sogar aufweiten, denn sie sind fast immer als aktive Wasserabläufe konzipiert.

Das geht so weit daß wir bei schlechter "werksmäßiger" Vorbereitung bei L200, Pajero, Galloper usw. sogar einmal Bohrungen setzen um dem Wüstensand wieder in die Freiheit zu lassen.

mit Grüßen von Kay
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

in Bearbeitung: Pajero V43W 3.0 V6 V24,
in Nutzung: Pajero Sport K96W 3.0 V6,
im Angebot: L200 Triton V6 3.0 RHD, Explorer-Kabine
in Sammlung: Pajero L141G 3.0 V6, GFK-Kompressor-Pajero L042G 2,6
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 13.03.2018 - 14:26

Mahlzeit,

mittlerweile ist wieder einiges passiert. Aber es bleibt ein ständiges Auf und Ab der Gefühle.
Das Loch im Schweller habe ich mittlerweile wieder verschlossen.
Hier ein paar Bilder.
Zuerst Blech anfertigen, biegen und einpassen. Anschließend einschweißen. Kennt ihr ja mittlerweile schon alles.
IMG_1306.JPG
IMG_1306.JPG (915.61 KiB) 614 mal betrachtet

Anschließendes verzinnen. Ist auch bekannt. Mittlerweile werden die Ergebnisse aber besser. Ist trotzdem immernoch ein großer zeitlicher Aufwand.
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IMG_1310.JPG (1.06 MiB) 614 mal betrachtet

Das Ergebnis
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IMG_1313.JPG (965.05 KiB) 614 mal betrachtet

Grundieren.
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IMG_1316.JPG (1.37 MiB) 614 mal betrachtet


Die Oberfläche bei diesem Teil sieht schon Welten besser aus als auf der anderen Seite. Gespachtelt werden muss trotzdem noch.

Dann ging es heute weiter mit der "letzten" großen Baustelle.
IMG_1350.JPG
IMG_1350.JPG (1.1 MiB) 614 mal betrachtet


Der Plan war, dass Blech heraus zu trennen, auf der Werkbank zu reparieren und anschließend wieder einzuschweißen.
Nach dem heraustrennen ergab sich folgendes Bild.
IMG_1351.JPG
IMG_1351.JPG (1.34 MiB) 614 mal betrachtet

IMG_1353.JPG
IMG_1353.JPG (1 MiB) 614 mal betrachtet


Also auch noch dieses rostige Blech entfernen.
Am (vorläufigen) Ende sah es so aus.
IMG_1356.JPG
IMG_1356.JPG (1.22 MiB) 614 mal betrachtet


Aufgrund des miserabelen Zustands beider Bleche scheidet eine Reparatur aus.
Mal sehen wie es weiter geht. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Gruß Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 22.03.2018 - 09:05

Guten morgen in die Runde,

da die letzten anderthalb Wochen gefühlt nur mäßig erfolgreich waren, war auch meine Motivation was zu schreiben sehr gering.
Aber ich war nicht untätig.
Da die zwei Lagen Bleche für den Einstieg nicht mehr zu retten war, sah ich zwei Möglichkeiten.
1. Die Bleche nachfertigen, in vereinfachter Form
2. Bleche aus einem Spender-Elch besorgen (wo ein solcher Elch stand wusste ich ja noch)

Der Nachbau der Bleche schien mir vom Zeitaufwand gesehen der schlauere Weg zu sein, da der Spende-Elch 550km eine Richtung weit weg stand.
Schnell war die Idee gefasst eine Blechbiegemaschine zu bauen. Da sich die Halle in den Gebäuden eines alten Stahlhandels befindet, liegt dort in jeder Ecke noch Stahl rum. Schnell war das Rohmaterial gefunden. Auch die benötigten Scharniere waren schnell gekauft.
Anschließend, war etliches an Gehirnschmalz, Flexarbeiten und Schweißen angesagt. Das erste Ergebniss sah dann auch vielversprechend aus. Die ersten Testbleche ließen sich auch wunderbar biegen. Anschließend stand die Ausarbeitung eines Biegeplans, inkl. Maßnehmen der original Bleche an.
IMG_1365.JPG
IMG_1365.JPG (1.26 MiB) 540 mal betrachtet

Doch schnell musste ich feststellen, dass meine Konstruktion nicht dafür geeignet war, die benötigten kurzen Absätze des Formblechs zu biegen. Vorerst behalf ich mir mit einem Hammer, die Ergebnisse konnten sich auch sehe lassen. Doch schnell wurde die Zuversicht zerstört, als ich das erste Blech in der benötigten Breite beigen wollte. Das Biegen mittels Hammer war trotz guter Einspannung des Blechs nicht mehr vernünftig durchführbar. Nach dem ich ein wenig gegrübelt hatte, kam die Idee für eine Lösung. Die bewegliche Seite der Abkantbank müsste viel, viel schmaler sein um die Kurzen Segmente des Blechs biegen zu können. Schnell war die Idee umgesetzt. Doch schon beim ersten Biegeversuch auf voller Breite musste ich erkennen, dass die "Backe" durch bog. Das änderte sich auch nicht deutlich, nach dem ich ettliche Versteifungen vorgenommen hatte. Alles in allem arbeitet die Maschiene gut, allerdings war sie für meine Zwecke nicht nutzbar.
Frustration.....
Die nächste Idee war, sich in Town einen Schlosserei/Spenglerei zu suchen die mit die gewünschten Bleche anfertigen konnten. Leider hatten ausnahmslos alle besuchten Betriebe das gleiche Problem mit den kurzen Abschnitten. So dass ich wieder mit leeren Händen da stand.

Nun blieb nur noch eine Lösung. Dem Schlachtelch musste zu Leibe gerückt werden. Also ab ins Auto und Kilometer fressen.
Zum Glück war der Verwerte einer der Besten und freute sich über das unverhofte wiedersehen und stellte ohne zu Fragen einen elektrischen Fuchsschwanz zur verfügung.
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IMG_1366.JPG (1.15 MiB) 540 mal betrachtet

Offensichtlich hatte mich meine Erinnerung im Stich gelassen, denn ich hatte im Kopf, dass die Einstiegsbleche beim Schlachtelch rostfrei waren. Waren sie natürlich nicht. Zu Sicherheit habe ich direkt die Bleche von beiden Seiten ausgebaut, im Zweifel könnte ich so aus zwei Blechen ein Gutes zusammenstückeln. Nach dem ich anschließend noch ein zwei Kleinigkeiten ausgebaut hatte, und in der Nähe zu Abend gespeißt hatte hieß es wieder KM fressen.

Am nächsten Tag folgte dann die Bestandsaufnahme.
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IMG_1374.JPG (1.27 MiB) 540 mal betrachtet

Die Einstiege beider Seiten waren ordentlich rostig aber in deutlich besserem Zustand als der Einstieg von meinem Bus.
Das änderte sich mit dem "Zerlegen" auch nicht.
IMG_1376.JPG
IMG_1376.JPG (1.28 MiB) 538 mal betrachtet


Da ich keine Möglichkeit habe Sand zu strahlen, habe ich erneut mich für die elektrolytische Entrostung der Teile entschieden.
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IMG_1381.JPG (1.27 MiB) 540 mal betrachtet

Dauert etwas länger und man muss die Drahtbürste ein wenig schwingen aber das Ergebniss kann sich sehen lassen, finde ich.
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IMG_1384.JPG (1.21 MiB) 540 mal betrachtet

IMG_1390.JPG
IMG_1390.JPG (1.14 MiB) 540 mal betrachtet


Die Bilder vom Einpassen, verschweißen, verzinnen und grundieren erspare ich euch diesmal. Das Ergebniss sieht mittlerweile so aus.
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IMG_1402.JPG (1021.12 KiB) 540 mal betrachtet


Allerdings sind ettliche Fragen bei diesen Arbeiten aufgetreten.
Wie sorgt man für verlässliche Rostvorsorge, wenn man zwei Bleche aufeinander Schweiße? Ich habe zwar das innere Blech gundiert, aber an den Stellen wo die Schweißpunkte sitzen verbrennt die Grundierung ja wieder.
Dichtet man die Pfalz, an der mehrere Bleche enden z.B. mit Karosseriedichtmasse ab oder reicht es wenn diese Grundiert und lackiert sind?

Zwischenzeitlich habe ich noch mit diversen Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt, dazu aber später mehr.

Freu mich über eure Anmerkungen.
Gruß Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 22.03.2018 - 09:17

Hallo ich noch mal,

einer dieser Nebenkriegsschauplätze ist eine nicht funktionierende Instrumentenbeleuchtung. Sprich wenn ich das Licht einschalte, geht das Licht (außen) auch, aber die Instrumente bleiben dunkel.
Als erstes habe ich alle Sicherungen die ich im Fahrerfußraum finden konnte durchgemessen. Ohne etwas auffälliges gefunden zu haben. Anschließend habe ich den Tacho ausgebaut und geschaut ob nicht zufällig die Birnchen durchgebrannt sind. Auch das ist nicht der Fall.
Hatte jemand diese Phänomen schon mal oder hat eine Idee wo ich am besten als erstes schauen kann?

Gruß Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon kasimodo » 22.03.2018 - 10:58

Hallo Johannes,

geht nur nicht die Beleuchtung der Instrumententafel oder geht auch nicht die Beleuchtung der Schalter / Aschenbecher / ect. ??
Es gibt dafür noch eine "Spezielle Sicherung" im Beifahrer Fußraum links/unten am Kabelbaum. Diese ist sehr versteckt! Das ist so ein "frei fliegener" Sicherungshalter in einem Gummigehäuse.

vG Gernot

ps: im Schaltplan auf Seite 4-42 (kapitel 14) zu sehen. Lage der Sicherung ist auf Seiet 3-11 im Bild "C" zu sehen.
Die L300 Verdrahtungsanleitung hast du ja.
L300 4WD / 2,5TD / lang+hoch+LSD / OME
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Allradantrieb bedeutet, daß man dort steckenbleibt, wo der Abschleppwagen nicht hinkommt...
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon 4x4tourer » 22.03.2018 - 19:55

Moinmoin,

öhm....oneway 550km macht hin und zurück nach Adam und dem Riesen schlappe 1100km für zwei gebrauchte Schwellerbleche.... :hosenscheisser2: Also ich liebe meinen Elch auch über alles und bin sicherlich auch ein wenig crazy ab und an...aber soweit wäre meine Liebe da sicher nicht gegangen. Ich ziehe tief den Hut vor dir für das, was du dir da an Mühen machst! Deine bisher ausgeführten Arbeiten kann ich auch nur bewundern! Ich hoffe der Elche wird dir dafür den Rest deines Lebens immer treue Dienste leisten..ansonsten wäre er ein undankbares Blechstück! :super:

respektvolle Grüße Dirk
L300....der bessere Bulli! ;-p
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 22.03.2018 - 22:26

Hallo zusammen,

@ Gernot, danke für den Tip, da werde ich morgen direkt mal suchen. Und ja es geht all das was du aufgezählt hast nicht. Ich habe auch schon einen Blick in die Verdrahtungsanleitung geworfen, allerdings habe ich die Lage der Sicherung nicht finden können. Ich werde mir die genannten Bilder/Kapitel noch mal inruhe anschauen.

@ Dirk,
das Ganze wird ein wenig verständlicher, wenn man die Randbedingungen sieht. Der Elch stand mit offenem Schweller da. Und er muss nächste Woche wieder fit sein, da ich dann aus der Halle raus muss. Es gab keine Möglichkeit H-Kennzeichen kompatiebel das Loch zu schließen. Und es waren ja nicht nur die Schwellerbleche sonder auch noch so Kleinigkeiten wie ein sehr guter Kühler und
das hier:
IMG_1370.JPG
IMG_1370.JPG (1.14 MiB) 493 mal betrachtet

was ich mitgenommen habe.

Und wenn ich ehrlich bin, waren die 1100 km noch nicht mal viel wenn ich so vergleiche was ich an manchem Wochenende so fahre.

Gruß Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 25.03.2018 - 23:22

Abend in die Runde.

Die Sicherung im Beifahrerfußraum habe ich gefunden. Warum um alles in der Welt die Ingenieure die Sicherung nicht mit in den Hauptsicherungskasten gelegt haben. :dreifragen:

Auf jeden Fall war die Sicherung durchgebrannt. Doch auch nach dem Austausch der Sicherung blieben die Beleuchtungen aus. Nach kurzer Überprüfung, ob an der Sicherung überhaupt Spannung anliegt, was der Fall war, war klar dass das Problem größer ist.
Also habe ich das Amaturenbrett ausgebaut. Schon beim ersten Hinsehen traf mich der Schlag.
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IMG_1437.JPG (1.18 MiB) 444 mal betrachtet

Nett umschrieben würde ich sagen, das es kleine Abweichungen zu den Schaltbilder gab. Vulgärer würde ich es groben Pfusch nennen.
Aber zuerst wollte ich herausfinden. warum die Amatuenbeleuchtung nicht ging. Schnell war eine Ursache gefunden.
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IMG_1433.JPG (1.05 MiB) 444 mal betrachtet

Das grün/weiße Kabel war durchgebrannt!!!! Da ich sehen wollte wo die Ursache liegt, habe ich angefangen den Kabelbaum auf zu dröseln. Egal wie weit ich in Richtung Sicherung ging das Isolierung des Kabels war weggeschmolzen. Auch bis zum Tacho war die Isolierung komplett zerstört.
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IMG_1435.JPG (1.05 MiB) 444 mal betrachtet

Zu allem Überfluss war vom einem der Vorbesitzer genau in diesem Schaltkreis rumgepfuscht worden. Ein rotes Kabel ging auf das Kabel der Tachobeleuchtung. Zu erst konnte ich nicht nachvollziehen woher das kabel kam und was es sollte. Bei der Menge an offensichtlich nachträglich in den Kabelbaum gepfuschten Kabeln kam leichte Panik auf.
Als diese wieder abgeflaut war, habe ich mich daran gemacht, den vorgefundenen Zustand zu dokumentieren. Da es auf Fotos schwer zu erkennen ist hier mal der "Kabellaufplan"
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IMG_1441.JPG (1.16 MiB) 444 mal betrachtet

Je mehr ich gezeichnet hatte um so klarer wurde mir was vorgefallen war. Scheinbar war beim einem der Vorbesitzer aus noch ungeklärter Ursache das grün/weiße Kabel durchgebrannt. Anstatt den Schaltplan beizubehalten wurde vom Hauptsicherungskasten von der Sicherung der Rückleuchte(n) mittels Kabeldieb ein "Bypass" gelegt.
Aber warum die Tachobeleuchtung trotzdem nicht funktionierte war mir immer noch unklar. Nach kurzen Suchen fand ich diese Verbindung um Stecker des Tachos.
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Der "Bypass" war nicht mal mit einem Kabeldieb mit der ursprünglichen Leitung verbunden worden. Das Kabel war einfach von hinten in den Stecker geschoben. Offensichtlich hatte sich das Kabel so weit gelöst dass kein Kontakt mehr vorhanden war. Nach dem ich die "Verbindung" getrennt und einen ordentlichen Anschluss gelegt hatte ging bei einem test auch die Tachobeleuchtung wieder.
Trotzdem war weder klar warum das Kabel abgebrannt war, noch eine saubere Lösung vorhanden. Die erste Herausforderung bestand darin, am Sonntag ein entsprechendes grün/weißes Kabel auftreiben. Zum Glück steht auf dem Hof ein zu verschrottender 4er Golf. Und nach ein wenig Suchen fand ich auch im Kabelbaum des Golfs ein ausreichend langes Stück grün/weißen Draht.
Als Erstes habe ich das Kabel paralell zum originalen Kabel auf der Außenseite des Kabelbaums verlegt. Die Anschlüsse und Verzweigungen in einer fachgerechten Art und Weise ausgeführt. Und den originalen Kabelbaum wieder gewickelt. Ab dem Stecker A46 zeigte sich das gleiche Bild des verschmorten Kabels. Also habe ich in bewährter Art den Kabelbaumaufgewickelt und einen Plan vom vorgefundenen Zustand gemacht.
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So richtig konnte ich keine Ursache erkennen, da alle Kabel nach der zweiten 3er Verzweigung in Ordnung waren.
Auf jeden Fall werde ich mir nochmal die verkabelung des Radios vornehmen.

Asl das Armaturenbrett draußen war, ist mir außerdem noch aufgefallen, dass der Buss mal einen Frontschaden gehabt haben muss. Denn das Blech und die entsprechenden Querträger unter der Windschutzscheibe scheinen schon mal ausgetauscht worden zu sein.
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Insgesamt scheint diese Arbeit ordentlich durchgeführt worden zu sein. Ich habe das nur dadurch erkannt, dass die Schweißpunkte mit einem MIG Gerät gesetzt wurden sind und nicht wie eigentlich mit einer Schweißzange. Trotzdem hat es mir nicht gefallen wie und wieviele Schweißpunkte an dem Querträger gesetzt wurden sind. Also habe ich den Querträger noch mal nachgescheißt.
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Anschließend habe ich nochmal alles mit Leinöl behandelt. Sicher ist sicher.
Ich hoffe, dass ich keine Fehler bei meiner schaltplanentsprechenden Verkabelung gemacht habe und morgen wieder mit dem Elch fahen kann.

Gruß Johannes

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