Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisenglimmer

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unbemerkt
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 30.05.2015 - 20:18

Hallo allerseits,

Hirvi hat geschrieben:könnt ihr einen alten Mann mal auf die Sprünge helfen.


Also, ich nich, so ganz allgemein. Gab es denn Beschwerden? Vielleicht hilft Dein Arzt oder Apotheker.... :duck:

Auch ganz speziell zur Wirkweise des Eisenglimmers und der Oxydation wären mir nur mäßige Erklärungen eingefallen. Ich hatte dies aber auch aufgegeben, nachdem eine fähige Chemikerin aus einem Nachbarforum (Elli bei den Pickups) daran mehr oder weniger gescheitert ist und das Mittelchen ohne tiefere Erleuchtung einsetzt.

Seit ein paar Tagen habe ich jedoch (Dank Wikipedia) eine zusammengestückelte Erklärung gefunden und Du bist hiermit ertappt, einen meiner Links (weiter oben) nicht aufmerksam nachgelesen zu haben. So beachtest Du mich also.... :motzen: :haue:

AAHLSSOO, zur Strafe hier meine Herleitung der Wikibeiträge in "abgekürzter" Ausführung und zur Unlesbarkeit gegen geflissentliche Patentdiebe und Schnellüberflieger ohne jedwede Bilder, abgetarnt:

Wikipedia hat geschrieben:Bei der Reaktion des Leinöls mit Sauerstoff geht das flüssige Öl über mehrere Zwischenstufen in einen festen, elastischen und kautschukartigen Film über, wobei weder der genaue Ablauf der chemischen Reaktionen noch der Aufbau des Linoxin abschließend geklärt sind.


(Ich liebe althergebrachte Technologien, welche heute noch nicht erklärbär-bar sind, aber über Jahrhunderte "bewiesen".)
Weiteres Lesefutter dazu beim Urheber
Doch spinnen wir den Faden erst einmal weiter zu den Blei- bzw. Eisenoxiden:

Wikipedia hat geschrieben:Durch Bleioxid wird die Oxidation des Leinöls zu Linoxin beschleunigt, es wirkt entsprechend als Sikkativ zur Linoxinbildung.

Soweit so gut. Die giftige Bleimennige mit den ach so tollen Rostschutzeigenschaften wurde durch Eisenmennige ersetzt und es verwundert den "Anwender" vorab, da wir es scheinbar nicht mehr mit einem sich aufopfernden edlerem Metall zu tun haben. An dieser Stelle sei auch gleich auf Chrom verwiesen, welches nach meiner Kenntnis noch unedler als Eisen ist, aber dennoch als hervorragendes Rostschutzelement genannt werden darf. Da stimmt etwas nicht.... :achselzuck:

Man könnte also die beschleunigte Oxidation des Leinöls durch die Beimengung von Rost :mrgreen: bzw. Eisen-III-Oxid ins Feld führen und ist nun völlig verwirrt, denn wir verarbeiten den Leinölfirnis auf Rost und haben dergestalt reichlich Oxidationsmöglichkeiten. Zudem wird scheinbar Rost mit Rost bekämpft, was ja nun wirklich, aber auch so absolut überhaupt nicht mehr.... :kopfgegenmauer:

Hirvi hat geschrieben:Ich glaube, und bitte korrigiert mich, das der Glimmer einfach für eine bessere mechanische Belastbarkeit sorgt.
Schon vom Gegenteil überzeugt?

Nun setze ich noch einen drauf:

Hirvi hat geschrieben:Terpentin ist einfach zu teuer um das nicht (nur) zum Malen zu verwenden.

Im ersten Moment mag man fürwahr annehmen eine Verdünnung über Testbenzin genügt um ein noch tieferes Eindringen des Leinölfirnis zu gewährleisten, aber so dringen eben auch die flüchtigen Verdünnungsmittel mit ein, welche zum Rostschutz selbst nicht beitragen und was bringt teures Terpentin?.

Und dann kommt Wikipedia und hat geschrieben:Terpentinöle bestehen aus Gemischen isomerer Terpene (zum allergrößten Teil Pinen), die in flachen Gefäßen an der Luft nur teilweise verdunsten und einen durch Sauerstoffaufnahme veränderten Rest Dicköl hinterlassen, schließlich aber zu einem harten durchsichtigen Firnis eintrocknen (verharzen). Auf dieser Eigenschaft beruht die Verwendung des Terpentinöl als Bindemittel für Farben.


Merkst Du etwas? Alles kommt immer wieder mit der Sauerstoffaufnahme daher und es steht zu befürchten, daß unser schönes Stück automobiles Alteisen unter der Schicht von sauerstoffbindenen Ölen, Firnis und oxidationsbeschleunigendem Hämatit erstickt und gar nicht mehr atmen kann.... :extremlached: :super:

Womöglich ist das teure Owatrol, FF-Fluid usw. nur so leicht "abgängig" weil so hoch (verdunstend) verdünnt und so wenig sikkativ verstärkt?

Zumindest gingen meine Anwendungsideen der letzten Jahre verstärkt in diese Richtung und führten mich unter anderem über Schellack und Tungöl zur momentanen Additivnutzung des fertigen Holzöles.

Zum anderen erwähnst Du gottlob auch die Härte der Beschichtung:

Hirvi hat geschrieben:Bei Leinöl und der Reaktion mit Sauerstoff, handelt es sich um eine reine Veresterung. Das ist ein hoch wirksamer Oberflächen-Schutz, aber leider kaum mechanisch belastbar. Ich arbeite sehr gerne mit Leinölfirnis, aber bei stark belasteten Flächen ist das nicht stabil. Solange die Oberfläche geschlossen ist, ist es völlig egal ob das Wasser Salz enthält oder nicht. Wenn man eine mechanisch belastbare Oberfläche erreichen will, würde ich immer mit Kunstharzlack drüber gehen. Der große Vorteil ist, das Leinöl sehr gut kriecht und auch Stellen erreicht, die vom Lack nicht erreicht werden. Bei saugenden Oberflächen, z. B. Holz oder Beton ist die geringe Härte übrigens kein Problem, weil das Öl tief genug eindringen kann und der Abrieb keine wirkliche Rolle spielt.


Der Spagat zwischen elastisch und hart sowie bei Ölen, Lasuren und Lacken - eindringend oder aufliegend scheint mir auch bei unserer Rostschutzanwendung wichtigst und nachvollziehbar. Mit einem Holzwurm streitend, muß ich Dir die Vorteile der eindringenden "Beschichtung" nicht erklären. Wir beide würden eine Küchenarbeitsplatte nicht lackieren sondern ölen, weil geringe Abtragungen nur im ersteren Fall zum Schaden führen würden. Warum soll ich diese Theorie nicht auch bei meinem Rostschutz übernehmen.

Doch o.k. im Anwendungsfall des Leinölfirnis mit Eisenglimmer handelt es sich vergleichsweise eher um eine Dünnschichtlasur (Eindringung mit Auflage). Ich tendiere jedoch eben dazu die elastische Eigenschaft des Leinölfirnis besonders hervor zu heben, da eine mechanische Beschädigung meines "Anstriches" wenn überhaupt, nur eine weiter darunter liegende Schicht leinölgetränkten (versiegelten?) Rostes zum Vorschein bringt und der Lack (Kunstharzlack) eben nicht ab oder beschädigt ist.

Auch habe ich nicht mit einem Lack oder unserem allseits so verteufelten Unterbodenschutz die Ansicht auf mein zu schützendes Alteisen verdeckt und kann jederzeit (Achtung - im System) "nacharbeiten". Gerade in Radkästen habe ich noch nie irgend einen erneuten Rostanflug durch eventuellen Steinschlag sehen können.

Soweit zur Theorie und genau betrachtet, danke ich Dir jetzt für Deine Frage, da Du mich erneut "überredet" hast, mich einige Stunden vertiefend mit der Materie auseinander zu setzen und durch Deine geschickte Formulierung ganz nebenbei 90 % der Beiträge der Anderen bezüglich Anwendung von Owatrol, Seilfett, Kaltwachs, späterer Schweißbarkeit, vorheriger mechanischer Rostenfernung bzw. Umwandlung auf den Plan gebracht hast und vieles sich selbst erklärt.

So blieben dann noch die Probleme mit der Empfindlichkeit gegenüber Alkalien, der gesteigerten Verseifung getrockneten Leinöls in Form von Linoxin und die entsprechenden Wechselwirkungen mit Salzlösungen, welche die Löslichkeit der Seife heruntersetzen und was das alles mit Rostschutz zu tun haben könnte... :achselzuck:

aber, ich hatte ja geschrieben, daß dies ein kurzer Beitrag werden sollte, hatte ich?

mit Grinsegrüßen von Kay :mrgreen:

PS: @Beda: Die Farbe schwarz bzw. anthrazit oder dunkelgrau wäre mir nicht unwichtig - rostrot haben wir ja sowieso schon genug und es lebe der Kontrast...
Die < 63 µm nach DB-Norm sind ja dann auch für die Siebe wichtig, Du erinnerst Dich?

PPS: @Wolfi, Du verzeihst wenn ich hier Brantho Korrux, Fluid Film, Seil- und Sandersfett nur eine nebensächliche Rolle beimesse, doch dazu haben wir eigene Beiträge im Forum und ich will die Leinölfirniserei auch keinesfalls auf einen höheren Sockel heben, aber allein die Überschrift, Komplexität, Übersichtlichkeit und Erklärungsbedürftigkeit der Anwendung lassen mir eine Abtrennung geeignet erscheinen.

PPPS: @Uwe: Wie überleben die strammen Luftbälge nur die Reibung in den engen Federn? Und ach, wie dünn sind die Federn? Was macht der Griff am Querträger? So viele Rohre und Schläuche, unter dem Auto könnte man ja auch einmal eine Viertel Stunde einfach nur so liegen.... :respekt:
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 30.05.2015 - 21:47

Lieber Kay!

War das jetzt das Wespennest vom Dirk? :achselzuck: :prost: :knudeln:

Dank für dein Recherche sagt

Volker
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon 4x4tourer » 31.05.2015 - 06:15

Moinsen ihr Alteisenliebkoser,

@Volker:
Hirvi hat geschrieben:War das jetzt das Wespennest vom Dirk? :achselzuck: :prost: :knudeln:

Neeeneeeneeee...nich immer alles mir in die Schuhe schieben! :motzen: An dieser Stelle war ich vor lauter Erfurcht völlig gehemmt und zu keiner Pieckserei mehr gewillt! :wink:


@Kay:
Manmanman....langsam krieg ich ein sauschlechtes Gewissen, weil ich meinen Unterboden damals nach der Grundsanierung gutmeinend mit schnödem Wachs, sowohl auf der Fläche wie in den Hohlräumen beschichtet habe....hab die halbe Nacht gegrübelt, ob und wie ich das Zeug nun doch lieber wieder runterhole und dann die Kiste besser mit deinem Baufix flute. Oder würde das Sinn machen das wenigstens durch die Hohlräume zu schicken, trotz Wachs? Ich vermute, dass es auf dem Wachs selber so abperlen wird, oder? :roll: :?

grübelnde Grüße von einem Dirk, der jetzt am liebsten mit nem Röntgenblick durch seinen schwarzen Wachs gucken würde.
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 31.05.2015 - 08:04

Morgen ihr Lieben!
@ Dirk: Nein ich meine doch nur was der Kay jetzt wieder an Zeit für uns rein steckt damit wir klüger werden, ich wollte nicht piksen.
@ Kay: Wo nimmst Du eigentlich die Zeit her, schläfst du auch mal?

Es grüßt euch Volker, der Glühbirnen nur tauscht wenn sie kaputt sind und nie auf die Idee käme, die schwarz anzumalen
damit man nicht von der Dunkelheit überrascht wird.
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 31.05.2015 - 13:09

Moin allerseits,

und schwarzes Licht macht helle Räume dunkler... :extremlached:

@ Dirk: Ich glaube zum einen nicht, daß die Leinölfirnissudelei die einzige mögliche Variante ist, einen Youngtimer rostzuschützen denn sie kann auch Farbe nicht oder nur zum Teil ersetzen und zum anderen nicht, daß Deinem wachsamen Auge ein Rostfitzelchen wegen dem Wachs entgehen wird. Da mach Dir mal keine Sorgen. Das Leinöl würde an Deinem Unterboden auch einfach nur abperlen bzw. keinen Halt finden und ist wirklich ausschließlich für hellbraune poröse Untergründe ideal welche Du bei Deinem Elch nicht finden wirst.

@ Volker: Ja ich schlafe, und hin und wieder sogar ausgiebig bis zu 8 Stunden. Die Zeit habe ich mir auch gern genommen weil Du eine Frage gestellt hast, welche ich ursprünglich nicht bis nur sehr diffus beantworten konnte. Zudem spare ich ja auch die "Fernsehzeit" ein und gestern war Dank miesem Wetter und Werkstattunlust mein ganz freier Computertag.

Nun ist es nicht so, daß sich mir die Geheimnisse der Leinölsudel und Verseiferei erschlossen haben, doch sind Dank Deiner Nachfrage und der Leserei viele Dinge klarer und weniger nebulös geworden und ich habe damit zu danken, weiter so! :super:

mit lieben Grüßen von Kay, welcher verstärkt Balsamterpentinöl einsetzen wird.
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon wolfischauer » 31.05.2015 - 14:28

Hallo Kay, und alle jene welche das lesen gleich viel Spass macht:


Bin nicht böse, im Gegenteil, ich hab ja bereits alles bestellt was für die Leinölfirnis Aktion benötigt wird.

Ich freu mich immer wieder über diese "aus-artenden" Berichte.

Da bei mir sich der Rost aber sehr in Grenzen hält :) ja eben auch durch die viele Vorarbeit und Alter des Fahrzeuges, werde ich die 12 Liter Leinölfirnis den Achsteteilen und Tank zukommen lassen, in halb jährlichem Intervall.

Prinzipiell reden wir hier von 2 differenten Dingen:

1) Zum einen Konservierung eines Fahrzeuges wo noch nicht allzuviel Rost vorhanden war von Anfang an.

Da schadet die Reinigung, sorgfältige mechanische Rostbeseitigung, Brantho Korrux, Mike Sanders und Seilfett absolut nicht. Im Gegenteil.

2) Bei nem kompletten Rost Fahrzeug , Hallelujah, wär ich so froh gewesen das früher gelesen zu haben. Sagen wir mal 5 Jahre, dann wäre mein L049 noch munter auf der Strasse.

Das Leinölfirnis Kostet nicht viel, und ich wills selber ausprobiern damit ich später mitreden kann.


Wolfi , der die Beträge aller hier sehr genießt, und noch nichts zu Leinölfirnis beitragen kann, ausser dass es bereits zuhause im Paket auf seinen Einsatz wartet.
Auch ein Auto hat Gefühle... Mein Pajero zeigt es jeden Tag aufs neue...
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Jero V6 » 31.05.2015 - 23:49

Servus Wolfi,

alle halbe Jahr erneut auftragen ist genau richtig! Länger würde das Leinölfirniss auch nicht halten im Alltagsgebrauch.

Gruß, Justin
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 01.06.2015 - 11:52

Hallo Justin,

und ein Sorry, wenn ich widerspreche. Mit der o.g Mischung genügt eine jährliche Auffrischung voll und ganz. Ich bemühe mich dies jeweils im Herbst vor den ersten Tausalzaufkommen zu erledigen.

mit Grüßen von Kay, welcher nach werkstattausbaubedingter zweijähriger "Auftragspause" kein erschrecktes Gesicht unter dem Wagen bekam.
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon motorang » 01.06.2015 - 17:02

Hallo Du unbemerkter Kay,
ich hab mich ja auch ein wenig in die Problematik eingearbeitet (warum wohl) und tendierte bisher eher zur Methode Rostumwandler + Seilfett (oder ähnliche fettige/wachsige Schutzschicht). Also je nach Anwendungsgebiet Tannox (zum Pinseln) oder Brunox Epoxy Rostumwandler.

Mit der Seilfettbehandlung bin ich aber eher unzufrieden weil es halt tropft und riecht.

Da wären Deine Versuche mit Eisenglimmer + Leinölfirnis super interessant, speziell weil ich im Holzbereich von Ölen überzeugt bin - bei uns im Haus sind sämtliche Böden und Eigenbaumöbel geölt, bis hin zur Küchenarbeitsplatte, mit besten Erfahrungen. Ich erforsche mal die Bezugsquellen von Eisenglimmer, habe da eventuell einen Direktkontakt ... 8-)

Die Alternative, vor allem weil ich noch dosenweise Hammerite und ähnlichen Metallschutzlack vom Aldi rumstehen habe, wäre das Mischen dieser Wunderfarben mit Owatrol oder ähnlichen Mitteln um sie langfristig elastisch zu halten.
Lesestoff:
http://www.rostschutz-forum.de/board2-k ... eun-fotos/
Ich hab auch noch irgendwo Fluid Film, muss mal schauen ob man das auch nehmen kann. Oder einfach Leinölfirnis ins Hammerite?

Aber ich will hier kein Threadnapping betrieben, das daher bitte nur als Nebenbemerkung zu verstehen!

Gryße!
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 01.06.2015 - 19:08

Hallo Andreas!

Jetzt haben wir das Tripel zusammen: Mineralische, pflanzliche und tierische Fette und Öle. :rofl:
Fluid Film ist eigentlich Penaten-Creme fürs Auto. Also hauptsächlich basiert das auf Wollfett, dem entsprechende Zusatzstoffe beigemischt wurden. Öle für Möbel und Böden sind meist mineralischen Ursprungs, dass gilt auch meist für Arbeitsplatten-Öle. Ist ja auch eigentlich logisch, wer will schon ranzige Möbel. :hammerschlag:
Leinöl ist rein pflanzlich und reagiert halt zu Linoxin, welches im Bodenbereich früher meistens mit Wachs (bonern) gegen mechanische oder sonstige Einflüsse geschützt wurde.
Ich würde also das alles nicht einfach mischen. Hammerite geht natürlich mit Owatrol oder Leinölfirnis, wobei ich Versuche in diesem Bereich, auch mit Alkydharzen aufgegeben habe. Ich habe nie die Qualitäten hinbekommen die der Chassis-Lack hatte.
Bei Kunstharzlacken habe ich eh extreme Unterschiede festgestellt und ich gebe lieber ein paar Euro mehr aus, als da noch mal auf "Baumarkt-Qualität" zu setzten. Bei Acryl auf Wasserbasis hatte ich diese Probleme nie.
Ich verwende im Moment Fluid Film A als temporären Schutz am Unterboden, bevor ich alles mit Wachs behandeln werde. Ich habe noch nicht alle Stellen bearbeitet und möchte nicht schon wieder Wachs entfernen müssen. Fluid Film ist da viel einfacher zu entfernen.

Bild

Das hier ist übrigens unsere Halterung für unser Sonnensegel. Die ist jetzt seit einem Jahr im Freien. Mit Fertan (verwende ich nicht am Auto aber dafür geht es gerade so) behandelt und einmal mit Owatrol schnell gepinselt. Bis jetzt keine Veränderungen zu sehen und da die mechanische Belastung sehr gering ist werde ich da wohl auch erst nach dem nächsten Winter was finden zum Nacharbeiten. Ohne große Belastung hält Leinöl wirklich sehr lange, Regen, Frost und Co. können dem eigentlich kaum was anhaben.

Soweit gut eingemischt grüßt

Volker

Was mir noch kurz einfällt ist, Owatrol und Bremsenreiniger sind nicht die besten Freunde, besser ist Silikonentferner. Das gilt noch stärker für Kautschuklacke.
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Beda » 02.06.2015 - 11:12

Beda hat geschrieben:Hallo zusammen,
einmal kurz über den Rhein geschwommen und schon habe ich den richtigen Lieferanten für Eisenglimmer nach DB-Norm.
Aaaaiigentlich gibt es den nur palettenweise, aber wenn ich abhole, kann ich einzelne Säcke à 25kg bekommen.
Preis 5.-€/kg plus 10.-€/dpd-Paket bis 31kg. Ganzer Sack 100.-€ + Versand
Um aktiv zu werden, brauche ich eure Bestellungen.
Bitte gleich mit dpd-tauglicher Adresse per pn an mich.
Bitte etwas zackig, weil ich gerne übernächste Woche einkaufen würde.

Hallo zusammen,
ich wurde nach der Farbe gefragt:
beim Eisenglimmer gibt es leider keine Wahlmöglichkeiten für einen Farbton.
Das wären Eisenoxidfarben wie z. B. Bayferrox, die wir auch haben.
Der Eisenglimmer ist gräulich mit einem silbrig schimmernden Glanz.

Ich habe übrigens noch keine einzige Bestellung.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Hirvi » 02.06.2015 - 12:10

Hallo Beda,

hat da jemand etwa jemand versucht Eisenoxid in Pink zu bestellen? :rofl: Sorry die Vorlage konnte ich nicht liegen lassen.

Frohes Schaffen wünscht

Volker
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 02.06.2015 - 12:24

Moin allerseits,

@ Andreas, und einen lieben Dank für Deinen Link. Neben den interessanten Beiträgen ist es immer wieder lustig, wie sich die Nutzer bzw. Händler dort fetzen und zerfleischen.

Auch nach lesen des Beitrages bekommen bei mir die Wachse und Rostumwandler so jedoch kaum eine neue Chance.

Von den besseren Alkydharzfarben (oft direkt vom Hersteller LACUFA angemischt) bin ich fürwahr wegen der Elastizität auch sehr angetan, wobei ich momentan eher diese meinem Rostschutzmix zusetze als umgekehrt.

Aber auch hier noch einmal die klare Aussage, der Ursprungszustand meines K90 war nicht mehr erbarmungswürdig und 95 % der evtl. Besitzer hätte das Auto wahrscheinlich kurzerhand verschrottet. Auch ich hatte den Wagen ja nur als Ersatzteilspender für einen Rechtslenker L200 mit der großen Benzinmaschine zwecks Links-Umbau gekauft.

Bild

Auf der Grube fiel mir nur eben auf, daß der Rost zwar ganz wunderbar verteilt und in voller Blüte, mit Sicherheit aber nicht langjährig, sondern zumeist recht oberflächlich war. Nachträgliche minderwertigere Anbauteile, wie der Schwellerschutz waren jedoch schon vollkommen zerstört.

Bild

Eine Komplettränkung, speziell an den schlecht zugänglichen Stellen war deshalb von Nöten, zudem ich das Auto auch zügig zulassen musste, da mein Frauchen sich ja nach Betrachtung des feinen Innenraumes für die Rostlaube als neue Familienkutsche entschieden hatte. :respekt: Was interessiert es meine Püppi auch wie es drunter ausschaut, dazu hat sie mir ja die Werkstatt erlaubt und Zeit genehmigt, daß ich mich kümmern kann. :mrgreen: :super:

Einzig den Tank habe ich damals zu einer "Spezialbehandlung" ausgebaut und am hochgradig vergammelten Einfüllstutzen einige Versuche gemacht, um die Tiefenwirkung des Leinölfirnis zu prüfen.
Vorher wurde das Rohr nur mit Natascha (welche später Mattis Liebe nicht standhalten konnte), bewusst nur sehr oberflächlich gestreichelt. (Erklärung - russischen Frauen sagt man ja nach, etwas spröde zu sein)

Bild

Dann wurde das Rohr nach Ausbau einfach mehrmals mit dem Pinsel grob angestrichen wie beim Holz ölen, also nass in nass bis zur annähernden Sättigung.

Bild

Im Anschluss habe ich versucht dicke "Rostflatschen" mit dem Schraubenzieher zu entfernen. Ungetränkter Rost kommt immer in hellbraun zu Tage, kleine helle Stellen rühren jedoch vom Ansatz des Schraubenziehers.
Im Bild Rohrstück nach Anstrisch:

Bild

und gleiches Rohr nach abpopeln des Blattrostes.

Bild

Mein Fazit damals wie heute, das Mittel unterwandert dicken Blattrost recht ordentlich, zukünftige Ertränkungen sind jedoch immer wieder notwendig.

Was sollte ich an solchen Stellen wie dem Rohr jedoch mit Farbe (also einer Beschichtung) ausrichten können. Diesbezüglich hatte ich schon zu viele dahingehend erfolglose Testreihen im Leben.

Das natürlich diverse Ölfarben mit echtem Terpentinöl (und sicher auch mit Leinölfirnis) wesentlich streichbarer, elastischer, langsamer trocknend, tiefer eindringend sowie ergiebiger und dank Eisenglimmer auch dicker aufzutragen gehen, ist glaube ich, inzwischen unbestritten und wird von den Herstellern ja auch immer wieder bei Ersterem als Grundierung propagiert.

Meine Erfahrung mit Owatrol und FF-Fluid halten sich jedoch dank "Preisfindung" der Hersteller bei annähernd Null und werden so auch zukünftig nicht vertieft, aber die Ingredienzien sind ja weitestgehend bekannt und gleich. Der Verweis auf die Brennbarkeit der Lappen ist immer wieder der Beweis für "Leinölfirnis inside".

Bitte noch einmal in foreneigener Sache, der Beda hat sich liebevoll bemüht und ist extra durch den Fluss geschwommen. Den Eisenglimmer gibt es sonst nur schlecht bis sehr überteuert (zum fünffachen Preis bei Kremer-Pigmente).

Wenn Ihr also in absehbarer Zeit mit dem Mittel arbeiten wollt, meldet Euch bitte schnell per PN bei Beda.
Gernot und Matti sind als zukünftige Therapiemitglieder von meiner Seite abgedeckt und brauchen sich bitte für die nächsten zwei Jahre nicht zu bemühen.

mit lieben Grüßen von Kay

PS: Der Matti hat auch Nadjenka und Maschenka zerliebt und Ninotschka taugt auch schon nicht mehr viel, wenn ich die Namen noch richtig erinnere. :extremlached: Ein rauer Bursche jedenfalls.... :mrgreen:
Ich brauche keine Uhr. Ich habe Zeit. (ein Berber, als ich ihm meine Uhr feilbot)

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Beda » 10.06.2015 - 16:46

Hallo Kay,

unbemerkt hat geschrieben:Moin allerseits, schon wieder,

Zumeist schlage ich dem Leinölfirnis bis zu 1/3 Volumenanteil Eisenglimmer und abschließend bis zu 1/4 Testbenzin oder Terpentinöl zu, aber da sollte man sich ranarbeiten bzw. den Verwendungszweck beachten. Die Pinseldöschen für die kleine Reparatur werden auch einmal dicker angerührt und nach Bedarf verdünnt.

mit rostfreifrohen Grüßen von Kay


mir ist beim Abholen erst richtig bewusst geworden, was 5,2g/cm³ bedeutet.
Dann bedeutet dein Kochrezept z.B:

1l Leinölfirnis
+ bis zu 333cm³ Eisenglimmer ( Das sind 1731g )
Zusammen wären das 1.333cm³, davon 1/4 wären wieder 333cm³
+ bis zu 333cm³ einer geeigneten Verdünnung


Alles richtig verstanden?
Setzt sich der Eisenglimmer nicht nach dem Mischen in kürzester Zeit wieder ab?
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon motorang » 10.06.2015 - 17:52

Servus,
ich würde fix 10 kg nehmen. Hatte das mit der Bestellerei leider überlesen.
Falls sonst keine Bestellung zu Stande kommt nähme ich auch mehr. Ich überlasse das Euch, nur muss das Zeug noch halbwegs kostengünstig zu mir kommen. Ich glaub GLS verschickt ungeachtet der Größe nach Gurtmaß 8-)

Am Rezept wäre ich auch interessiert. Leider krieg ich in Österreich das empfohlene Holzschutzöl nicht - kein Vertrieb.

PN an Beda ist raus.

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