Visko-Lüfter defekt? -> Regenerieren

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Hendrik

Visko-Lüfter defekt? -> Regenerieren

Beitragvon Hendrik » 28.10.2004 - 09:27

Visko Defekt? Temperatur zu hoch unter Last?

Einen funktionsfähigen Visko erkennt man daran, dass der Lüfter bei erhöhter Drehzahl
des Motors einen kleinen „Sturm im Motorraum“ verursacht, dass man mit dem
Handschuhtest den Lüfter nicht anhalten kann und dass diese beiden Tests auch
Im Betriebswarmen Zustand des Motors funktionieren. Läuft der Lüfter kalt oder
Warm so leer durch, dass man ihn stoppen kann oder wird bei erhöhter Drehzahl
Kein „Sturm im Motorraum“ festgestellt, ist der Visko ziemlich sicher defekt.

Ein Visko kann mindestens durch Simmerringschaden oder durch Verharzung des Viskoöls
ausfallen.

Verbaut werden mindestens zwei Prinzipien, denn der L300-Visko
funktionierte mittels Gummischeibe und meiner aus dem Galloper hat koaxiale
Alu-Lamellen, die die ineinander stehen und durch Öl dazwischen Kraft übertragen.
Der L300-Visko und der GalloperVisko sind bis auf leicht unterschiedliche
Wellenlängen der Antriebswelle bzgl. der Anschlussmasze identisch.
Rein von den Maszen her sind sie untereinander austauschbar.
Ich denke, dass die anderen 4D56-Viskos auch passen – aber das habe ich
Nicht geprüft – der Visko vom 2.4er Benziner passt SICHER nicht.


Teile und Preise:

Wenn man einen defekten Vsiko hat,
kann man natürlich neue Viskoelemente kaufen, hier die Preise:

Viskolüfter 4D56: Bestellnummer Hyundai: 25237 42560
Preis Mitsu: 250 Euro
Preis Hyundai: 278 Euro.

Mögliche Öle (Toyota-Bestellnummern):
08816-03001, 08816-06001, 08816-10001
3,000 Cst., 6,000 Cst., 10,000 Cst.

Lieferumfang: Kleine Kunststofftube mit ca. 20ml Inhalt.
Preis (2004) 6.80Euro pro Tube. Ich habe 2 Tuben 08816-03001 verwendet.



Der Reparaturversuch:

Zum Öffnen eine SEHR gut passenden Kreuzschlitzschraubendreher
Oder einen kleinen Schlagschrauber mit guten Bits verwenden.

Ein Visko mit defektem Simmerring ist nicht reparierbar, weil darin eine
Bördelung ist, die man nie wieder mit Hausmitteln verschlossen bekommt.

Vosicht, die Dichtung nicht bschädigen und die Dichtung NICHT mit
Benzin, Öl oder vergleichbarem in Kontakt bringen!!!

Versuche, das Innenleben des Visko mit Benzin oder Spiritus zu
reinigen blieben erfolglos - das Öl verklumpte nur. NAch einigem Nachsinnen,
kam ich auf die Idee, WD40 zu nehmen, was ja auch SIlikonbasis hat, und
siehe da - funktioniert perfekt - einfach einsprühen, warten, pinseln, abblasen.

Alles schön sauber machen, die Ölkanäle freiblasen, richtig freiblasen!
Die Ölleitscheibe nicht „versieben“ und wieder einsetzen (z.B. verkehrt
Herum, damit wird der bisherigen Verschleiss daran kompensiert.).

Dichtung mit blauem Motordicht in die Lippe einkleben,
Öl (ich habe 2 Tuben verwendet) einflüllen in das Unterteil,
Zusammensetzen, verschrauben, Schrauben lacksichern.

Dann ein Weilchen warten, damit sich das Öl verteilen kann.

Lüfterrad an Visko montieren, alles wieder einbauen.



Die Tests:

Meiner Meinung ist der sinnvollste Test, den Motor kalt zu starten und Gas zu geben,
schon dann soll ein kräftiger Wind wehen - der Wind muss auch nach ein paar Minuten
Leerlauf noch da sein (Motor warmgelaufen) - weht dieser nicht, ist der Visko immer noch
defekt und .... ????????

Den Überholten Visko kann man nicht mit dem Handschuh
anhalten - Handschuhtest.

Warm und kalt geht der überholte Viskolüfter (bei stehendem Motor von Hand gedreht),
leicht, sämig, aber nicht extrem leichgängig ("frei") zu drehen.

Man muss den „Sturm im Motorraum fühlen“ – dann ist wieder alles ok.

HTH

Gruß

Hendrik
Gast

Re: Visko-Lüfter defekt? -> Regenerieren

Beitragvon Gast » 28.10.2004 - 09:54

Hendrik hat geschrieben:Verbaut werden mindestens zwei Prinzipien, denn der L300-Visko
funktionierte mittels Gummischeibe...


Oh shit! Jetzt weiss ich endlich, was Du da für eine Gummischeibe in meinem durchgeschraubten Visko gefunden hast :lol:. Die habe ich da reingebaut, gebastelt aus einem Stück polnische Fussmatte in Gregors Garage auf der Fahrt nach Lettland, weil der nur mit Schrauben durchgeschraubte Visko zu klappern anfing und die Schrauben ausleierten. Also, echt lustig, wie ich Dich da so auf die falsche Fährte setzen konnte. Und es ehrt Dich, dass Du das "Arbeitsprinzip" nicht verstanden hast. Es war aber keine Absicht...sorry.

Im L300-Visko ist also KEINE Gummischeibe drinn, sondern nur die Antriebsscheibe aus Metall.


Grüsse - kp
Bernd

Beitragvon Bernd » 28.10.2004 - 12:07

gebastelt aus einem Stück polnische Fussmatte in Gregors Garage auf der Fahrt nach Lettland


... :P

SUPER!!! Das ist der Kalauer der Woche!

ciao,
Bernd

@Hendrik: Vielen Dank! Gute Beschreibung.
Hendrik

Re: Visko-Lüfter defekt? -> Regenerieren

Beitragvon Hendrik » 28.10.2004 - 13:55

kp hat geschrieben:
Hendrik hat geschrieben:Verbaut werden mindestens zwei Prinzipien, denn der L300-Visko
funktionierte mittels Gummischeibe...


Oh shit! Jetzt weiss ich endlich, was Du da für eine Gummischeibe in meinem durchgeschraubten Visko gefunden hast :lol:. Die habe ich da reingebaut, gebastelt aus einem Stück polnische Fussmatte in Gregors Garage auf der Fahrt nach Lettland, weil der nur mit Schrauben durchgeschraubte Visko zu klappern anfing und die Schrauben ausleierten. Also, echt lustig, wie ich Dich da so auf die falsche Fährte setzen konnte. Und es ehrt Dich, dass Du das "Arbeitsprinzip" nicht verstanden hast. Es war aber keine Absicht...sorry.

Im L300-Visko ist also KEINE Gummischeibe drinn, sondern nur die Antriebsscheibe aus Metall.


Grüsse - kp


baeh baeh ... Naja, du siehst jedenfalls, dass ich in das Teil reingeschaut habe,
Dann entspricht dieser Visko dem Bild auf Seite 14 in diesem Thread,
dann könnte auch die Beschreibung zur Funktionalität dort passen.

Ich glaube, dass die Funktion sich aber von der Galloperlösung unterscheidet.
Erkennungmerkmal für Visko nach "Galloperprinzip" ist IMHO die Spiralfeder.
Bei den L300ern sind die flachen Bimetallfedern verbaut...

Gruß

Hendrik
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 03.11.2004 - 22:59

Ein weiterer ziemlich gut funktionierender Indikator für einen
defekten Visko ist, dass bei einem defekten Visko, der
Lüfter noch nachläuft, wenn man z.b. aus 2000Umin den Motor
abstellt.
Bei einem funktionfähigen Visko bleibt der Lüfter gleich mit stehen.

Gruß

Hendrik,

der mal wieder aus der Garage kam ;-)
marvin_offroad

Oberlehrermodus an:

Beitragvon marvin_offroad » 05.11.2004 - 22:49

Wer seinen Motor bei 2000/min einfach abstellt hat KEIN gutes Verhältnis zu seinem Turbolader, denn der dürfte ziemlich HOCH drehen und den plötzlichen Mangel an Schmierstoff (Öl) weniger gut finden.


Oberlehrermodus aus: :prost: :prost: :prost: :prost: :prost: :prost: :prost: :prost:


P.S. war schon später und ich nicht mehr NÜCHTERN
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Beitragvon Crazy.max » 06.11.2004 - 17:52

Hallo Marvin

Schön das Du auch noch da bist :wavey:
Du hast mit dem abstellen bei 2000 U/min natürlich recht , und Ich bin Mir sicher , das wenn etwas weniger :prost: gemacht hättest wäre dir das auch aufgefallen , das Hendrik das nur einmal zum testen gemacht hat und nicht ständig so brutal mit seinem 4D56 umgeht :wink:

Olaf - der heute in seinem neuen Mitsubishi Pajero Buch gelesen hat :lachen:
ich bin Olaf und ich mag Umarmungen
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 11.11.2004 - 17:48

Hi,

also die Kombination von Aluabrieb und Öl scheint nicht nur im Visko zu Problemen
zu führen.
BEi meinem "jeden Tag auffe Arbeit fahr Mopped" war in letzter Zeit die Gabel
sehr sehr steif geworden, das Losbrechmoment so, dass man das Gefühl hatte,
dass es keine Federung vorn gibt. Nachdem ich längere Zeit eine verzogene
oder verspannte Gabel vermutete, stellte isch heute heraus, dass einzig das Öl
mit Aluabrieb zusammen verharzte und die Gabel zum Klemmen brachte.
(NAja, die Letzte Wartung der Gabel liegt doch erst 16,5 Jahre zurück...)

Also - wenn irgendwo Ölund Alu zusammen kommen, dann kann es auf
Dauer eine feste Pampe geben, die den Eigenschaften von Öl nicht mehr nahesteht...

Gruß

Hendrik
Bernd

Beitragvon Bernd » 14.01.2005 - 10:20

Hallo Jungs,

ich bins mal wieder...

@Hendrik
Warum hast Du gerade Öl mit 3,000 cSt. verwendet? Hat das einen bestimmten Grund oder hast Du das einfach ausprobiert?

Ich habe nämlich jetzt Öl mit 6,000 cSt. und gedacht, da wäre einfach die doppelte Menge drin, was aber nicht so ist...

Viele Grüße ans Teststudio!

ciao,
Bernd
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 14.01.2005 - 12:16

Hi,

ich habe dieses Öl genommen, weil es für mich die
erste Bestellnummer war, die ich bekommen habe. Und weil Toyota dieses Zeuchs tatsächlich liefern
konnte - was anderes habe ich dann nicht mehr probiert.

Bis jetzt funktioniert der regenerierte Visko hervorragend,
auch undicht ist er nicht geworden.

Gruß

Hendrik
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Re: Visko-Lüfter defekt? -> Regenerieren

Beitragvon Beda » 21.01.2005 - 15:43

Hendrik hat geschrieben:Visko Defekt? Temperatur zu hoch unter Last?

Die Tests:

Meiner Meinung ist der sinnvollste Test, den Motor kalt zu starten und Gas zu geben,
schon dann soll ein kräftiger Wind wehen - der Wind muss auch nach ein paar Minuten
Leerlauf noch da sein (Motor warmgelaufen) - weht dieser nicht, ist der Visko immer noch
defekt und .... ????????

Den Überholten Visko kann man nicht mit dem Handschuh
anhalten - Handschuhtest.

Warm und kalt geht der überholte Viskolüfter (bei stehendem Motor von Hand gedreht),
leicht, sämig, aber nicht extrem leichgängig ("frei") zu drehen.

Man muss den „Sturm im Motorraum fühlen“ – dann ist wieder alles ok.

HTH

Gruß

Hendrik

Hallo zusammen,
ich habe, ohne sie gesucht zu haben, eine Testvariante entdeckt, die man fast als wissenschaflich bezeichnen könnte.
Man nehme ein warmgefahrenes Auto.
Man lege -im Stand!- den Lüfter so an die Leine, daß man später bei laufendem Motor dieselbe entfernen kann. Beim Galloper mit Diesel funktioniert eine Schlaufe vom Luftfilter aus perfekt.
Jetzt im Stand laufen lassen. Bei laufendem Motor ca. 2500/min halten. Am einfachsten eine 2. Person zur Anwendung bringen.
Die Kraft, mit der der Lüfter jetzt an der Leine zerrt, ist kaum spürbar, so gering ist sie.
Jetzt die Leine entfernen, Motordrehzahl weiter halten.
Der Lüfter sollte jetzt ganz langsam Fahrt aufnehmen.
Nach mehreren Sekunden sollte aber ein echter Sturm wehen.
Jetzt schlagartig die Zündung ausschalten.
Der Lüfter sollte genauso abrupt wie der Motor stehen bleiben.
Fäddisch :fahren:
Grüße vom Galloperflüsterer ohne Galloper

Beda
Hyaene
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Beitragvon Hyaene » 21.01.2005 - 18:37

Also ich bin damit beschäftigt den Visko durch nen doppel-E-lüfter zu ersetzen.
Bernd

Beitragvon Bernd » 21.01.2005 - 19:30

@Hendrik,

da ich morgen früh den Lüfter zerlege, möchte ich vorher nun natürlich schauen, ob die Operation reibungslos stattfinden kann (ob die Garage steril ist, etc):

Ich habe heute das Silikonöl beim Toyotahändler abgeholt. 3 Tuben mit der Viskosität von 6000 cSt. Du hast in Deinen Lüfter 2 Tuben von dem Öl mit 3000 cSt. eingefüllt. Wie würdest Du dessen Viskosität beschreiben?

Meines mit 6000cSt. ähnelt in etwa der Viscosität von Honig (nicht dieser dickflüssige aus dem Bioladen sondern eher einem aus dem Supermarkt, z.B. von Langnese).

Toyota verwendet übrigens im Landcruiser die 6000er Variante.

ciao,
Bernd

PS.: Damit bei Dir am Rechner beim Hochfahren auch gleich die Glocken läuten, schicke ich Dir noch eine PN
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 21.01.2005 - 23:52

Hallo Bernd,

das Öl zu beschreiben, ist schwierig, ich würde sagen, dass es
so wie das HydraulikÖl HLP 68 von Addinol ist - aber das hilft
dir nicht wirklich, oder? Ich würde vielleicht noch als Vergleich
ein typisches SAE 80 GL4 Getriebeöl bei Null Grad vergleichen.
Also so eben flüssig, aber dickflüssig halt.

Ich habe 2 "Tübchen" eingefüllt.

Bei meinem Visko war das Öffnen der Verschraubung am schwierigsten, weil
dort _SEHR_ weiche Kreuzschlitzschrauben verbaut wurden. Ich habe
daher extra einen Adapter und eine Nuss für meinen Schlagschrauber
gekauft und mit dem Schlagschrauber schonend geöffnet (selbst dabei
einen Schraubenkopf gekillt) - lege dir Ersatzschrauben bereit und markiere
die Zusammenbaustelleung.

Viel Erfolg - !!!

Und dass es mit dem GC noch nicht geklappt hat - kein Problem, vielleicht
kommt mal jemand anders hin...

Gruß

Hendrik
Hendrik

Beitragvon Hendrik » 21.01.2005 - 23:56

Hallo Beda,

diesen Test konnte ich so - bis auf das Abschaltverhalten -
bei meinem defekten Visko auch Feststellen. IMHO nimmt
ein funktionsfähiger VIsko _sehr_ schnell Fahrt auf und müsste
bei 2500U&min DIfferenzdrehzahl mit seiner internen Pumpe soviel
Kraft aufbauen, dass es nicht "festhaltbar" ist - dieses interne
Ölpumpensystem "sagt" das einfach aus.

Hmm - irgendwie komisch...

Gruß

HEndrik

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