Ventildeckeldichtung wechseln am 4D56/D4BH

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MF
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Ventildeckeldichtung wechseln am 4D56/D4BH

Beitragvon MF » 02.01.2015 - 21:54

Hallo

Heute hab ich an meinem Galloper die Ventildeckeldichtung getauscht.

Ich hab es das erste mal gemacht und hoffe das ich alles richtig gemacht habe.

In diesem Thread wird auch darüber diskutiert.

Bei einem Motor mit Intercooler muß dieser vorher ausgebaut werden.
Dafür findet sich hier die Beschreibung.

Zu erst habe ich die obere Zahnriemenabdeckung abgeschraubt.
Es sind oben drei kurze schrauben drin und in der Mitte zwei lange.

Bild

Bild

Hinten auf dem Ventildeckel ist noch der Gaszug eingehängt, den einfach aushängen.

Dann noch die Kurbelewellentlüftung abschrauben.

Ich hab sie hier gelöst.

Bild

Jetzt die drei Schrauben des Ventildeckels lösen.
Beim D4BH sind es drei, beim 4D56 nur zwei.

Das sind die benötigten Ersatzteile und Zubehör.

Ventildeckeldichtung: 22441 42901 (25,50€)

Halbrunddichtung: 22442 42001 (1,90€)

Dichtungen für die Schraubenlöcher: 22433 42902 (Preise hab ich nicht gefunden)

Noch könnte man erneuern:
Schrauben: 22414 42902 (3,10€)
Unterlegscheibe: 22432 42010 (2,30€)

Motordichtmittel: ~ 13€

Drehmomentschlüssel


Bild

Da ich mich auf das (falsche) Bild im EPC und WHB verlassen habe,
hatte ich nur zwei Schraubendichtungen da.Dort wird offensichtlich ein 4D56 Ventildeckel dargestellt.
Hab dann die Beste von den alten Dichtungen drin gelassen.

So sieht dann der Deckel von innen aus.

Bild

Die Dichtflächen am Motor hab ich gereinigt.
Waren aber nicht wirklich schmutzig.

Bild

Und so sieht dann die neue eingebaute Dichtung aus.
Sie steht gut 2 mm über den Deckel.

Bild

Bild

Hier die Halbrunddichtung von oben.
Die Dichtung die vorher drin war, war nicht eingeklebt.

Bild

Ich hab mich an das WHB gehalten.

Bild

Die Meinungen Teilen sich da.
Ich hoffe ich liege nicht falsch mit dem Dichtmittel.

Jetzt wieder den Deckel drauf und anschrauben.
Hier behutsam vorgehen beim Schrauben anziehen.

6NM ( 0.5-0.7 kpm, 0der 0.6 mkp) Drehmoment hab ich in diversen Beschreibungen und WHB gelesen.

Mein Drehmomentschlüssel kann nur NM.

Ich hab die Deckel immer der Reihe nach und möglichst gleichmässig stark angezogen
und mich so Stück für Stück heruntergerabeitet und zum Schluß die letzten Windungen mit dem Drehmomentschlüssel angezogen.

Dann wieder die Zahnriemenabdeckung ran und fertig.

Gruß Mario
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Re: Ventildeckeldichtung wechseln am 4D56/D4BH

Beitragvon unbemerkt » 09.01.2015 - 11:19

Moin Mario,

hab Dank für diesen und so einige andere tolle und ausführliche Berichte und Bildbeiträge. Ich halte es für ganz wichtig, daß solche Beiträge wie Deine Ladeluftkühlerdemontage und der Wechsel der Ventildeckeldichtung hier beschrieben werden.

So kann "Neuen" die Angst vor der Schrauberei genommen werden und wir haben schließlich alle einmal angefangen.

Lass Dich von den "vielen Antworten" auf solche Beiträge nicht entmutigen, die Ventildeckeldichtung wurde in den letzten 2 Wochen vierzig mal gelesen und viele Mitglieder scheuen die Tastatur.

Mit dankbaren Grüßen von Kay, welcher sich befleißigen wird, mehr Bilder bei seiner Bastelei zu machen.

PS: Beim nächsten mal könntest Du noch eine Füllehre zu Hilfe nehmen und die Ventilspiele gleich noch mit messen, dann bist Du nämlich da oben an der Nockenwelle, abgesehen vom Simmeringwechsel, welchen ich beim 200.000er Zahnriementausch mit eingeplant habe, schon weitestgehend durch mit der Revision.

Aus meiner heutigen Sicht würde ich, gerade weil die Ventildeckel oft schon etwas verzogen sind und dann neue Dichtungen auch nicht mehr helfen, auf der sauberen alten Dichtung, wenn sie nicht eingelaufen oder porös ist, nach oben zum Deckel etwas Dichtmasse aufbringen. Am Montagetag nur handwarm anziehen, über Nacht trocknen lassen und am nächsten Tag festschrauben. So kann der Deckel auch später wieder leicht abgeschraubt werden und die Chance auf einen trockenen Motor ist größer.

PPS: Noch eine Anmerkung zu den Bildern. Das Rohr der AGR lasse ich immer drin und tausche nur die Dichtung gegen eine Platte. Die meisten TÜVler kennen sich soweit doch noch aus und könnten sich an dem stumpfen Anschlussende "stoßen". :mrgreen: Aber sicher hast Du nur eine Nicht-EU-Ausführung und das "ist so muß" :extremlached:
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Re: Ventildeckeldichtung wechseln am 4D56/D4BH

Beitragvon MF » 09.01.2015 - 22:00

Moin

Danke für die lobenden Worte.

Ich hab mir vorgenommen, wenn ich an meinem Hobby werkel halt alles zu dokumentieren,
da dies auch ein Teil meines Hobby's ist.

Und ich eben auch beruhigt bin, wenn ich irgentwo schon was davon gelesen habe, bevor ich mich ans Werk mache.

Du würdest dort wo der die Dichtung in den Deckel geschoben wird Dichtmasse geben?

Ich habe in meinem Fall den Deckel erst mit 5NM ,gut zwei Stunden später, dann mit 6NM angezogen.

Mein Deckel ist 50 00KM alt, ich hoffe der ist noch gerade.
An den Flanken war er auch dicht.

Wenn der Ventildeckel die Ursache für die Öltropferei war, dann kann es nur hinten am Ventildeckel rausgekommen sein.

Hab vorher noch intensiv mit einem Spiegel geschaut,
und mit Lappen gewischt. Es war dort ölig.
Ich hoffe also das es die Ursache war.

Gruß Mario

PS:AGR hier
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Re: Ventildeckeldichtung wechseln am 4D56/D4BH

Beitragvon unbemerkt » 10.01.2015 - 12:53

Hallo Mario,

noch einmal.

MF hat geschrieben:Und ich eben auch beruhigt bin, wenn ich irgentwo schon was davon gelesen habe, bevor ich mich ans Werk mache.


Und genau so lösen sich 98% meiner Bastelproblemchen. :super:

Mach Dir wegen der Dichtung nicht gar zu viel Sorgen, ein halbes Leben habe ich die undichten Ventildeckeldichtungen zur Zwangsschmierung und Motorraumkonservierung genutzt und hatte deshalb trotzdem nie einen wirklich messbaren Ölverbrauch bei den Dieselmotoren. Es sieht nur nicht so schön aus und im Alter wird man vermutlich zu ordentlich, so zumindest bei mir.

Für weitestgehend drucklose Abdichtungen funktioniert die Dichtmasse einfach so gut, daß ich nicht immer extra teure Dichtungen kaufe, oder diese beim Schrauben nicht zeitnah besorgen kann. Deshalb verwende ich aber auch die Dichtmasse in Nichtsignalfarbe schwarz.

Bei den Ventildeckeln hat man es zusätzlich oft mit einem Verzug im Deckel zu tun, weil irgend ein "Leerling" einmal angebrummt hat. Also baue ich quasi nur eine Dichtung mit unterschiedlicher Dicke neu, abends mit 1/4 Zoll Ratsche mit dem Zeigefinger (entspricht bestimmt 2,875 NM) anziehen und am nächsten Morgen mit Zeige- bis Ringfinger auf ziemlich genau 5,9327 NM nachziehen und schon ist die Dichtung fertsch. :hammerschlag:

Die hinteren Halbmonde tausche ich aber trotzdem immer und klebe sie nach Handbuch und o.g. Anleitung ein. Sie sind tatsächlich zu 90 % die Ursache für Öl am Autobauch oder im schlimmsten Fall sogar in der zum Teil oben offenen Kupplungsglocke.

Mit Grüßen von Kay, welcher wahrscheinlich noch nie eine Schraube überdehnt oder zu locker angezogen hat. Zumindest hat er die Erinnerung daran genauso erfolgreich verdrängt, wie die Erinnerung an den Aufbewahrungsort des Drehmomentschlüssels . :coolman:
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