Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisenglimmer

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Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisenglimmer

Beitragvon unbemerkt » 31.03.2013 - 19:08

Hallo allerseits,

an dieser Stelle soll (nunmehr nachträglich eingefügt und hin und wieder ergänzt) eine kleine Übersicht zum Foren-Geheimrostschutzmittelchen stehen, um auch Neulesern ein Mindestmaß Überblick zu ermöglichen.

Wie der, von Beda so treffend gefundene Beitragsname schon andeutet, handelt es sich bei dem Mittelchen um eine reine Versuchsreihe, welche ich seit einigen Jahren, an meinen Rostlauben mache. Ich verbürge mich in keinster Weise für die Funktion und Richtigkeit meiner Angaben. Über die Erfolge habe ich an anderen Stellen ausreichend berichtet.

Wer auf Nummer Sicher gehen will kauft einfach das kriechfähigste Fluidfilm oder Owatrolöl und verarbeitet wie dort empfohlen weiter.

Ziel der "Entwicklung" war, nach vielstündigen Lesen diverser Rostschutz- und Oldtimerforen sowie "Fachliteratur", ein Mittel zu finden, welches ich gewissermaßen ohne große Vorarbeiten an rostigen Fahrzeugen anwenden kann, um deren Zustand möglichst schnell und effektiv zu konservieren bzw. "einzufrieren" wobei ich versuchen wollte, das Mittel zeitlich haltbarer als die oben Genannten einzustellen.

Zum Anderen war es mir, wie so oft, zuwider mich der übertriebenen "Preisfinderer" der entsprechenden Hersteller zu unterwerfen. Man bekommt den Eindruck das alle Mittel am Markt, welche mit dem Begriff "Rostschutz" beginnen einen mindestens 300%igen Gewinnaufschlag erfahren haben.

Aus vielen Test diverser Institute, Foren und Einzelkämpfer wird jedoch schlicht deutlich, daß Mittel, welche auf Leinölfirnis und Metalloxiden beruhen, überdurchschnittlich gut beim aktiven Rostschutz abschließen. Ein weiterer Beweis dafür mag sein, das die Eisenglimmerfarben seit Kurzem geradezu explosionsartig auf den Markt kommen.

Ganz ähnliches ist bei den Holzverarbeitern zu beobachten, welche sich nach immer währenden Neuerfindungen des letzten Jahrhunderts nun wieder stärker den althergebrachten Eigenschaften von Holzölen zuwenden und auf Lasuren und Lacke zunehmend verzichten.

Ich unterstelle auch ganz schnöde, daß was für das Holz gut ist, in fast allen Bereichen auch für rostiges Alteisen gilt.

Mein Mittelchen will auch keine Farbe sein, soll diese nicht oder nur in Teilen ersetzen und hat wenig Sinn und Zweck auf erhaltenen Lacken oder über vorhergehenden Fett-, Öl-, Wachs oder bituminösen Anstrichen, wenngleich man es mit etwas Sachverstand relativ einfach zur Farbe "erziehen" kann, aber dazu später mehr.

Zusammensetzung:

Bei der Mischung wird die außergewöhnlich gute Kriechfähigkeit des Leinölfirnis in Verbindung mit dem Oxidationsbeschleuniger und "Verdicker" Eisenglimmer genutzt.

Zur Verdünnung je nach Einsatzort und Anwendung würde ich mit heutigem Wissen am ehesten echtes Terpentinöl verwenden und von Terpentinersatz bzw. Testbenzin (kann man für die Gerätereinigung verwenden) abraten. Hintergrund meiner "Denke" ist, daß der Rost nicht von verdunstenden Lösungsmitteln durchdrungen werden soll, sondern nur von den Ölen. Zudem verdünnt das Terpentinöl nicht einfach nur, sondern ist offensichtlich an den "notwendigen" Reaktionen beteiligt.

Der Ersatz des ursprünglich verwendeten reinen Leinölfirnis durch das Baufix-Holzschutzöl ist nur der Tatsache geschuldet, daß ich mir nicht mehr die Zeit (und das Geld) nehmen wollte, mit diversen Additiven und Sikkativen (wie Tungöl) zur besseren Aushärtung und passenden Trocknung zu experimentieren.

Nachdem mein Mittelchen nunmehr immer mehr "foren-öffentlich" wird, fühle ich mich natürlich von Euch geschubst mich intensiver und eindringlicher mit der Materie auseinander zu setzen, dies ist aber auch so gewollt und mein innerer Schweinehund braucht Euch also dringend und nicht nur bei dieser "Sache".

Momentan verwende ich also in Mischung:

Baufix-Holzschutzöl: 3 Volumenanteile (Achtung keine Lasur, kein Lack :wink: )

Eisenglimmer: bis zu 1 Volumenanteil (dies dürfte nach Gewicht bis zu einer 1 zu 1 Mischung entsprechen) nach DB-Norm 703 - bedeutet einen Mahlgrad unter 60 my und Farbe in Richtung dunkelgrau (der Mahl- oder Siebgrad sollte möglichst klein sein)

- echtes Terpentinöl oder Balsamterpentinöl nachträglich in bis zu 25% an die fertige Mischung gerührt.

Das Material sollte nicht über längere Zeiträume (Monate auf Vorrat) angemischt werden, da die Oxidations- und anschließenden Polymerisationsprozesse mit der Anmischung beginnen.

Verarbeitung:

Für eine Erstbehandlung eines rostigen unbehandelten Geländewagens mische ich mir zwei Kanister (6 Liter) Holzschutzöl mit bis zu 2 Kilogramm Eisenglimmer und anschließend 2 Liter Terpentinöl in einem Eimer an und fülle die Mischung zur besseren Einfüllbarkeit in die Druckbecherpistole teilweise zurück in die Kanister.

So hält sich die Mischung auch einige Wochen relativ hautfrei zur Weiterverarbeitung.

Ähnlich wie bei einer Grundierung tendiere ich also bei Beginn des Rostschutzes zur Verstärkung der Kriechfähigkeit und Verlängerung der Trockenzeit.

Bei späteren Nachbehandlungen kann, wie oben beschrieben, der Eisenglimmeranteil steigen und weniger Terpentinöl zugegeben werden.

Ab hier Fortführung vom 11.06.2015 gegen 16:00 Uhr.

Die Mischung tendiert wie bei Anstrichen auch üblich, bei Folgeaufträgen also mehr zur Beschichtung, welche dicker wird und elastisch das Alteisen mit eingeschlossenem Rost überdeckt.

Je nach Zeit und Möglichkeit entroste ich den Kandidaten vorab grob, wobei ich auch sehr gern an dickeren Eisenteilen einen Nadelentroster bzw. Druckluftnadler verwende.

Wenn nötig sollte auch der Rahmen und/oder Unterboden vorab noch gewaschen und halbwegs getrocknet werden.

Unterbodenschutz und Hohlraumkonservierung erfolgt mit dem Mittel also gleichsam, wobei die Verdünnung im Hohlraumbereich immer etwas größer sein kann. Das Rostschutzmittel sollte in der kalten Jahreszeit wenigstens auf seriöse Zimmertemperatur erwärmt sein. Viele Holzschützer erwärmen Leinölfirnis (vorsichtig) auf 50 Grad Celsius.

Im Vorfeld klebe ich das Auto im unteren Bereich so mit Fensterschutzfolie ab, daß nicht so viel Sprühnebel darunter hervor ziehen kann. Auch alte Decken über Scheiben und lackierten Karosserieflächen halten den Firnis gut ab.

Ganz in Ruhe und mit gewissenhaften Überdenken aller Hohlräume am Fahrzeug entferne ich dann alle Hohlraumstopfen, bohre auch gern noch Hilfslöcher für die Sonde (z.B. an geschlossenen Rahmenrohren) oder Tiefstellen im Rahmen ohne Entwässerungsmöglichkeiten.

"Der bohrt Löcher im Rahmen" mögen hier manche aufschreien, ja das tue ich. Was ist ein Bohrloch im Rahmen aber auch rein statisch gesehen, gegen eine gesunde Durchrostung? :extremlached: Das die Fahrzeughersteller offensichtlich gern Solldurchrostungsstellen basteln ist aber bestimmt auch unbestritten?

Wir erinnern uns hier auch an die gemeinen A-Säulenböden in den Mitsubishis und Gallopern, welche kiloweise Schlamm bergen können. Ein gern vergessener Hohlraumkandidat ist auch der vordere Motorhaubenfalz, welcher oft nur bei fast geschlossener Haube bleibend befüllt werden kann.

Im Anschluss sprühe ich alle Gummiteile unter dem Auto und im Motorraum sowie die Türdichtungen und Scheibengummis in z.T. zweimaligem Durchgang mit Silikonöl ein um diese so etwas vor dem Leinölfirnis zu schützen, ob es hilft? :achselzuck:
Pro Auto und Durchsicht werden so etwa drei große Spraydosen notwendig, wobei ich mich hier noch nicht zu Drucksprühflaschen durchringen konnte.

Abgeschmiert habe ich die Autos übrigens immer schon vorher, beim Besichtungsrundgang, da man bei solchen Arbeiten mit etwas offen Augen immer schon andere typische "Autokrankheiten" entlarven kann.

Heiß werdende Teile wie Auspuffanlagen klebe ich auch gern vorab mit Folie ab um eventuellen späteren Bränden vorzubeugen, ich habe aber auch schon erfolgreich drumherum gesprüht. Unterm Auto hängende Ersatzräder werden vorher demontiert, die Mechanik der Hebelei und der darüber liegende Bereich braucht sowieso immer viel Zuwendung.

Die Hohlraumkonservierung mache ich gern vorab und in dünnerer Mischung mit etwa hälftigem Eisenglimmeranteil, wobei man sicher auch gleichzeitig vorgehen kann. Wichtig ist bei der Arbeit vor allem systematisch und überlegt vorzugehen. Eine Sondenkamera am Schwanenhals bekommt man heute unter 100,- Euro, ein kleiner Spiegel und kleine LED-Strahler kommen aber auch schon weit.

Ich arbeite übrigens beim Sprühen immer mit heller Stirnlampe um dort Licht zu haben, wo ich hinschaue oder umgebe mich mit reichlich Deckenstrahlern - meist aber mit Beidem.

Die Arbeit des Unterbodenschutzes teile ich mir gern so ein, daß diese den Arbeitstag beendet. Nach drei bis fünf Stunden Rostschutzsudelei unter Atemschutzmaske (FFP2 ist eigentlich zu wenig) hat man sowie meist kleine Lust mehr auf Heldentaten. Ganzkörperkondom bzw. Wintertarn und Schutzhandschuhe schaden wenig.

Nach Abschluss der Arbeiten beginne ich von vorn und übersprühe alle angetrockneten Stellen und solche die es zu werden drohen. Alles muß nass glänzen.

Eine Grobreinigung an besudelten Lackteile beendet den Tag.

Am nächsten Morgen werden nach eingehendem Rundgang mit Durchsicht der Hohlräume alle trockenen Stellen unter dem
Fahrzeug erneut ordentlich eingesudelt und der Vorgang eventuell nach Kontrolle wiederholt.
Ähnlich dem Holz ölen kann gelten, es wird bis zur absoluten Sättigung getränkt und danach der Überschuss abgewischt - beim Rostschutz kann man das Abwischen natürlich weglassen.

Bei seriöser Erstbehandlung eines vorher weniger gepflegten Altwagens sollten jetzt etwa 8 bis 10 Liter des Mittelchens verbraucht sein.

Speziell im Rahmen arbeitet Ihr natürlich auch bis zur absoluten Sättigung und ein wenig darüber hinaus. Ich kiekele mit der Sonde auch gern in jedes Loch und versprühe in voller Schlauchlänge, der mehrfachen Überdeckung der eingesprühten Flächen voll bewusst. Im Motorraum gehe ich gewissenhaft in alle Ecken, lackiere aber Motorblock und Anbauteile natürlich nicht mit...

An der Karosse, Stoßstangen und Schmutzfängern ablaufendes Mittel kann binnen eines Tages gut abgewischt werden, später wird dies immer schwerer und ist bald nur noch mit Lösungsmitteln jedoch auch auf Plastestoßstangen möglich. Auch Fenster welche eingenebelt wurden verlangen nach mehr Reiniger je länger man wartet.

Schönwerkstättler haben vor Arbeitsbeginn natürlich auch noch reichlich Pappen untergeschoben, da das Mittel auch gut auf Beton hält bzw. einzieht. :mrgreen:

Die Rostschutzarbeiten führe ich gern gegen Ende des Sommers bzw. im warmen Herbst durch und frische in jährlichen Abständen nur noch auf. Fehlenden Rostschutz erkennt man sehr gut am hellen trockenen Rehbraun des Rostes wohingegen "geschützter Rost" dunkel, glänzend, lackiert überzogen und vor allem inaktiv erscheint.

Einen Sinn einer weiteren Schönbeschichtung mit Farben, Fetten Wachsen aller Art kann ich bei dem von mir angewendeten System "bisher" nicht erkennen. Eingesudelte Schrauben, Gewinde und Muttern lösen sich später schön "hartfettig" aus den Verbindungen, Blattfedern reagieren auf eine "Einspritzung" angenehm leise und leichtgängig. Das Mittel lagert sich auf Lack zumeist ohne tiefgründige Schäden ab und neigt in Pfützen zur Haut- und Faltenbildung hält dort aber nicht.

Ein Blick über den Tellerrand lohnt aber vielleicht doch noch, da in Oldtimerkreisen gern spröde rissige Altlacke mit Leinölfirnis aufpolliert werden.

Abschließend noch ein, wichtiger Gedankengang welcher mich zum System brachte, zum Nachgrübeln:

An einer angerosteten Karosseriestelle soll ein "Rostschutz" stattfinden.

Abdeckende Farb- und Beschichtungssystem aller Art schließen den Rost ein und es blüht in kurzer Zeit wieder, wenn nicht völlig entrostet und "fabrikartig neu" aufgebaut wurde.

Aus meiner Sicht kann, wie bei hölzernen Arbeitsplatten nur eine alles durchdringende Flüssigkeit einen annähernden Tiefenschutz bilden, welche nach getaner Arbeit etwas aushärten soll um das Darunter zu schützen.

Jahrhunderte wurden Treppenhäuser geölt und hielten ebensolange und heute kommen "Erfinder" und präsentieren obenaufliegende Lacke, welche bei "Benutzung" aller 5 Jahre abgeschliffen und neu aufgebaut werden müssen. :respekt:

Wer lackiert eigentlich Küchenarbeitsplatten aus Holz? :extremlached:

mit rostschutzmittelbefreiten Grüßen von Kay, welcher an dieser Stelle in der nächsten Zeit noch Details einfügen wird.

(der Text wurde als Startbeitrag aus einem anderen Diskussionsverlauf hierher übernommen und hat durch die Änderung den Bezug zu Rolfs Antwort etwas verloren)
Zuletzt geändert von unbemerkt am 11.06.2015 - 16:59, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon Deichgraf » 02.04.2013 - 14:53

Hallo Kay,

habe gerde aufmerksam Deinen Report gelesen.
Etwas verwundert war ich über Dein verwendetes Baufix - Material als Hohlraumkonservierung.

Gleiches Produkt habe ich vor zwei Jahren beim hiesigen Discounter erworben, um meine Blockhütte und die Holzmöbel damit zu streichen. Vor Ergebnis war ich leider mehr als enttäuscht. Bei lang anhaltendem Regen, was bei uns ja nicht so selten ist, wurde die Lasur vom Wasser unterwandert und weichte auf, so das man es mit dem Fingernagel abschaben konnte.

Und sowas als Korrisionsschutz im Rahmen, also ich kann es mir leider nicht vorstellen, und vertraue da lieber auf andere Produkte.
Aber ich will Dir nicht reinreden, wenn Du andere Erfahrungen gemacht hast.

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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon unbemerkt » 02.04.2013 - 17:14

Hallo Udo,

bist Du Dir sicher, daß Du das Holzöl und nicht die Lasur meinst? Die Verpackung ist fast identisch. Von Lasuren jeder Art habe ich mich jedoch auch entfernt.
Erkennen kann man die "leinölfirnishaltigen" Produkte immer schön an der Warnung der Selbstentzündung der verwendeten Lappen.

Mit dem Holzöl in drei bis viermaliger feucht- in feucht Anwendung (entgegen der Verarbeitungsanleitung) habe ich bei mir viele Quadratmeter Fenster, Türen, Tore und Holzbauteile und auch Schränke getränkt. Ich würde mal vorsichtig behaupten, daß das Öl sehr tief ins Holz einzieht und wenn es denn trocken ist auch über einen ziemlich langen Zeitraum kein Wasser mehr eindringen lässt. Nach etwa drei Jahren kontrolliere ich bewitterte Holzteile ob der Notwendigkeit der Nachbehandlung.

Nach der Beschreibung Deiner Erfahrung habe ich eher den Eindruck, das Material ist nicht eingezogen sondern hat sich an der Oberfläche abgesetzt.

Nach meiner Erfahrung lässt der Rostschutz auf bewittertem Eisen erst nach zirka einem Jahr etwas nach. Eine verrostete Bremsscheibe welche wir direkt auf dem Rost einstrichen und im Freien lagerten, hat mich durchaus überzeugt. Das Öl scheint tief in den Rost einzudringen und diesen wie in einem Lack einzuschließen. Unterwanderungen solch behandelter Stellen habe ich bisher nicht gefunden. Die behandelten Stellen glänzen etwas und die ungeliebte braune Farbe des Eisendreioxides verfärbt sich in Richtung schwarz. So kann ich gerade am Unterboden schön erkennen wenn eine Nachbehandlung wieder nötig ist.

Nichtsdestotrotz sind für Hohlräume an welche man schlecht heran kommt sicherlich Fette vorzuziehen. Dies konnten wir ja den Langzeitstudien der Oldtimergilde und dem Rostschutzforum vielfach entnehmen.

Gruß von Kay
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon Deichgraf » 03.04.2013 - 07:47

Hallo Kay,

hast recht, bei meinem Mittel handelt es sich um eine Lasur.
Die Dosen sehen aber auch alle sehr ähnlich aus.

Weiterhin viel Erfolg damit !

Udo
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon unbemerkt » 03.04.2013 - 14:00

Hallo Udo,

da bin ich ja gewissermaßen beruhigt, wobei das Ergebnis mit den Gartenmöbeln für Dich natürlich sehr unschön war.
Probiere jedoch, wenn Du magst mal ein Öl auf Leinölfirnisbasis für Deine Hölzer aus. Das Ergebnis muß nicht wundern, da ja auch unsere Altvorderen einige Jahrhunderte recht erfolgreich damit waren. Durch heutiges Know-how trocknen die Öle auch viel besser und schneller.

Ein weiterer Vorteil des Leinölfirnis ist, daß man es sehr stümperhaft aufbringen kann. Alle Flächen des Holzes werden einfach immer wieder so lange getränkt bis sie keine Flüssigkeit mehr annehmen. Man kann sehr grob arbeiten und ruhig einmal über den Rand z.B. auf eine Scheibe rutschen. Das am Ende nicht eingezogene Material wird einfach mit dem Lappen abgewischt und fertig ist der Anstrisch für die nächsten Jahre.

Der Vorteil der tief einziehenden Öle zeigt sich, im Gegensatz zu den Lacken und Oberflächenlasuren, gerade bei stark genutzten Flächen wie Tischen und Treppen. Bei Kratzern in der Oberfläche ist die Schutzschicht somit nicht vollends zerstört und es kommt noch nicht zum Eindringen von Wasser. Das beste Beispiel sind immer wieder alte Treppenhäuser welche 100 Jahre geölt bzw. gebohnert wurden und heute nach dem Anschleifen lackiert werden. Spätestens nach 5 Jahren ist der Lack dahin und wurde tiefgründig in den Kratzern von Wasser unterwandert.
Flüssigwachs oder Öle verhindern diesen Ärger perfekt.

Wegen des guten Kriechvermögens und der Elastizität des Leinölfirnis wird dieses zu sehr hohen Anteilen auch in diversen Rostschutzmaterialien aber auch in der guten alten Ölfarbe verwendet.
Wenn man mal die albernen Streitigkeiten mit den Rostschutzhändlern überliest findet man im Rostschutzforum einen inspirierenden Beitrag.

Über meine Versuche mit Eisenglimmer in Zusammenhang mit den Ölen kann ich übrigens noch nichts berichten, es gibt jedoch schon ähnliche Anwendungen.

Gruß von Kay
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon unbemerkt » 25.04.2015 - 13:01

Hallo die Rostschützer,

nachdem ich im Juli 2013 (wegen Leseunvermögen später geändert) meinen ehemaligen Ersatzteilspender mit meinem Rostschutzholzöl gebauchpinselt habe, fiel der geplante aktive Rostschutz im letzten Jahr wegen des Werkstattausbaus ja gewissermaßen ins Wasser.

Bei einer Durchsicht des Unterbodens waren Luca und ich sehr angenehm überrascht wie gut unsere Mixtur mit Baufix Holzschutzöl (ausdrücklich keine Lasur) auf Leinölfirnisbasis und Eisenglimmer sowie damals ein wenig schwarzer Lackfarbe auf Ölbasis zum Zweck der Sichtbarkeit (wird inzwischen vermieden) doch gehalten hat.

Frühere Versuche mit teurerem reinem Leinölfirnis und Tungöl zur relativen Erhärtung sind damit Geschichte.

Auf den folgenden Bildern wird meiner Ansicht nach sehr schön sichtbar, wie gut das Mittel bestehende Rostflächen für knapp drei Jahre versiegelt und geschützt hat, wobei man beachten muß das keinerlei mechanische Entrostung voran gegangen ist.

Sichtbar ist hier ein altes durchgerostetes Loch eines ehemaligen Gummipropfens am hinteren Kotflügelende des Pajero Sport auf einem Foto vom Ende 2013 also knapp nach Aufbringung des Mittels wobei anzumerken ist, daß der Pajero erst ab Mitte 2013 auf der Straße genutzt wurde.

Bild

Leider ist die Stelle beim aktuellen Bild sehr staubig und das Licht nicht vergleichbar, aber man sieht deutlich keinerlei Änderungen am problematischen rostigen Teil (die Form ist identisch) sondern nur (markiert) Neurostabplatzungen an damals noch lacküberdeckten Stellen.

Bild

Auch wenn ich zwischenzeitlich überlegt hatte zumindest Hohlräume eventuell mit Sanders Fett zu fluten, wird nunmehr immer deutlicher das ich beim guten Erhaltungszustand von Schwellern, Rahmeninnenseite etc. darauf zugunsten des Holzöles mit Eisenglimmer verzichten kann.

Nur Neuanrostungen durch Farbabplatzungen und geringfügigste Abwaschungen, welche durch hellbraune Farbgebung sichtbar werden sind offensichtlich optimal durch eine jährliche Behandlung mit dem Rostschutz zu behandeln.
Hierbei bemühe ich mich das Mittel über Nacht einwirken zu lassen und übersprühe trocken gewordene Stellen am nächsten Tag noch einmal. Man erkennt den noch aktiven Rostschutz an einem lackartig glänzend wirkenden Überzug auch jederzeit sehr gut.

Inzwischen habe ich mich auch mit der schwer einstellbaren Profidruckbecherpistole besser angefreundet und weiß, daß ich nach der 10-Liter Erstbehandlung mit 4 bis 6 Liter pro Durchgang hin komme.

Eine unverschämte Preiserhöhung von einem Euro pro Liter auf 17,99 Euro pro 3 Liter Gebinde Holzöl konnte durch die erfolgreiche Ersteigerung von 3 Kg feinstem Farbzusatz-Eisenglimmer für 15,- Euro ausgeglichen werden.

mit fröhlich zuversichtlichen Rostschutzgrüßen von Kay
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon unbemerkt » 01.05.2015 - 15:31

Moin allerseits, schon wieder,

mit Recht sprachen mich Wolfi und Walter auf den verwendeten Eisenglimmer und meine Bezugsquellen bzw. angewendeten Korngrößen an.

Ich will es vorab noch einmal deutlich erwähnen. Das von mir erprobte Verfahren ist reine Friggelei und ohne jeden Anspruch auf Wissenschaftlichkeit begründet. Ich habe mich lediglich in diversen Foren, Webbeiträgen, Patentschriften und Herstellerzetteln belesen und mir einen eigenen Reim, in Zusammenhang mit den Preisfindungen der angebotenen Rostschutzmittel, darauf gemacht.

Meine Mittelchen taugen auch bewusst und absichtlich nicht auf Lacken und glatten Untergründen wo sie eher zum Zusammenlaufen und zur Filmbildung neigen. Nur auf Rost und entsprechend "porösen saugenden" also angerosteten Untergründen ergeben sich nach meiner Ansicht ungeahnte Vorteile der Durchtränkung und Beschichtung bzw. Ummantlung mit einer starken Tendenz zur Konservierung.

Beim vorliegenden Pajero Sport gab es keine vorhergehende mechanische Entrostung oder Reinigung, es wurde auf den Originalzustand gearbeitet.

Bild06/2013

Bild05/2015

Beim erstmaligen Rostschutz arbeite ich in einer "zweitägigen Session" wobei ich abtrocknende Stellen immer wieder neu einsprühe, bis sie ähnlich wie beim Ölen von Holz satt getränkt sind. Bei nachfolgenden Aktionen in momentan für ausreichend befundenem jährlichem Abständen, wird weitestgehend aufgefrischt wo neue Lackablatzungen und damit Roststellen entstanden sind, oder das Material sich "aufgezehrt" hat. Erkennbar sind diese Stellen wunderbar am verhassten Hellbraun wohingegen die intakten Schutzstellen wie klarlackiert, dunkelbraun glänzend wirken.

Bild07/2013

Bild05/2015

Bisher verwende ich Eisenglimmer der Lieferbedingungen der Deutschen Bahn bzw. deren eingeführter Korrosionsschutznormen, aber ich glaube man kann mit die Wissenschaftelei auch irgendwann übertreiben. Der Link ist auch nur als Beispiel für Korngrößen gesetzt. Meine Einkäufe ergaben sich dabei zumeist eher zufällig durch "Sonderangebote" in der Bucht.

Wichtig ist nur das der Glimmer nicht zu grob wird, wovon man jedoch bei fast allen Materialien zur Farbpigmentierung ausgehen kann. Ich bevorzuge grau bis schwarzen Glimmer mit < 63 my, wobei ich ganz wage davon ausgehe, das rot- und braunstichige Glimmer einen Teil ihrer Arbeit schon getan haben und mehr zur farblichen Gestaltung dienen, wer will auch rostbraun in der Rostschutzfarbe?.

Eine sichere wenn auch nicht preiswerte Quelle ist natürlich Kremer-Pigmente und da am ehesten der Eisenglimmer natur.

Die DB-Produktqualitäten <63 my verflüchtigen sich zum Beispiel schon in die Luft wenn man die Beutel zu schnell öffnet.

Ganz im Gegenteil habe ich sogar in der Druckbecherpistole ein Grobsieb am Saugrohr was mir "Grobbestandteile" wie entstandene Leinölfirnishautreste von der Düse der Pistole fernhalten soll, den Glimmertransport im Leinölfirnis jedoch nicht behindert. Gefunden habe ich das Sieb in irgend einer Baumarktspritze oder ähnlich. Viele Injektionsdübel oder aber auch etwas gröbere Filter für Wagner Airless Farbspritzpistolen können diese Aufgabe übernehmen. Dieser Filter ist aber wohlgemerkt nur für kleine Schlamprige, welche die mögliche Höchstlagerzeit der Druckbecherpistole (3 Monate gehen meist gut) mit Leinölfirnisresten immer wieder neu ermitteln müssen.... :extremlached: Achtung jedoch; Wer keine Düsen reinigt wird mit Popelei nicht unter 20 Minuten bestraft.

Zumeist schlage ich dem Leinölfirnis bis zu 1/3 Volumenanteil Eisenglimmer und abschließend bis zu 1/4 Testbenzin oder Terpentinöl zu, aber da sollte man sich ranarbeiten bzw. den Verwendungszweck beachten. Die Pinseldöschen für die kleine Reparatur werden auch einmal dicker angerührt und nach Bedarf verdünnt.

Da ich jedoch für das Kondensatwasser der Blowby-gase am 6G72 sowieso einen Zyklonbehälter benötige und diesem leitfähig verbunden eine Opferanode beisetzen werden, brauche ich die ganze Rostschützerei ja sowieso bald nicht mehr.... :rofl: :extremlached:

mit rostfreifrohen Grüßen von Kay
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon Matthias » 01.05.2015 - 17:52

Hallo Kay,

spricht eigentlich was dagegen, fertigen Eisenglimmerlack dem Leinölfirnis beizumischen? Wahrscheinlich der Preis ...

Schöne Grüße
Matti
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon unbemerkt » 02.05.2015 - 13:52

Hallo Matti,

Du willst mich wieder foppen, und diesmal falle ich auch wieder darauf herein.

Matthias hat geschrieben:spricht eigentlich was dagegen, fertigen Eisenglimmerlack dem Leinölfirnis beizumischen? Wahrscheinlich der Preis ...


Ja, die zumeist unbekannte Lackbasis und dessen für Deinen Zweck undefinierte bzw. ungünstigen Eigenschaften sowie eine weitere Abreicherung des Eisenglimmers. Das Ziel der Arbeit mit dem Leinölfirnis ist die Durchdringung und Unterwanderung der Rostes und nicht dessen einfacher Überzug mit einem Anstrich.

Ähnlich dem Unterschied des Lackierens oder Beschichten von Holz und dem Ölen von Hölzern soll entweder eine Beschichtung oder eine Durchdringung erreicht werden.

Wenn ich eine Lackierung will kann ich z.B. den Kreidezeit-Rostschutzlack nehmen.

Ich bringe wieder das Beispiel der alten Holztreppenhäuser aus der vorhergehenden Jahrhundertwende.

Diese Treppenstufen haben zumeist 100 Jahre prima überdauert und wurden regelmäßig gebohnert. Das Wachs zog in das Holz ein und schützte dieses dauerhaft. Kleine Steinchen und damit verbundene Kratzer konnten den Flächen wenig anhaben da das Wachs tief ins Holz eingezogen war und die Beschädigungen nur oberflächlich, zumindest solange hin und wieder gebohnert wurde. Der arme kleine Junge Kay musste jeden Samstag nach dem Kehren und Wischen das Treppenhaus Bohnern um sein Taschengeld zu erlangen.

Und dann kamen die großen Altbausanierer, schliffen die Treppen ab und haben die Stufen lackiert um dies nunmehr aller 3 bis 5 Jahre tun zu müssen, weil die Steinchen immer noch die gleichen Kratzer machen, das eindringende Wasser aber jetzt den Lack unterwandert und es zu Abplatzungen und Verwitterungen kommt. Wie lange soll das funktionieren und was kosten?

Das gleiche System funktioniert genau so an Küchenarbeitsplatten, Fenstern und Türen.

Die Ableitung zum Rostschutz ist nicht weit hergeleitet, zudem Leinöl und der Firnis davon, diese hochwunderlichen Kriescheigenschaften haben, wenn man sie nicht durch zu viele Additive zur gar so schnellen Aushärtung und damit zur Lackartigkeit zwingt.

aber Du wolltest mich ja nur veräppeln und ich muß wirklich die Schwamerln schneiden und braten, deshalb

grüßt der Kay ganz lieb :wink:

PS: Sollte ich mit dem Veräppeln, wider Erwarten fehl gelegen haben, gibt es hier von einem anderen Verrückten interessanten Lesestoff. Dein Augenmerk könnte auf Hölzern und Ölen liegen, sowie weiter unten in der Liste bei Autos etc. auf dem Rostschutzbeitrag. Schlüsse sind jedoch selbst zu ziehen.
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon Matthias » 03.05.2015 - 19:51

Lieber Kay,

noch mal und bitte endgültig: ich habe nicht das geringste Bedürfnis, Dich zu foppen, veräppeln, verarschen, hinters Licht oder sonst wohin zu führen. Das interessiert mich nicht.

Es ist nur so, dass Du halt eine ziemlich uneinnehmbare Festungsmauer aus Erfahrung, Wissen, Recherchen, Gedanken und Bedenken um Dich herum gebaut hast und da stehe ich dann manchmal davor und will eben irgendein Detail wissen, weil ich mir manchmal auch selber Gedanken mache und in meinem Leben schon ziemlich viel Haus und Auto usw. gebaut habe.

Mit Veräppeln hat das gar nichts zu tun.

Ich danke also für die Aufklärung in Sachen Eisenglimmerlack!

Und grüße hochachtungsvoll
Matti
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wolfischauer
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon wolfischauer » 04.05.2015 - 02:23

Hallo Kay,

Danke für die Erklärung, stehe jetzt kurz vor der Vollendung und sobald ich wieder in Europa bin werde ich mich voll ans Werk mit dem Leinölfirnis und Glimmer machen. Mischung wird individuell angepasst an meine Druckbecherpistole.

Die komplette Vorgeschichte meines K94 kennt ihr ja bereits, aber irgendwie stoppt man nie Dinge auszuprobieren. Speziell bei einem so tollen Fahrzeug.

Ich hab schon sehr viele Tipps aus dem Forum angewendet und sehr sehr viele von dir.

Dazu kommt als nächstes die Vorderachsüberholung , wie du einem anderen Thread beschrieben hast. Mit Manschetten.

Oder dein Thread zum Thema Kupplungstausch mit Spanngurten . Einfach Gold wert.

Genau solche Sachen müssen oft nicht mal wissenschaftlich gehalten sein, oft sind die Einfachen Dinge die besseren.

Vielen Vielen Dank an alle für die immer wieder kommenden Hinweise und Tipps die sehr viel Zeit inanspruch nehmen bei der Aufarbeitung ins www Format. ;)

Mit "so gut wie" nicht mehr rostenden Grüßen vom K94 ,

WOLFI
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unbemerkt
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Re: Rost - Rost - Rost ...

Beitragvon unbemerkt » 04.05.2015 - 11:28

Mein lieber Matti,

großes Sorry. Ein erneutes Mißverständniss. Tut mir sehr Leid. :oops:

Offensichtlich ist meine leichtfertige, unüberlegte Losschreiberei schuld, und ich werde mich bemühen, ernster zur Sache zu gehen.

Irgendwie verstolpere ich mich immer wieder, und es gelingt mir nicht, dem geschrieben Satz, die notwendigen, gemeinten Inhalte zu entnehmen. Die Smilies und Emoticons genügen ganz offensichtlich auch nicht, um die Sprache, Mimik und Gestik vernünftig zu ersetzen.

Aber, mein Lieber Matti,

Matthias hat geschrieben: eine ziemlich uneinnehmbare Festungsmauer aus Erfahrung, Wissen, Recherchen, Gedanken und Bedenken um Dich herum gebaut hast


empfindest Du dies wirklich so? Ich will keinesfalls überheblich wirken und bisher wurde ich eher kritisiert, daß ich zu redselig meine Gedanken ausplaudere, nichts für mich behalten kann, Erklärbär und Wanderprediger tituliert.

Du weist hoffentlich, daß ausschließlich hier her gefunden habe um zu lernen, mich auszutauschen und selbstverständlich mein eigenes Wissen zu teilen, da soll keinerlei Mauer sein bzw. stehe ich zumeist genauso davor.

Und ganz speziell für Dich und Dir gegenüber, so hatte ich gehofft, habe ich deutlich gemacht, das es bei mir keinerlei Mauern geben soll.

Also bitte frag, sprich mit mir, immer und immer wieder. Nichts ist mir wichtiger und schöner als so wertvolle Freunde wie Dich hier gefunden zu haben und ihnen auch zu helfen wo ich kann.

Und sei bitte nachsichtig, wenn ich womöglich einmal, von einer (nie selbst empfundenen) Mauer herab, eine Frage mißverstehe oder falsch deute.

Sind wir wieder gut, bitte, bitte?

Doch noch einmal zurück zu Deiner Frage - und ergänzend:

Matthias hat geschrieben:spricht eigentlich was dagegen, fertigen Eisenglimmerlack dem Leinölfirnis beizumischen?


Wichtigst ist natürlich das Wissen um die Farbbasis wie Wasser, Nitro, Öl und/oder Harze, da treffe ich auch immer wieder bei Suchen auf diese kleine, aber doch gut erklärende Seite.

Glaube bitte nicht, daß ich dieses Wissen auch nur andeutungsweise parat hätte, ich stehe auch immer wieder vor der hohen Mauer des Wissens und meine Beiträge zu Achsmanschetten etc. sind ja beredte Beispiele, in welchen ich mein Wissen darlege um darauf sofort die Frage nach mehr und besserem Wissen zu stellen.

So wird natürlich auch meine Rostschutzmischung nicht immer gleich bleiben. Begonnen hatte ich ja da auch mit Leinölfirnis und selbst zugemischten Additiven zur besseren Trocknung und Haltbarmachung (Tungöl) um die Schwächen wie z.B. von FF-Fluid (Abwaschung) auszumerzen, wobei ich eine "längere Trocknung" und damit Arbeítszeit des Mittels doch für wichtig halte.

Auch bei Öl bzw. Alkydharzfarben scheint mir die lange Trockenzeit und Elastizität der Farbe immer wieder von großem Vorteil, wohingegen ich aus eben diesem Grunde schnell trocknende Nitrofarben nur für seltene Zwecke verwende.

Wasserlösliche Lacke scheinen mir bestenfalls auf einer Wand geeignet zu sein, da habe ich auch mit Fussbodenlacken auf Holz keine gute Erfahrung. Wie sagt der ewiggestrige Maler immer? Was nicht stinkt taugt nichts - und meist ist es auch leider so.

Natürlich kann man die Eisenkrümel und andere Feststoffe den meisten Farb- oder Lackbasen zumischen, dies heißt aber zumindest nach meinem Empfinden nicht, das die Sache auch von größerem Nutzen ist.

Gerade der stark gestrichene Rahmen an Deinem Daily scheint mir ein gutes Beispiel, daß die Lacke nur solange vernünftig funktionieren, wie sie ohne jede Beschädigung das Eisen darunter schützen.
Ein Reparaturversuch durch Überpinseln ohne entsprechende Vorbehandlung und Mehrfachbeschichtung wird dann schnell zu einem Schadensverstecken ähnlich dem Unterbodenschutz über den Rost sprühen, und arbeitet im "Untergrund" zerstörerisch weiter.

Da kommt nach meinem Dafürhalten ein tief eindringendes Ölen wie an Holzoberflächen mit aushärtendem Grundstoff und eingebauter Opferanode (Eisenglimmer) gerade recht, um auch bei Metall bzw. Rost anzusetzen.

Das fertige Holzöl, wie ich es momentan verwende, ist nur der Tatsache geschuldet, das ich keine unnötig großen Mischungsversuche (welche ja auch immer Rückschläge beinhalten müssen) an Trockungsfähigkeit und Langzeithaltbarkeit machen möchte, ganz speziell auch, weil ich es an Autos von Freunden verwende, wo ich Rückschläge eher weniger brauchen kann.

In der momentan verwendeten Art, und nur nach meiner ganz subjektiven Meinung, dringt das Mittel aber eben noch gut genug ein, ohne vorher schon durch Trocknung an der Oberfläche eine Lackschicht zu bilden, hält aber auch als "Lack" auf dem Rost lange genug (siehe Pajero) um bei jährlicher Erneuerung eine vernünftige Konservierungsgrundlage zu bilden.

Ganz besonders wichtig war mir dabei eben die Anwendbarkeit direkt auf dem Rost, um Erhaltungszustände gewissermaßen "Einfrieren" zu können, ohne alles gleich und komplett demontieren und sanieren zu müssen. Gerade bei meinem Ersatzteilspender war dies quasi die einzige Chance und ich hatte selbst große Not unter der rostigen Schale noch einen gute Kern zu entdecken.

Bild (die Schwellerrohre bzw. Trittbretter wurden verschrottet)

Selbst das spätere Lösen einer übertünschten Schraube, ist dann eben auch noch besser möglich als bei "hart" überlackiertem rostigem Gewinde. :wink:

jetzt höre ich aber auf mit meinem endlos unlesbaren Text und...

grüße Dich ganz lieb als der Kay :troesten:

PS: Wieso werde ich das Gefühl nicht los, wir sollten öfter einmal einfach "richtig" reden? :achselzuck:
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Beda » 27.05.2015 - 11:48

Hay Kay,
auf deine Anregung hin habe ich dieses Thema abgetrennt.
Sollte Dir mein Titel nicht behagen, kann Du ihn gerne ändern.
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon Jero V6 » 27.05.2015 - 12:37

Servus,

ich habe beim Pajero auch schon teilweise mit der Mischung aus Leinölfirniss und Terpentinersatz (beides ähnlich wie Owatrol). Ich muss sagen das es sich bewährt. :super: Nun schau ich mal was sich besser macht, entweder originales Owatrol oder diese Mischung.

Ich werde dann ebenfalls berichten! :super:

Grüße, Justin
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Re: Jugend forscht: Unterbodenschutz Leinölfirnis & Eisengli

Beitragvon unbemerkt » 27.05.2015 - 13:34

Hallo allerseits,

und dem Beda einen Dank für die Abtrennung der Leinölfirnisproblematik.

Hintergrund war, daß immer mehr Anfragen per PN und Telefon bei mir eingehen und ich glaube, daß allen gedient ist, wenn wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse zu dem Mittelchen in einem Beitrag bündeln um besser informiert zu sein.

In diesem Zusammenhang hat der Beda auch schon einen Anbieter von Hämatit kontaktiert um die Materialversorgung etwas anzuschieben. Er wird sicher berichten.

@ Justin, meine Erfahrungen mit reinem Leinölfirnis und entsprechender Verdünnung waren bei halb- bis jährlicher Erneuerung durchaus genügend. Ähnlich den angelesenen Erfahrungen mit der Abwaschbarkeit des Owatrol oder FF-Fluid habe ich jedoch nach einem "leichten" Härter gesucht um die Standzeit am Unterboden zu verlängern.

Über den teuren Umweg der Tungölbeimischung (härtet selbst vollkommen aus) bin ich zu den Holzölen von Baufix gekommen. Dort sind, wenn auch in unbekannter Menge, die Additive zur "langsamen" Aushärtung aus meiner heutigen Sicht in ausreichender Menge schon vorhanden, ohne daß das Mittelchen schon zur Lasur bzw. Lack wird.

Es zieht also ausreichend lange ein ohne anzutrocknen und ich kann so in einer 2-Tagessession eine ziemlich durchdringende Versieglungsschicht in und auf dem Rost aufbauen, so glaube ich zumindest.

Ich werde versuchen in der nächsten Zeit den ersten Beitrag in diesem Strang zu einer Übersicht zum Material umzubasteln und wäre Euch allen sehr dankbar, wenn Ihr mich mit Euren Erfahrungen und Eurem Wissen auf dem Weg zum foreneigenentwickelten Rostschutzmittel weiter so unterstützt. :mrgreen:

mit lieben, weitestgehend rostfreien Grüßen von Kay

PS: Hat der Beda eigentlich schon irgendwo geschrieben, wie es zu seiner neuen "Unterschrift" kam? :wink: :super:
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