Samstag 27.12.03 Ksar Ghilane - Bir Aouine
Gut gefrühstückt testen wir erst mal im Sand rund um Ksar Ghilane,
ob der Galloper sofort stecken bleibt oder erst nach paar Metern.
Große Überraschung er bleibt überhaupt nicht stecken.
Also starten wir schnurgerade nach Süden Richtung Bir Aouine.
Obwohl die Piste gut erkennbar und befahrbar ist, haben wir sie für uns allein.
Es dämmert schon, als wir am Militärposten von Bir Aouine ankommen.
Also suchen wir uns ohne zögern ein nettes Plätzchen für die Nacht direkt am Fuß der großen Dünen.
Sonntag 28.12.03 Bir Aouine - Douz
Zum Frühstück kommen ein paar Kamele zu Besuch.
Ohne großen Optimismus machen wir uns auf den Weg, zu prüfen ob wir einen
oder den direkten Weg nach Douz finden und benutzen können. Beides Fehlanzeige.
So gönnen wir uns noch einen Blick auf das Sandmeer, daß sich vor uns auftut und treten den Rückweg an.
Da wir das Saharafestival in Douz noch mit erleben wollen, fahren wir zusammen nach Kamour
an der Pipelinepiste und von dort einzeln im gestreckten Galopp Richtung Douz.
Im Zusammenhang mit der Rückfahrt gab es auch den Knatsch, der irgendwie dazu gehört,
wenn 3 Kleinstgruppen sich zu einer Reisegruppe zusammentun.
In Douz angekommen gab es dem entsprechend erst Eierkuchen und in der Folge auch Friede, Freude.
Montag 29.12.03 Douz
Heute haben die Autos frei.
Wir üben uns im Umgang mit den sprichwörtlichen Teppichhändlern.
Hierbei zeigt sich, daß die Anwesenheit eines Kleinkindes Vorteile verspricht. Weiter stellt sich heraus,
daß die weltgewandte Ulrike eher schlechte Nerven hat und
Réka am härtesten und erfolgreichsten feilschen kann.
Nachmittags besuchten wir dann das Saharafestival. Hier wird der Tourist zur absoluten Nebensache.
Denn die Saharabewohner feiern sich selbst mit Musik.
Tanz, wilden Reitern zu Pferd und zu Kamel und vielem mehr.

Sehr verblüffend für den Europäer war dabei der Schluß der Veranstaltung.
Kurze Abschlußrede und ohne irgendeine erkennbare Beifallsbekundung machen sich alle auf den Weg nach Hause.
Kein Applaus! Die Tribünen sind innerhalb 5 Minuten leer.
Dienstag 30.12.03 Douz-Kasserine
Hier trennten sich unsere Wege.
Das Team Jena wünschte sich, den durch unsere Panne abgebrochenen Ausflug zu den Sandrosen nach zu holen
und wir wollten uns auch den Norden mal ansehen.
Der Ausflug zu den Sandrosen wurde übrigens ein großer Erfolg.
Ulrike und ich machten uns auf den Weg nach Haidra.
Der Versuch die letzten Kilometer auf Kleinststraßen zu fahren , führte uns zuerst an einen tief eingeschnittenen Fluß
ohne erkennbare Möglichkeit zur Überquerung und später in ein tiefgefrorenes Hotel in Kasserine.
Mittwoch 31.12.03 Haidra - Table de Jugurtha
Haidra war einmal eine ausgewachsene römische Stadt mit
Triumphbogen und allem drum und dran.
Der Triumphbogen steht auch heute noch weithin sichtbar in der Landschaft.
Der zweite Versuch auf unbefestigten Wegen weiter Richtung Norden zu fahren endete im Sumpf
und das nachdem wir die Grenzposten mühsam davon überzeugt hatten,
daß wir genau wüßten auf was wir uns einlassen.
Das Abenteuer bestand dann hauptsächlich darin das Auto zu wenden und mit
2WD in eine sinnvolle Richtung vorwärts zu kommen.
Auch sonst wurde das Wetter zusehends ungemütlicher.
Zu Temperaturen um 10°C und permanentem Wind kam jetzt auch noch Regen.
In "Kalaat Es Senan" am Fuße des "Table de Jugurtha" wurden wir von der Polizei ungefähr mit den Worten:
"Da sind Sie ja endlich!" in Empfang genommen.
Überhaupt haben wir uns in Tunesien von der Obrigkeit gut behütet bis überwacht gefühlt.
Manchmal fanden wir es schon etwas lästig an jeder 2. Kreuzung angehalten und in ein freundliches Gespräch verwickelt zu werden.
Der
" Table de Jugurtha" ist ein Tafelberg,
von dem aus man bei entsprechendem Wetter einen enormen Rundblick haben kann.
Uns hat es fast um geblasen. Der Rundblick war beeindruckend aber nicht sehr weit.
Einem heftigen Regenschauer sind wir mit Glück entgangen.
Den Jahreswechsel haben wir dann schlafender Weise in "El Kef" begangen.
Nach der Fähre und dem Pansea-Hotel in "Ksar Ghilane" waren das die einzigen
beheizten Räume in diesem Urlaub.
Donnerstag 01.01.2004 El Kef - Tunis
Das Wetter hat sich in der Nacht in heftigen Dauerregen verwandelt.
Bedingungen mit denen wir deutlich besser zurecht kamen als die Einheimischen.
Ein kleine Einlage gab es aber doch noch.
Als der Himmel kurz aufriß, fuhr ich zum Fotografieren eines Regenbogens auf eine Nebenstraße ab,
um am Straßenrand anzuhalten.
Der Straßenrand war weich wie eine Quarkspeise und wir hatten 30° Schräglage.
Ohne Allrad gelang die Befreiung zwar ohne Hilfe,
aber erst nach brutalstem Rückwärtsfahren über ca. 200m.
Dabei rollten mehrere große Findlinge unter dem Auto ab.
Unsere Sandbleche hatten wir übrigens an die Sandrosenfraktion verliehen!
Gegen Mittag und wieder bei Sonnenschein kamen wir in Tunis an.
Kurz entschlossen stürzten wir uns gleich mitten ins Getümmel.
Ließen uns durch diverse Läden führen und kauften
zu guter Letzt auch einen Teppich - über eine Stunde Verhandlungen und diverser Tee.
Am Ende waren alle glücklich.
Am
Bardo-Museum hatten wir einen Treffpunkt vereinbart.
Nach kurzem Zögern entschlossen wir uns zu einem Museumsbesuch. Sofort!
Wie sich noch zeigen sollte völlig zu recht.
Ein Besuch des Bardo-Museums lohnt sich wirklich:
Hier werden vor allem römische Mosaiken aus Carthago gezeigt.
Wir bestaunten handwerkliche und künstlerische Meisterleistungen und unsäglichen antiken Kitsch.
Finden sich die beiden Gruppen wieder oder werden sie im Großstadtdschungel aufgerieben?
Fortsetzung folgt!
