Bremskolben festgerostet

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bm
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Bremskolben festgerostet

Beitragvon bm » 21.06.2006 - 00:08

Hallo an Alle

Wir sind am Wochenende von einer schönen Reise,mit Galloper und Puck ,zurück gekommen.(Insel Cres via Plöckenpass, Predilpass und Retour)
Der erste Start zu dieser Fahrt,an einem Mittwoch verlief aber recht nervig und teuer,schon nach 70km war die rechte Scheibenbremse festgegangen.

Also nach Abkühlen und Gängigmachen des Bremskolbens erstmal vorsichtig zurück in die Garage und die Bremse zerlegt.
Die Bremsscheibe war blau angelaufen,der Kolben verrostet,Schrott.Siehe Bild.

Aber der Travellorgler ist noch zuversichtlich,hat er doch neulich günstige
Bremszangen bei Anbietern im Internet gesehen(Preise zwischen 95€-145€).
Leider konnte keiner bis zum Wochenende oder in vertretbarer Zeit liefern oder war nicht erreichbar.

Donnerstag high noon bin ich dann zum freundlichen Mitsubishi Apotheker gegangen.
Uiih,dat kostet teuer,(350€ Bremse,komplett mit Klötzen)kann aber bis Freitag 8Uhr liefern.
Der Chef hat mir noch den Rat gegeben die andere Seite auch zu kontrollieren
(der Kolben sah auch nicht besser aus)und vorgeschlagen beide Bremsscheiben abzudrehen.

Wie auch immer,Freitag 8Uhr lagen die neuen Bremszangen und die bearbeiteten Bremsscheiben
pünktlich in der Werkstatt,ab in die Garage,alles zusammengebaut und am Nachmittag
waren wir wieder auf der Autobahn,Richtung Alpen.
Ist doch schön, dass es den Mitsubishihändler gibt,wenn es schnell gehe soll.

Also,immer brav die Bremsflussigkeit wechseln und rechtzeitig für Ersatzteile sorgen
und nie vergessen Galloper=billiges Auto mit teuren Ersatzteilen.

Gruss Bernd


1999er,Galloper 2.5 TDI,Plechfelgen,lang,Basic,Nahrüstkat Euro2
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Re: Bremskolben festgerostet

Beitragvon Beda » 21.06.2006 - 09:15

bm hat geschrieben:Hallo an Alle

Also,immer brav die Bremsflüssigkeit wechseln und rechtzeitig für Ersatzteile sorgen
und nie vergessen Galloper=billiges Auto mit teuren Ersatzteilen.

Gruss Bernd

Morgen Bernd,
für Leute wie mich heißt das, demnächst Sättel zerlegen und mit ordentlich

Bild

wieder zusammenbauen :?
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Blaue ATE

Beitragvon flo » 21.06.2006 - 17:03

Genau!

Was Beda vorschlägt, habe ich gerade hinter mir. Ich hatte die Ahnung eines Gefühls, die Bremse löst nicht mehr sauber.

Also Kolben raus, und siehe, in den Sätteln war Rost zwischen den beiden Einstichen für die Dichtringe. Und der begann bereits, sich auf die Kolben zu übertragen ... War also allerhöchste Eisenbahn!

Die Kolben habe ich mit Polieren wieder hingekriegt, die Zylinder (Sättel) vorsichtig freigeschabt und den Dreck rausgepopelt. Und dann mit Hochgenuss alles mit der blauen ATE-Bremsenpaste eingestrichen und wieder eingebaut.

Hat sich also auch finanziell sehr gelohnt. Nur fürchte ich, dass ich das Polieren nun jährlich wiederholen muss. Denn mikroskopische Rostlöcher haben die Kolben ja nun schon mal.

LG.,

flo
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Beitragvon Crazy.max » 22.06.2006 - 00:29

Hallo Freunde

Scheint ein kollektives Problem zu sein . Nachdem Ich im Frühjahr schon auf der linken Seite einen neuen Bremsattel brauchte ( der Kolben war selbst mit einer Feile nicht mehr zu glätten ) habe Ich vorgestern auf der rechten Seite änliches gehabt .
Ich habs mir dann aber ganz einfach gemacht :

Den Kolben mit einer Schraubzwinge wieder zurückgedrückt und dann im ausgebauten Zustand durch langsames und vorsichtiges treten auf das Bremspedal wieder ausgefahren . Beim ausfahren habe Ich den Kolben mit einer Zange in seinem Sitz um ca 90 ° verdreht .
Mal abgesehen das das Problem ganz ohne schleifen gelöst war ist mir aufgefallen das mein Bremskolben nicht glänzt wie der vom Bernd , sondern eher nach Messing aussieht - kann denn das sein ?

Olaf - im Moment keinen Bock auf Werkstattärger :wink:
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Beitragvon flo » 22.06.2006 - 09:31

Lieber Olaf,

ob die Kolben verchromt sind (und dadurch glänzen) oder irgendwie anders beschichtet sind (und dann entweder gelblich oder grau schimmern) ist wohl zulieferer- und baujahrabhängig.

Das Gängigmachen der Kolben durch "Bewegungstraining" ist eine gute Lösung - für unterwegs (z. B. Urlaub, ich musste es mal in Djanet, Algerien machen). Durch die Rostpartikel, die in den in den Ringnuten bleiben, sind die Ringe aber so in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, dass sie die Kolben nicht mehr ausreichend weit zurückbewegen, wenn der Bremsdruck nachlässt. (Also nach einer Bremsung). Es ist daher ganz besonders wichtig, die Ringnuten zu reinigen - auch, wenn der Kolben noch glatt ist.

Lieben Gruß,

flo
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Beitragvon mani325 » 22.06.2006 - 12:59

Hallo zusammen

Auch ich habe vor einem Monat meine vorderen Bremssättel zerlegt. Auch bei mir war ein Kolben eingerostet. Versuchte es mit Fett und verdrehen des Kolbens. Hat 14 Tage funktioniert...

Nun habe ich beide Bremszangen bei Bremsenmann überholen lassen: 1 neuer Kolben und diverse Dichtringe.

Fazit: Wenn die Staubschutzmanschetten undicht sind, macht das dem Kolben zu schaffen - Immer auch die Gummidichtungen kontrollieren.

Gruess Steff
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Gilb im Bremssystem

Beitragvon flo » 22.06.2006 - 13:38

Genau! Danke!

Die Gummis habe ich ganz zu erwähnen vergessen, weil die nämlich in Ordnung waren.

Und trotzdem entsteht Gilb im Bremssystem. Ich habe gehört, es läge an der wasseranziehenden ("hygroskopischen") Bremsflüssigkeit. Ein Grund mehr, diese regelmäßig zu wechseln und so das Wasser mit der alten zu entsorgen ...

LG.

flo
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Beitragvon flo » 22.06.2006 - 13:40

Ach ja ...


... noch was: Bitte kein Fett! Und auch kein Öl. Beides löst die Gummis auf und dann geht gar nichts mehr. Deshalb gibt es ATE blau und ähnliche Sachen.

flo.
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Joe
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Beitragvon Joe » 23.06.2006 - 09:55

Moin Moin,

als Alternative zu herkömmlicher Bremsflüssigkeit gibt es auch Silikonbremsflüssigkeit :!:

Vorteil: nie mehr wechseln, zieht kein Wasser
Nachteil: in D keine ABE :?

Liest Du hier :wink:

Grüße
Rolf
Galloper 2,5 TCI Exceed kurz, Bj. 2001
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Beitragvon Charly » 26.06.2006 - 16:42

Joe hat geschrieben:Moin Moin,

als Alternative zu herkömmlicher Bremsflüssigkeit gibt es auch Silikonbremsflüssigkeit :!:

Vorteil: nie mehr wechseln, zieht kein Wasser
Nachteil: in D keine ABE :?

Liest Du hier :wink:

Grüße
Rolf



Hallo Rolf,

unabhängig von der fehlenden Zulassung hat Silikon-Bremsflüssigkeit auch den Nachteil, dass sie die Feuchtigkeit, die z.B. durch Wasserdampfdiffusion über die Bremsschäuche in das System eingedrungen ist, nicht binden kann. Genau: dass sie kein Wasser zieht ist kein Vorteil, sondern sogar ein gefährlicher Nachteil.
Durch diese fehlende Eigenschaft bilden sich im Laufe der Zeit kleine Wassertröpfchen, die der Schwerkraft folgen und sich daher an der tiefsten Stelle sammeln. dort kann es im Extremfall zu einem Wasserpropfen kommen, der dann im Winter zu Eis gefriert und damit die Bremse, die hinter dem Eispropfen liegt praktisch still legt.
Normale DOT 4-Bremsflüssigkeit ist genau aus diesem Grund stark hygroskopisch, damit die Feuchtigkeit immer schön gleichmäßig in der Bremsflüssigkeit verteilt bleibt und nirgends so einen Eispropfen bilden kann.
Auch das Argument, Silikonflüssigkeit müsse man nie wieder wechseln, zieht auch nicht, weil der Flüssigkeitswechsel auch dazu dient, Abriebspartikel der Dichtmanschetten, die als normaler Verschleiß anfallen, aus dem Bremssystem herauszuspülen. Wenn dies nicht regelmäßig geschieht, könnten diese Partikel irgendwann die feinen Bohrungen im HBZ verstopfen.

Gruß
Günther
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Re: Gilb im Bremssystem

Beitragvon Crazy.max » 26.06.2006 - 21:24

Hi Flo

flo hat geschrieben:
Und trotzdem entsteht Gilb im Bremssystem. Ich habe gehört, es läge an der wasseranziehenden ("hygroskopischen") Bremsflüssigkeit. Ein Grund mehr, diese regelmäßig zu wechseln und so das Wasser mit der alten zu entsorgen ...



So ganz kann ich dem aber auch nicht folgen sagt eine alte Klemptnerweisheit . Denn Wasser alleine macht keinen Rost ,erst im Zusammenspiel mit viel Sauerstoff kann eine Oxidation erfolgen und nach einer gewissen Zeit stellt sich ein Abrieb ein der den Kolben in den Führungen kippen lassen kann bis er irgentwann klemmt . Und wenn die dann so aussehen wie dem Bernd seine Kolben ist mit schleifen und polieren auch nichts mehr zu holen .

Sinnvoller scheint es mir da zu sein seine Bremsen regelmäßig zu säubern und wie schon geschrieben den Knies unter den Dichtungen wegzuholen , regelmäßige Schlammbäder in LAH tun Ihr übriges dazu . Deshalb vermeide Ich halt spektakuläre Schlammdurchfahrten und vermeide auch sonst das schlammige outfit. So spare Ich auch immer wieder teure Dampfbäder fürs Auto :roll:

Ich habe in der Vergangenheit so manche Stunde in Bremsenreinigung gesteckt weil mich son blöder Trial wieder durch die tiefste Grütze geführt hat und die Bremse halt nicht funzen wollte ........

Olaf - im Moment mit der Minimalreparatur zufrieden
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Re: Gilb im Bremssystem

Beitragvon Beda » 26.06.2006 - 22:43

Crazy.max hat geschrieben:Hi Flo
Sinnvoller scheint es mir da zu sein seine Bremsen regelmäßig zu säubern und wie schon geschrieben den Knies unter den Dichtungen wegzuholen , regelmäßige Schlammbäder in LAH tun Ihr übriges dazu .
Olaf - im Moment mit der Minimalreparatur zufrieden

Hallo zusammen,
klar kann eine extrem alte Bremsflüssigkeit zu Korrosionsproblemen führen.
Aber die beschriebenen Probleme treten an Stellen auf, wo keine Bremsflüssigkeit sein sollte.
Ich sehe die Ursachen eher darin, daß in der Produktion heutzutage im weißen Hemd gearbeitet wird. Das bedeutet völlig fettfreier, knochentrockener Zusammenbau. Wenn die Bremszangen zwischen Staubmanschette und Dichtring diese Montagepaste enthalten würden, gäbe es diese Problematik gar nicht.
Zuletzt geändert von Beda am 27.06.2006 - 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Beitragvon Joe » 27.06.2006 - 09:30

Charly hat geschrieben:unabhängig von der fehlenden Zulassung hat Silikon-Bremsflüssigkeit auch den Nachteil, dass sie die Feuchtigkeit, die z.B. durch Wasserdampfdiffusion über die Bremsschäuche in das System eingedrungen ist, nicht binden kann. Genau: dass sie kein Wasser zieht ist kein Vorteil, sondern sogar ein gefährlicher Nachteil.


Hallo Günther,

8O 8O 8O

danke für den Hinweis. Hatte tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, beim anstehenden Bremsflüssigkeitswechsel evtl. auf silikonische umzusteigen. Nun kommt doch wieder normale rein, dafür künftig aber regelmässig :wink:

Grüße
Rolf - dessen Löppel heute seinen 5. Geburtstag hat
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Beitragvon bm » 05.11.2006 - 19:10

Hi.
Die Bremsenzerleger sind jetzt gefragt.:help

Suche Maße vom Bremskolben L040 Pajero nach 1988.
Hintergrund ist: Pajero und Galloper Bremszangen sind zwar unterschiedlich,
aber der Durchmesser des Bremskolbens ist mit 57,15 mm identisch.:idee03:
Wenn die Höhe und die Lage der Nut für die Schutzmanschette gleich wären,
könnte man den Pajero Bremskolben verwenden,
denn der ist ,im Gegensatz zum Galloperkolben ,einzeln erhältlich.:super:
So könnte man die Galloperbremszangen,in Kombination von Galloper Manschetten ,Dichtungen
und Pajerokolben,fachgerecht überholen.
Ich hab da mal ne Skizze,mit den Maßen des Galloperkolben,angehängt.
Vielleicht hat noch jemand eine alte Bremszange oder Kolben unter der Werkbank
oder in der legendären BLAUEN-KISTE,wo er nachmessen kann.
Gesucht sind Maße in der Skizze: H=?,h=?,N=?,d=?
......Bild

Gruss Bernd

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Beitragvon Matthias » 20.11.2006 - 22:02

Nabend!

hat denn wirklich gerade keiner seine L040-Bremse zerlegt oder eine in der Kiste. Der Bernd wartet doch drauf, oder?

Gr: M
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