Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Karosserie, sonstige Elektrik

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luzivee
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Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 15.02.2018 - 09:03

Guten Abend allerseits,

hier möchte ich von meinem Versuch berichten meinen Elch soweit herzurichten, dass er die Kriterien einer H-Zulassung erfüllt.

Kurz zur Vorgeschichte des Elchs:
2009 habe ich ihn mit 120000km und einem verzogenen Zylinderkopf für kleines Geld erstanden. Ziel war es, mit geringstmöglichen finanziellen Aufwand ein Gefährt für einen kurzen Besuch am Aralsee zu erstehen. Welches nach einigen Wirren auch geklappt hat.
CIMG9970.JPG
CIMG9970.JPG (1.23 MiB) 904 mal betrachtet

Die anschließende Reise verlief dann ein wenig anders als geplant aber durchaus sehr positiv. Am Ende ist unser kleiner Ausflug rund 26tkm lang geworden.
Route.JPG
Route.JPG (77.32 KiB) 904 mal betrachtet

Alles ohne eine nennenswerte größere Panne.
Anschließend musste der Elch für eine gutes Jahr als Evakuierungsmobil für Feldhamster auf deutschen Äckern und Baustellen herhalten, was ihm mehr zugesetzt hat als die Reise um die halbe Welt.
Danach wurde er aus finanziellen Überlegungen stillgelegt (680€/Jahr Steuern und der Verbrauch). Die letzten 7 Jahre fristete er im freien auf einer LPG.
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DSCI0117.JPG (1.14 MiB) 904 mal betrachtet

Da er dieses Jahr 30 Jahre alt wird, erst 185tkm gelaufen hat und abgesehen von etlichen Blechschäden, technisch sehr gut da steht ist die Idee jetzt ihn wieder fit zu machen und als "technisches Denkmal" zuzulassen.

Da ich mein Studium zu einem großen Teil durch Autoautoreparatueren finanziert habe und immernoch all meine Fahrzeuge komplett selber instandhalte, bilde ich mir ein, eine Idee zu haben was ich mir da für eine Arbeit aufhalse. Allerdings habe ich bislang Autos immer mit dem Fokus auf technische Aspekte repariert und nur selten ein besonderes Augenmerk auf die Optik gelegt. Leider scheint der Gesetzgeber aber dieses besondere Augemerk auf die makellose Optik zu legen, was mich gerade bei den Blecharbeiten vor neue Herausforderungen stellt.
Um nicht das Rad neu erfinden zu müssen habe ich mich ein wenig fortgebildet.
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IMG_1013.JPG (1.31 MiB) 904 mal betrachtet

Leider konnte mir dieses Buch nicht das Wissen vermitteln welches ich erhoft habe zu finden.
Hilfreicher waren diese Videos, wobei diese auch viele Fragen aufgeworfen haben.

So weit für erste.
Gruß Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon MF » 15.02.2018 - 09:34

Moin

Das verspricht eine tolle und spannende Aktion zu werden. :super:

Bitte halte uns weitestgehend auf dem Laufenden.

Es macht den Anschein das wir in ein Paar Jahren einiege H Fahrzeuge hier "beherbergen".

Gruß Mario
Galloper 2.5 Exceed
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon Beda » 15.02.2018 - 09:56

Hallo Johannes,
ich drück die Daumen.
Hier noch etwas Lesestoff:
https://www.4x4travel.org/phpBB3/viewtopic.php?f=34&t=15105
https://www.4x4travel.org/phpBB3/viewtopic.php?f=37&t=13374&p=182489&hilit=b%C3%BCndelungsbeh%C3%B6rde#p182489
Mein Tipp such und finde den Prüfer, der das Ganze abnicken soll vorher, und sprich alles mit ihm durch.
(incl. seinen Karriereplänen. Mir ist schon einmal der Prüfer auf der Karriereleiter entschwunden. Mit entsprechenden Komplikationen.)
So ist die H-Nummer 2021 für den B schon durchgesprochen.

PS: Von wegen Hamster: http://www.zeit.de/2004/18/Hamster_2fri ... ettansicht "Hamsterholger" ist ein guter Bekannter.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 15.02.2018 - 10:10

Hallo,

weiter gehts, oder was bisher schon geschah.

Die Wiedererweckung gestaltete sich ein wenig schwerer als gedacht. Der Elch wollte einfach nicht anspringen. Nach ein wenig suchen, und mehrer vermuteter Ursachen, stellte sich die defekte Kraftstoffpumpe als Auslöser heraus. Beim Ausbau derselben zeigte sich das in den 7 Jahren Standzeit der Tank leicht korrodiert war. Da der Tank sowie so schon ausgebaut war, habe ich diesen Innen und Außern eine kleine Rostkur spendiert. (Innen elektrolytisch Entrostet, außen nach Tips aus dem Forum mit Leiölfirnis behandelt). Da der Elch sich aus eigener Kraft nicht bewegen konnte erfolgte der Wiedereinbau des Tanks unter erschwerten Bedingungen.
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IMG_0998.JPG (1.13 MiB) 889 mal betrachtet

Anschließend konnte ich mit vielen guten Worten und noch mehr Geduld den Motor dazu überreden langsam seinen Betrieb wieder aufzunehmen. Anscheinend waren die Einspritzventile schwergängig oder zugeklebt. Des es dauerte ca 10 min bei Vollgas bis die Drehzahl von anfänglich 200 1/min auf 35001/min gestiegen war. Somit wurde entschieden, dass bei der ersten Tankfüllung ein Kraftstoffreiniger verwendet wird.
Nun stand der "ersten" Fahrt nichts mehr im Weg. Diese führte (semilegal) über mehrere Feldwege in die Wekstatt eines Freundes. Dort angekommen sollte ersteinmal beurteilt werden welche Arbeiten notwendig sind um den Elch in einen TüV-konformen Zustand zuversetzen. Schon bei der ersten Fahrt machte sich die Vorderradaufhängung durch lautstarkes Quitschen deutlich bemerkbar. Schnell war klar dass mehr oder weniger alle Gummielemente ersetzt werden mussten. Die Beschaffung Derselben stellte sich als garnicht so einfach heraus. Weiterhin waren 2 der 4 Reifen auf denen der Elch gestanden hat hinüber. Komischerweise die beiden hinteren, wobei nur die linke Fahrzeugseite der Sonne ausgesetzt gewesen war. Glücklicherweise lag noch ein Satz brauchbarer Räder im Elch, so das diese sofort verwendet werden konnten. Obere Dreieckslenker einbauen, Scheibenwischer erneuern und den Dreck der letzten Jahre abwaschen und schon stand dem TüV nicht mehr im Weg.
Nach erfolgter Zulassung stand die Überführungsfahrt (650km) in meine Halle an. Schon nach den ersten 30km würde der Motor so heiß, das an weiterfahren nicht zu denken war. (Im Seebett des Aralsees waren wir, aus Mangel an Trinkwasser und einem wegen der hohen Lasten ständig überkochendem Motor gezwungen SALZWASSER in den Kühlkreilauf zu schütten. Natürlich wurde bei nächster Gelegenheit der Kühlkreilauf mit Süßwasser gespült und mit Kühlerreiniger gesäubert.) Ob es jetzt an dem Salzwasser lag oder schlicht daran das vor der Stillegung zu wenig Kühlerfrostschutz im System war lässt sich nicht mehr sagen. Zum Glück hatte ich in weiser Vorausahnung eine Flasche Kühlerreiniger im Auto, so dass ich diesen direkt anweden konnte. Mit neuen (kalten) Kühlwasser ließ es sich auch weiter 30 km, vor dem nächsten Hitzeproblem, fahren. Anschließend folgten ca. 10-15 Spülungen des Kühlkreislaufs an einer Tanke in deren Verlauf sich sich die Farbe des Kühlwasssers von schwarzrot Richtung klar änderte. Nun blieb die Nadel der Temperaturanzeige auch brav in der unteren Hälfte der Anzeige. Allerdings war die Fahrt nach weiteren 150km endgültig zuende, das die Batteriespannung zusammengebrochen war. Offensichtlich hatte es den Laderegler, beim wiederfestschweißen einer Mutter an der Vorderachse ohne vorheriges Abklemmen der Batterie, zerstört. Ab da übernahm der ADAC.

Mittlerweile ist der Elch in meiner Halle angekommen, so dass es endlich los gehen kann.
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IMG_1042.JPG (1.28 MiB) 889 mal betrachtet


Weiteres in Bälde
Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon 4x4tourer » 15.02.2018 - 18:24

Moin Johannes,

das scheint ein spannender Beitrag zu werden! :super:

In zwei Jahren ist meiner dann auch so weit, daß er das H tragen darf. :grin:

Was ist das für ein "Spenderfahrzeug" auf dem ersten Foto?

Gibts von der Aralsee-Reise evtl. auch einen Bericht? In der SuFu hab ich grad nix gefunden.

Erfolgreiches Schrauben dann noch!

verfolgende Grüße Dirk
L300....der bessere Bulli! ;-p
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 16.02.2018 - 15:47

Hallo zusammen,
vielen Dank für die Rückmeldungen und Links.
Mein langjähriger Prüfer wurde bereits bei der Hauptuntersuchung in meine Pläne eingeweiht. Er hat mir etliche Sachen schon mal gesteckt wie er diese gerne haben würde. Soweit ich das einschätzen kann aber nichts wildes. Da das Fahrzeug im Serienzustand vorgeführt werden soll, hoffe ich dass es nicht allzuviele Diskussionspunkte geben wird. Wir werden sehen.

@Dirk,
Das Spenderfahrzeug auf dem Foto ist ein Mitsubishi Galant BJ87. Welchen ich damals für stattliche 200€ erstanden habe.
Leider habe ich es damals nicht geschafft einen Reisebericht zu verfassen. Ich hatte es zwar immer vor aberhabe leider nie die Zeit gefunden.

Zurück zum Thema:
Die letzten zwei Tage war Bestandsaufnahme und Putzen angesagt.
Vieles war bekannt, es gab aber leider auch einige unangenehme Überraschungen.
Außen:
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IMG_1065.JPG (1.11 MiB) 844 mal betrachtet

Hier die größte Baustelle auf der rechten Seite muss ein Teil der c-Säule ersetzt werden. Das Ersatzteil ist schon vorhanden. Außerdem muss ich noch entscheiden was ich mit der Schiebetür mache. Ich hoffe das ausbeulen ausreicht. Eine weitere große Baustelle ist die Dachkante, wo sogar einige Teile fehlen. Außerdem gibt es noch die Durchrostung im hinteren Kotflügel. Da bin ich mich auch noch nicht sicher wie ich das Schön hin bekommen. Das Blech scheint mir an der Stelle zu komliziert geformt zu sein als dass ich ein ersatz Dengeln könnte.

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IMG_1067.JPG (1.09 MiB) 844 mal betrachtet

Bei an der Heckklappe gibt es auch einiges zu tun. Zum einen muss der Scheibenrahmen repariert werden zum anderen gibt es links unten eine Beule die ich auch versuchen werde auszubeulen. Wie weiß ich noch nicht.

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IMG_1068.JPG (914.62 KiB) 844 mal betrachtet

Die Linke Seite ist die Schokoladenseite. Es gibt eine Durchrostung im hinteren Kotflügel. bei der ich mich nicht sicher wie ich das schön hin bekommen. Das Blech scheint mir an der Stelle zu komliziert geformt zu sein als dass ich ein Ersatz dengeln könnte. Dann weiterhin die Dachleiste und Diverse Beulen im Dach.

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IMG_1069.JPG (1.04 MiB) 844 mal betrachtet


Die Vorderseite sieht ganz passabel aus, lediglich ein kleiner Riss in der Lippe unten Rechts.

Anschließend habe ich den Unterboden eine Intensivwäsche gegönnt und kiloweise kasachischen Staub abgewaschen.
Dabei habe ich folgende unschöne Entdeckung gemacht:
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IMG_1049-1.jpg (1.11 MiB) 844 mal betrachtet

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IMG_1053-1.jpg (1.02 MiB) 844 mal betrachtet

An den beiden markierten Stellen hatte sich obenbeschriebener kasachsischer Staub abgesetzt. Da dieser Staub anscheinend die Feuchtigkeit sehr gut hällt war das ein perfekter Ort zum gammeln.

Es lässt sich jetzt schwer sagen was die wirkliche Ursache war, die Feuchtigkeit von unten oder die teilweise nicht haftende Schwerematte und das durch die Schuhe eingetragene Wasser. Das Ergebniss sieht so aus.
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IMG_1081.JPG (1.32 MiB) 844 mal betrachtet

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IMG_1056.JPG (1.4 MiB) 844 mal betrachtet

hier schön zu sehen wie sich das Wasser unter der Schwerematte gehalten hat.
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IMG_1047.JPG (1.11 MiB) 844 mal betrachtet


Auf der Beifahrerseite habe ich bis jetzt eine Stecknadelkopf große Durchrostung gefunden. Des restliche Rost sieht nur oberflächlich aus.

Noch bin ich mir mit mehreren Punkte unsicher was zu tun ist.

1. Schwerematten koplett entfernen oder die vermeindlich guten Stellen drinne lassen.
2. Welche Behandlung des vorhandenen Rosts im Fußraum? Mit Rostschutzfarbe überstreichen? Leinölkur? ...?
3. Die Filzdämmmatten weiter verwenden oder durch Alternativen (welche?) ersetzten? Meine Erfahrungen mit diesen Matten im Zusammenhang mit Wasser im FZGinnenraum waren bislang sehr arbeitsaufwändig.
4. die Schwerematten ersetzen oder nur entfernen?

Eine weitere Überraschung wartete nach der Demontage des Schiebetüreneinstiege und Gummidichtung auf mich.
IMG_1079.JPG
IMG_1079.JPG (1.23 MiB) 844 mal betrachtet

Über die Jahre hat sich dort haufenweise Dreck angesammelt das die Feuchtigkeit auch hervorragend hielt. Ergebniss was eine menge Rost in der Ritze. auf der rechten Seite war das äußere Blech noch i.O. und ich hoffe das eine Flutung mit Leinölfirniss ausreicht. Links sah es viel schlimmer aus.

Soweit vorerst.
Gruß Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 16.02.2018 - 15:52

Hier noch zwei Impressionen der internationalen Haupverkehrsader in Kasachstan von der nominell der Staub stammte. Liebevoll von den Ortsansässigen "Autobahn" genannt.
0174.JPG
0174.JPG (959.17 KiB) 843 mal betrachtet

0175.JPG
0175.JPG (1.04 MiB) 843 mal betrachtet


Gruß
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon 4x4tourer » 17.02.2018 - 07:10

Moinmoin Johannes,

also ich muss sagen, dafür dass er jetzt 7 Jahre einfach nur draussen gestanden hat, sieht der doch noch echt gut aus und laufen tut er ja auch relativ problemlos wie es scheint. Da hätte ich echt schlimmeres erwartet.

Scheibenrahmen hinten kommt meiner auch langsam auf beiden Seiten...altbekanntes Problem beim L. :kopfgegenmauer:
Für die hinteren Kotflügel gab es in der Bucht mal Einschweißbleche. Ist aber schon eine Weile her, dass ich die da mal gesehen habe.
Unter den Bitumenplatten hatte meiner auch Gammel. Ich hab die komplett rausgehauen. Somit hab ich die Bleche besser unter Kontrolle und kann entsprechend zeitig agieren, wenn sich da wieder was mucken sollte.

Hier wird grad einer geschlachtet:
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 1-223-3878
Vielleicht kannst du ja eine bessere Schiebetür bekommen. :idee03:

Die Beule hinten unten in der Heckklappe, scheint ja doch recht großflächig ohne scharfe Kanten bis auf die kleine Beule in der Sicke zu sein. Ich würde die vorsichtig großflächig (mit Innenunterlage wie Brett oder einem Stück Flacheisen rausdrücken, nicht punktuell, das macht dann Dellen in der Delle) und dann den Rest spachteln. Ansonsten sieht die ja bis auf den Scheibenrahmen auch noch recht ok aus.

Hast du den Galantmotor so eins zu eins rübersetzen können oder gab es da viel Umbauerei?
Ich mach mir so langsam Gedanken, mir mal einen Ersatzmotor hinzulegen. In letzter Zeit häufen sich ja die Motorschadensberichte hier doch und man weiß ja nie, wann es einen selbst erwischt.

Vielleicht wäre hier auch mal ein seperater Fred interessant, aus welchen Alternativfahrzeugen welche Teile für den L passen!? :idee03:

erfolgwünschende Grüße Dirk

Nachtrag: grad mal geschaut und wiedergefunden https://www.ebay.de/itm/Radlauf-Hinten- ... SwZfNafnoP
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 17.02.2018 - 08:57

Hallo Dirk,
danke schon mal für die vielen wertvollen Tips.

Auf der linken Seite sieht der Einstieg noch schlimmer aus. Da komme ich ums schweißen nicht rings rum.
IMG_1105.JPG
IMG_1105.JPG (968.01 KiB) 820 mal betrachtet

Hat dazufällig schon mal jemand ein Reparaturblech gesehen? (ich habe nichts finden können)

Zum Thema Motor gab es schon mal einen Fred ich gebe zu ich habe diesen damals nicht vorbildlich weiter gepflegt. Ich habe damal auch nur den Kopf transplantiert. Der Block steht bei mir noch im Lager. Man weiß ja nie. Wenn ich ihn das nächste mal besuche, kann ich gerne eine ausgiebige Fotodukumentation vom Block machen. Allerdings bräuchten wir dann auch entsprechende Fotos von einem L300 Block. Woran ich mich noch entsinne war, dass die Ölwanne anders war und ein Anguss der Lima ist auch leicht anders.

Bei den Bitumenmatten bin ich jetzt auch soweit diese komplett zu entfernen. Auch wenn ich als FZG-Akustiker um deren Sinn weiß.

Gruß soweit
Johannes
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unbemerkt
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon unbemerkt » 17.02.2018 - 09:32

Moin Johannes,

und einen Dank für Deinen bisher wunderbaren Beitrag. Ich habe ja selbst noch keinen L300 aber mit den anderen Mitsubishiallradern schon ein wenig Erfahrung sammeln dürfen.

Aus meiner Sicht kommt der Rost im Fußbereich der Autos nicht von innen, sondern ausschließlich durch eindringendes Wasser in den Lack von außen und auch dort zu 90 % beginnend an Stellen wo Bleche gefügt worden, weil es nicht trocknen kann. Ich hatte in den Mitsus noch nie eine große Roststelle im Fußbereich obwohl ich zeitlebens nur Filzmatten zusätzlich als "Wassersammelschwämme" verwende.

An den Pajeros sind Problemstellen z.B. Flächen der Bodenplatte mit Verstärkungsblechen für die Aufnahmen der Muttern für Sitze und Sicherheitsgurte. Hier staut sich durch wannenförmige Formung der Bleche das Wasser. Das untere Blech bleibt dabei sogar oft noch ansehnlich, während die Bodenplatte nach oben durchgammelt.

Da ich solche Teile niemals alle zum Anstrich perfekt erreichen kann, tendiere ich grundsätzlich zur wiederholten Flutung mit Leinölfirnis in verschiedenen Mischungen mit Terpentinöl und Eisenglimmer. Die Beiträge dazu im Forum kennst Du sicher schon.

Bleibt man mit dem Holzschutzöl dran und erneuert sobald ein Aufbrauchen sichtbar wird, kann man den Rostzustand scheinbar sehr lange "einfrieren". Fluch und Segen zugleich ist dabei die enorme Kriechfähigkeit in Verbindung mit der Ausdehnung bei Oxydation, da auch einmal eine Benzinleitung anfängt während den Rostschutzarbeiten zu tropfen, von welcher man annahm man könne mit dem Wechsel noch ein Weilchen warten. So wird Blattrost und loser Lack aber auch immer schön abgelöst.... deshalb aber auch immer Rostschutz in mehreren Gängen, ähnlich dem Holz ölen, nass in nass und nach Antrocknen überarbeiten.

Für eventuelle Blechteile lohnt auch immer wieder ein Blick nach England. Du brauchst in der Suchmaschine ja nur die Nummer des betreffenden Teils eingeben, welche Du vorher aus Deinem Teileprogramm gezogen hast.

Die Werkstattbücher zu Karosserie helfen ja auch etwas beim bauen.

mit Grüßen von Kay, welcher Dir die Daumen drückt

PS: Deine elektrolytische Entrostung lässt mich den Hut tief ziehen - der Erfolg scheint überwältigend. Das Thema müssen wir einmal im Gespräch vertiefen. Ich beitanke jetzt Baktofin bei Benzinern und nehme mir zumindest vor, nur noch voll betankte Fahrzeuge zu den zukünftigen Scheunenfunden zu stellen.
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon kasimodo » 18.02.2018 - 14:14

Hallo Johannes,

Wasser im Fußraum sind sowohl auf der Fahrer- als auch Beifahrerseite der Klassiker. Unbedingt auf beiden Seiten vorn an der A -Säule die beiden Ecken abnehmen. Die darunter zusammengefügten Bleche sind gleichzeitig der Wasserlauf für das abfließende Wasser von der Frontscheibe. Die dort benutzte Dichtmasse wird mit der Zeit spröde und über diese Stelle gelangt das Wasser in den Innenraum und von daraus in den Fußraum. . Obwohl mein Elch das Baujahr 2001 hat musste dies 2014 schon neu eingedichtet werden. Zum Glück hatte ich da noch keine Folgeschäden. Die obere Befestigungsschraube der Blechecken ist etwas versteckt - unter der unteren Abdeckleiste für die Frontscheibe. Vorsicht bei der Entfernung der Abdeckleisten für die Frontscheibe - die Clips sind sehr empfindlich.

vG Gernot
L300 4WD / 2,5TD / lang+hoch+LSD / OME
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Allradantrieb bedeutet, daß man dort steckenbleibt, wo der Abschleppwagen nicht hinkommt...
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 19.02.2018 - 23:02

Hallo zusammen,
danke erstmal für eure Tips und Anmerkungen.

Heute hab ich nicht ganz so viel geschaft wie ich mir vorgenommen habe.

Ich habe mir dir vorderen Ecken mal angeschaut. Sieht garnicht mal so schlimm aus.
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IMG_1140.JPG (1.04 MiB) 752 mal betrachtet

Zwei kleine Roststellen habe ich aber trotzdem gefunden.
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IMG_1142-1.jpg (977.66 KiB) 752 mal betrachtet

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IMG_1145-1.jpg (851.55 KiB) 752 mal betrachtet

Jetzt frage ich mich allerdings wie ich dem begegnen soll? Leinöl find ich gut. Allerdings ist mir nicht klar wie ich es danach abdichten kann?

Dann habe ich im Fußraum noch zwei wirklich unschöne Überraschunge erlebt.
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IMG_1132.JPG (1006.86 KiB) 752 mal betrachtet

Auf beiden Seiten unterhalb der Scheinwerfer scheint die Pfalz unter der Abdichtung vergammelt zu sein. Um das wahre Ausmaß abschätzen zu können werde ich wohl die Stoßstange abnehmen müssen.

Es gibt aber auch positives zu vermelden:
Der "Fahgastraum" ist komplett Rostfrei.
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IMG_1110.JPG (1.24 MiB) 752 mal betrachtet


Beide Einstiege sehen noch top aus.

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IMG_1131.JPG (1.16 MiB) 752 mal betrachtet


Und ich habe mit den ersten "Blecharbeiten" begonnen.
Der "halbe" Spenderelch mustt so zerlegt werden dass das Teil in meinen Elch einfügen kann.
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IMG_1120.JPG (1.06 MiB) 752 mal betrachtet

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IMG_1121.JPG (1.14 MiB) 752 mal betrachtet


So weit für heute.
Gruß Johannes
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 21.02.2018 - 09:07

Hello again,

was gestern geschah:

Habe die komplette Front abgenommen. Wo bei die rechte "Ecke" äußerst wiederspänstig war. Außerdem sind zwei Schrauben der Stoßstange abgerissen so das diese aus dem Rahmen entfernt werden mussten. Anschließend habe ich den "Rahmen" der Stoßstange gerichtet, die 4 Längsträger mit Leinöl geflutet. Und dabei immer nach der Ursache des Innenraumrost gesucht. So richtig fündig bin ich leider nicht geworden.

Die Pfalz hatte zwar an den Stellen, an denen auch im Innenraum Rost ist, Rost.
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IMG_1153.JPG (962.81 KiB) 728 mal betrachtet

Allerdings fand ich den Umfang akzeptabel. Mit Öl behandelt hab ich es trotzdem.

Die rechte Ecke war auch in sehr gutem Zustand
IMG_1161.JPG
IMG_1161.JPG (1.09 MiB) 728 mal betrachtet


Allerdings erklärt das nicht, warum genau auf der Höhe der rechten Ecke im Innenraum Rost zu finden ist.
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IMG_1162.JPG (886.65 KiB) 728 mal betrachtet


Gruß Johannes der überlegt das Amaturenbrett rauszunehmen
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon unbemerkt » 21.02.2018 - 10:49

Moin Johannes,

ach bist Du fleißig - Hut ab.
Ich habe keine Erfahrung wo am Elch Wasser eintreten und stehenbleiben kann, aber denke dabei besser um alle Ecken.

Bei meinem Pajero rostete immer eine Schraube an der vorderen Fahrersitzbefestigung. Der Unterboden sah aber überall Klasse aus. Als ich einmal die Innenverkleidung (Plasteformstück) der A-Säule ab hatte, begann es bei Regen auf das Lenkrad zu tropfen. Eine winzige Stelle am oberen Fenstergummi der Windschutzscheibe war undicht und das Wasser schaffte es über alle Innenverkleidungen unbemerkt bis unter den Sitz zu gelangen.

Was ich gerade auf den Bildern sah. Ich würde die Scheibenwischerarme demontieren und die Drehlager satt mit Öl fluten und abschließend mit Sprühfett (kriechend und nach Trocknung etwas dichtend) behandeln. Die Drehlager quietschen irgendwann furchtbar und gehen dann bald fest, wenn man sie nicht aller paar Jahre liebkost.

mit Grüßen von Kay
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Re: Projekt H ("Oldtimer-"zulassung für den L300)

Beitragvon luzivee » 23.02.2018 - 23:17

Hallo zusammen,

weiter gehts, oder eben auch nicht. Die letzten Tage ist am Elch selber nichts passiert. Dafür habe ich viel investiert, viel probiert und viel lehrgeld bezahlen müssen.

Motiviert von Anleitungen wie dieser. War ich der wirren Idee verfallen meine Schweißarbeiten auch in der Art durch zu führen. "Sollte ja alles mit ein wenig Übung machbar sein". Bei der Rechersche welches Autogenschweißgerät man sich zulegen sollte bin ich immer nur auf Komentare gestoßen, dass selbst Karosserierbaumeister am liebsten die Finger vom Autogenschweißen lassen. Wenn dann solle man es mit Wig versuchen. Nun gut, da ich schon ein wenig Erfahrungen mit WIG schweißen habe dachte ich mir, dann so. Zum Glück war ein WIG Gerät leihweise verfügbar. Es musste nur noch Gas, Elektroden und Füllstoff organisiert werden. Gesagt getan. Da das Leihgerät neu und von Privat war, gab es keinen Flaschenhalter, also musste dieser auch erstmal gebaut werden.
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IMG_1175.JPG (1.22 MiB) 693 mal betrachtet

Ich weiß er ist nicht sonderlich schon, aber die Flasche fällt so auf keinen Fall mehr um.

Dann sollte es mit dem Schweißen los gehen. Wie in youtube-Tutorials mit MAG heften und dann stückchenweise mit WIG durchschweißen. Alles stumpf versteht sich.
Also erstmal alles üben. Denn diesmal sollte es im Gegensatz zu all den anderen Schweißarbeiten die ich bisher an Autos durchgeführt habe schön werden und nicht nur halten.
Da ich wusste wie schwer es werden wird, beim einsetzten der Bleche alles so zuzuschneiden dass es an den Nahtstellen keine Lücke zwischen den Blechen gibt waren die ersten versuche eben mit dieser Lücke. Wie man sieht waren die Ergebnisse selbst beim MAG heften mehr als bescheiden.
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Leicht entmutigt versuchte ich mich als nächstes am WIG Schweißen nach ein paar Nähten und ein wenig Eingewöhnungszeit wurden die Nähte auch brauchbarer.
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Allerdings konnte ich selbst durch das Schweißen von sehr kurzen Nähtenstücken nicht verhindern das das Blech sich verzieht.
Also habe ich auch diesen Plan verworfen.
Blieb die Methode des absetzten und anschließendes Punktverschweißen beider Bleche.
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Diese Ergebnisse stimmten mich schon nach dem zweiten Probestück zuversichtlicher. Sicheres Schweißen ohne Löcher und ohne verzogenes Blech.
Anschließend versuchte ich mich gleich noch am Verzinnen.
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Das Ergbniss ist zwar noch nicht 100%ig, aber ich find es für das erste mal gut.
Ich denke ich werde noch ein wenig üben aber bin wieder ein wenig zufersichtlich.

Als nächstes stellt sich die wichtige Frage des Lackaufbaus.
Fürs Erste interessiert mich die Grundierung. Bisher habe ich immer verwendet was da war. Aber wie schon erwähnt soll es diesmal schön werden und halten.
Ohne wirklich zu wissen warum würde ich zu einer 2K-Grundierung tendieren. Ich denke ich werde in dieser Frage noch einiges recherschieren müssen. Aber vielleicht habt ihr einen Tip.
Gruß so weit
Johannes

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