Campingreisen - eine Nagelprobe der Freundschaft - am Beispiel kleine Spreewaldtour

Von Auswandern bis Vogelgrippe

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Campingreisen - eine Nagelprobe der Freundschaft - am Beispiel kleine Spreewaldtour

Beitragvon unbemerkt » 22.07.2017 - 14:15

Moin allerseits,

in der vergangenen Woche durfte ich, in komprimierter Form viel Neues lernen und längst Vergessenes zurück erinnern.

Mark Twain hat geschrieben:Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen, ob man einen Menschen mag oder nicht, als mit ihm auf Reisen zu gehen.


Mit meiner Püppi klappt das ja seit vielen Jahren unangestrengt, speziell seit ich eine Packliste verwende und wir nicht mehr versuchen "zur Zeit" aufzubrechen.

Mit meinem besten und langjährigen Reisefreund funktioniert dies auch wunderbar über viele tausend Kilometer, wir dürfen nur nie versuchen im gleichen Fahrzeug zu sitzen. Verschiedene Gewohnheiten mögen der Grund sein - nur gut wenn man es weiß und sich daran hält.

Die ultimative Nagelprobe als Hardcoreprüfung durften die Beteiligten nun auf einem kurzen Trip in den Spreewald erleben und ich verrate vorab, der Kauf von Booten wurde besprochen - die Prüfung scheint somit vollauf bestanden. :super:

Es begann mit einer Papparazzisichtung im Garten, welche offensichtlich Freudentänze aufführten, ihre Stative aufgestellt zu haben.

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Liebe Freunde aus Frankfurt haben uns besucht, wir hatten einen gemütlichen Abend mit einem Essen vom "lauwarmen" Stein und wollten ursprünglich am nächsten Tag zu einem kurzen Paddelurlaub in den Spreewald aufbrechen.

Da schlimme Unwetter angekündigt waren, verschoben wir die Spreewaldreise um einen Tag und verabschiedeten die Freunde zu einem zwischenzeitlichen Berlinabstecher. Noch ahnten Püppi und ich nichts vom düsteren Geheimnis der "Frankfurter".

Tags darauf fuhren Püppi und ich mit einem nicht einmal voll beladenem Herrn Sushi und erstmals ordentlich funktionierendem Kühlschrank, incl. ca. 80 kleinen Proviantbuletten (noch einmal einen Dank an Anjali für die Hilfe beim Braten) auf Zeltplatzsuche in den Spreewald.

Wir hatten uns im Vorfeld geeinigt, die Reise nicht zu sehr durchzuplanen und hätten "notfalls" auch bei einem Bauern auf der Wiese am Fluss campen können. So fanden Püppi und ich aber einen sehr ordentlichen Campingplatz bei Burg und wir buchten zwei Stellplätze auf der Paddlerwiese, fernab der Hitech-Wohnmobile und ferngesteuerten Wohnanhänger. Dies war soweit romantisch, naturbelassen und direkt am Wasser - prima also. Ein großes Dreier-Paddelboot für die Wohnmobilbesatzung wurde fix noch angemietet und geholt und da trudelten auch schon die lieben Freunde ein.

Wenn Püppi und ich reisen ist ja immer schönes Wetter, und vielleicht sind wir dadurch auch etwas nachlässig geworden. Sie schläft lieber im edlen Oz-Tent als im Auto, so daß auch der Fahrzeugausbau zum erliegen kam und wir nur themenbezogene Kisten einladen und daraus leben.

Da die Wohnmobilbesatzung in Oberthau noch mit Marios Forenspendenhöhenausgleichskeilen die Schlafebene nivellieren musste, habe ich geistesgegenwärtig den schönen geraden Platz auf dem Berg unserer "Zeltstellplätze" für die Autoschläfer gelassen und den Pajero ins Tal gestellt - das hätte funktionieren können.... aber, der Fernreisende weiß: "Lagere nie in ausgetrockeneten Flussbetten und Senken.

Das die Wohnkistenaufstellung aber auch zum Spezialteris über Levell 8 ausartet, ist für den platzverwöhnten Wüstenfahrer doch recht ungewohnt.

Ohne jede Stellplatzverschwendung bekamen wir jedenfalls das Equipment aufgebaut und man kann am folgenden Bild schon erahnen, daß eine Idealkonstellation, auf dem gegeben "Mietplatz" möglich, aber nicht ganz einfach geworden wäre.

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Am nächsten Tag brachen wir zu einer angenehmen und nicht zu kurzen Paddeltour über etwa 20 Kilometer in Richtung Leipe auf. Der Andrang auf den Fließen war für die Ferienzeit eher ruhig, einige Schleusen sogar von den einheimischen Jugendlichen unbesetzt.

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Das es beim Kaffee trinken am Wendepunkt etwas regnete, war gerade noch auszuhalten und wir warteten bei einem Bier bis es aufhörte. Nach dem nächsten Bier beschlossen wir jedoch, während der Fahrt zu weiter warten das es wieder aufhört, denn wir hatten noch etwa 3 Stunden Paddelei vor uns und wollten auch noch Abendbrot essen.

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Unterwegs hörte es sogar wieder auf zu regnen, so daß wir ohne Regenjacken anlanden konnten und pünktlich zu Beginn des großen Unwetters daheim waren. Der erfahrene Camper schmunzelt hier und geniest die vermeintlich wasserdichten Kisten von Auer deren Deckel jedoch nicht ganz sinnflutdicht sind....

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So standen wir dann unter angenehm dichtem Pavillondach mit den Füßen mehr oder weniger im Traufwasser des Rustyvordaches und des Pavillions. Es muß so auch nicht verwundern, daß gewissermaßen alle Camper des Zeltplatzes gleichzeitig das Bedürfnis hatten in die Zeltplatzkneipe einzukehren. Nach einer heißen Dusche fanden wir jedoch sogar in der Kneipe einen Platz und bekamen noch ein warmes Essen im Trockenen.

Ich glaube hier war es auch als wir erfuhren, das es bei den Reisen der Frankfurter immer und wenigstens am ersten Urlaubstag regnet - man lernt nie aus...

Immerhin konnte der Oberthauer Reisewettergott sich am Folgetag doch wieder durchsetzen und wir verbrachten nach wasserscheu durchlittener Nacht einen sonnigen weiteren Paddeltag, welcher uns glücklich und zufrieden stimmte. Ein Dank sei hier auch an die Hersteller des uralten, aber immer noch wasserdichten Oz-Tents und die edlen Spender vom Explorer Magazin gerichtet.

So konnten wir dann an diesem Abend noch einmal den genialen kleinen Esbit-Grill (wird mein nächster) nutzen und die Mädels den prickelnden Sekt dank Florians Wanderstöpsel genießen.

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Hoffentlich schafft es die Rustybesatzung den Wanderstöpsel an Mario zu übergeben, daß z. B. der Arno diesen beim nächsten Oberthautreffen wieder mitbringen kann.

In die kurze Liste unserer Lieblingsgemeinsamreisenden sind die Frankfurter jedenfalls mit dem Vermerk, das wir erst am zweiten Tag nachreisen überglücklich aufgenommen. :extremlached:

Habt einen Dank für die schöne gemeinsame Zeit und kommt weiter gut durch die Euch verfolgenden Unwetter. Für ein paar Trocknungs- und Waschtage stehen wir allzeit bereit.

Auch gelernt: Wir werden vorerst noch keine Bordtoilette einführen, da andere Reisende zwar des Lobens der nächtlichen Daheimpieselei nicht genug huldigen können, beim notwendigen Entleeren aber mosern, seltsame Verrenkungen machen und Stirnbänder tragen müssen.

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Zusätzlich gelernt: Zwanzig Meter Verlängerungskabel sind im Spreewald genau drei Meter zu wenig, wenn man nicht auf dem Berg campt. :mrgreen:

mit Grinsegrüßen von Kay, welcher neuerdings Ölstandskontrolle und einen Campingtisch (war früher immer im Auto) auf die Reiseliste nehmen muß

PS: Da wir zukünftig wieder öfter und mit Hund im gemeinsamen Boot paddeln wollen, wird ein Zweier durch einen offenen Dreisitzer zu ersetzen sein.

PPS: Wer die Mückenplage des Spreewaldes erduldet, ist dann gewiß auch Schweden- und Canada-tauglich. Anti-Brumm Forte hält tatsächlich mehrere Stunden perfekt, wird im tiefen Spreewald aber mit beinahe 100 % Preisaufschlag und scheinbar nur ungern an Fremde abgegeben.

Dialog in einer Apotheke in Burg:

König-Kunde: "Guten Tag, ich hätte gern eine große Packung Anti-Brumm."
Verkäuferin: "Wir hätten da auch Autan"
König-Kunde: "Und ich hätte gern eine große Packung Anti-Brumm"
Verkäuferin: "Hmm, Bitteschön"
König-Kunde: "Dankeschön"

Wir mutmaßen, daß Autan nach dem Quarks-Test zu überlagern droht.

PPPS: Lieber Volker, bitte zürne mir nicht, wenn SMS nicht oder nur sehr verspätet beantwortet werden. Nach einem halben Jahr völliger Handyabstinenz, dank Debitel, wurde ich in den kleinen erlauchten Kreis der ewiggestrigen Entsager aufgenommen und bin zukünftig nur noch "unterwegs" drahtlos erreichbar. Mein Facebookaccount bleibt ungenutzt und ich verweigere überglücklich jegliche WhatsApp oder sonstige Nichtrichtigkommunizierkrücke - selig sind die..... :achselzuck:
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

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Re: Campingreisen - eine Nagelprobe der Freundschaft - am Beispiel kleine Spreewaldtour

Beitragvon terriblue » 22.07.2017 - 18:21

Hallo ihr Paddler,

fröhliche Gesichter im Monsunregen sagen doch schon alles aus :super:

Aber, warum darf der Mario diesen Stöpsel nicht selbst nach Oberthau bringen :idee03:

Ach, noch was, wie geht denn die Paddelei mit Hund ? Speziell, wenn dieser äusserst wasserscheu ist ?

Gruß Arno
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Re: Campingreisen - eine Nagelprobe der Freundschaft - am Beispiel kleine Spreewaldtour

Beitragvon Hirvi » 22.07.2017 - 19:49

Hallo Kay!

Danke für den schönen Bericht über unsere Tour. Ich möchte nur kurz aus dem Dauerregen vermelden, dass das Geheimnis nicht dunkel sondern sehr naß ist. :rofl: Wir hatten noch den einen oder anderen Starkregen mehr und der von uns gemeinsam erlebte, war bei weitem nicht der stärkste. :huepfen:
Ach ja, ganz wichtig: Laune weiter gut, Wetter weiter wie bekannt. Die letzten trocknen Klamotten wurden von der Holden gewaschen und hängen jetzt auch nass auf der Leine.
Wenn wir am Montag pudelnass die Rückreise aus dem Urlaub antreten, folgen später bestimmt noch einige Regenfotos von uns.

Ahoi und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel wünschen Anjali, Sunita und Volker :super:

P.S. Rusty zeigt ausreichende Schwimm- und Segeleigenschaften.
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Re: Campingreisen - eine Nagelprobe der Freundschaft - am Beispiel kleine Spreewaldtour

Beitragvon MF » 22.07.2017 - 20:47

Moin

Na das waren ja bewegte und gewollt sowie ungewollt nasse Tage. :super:

Ich habe aber den Eindruck ihr hattet trotzdem oder gerade deshalb eine schöne Zeit.

Nett, das ihr euch auch an mich erinnert habt. :grin:

Und welchen Stöpsel hab ich bei dir vergessen?

@S&A&V: Sorry für das Regenwetter.

Aber jetzt wo SH Ferien hat, wird es besser werden un min. 6 Wochen so bleiben :wink: .

Gruß Mario
Der heute aber auch bei Dauerregen eine ""Kindersommerparty" gegeben hat.
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Re: Campingreisen - eine Nagelprobe der Freundschaft - am Beispiel kleine Spreewaldtour

Beitragvon unbemerkt » 23.07.2017 - 14:11

Moin allerseits,

@ Mario, Du hast Florians Wanderstöpsel nicht vergessen, sollst ihn aber eigentlich als nächster bekommen, daß Jaqueline ihn möglichst weit um die Welt fahren kann, weil er doch ein reiselustiger Wanderstöpsel ist. Deshalb könnte er dann, noch ein wenig von Arno um die Kugel kutschiert beim nächsten Treffen in ein neues Taxi umsteigen und den Florian wieder einmal grüßen.

Irgendwie kommen mir bei der Schreiberei alberne Wanderpokale für meistgereiste und meistgeschraubte KFZ in den Sinn.... da muß ich einmal drüber nachdenken.

@ Arno, Du hast eigentlich Recht. Ohne das Wetter hätte es auch ein langweiliger und kaum erinnerungswürdiger Urlaub werden können.
Die Paddelei mit wasserscheuem Hund geht eigentlich viel einfacher als mit Wasserratten, welche ständig in den Fluss springen wollen.
Warum, kann Dir Anjali erklären, welcher mir nicht glauben wollte, das sie vor dem Herausfischen des Hundes, einen Regenschutz anlegen sollte. Kleine Hunde bringen der Lenz-schwamm-pumpe gefühlte 5 Liter Arbeit ins Boot.

@ Volker, ich formulierte das "dunkle Geheimnis" nur, weil ich finde, daß ein "feuchtes Geheimnis" unanständig klingt. Du musst mir aber unbedingt später einmal erzählen, ob dies für Euch ein eher "normaler" Urlaub war.... :mrgreen: (U-Boote haben mich schon immer fasziniert)

Jetzt beginne ich aber zu verstehen, warum Du hinter dem Regenschutzbalg am Klappdach noch einen Starkregenschutz gebaut hast. Eine weiße LKW-Plane könnte man bestimmt auch gut eindichten und sie lässt ausreichend Licht hindurch, so etwas hatte ich im LKW-Aufbau auch.

Mein Foto von der wunderschönen Heckextension im Dienst muß ich unbedingt noch nachschieben. So viele Inspirationen sind mir daraus schon erwachsen...

Bild

Hier wird auch deutlich, das Rusty in Langversion zwar geräumiger aber längst nicht so schön knuffig wäre.

mit Grüßen von Kay

PS: Tipp: Die Gastruckdämpferfeststellhülsen oben und unten einen Zentimeter länger lassen und nur etwa halb aufschneiden. Unten entsteht so eine Führung am Gelenk gegen Verdrehen und oben kann so durch leichtes aber zukünftig gefühlloses Anschlagen ein Einrutschen immer gewährleistet werden. Bei anderen Neigungen kann es passieren, daß man die Halbeinschnitte versetzen muß.
Die Arbeitslänge der Hülsen wähle ich gern so, das bei eigenständiger Gastdruckdämpferöffnung noch kein Einrasten stattfindet, sondern ich noch etwas nachheben muß, dann lösen sie auch nicht mehr selbstständig und werden unwetterklapperfrei.

PPS: Wenn Du soweit bist, lass mich bitte gern an der Zeltbalg-Dach Abdichtung teilhaben, ich finde das Thema eingedenk meiner Pläne sehr interessant und habe große Lust...
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

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